Meine Eltern waren Alkoholiker. Als mein Vater im Alter von 51 Jahren starb, war ich auf ihn und jeden, der Alkohol trank, wütend. Manchmal fragte ich mich, ob es wohl auf der Welt sonst noch jemanden gäbe, der so fühlte wie ich. Das Verrückte daran ist, dass mein Vater ein Geistlicher war. Ich hatte ihm Fragen über das Leben gestellt, die er nicht beantworten konnte, und deshalb war ich einfach eine sehr verwirrte junge Mutter auf der Suche nach einer besseren Lebensweise.

1978 zogen wir in ein kleines rotes Backsteinhaus in Oklahoma City. Im Rückblick war es wie ein Wunder, dass wir das Haus überhaupt kauften, weil es in so einem schlechten Zustand war. Das Beste daran waren die Nachbarn. Joey, meine Tochter, freundete sich mit einer der Töchter an und fing an, mit ihnen in die Kirche zu gehen. Ich schaute mir diese Familie an und fragte mich, was so anders an ihnen war. Sie arbeiteten zusammen und spielten zusammen und schienen sogar Spaß dabei zu haben!

Wer suchet, der findet

Am Tag, als Donny Osmond heiratete, sprachen meine Nachbarin und ich darüber. Sie erzählte mir, dass sie der gleichen Kirche angehörte wie er. Ich klang wohl neugierig, und sie fragte mich, ob ich mehr darüber erfahren wolle. Sie erzählte mir, dass die Missionare öfters bei ihr seien, und wenn ich wollte, würden sie mir mehr von der Kirche erzählen.

Ich sprach mit Joey, die damals elf Jahre alt war, und wir beschlossen, dass wir uns mehr damit beschäftigen würden. Schon nach dem ersten Treffen wussten wir, dass wir weitermachen würden. Wir fühlten etwas, das wir noch nie zuvor gefühlt hatten.

Also trafen wir uns weiterhin und wir waren bereit, uns taufen zu lassen. Als ich herausfand, dass mein Mann zustimmen musste, war ich fassungslos. Zu dem Zeitpunkt war er nicht interessiert und wollte auch nicht, dass wir uns dieser verrückten Kirche anschlössen. Wir fasteten und beteten, und noch während der Woche stimmte er zu. Ich glaube, seine Worte waren in etwa: Es ist mir egal. Hört bloß auf, mich damit zu nerven.

An diesem Tag ging ich zur Kirche und erzählte dem Bischof, dass er unserer Taufe zugestimmt habe. Er war etwas skeptisch und fragte, was genau mein Mann gesagt hätte.

Als wir an diesem Tag von der Kirche nach Hause kamen, ging der Bischof zu uns rüber und fing an, sich mit meinem Mann zu unterhalten. Genau, der Bischof war der Nachbar! Er sagte meinem Mann, wie sehr es ihn freue, dass er unserer Taufe zugestimmt habe. Ich glaube, das war der Punkt, an dem mein Mann das Gefühl hatte, dass er nicht länger dagegen ankämpfen könne.

20 Jahre Kampf und ein Wunder

Joey und ich wurden in der folgenden Woche getauft. 20 Jahre lang kämpften wir gegen den Widersacher an. Mein Mann hasste es, wie wir uns in der Kirche einbrachten, und unternahm alles Mögliche, um uns davon abzuhalten hinzugehen. Wir zogen mehrmals um, und bei jedem Umzug hoffte er, dass wir es gut sein lassen würden.

Das taten wir aber nicht. Joey war eine treue junge Frau, die sich eine Tempelehe als Ziel gesetzt hatte. Sie ging in Manti in den Tempel und heiratete ihren Schatz, während mein Mann und ich draußen warteten. 20 Jahre nach unserer Taufe, nachdem das Herz meines Mannes durch eine regionale Konferenz mit Präsident Hinckley erweicht worden war, ließ auch er sich taufen.

Nach diesem zwanzig Jahre langen Kampf sind wir nun im 15. Jahr einer ewigen Ehe.

Das Leben ist gut. Joey wurde an ihre Eltern gesiegelt, und wir hatten die Möglichkeit, in den Tempel zu gehen, als unser Enkelsohn sein Endowment (eine besondere geistige Segnung, die würdige und glaubenstreue Mitglieder der Kirche im Tempel empfangen) bekam, und ihm Mut für seine Mission zu machen.

Die vergangenen 15 Jahre waren deutlich einfacher als die ersten 20! Wir sind alle so dankbar für die Segnungen des Evangeliums in unserem Leben.


Der Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt von Kristina Vogt. Das Original ist zu finden auf middleagedmormonman.com.