Eine meiner Freundinnen hat eine Tochter, deren Leben aufgrund ihrer Tablettensucht vollständig aus den Fugen geraten war. Angefangen hatte es mit Schmerztabletten, dann kamen Schlaftabletten, dann Medikamente, die Angstzustände verringern sollten; und dann, und dann, und dann – bis sie den ganzen Tag über irgendwelche Medikamente nehmen musste. Sie fragte ihre Tochter: “Warum verschreibt dein Arzt dir all diese Medikamente? Es ist viel zu viel!”

Zu diesem Zeitpunkt verschlief ihre Tochter bereits den größten Teil des Tages und vernachlässigte ihre Kinder. Der Arzt, der ihr all diese Medikamente verschrieb, verlor seine Zulassung, weil er unsachgemäß Rezepte verschrieb und ihre Tochter bekam plötzlich keine der Medikamente mehr. Das war das Schlimmste, was man hatte tun können. Man kann nicht einfach jemandem mindestens zwei Jahre lang unzählige Medikamente geben und dann von heute auf morgen damit aufhören. Ihre Tochter stieg direkt auf Alkohol um, den sie in Bars bekam und das führte schlussendlich zu Trunkenheit am Steuer.

Im Suchtrehabilitationsprogramm der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage können die Teilnehmer erkennen, dass sie für Gott nicht verloren sind.

Klicken Sie hier, um zum Suchtrehabilitationsprogramm der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu gelangen.

Die Tochter und die Familie der Tochter waren aktive Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, die regelmäßig den Tempel besuchten. Und trotzdem zerstörte die Sucht innerhalb nur weniger Jahre ihre Tochter und die Familie ihrer Tochter. Ihre Mutter erzählte mir, dass sie dieses erdrückende Gefühl hatte, dass ihre Tochter sterben würde, wenn sie nicht eingreifen und sofort etwas unternehmen würde.

Sie schickte ihren erwachsenen Sohn, der herausfinden sollte, ob ihre Tochter eine Rehabilitationsmaßnahme in Betracht ziehen würde. Die Veränderung war so gewaltig, dass der Sohn seine Schwester kaum erkennen konnte. Sie war jedoch einverstanden und ging zu einer Entziehungskur.

Es lief jedoch nicht gut und nach nur wenigen Wochen wurde sie aus der Klinik geworfen. Was nun?

Der Zustand verschlechterte sich weiter und meine Freundin berichtete, dass sie dabei half, ihrer Tochter eine Wohnung zu finden und so versuchte, ihr Sicherheit zu geben. Danach fuhr sie zurück nach Hause und war so aufgebracht, dass sie direkt nach draußen in die Garage ging, um allein zu sein. Sie fühlte sich überwältigt und niedergeschlagen. Sie fühlte eine furchtbare Angst um ihre Tochter und hatte das Gefühl, als ob sie den Schmerz und die Verzweiflung beinahe nicht ertragen konnte. Sie hatte nur sehr wenig Hoffnung. Als sie ruhelos in ihrer Garage hin und her ging, sagte sie immer und immer wieder vor sich hin: “Sie ist einfach verloren! Sie ist einfach verloren!” Danach weinte sie.

Dann plötzlich hörte sie eine Stimme in ihrem Herzen, die sagte: “Für mich ist sie nicht verloren!” Oh, diese Stimme, diese Worte! Sie wusste auf einmal, dass sie nicht alleine war, sondern unterstützt wurde. Sie hörte sie noch einmal: “Für mich ist sie nicht verloren.” Sie wusste nun mit Gewissheit, dass ihre Tochter in der Hand des Herrn war. Es gab nicht viel, das sie tun konnte; sie konnte nur ein Hoffnungsbote sein und versuchen, sie zu schützen. Wie es Al-Anon (http://www.al-anon.de/), der Partner von AA (Anonyme Alkoholiker) sagt: Wir müssen loslassen und Gott wirken lassen!

Seitdem war es ein langer Weg, aber langsam, sehr langsam, konnte man auch Fortschritt beobachten. Jeden Tag gibt es das Gebet dieser Mutter und Gebete zählen. Der himmlische Vater ist jeden Tag da, und ihre Tochter ist auch seine Tochter.

Ich habe sehr viel über Familien nachgedacht, die sich mit Süchten in ihrem eigenen Zuhause auseinandersetzen müssen. Vielleicht ist es ein Kind. Vielleicht ist es ein Elternteil oder beide Eltern. Wenn wir uns an unseren himmlischen Vater wenden, macht er untragbare Lasten tragbar. Es wäre wunderbar, wenn er Menschen einfach verändern würde, wenn er dafür sorgen würde, dass sie aufhören und sich in Form bringen. Das tut er aber nicht. Er lässt zu, dass jemand eigenständig handelt. Doch, etwas geschieht durch die Macht des Gebets. Vielleicht ist es einfach nur, dass man weiß, was man sagen soll oder nicht sagen soll, was man tun soll und was man nicht tun soll. Erinnert euch daran, dass der Satan jederzeit bereit ist, seinen Senf dazu zu geben. Wir brauchen so viel Inspiration und Führung, wie wir nur kriegen können.

Wir müssen Jesus Christus in uns erkennen und ihn in uns wirken lassen, dann wird er auch zu uns sagen: "Für mich bist du nicht verloren!"

Durch Jesus Christus gibt es für uns alle Hoffnung. Ganz egal an welchem Tiefpunkt in unserem Leben wir uns befinden.

Als pensionierte Suchtberaterin habe ich die Macht des Gebets und die Wunder, die dadurch geschehen, gesehen. Irgendwie verändert sich der Ton und die Einstellung zu dem, was vor sich geht, wenn wir den Himmlischen Vater mit einbeziehen. Wir können es ertragen. Wir können helfen. Wir können die schwachen Schultern mit Liebe aufrichten. Wir sehen all die wunderbaren Dinge, die um uns herum geschehen und konzentrieren uns nicht nur auf das Negative. Ein Sohn sagte einmal zu seiner Mutter: “Denke an die Momente, in denen ich ‘Nein’ sage, nicht nur an die, in denen ich versage.” Er hat nicht ganz Unrecht.

Nicht immer gibt es ein Happy End, aber eins ist gewiss: Unser Himmlischer Vater denkt an uns, er ist involviert und es gibt vieles, das wir nicht über Rechenschaftspflicht und Vergebung wissen. Sei positiv und sei dankbar für jede Kleinigkeit, egal wie klein etwas ist.


Dies ist ein Gastbeitrag von Roberta Hess Park.

Roberta Hess Park hat einen Master Abschluss in Psychologie und in Education Administration von der Utah State Universität. Sie arbeitete als Assistenzprofessorin für die Abschlussklassen der Southern Utah University und gab Seminare zum Thema Sonderpädagogik und  Verhaltensschwierigkeiten. Sie arbeitete selbständig in ihrer privaten Therapiepraxis zu Suchtverhalten und war Schuldirektorin einer Grundschule und einer Mittelschule.

In ihren Suchtberatungsgebieten hielt sie Schulungen zum Thema Krisenberatung, Drogenmissbrauch unter Frauen und deren Kindern, Drogenmissbrauch unter Jugendlichen, Schulungen zur Behandlung besonders von Frauen, Drogenmissbrauch in Ehe und Familie, Suchtverhalten und Rückfallprävention; Verhaltensstörungen bei Kindern/ Jugendlichen, Antiaggressionstraining und Spielsucht.

Roberta Park arbeitete als FHV Präsidentin, als Lehrerin der Evangeliumsgrundsatz-Klasse und unterrichtet zur Zeit in der Erwachsenenbildung Abendklassen. Sie unterrichtete auch junge Erwachsene im Institut. Sie hat Vorträge vor großem Publikum in Kalifornien, Nevada und Utah gegeben.  

Roberta ist mit Daniel Park verheiratet. Beide haben sich zur Kirche bekehrt, als sie junge Erwachsene waren. Sie hat fünf Kinder, von denen vier am Leben sind. Ihr jüngstes Kind hat Down-Syndrom. Roberta und ihr Mann wohnen sowohl in Utah als auch Nevada, wo Daniel zurzeit als Gemeindemissionsleiter mit seiner Frau an seiner Seite dient.

Roberta ist der Überzeugung, dass, solange es Leben gibt, es auch Hoffnung gibt, und dass es keine Grube gibt, die so tief ist, dass der Herr, sobald wir uns dafür entscheiden, nicht heraushelfen kann.

Sie hat großes Vertrauen in die Fähigkeiten der Jugend, in diesen letzten Tagen zu bestehen und hat ein Buch geschrieben, das den Titel trägt: “Es begann mit einer Lüge – Regeln und Hilfsmittel: ein Überlebensratgeber für Teenager und junge Erwachsene.” Co-Autor des Buches ist C.M. Rick Hardy.

Sie hat eine Webseite mit dem Titel:  Das Leben ist gut, aber hart. (www.lifegoodbuthard.com)


Dieser Gastbeitrag von Roberta Hess Park wurde aus dem Englischen übersetzt. Im Original auf ldsblogs.com.

Wenn Sie mehr Informationen über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) erhalten möchten, besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten der Kirche: lds.org und mormon.org.