Dieses Thema lässt für mich mehrere Interpretationen zu.

WIE wurde ich Mormonin?

Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Die Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: jeden Tag verändern sie das Leben von Tausenden von Menschen.

Kurz nach meiner Geburt wurde ich im katholischen Glauben getauft. Etwa zehn Jahre später lernten meine Eltern durch amerikanische Missionare, die an ihre Haustüre kamen, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage kennen. Aufgrund eines spirituellen Erlebnisses meiner Mutter ließ sie sich zusammen mit dreien ihrer damals fünf Kinder etwa ein Jahr später taufen. So wurde ich also im Alter von 11 Jahren Mitglied der Kirche. Die lebhafteste Erinnerung an meinen Tauftag ist das Gefühl, das ich hatte, als ich nach unserer Taufe wieder zu Hause war. Wir gingen zur Tagesordnung über, und mir oblag es wieder einmal, Staub zu saugen. Bis heute ist mir das Glücksgefühl, das sich dabei einstellte, noch in Erinnerung geblieben. Inzwischen bin ich überzeugt, dass dieses Gefühl daher rührte, dass ich eine richtige Entscheidung getroffen hatte, und nicht von der erfüllenden Tätigkeit, denn Staub saugen ist in den seither vergangenen 48 Jahren nie ein Hobby von mir geworden.

WARUM bin ich also Mormonin?

Damals wie heute macht es einen Unterschied, ob man nach dem Evangelium lebt oder nicht. Ein Leben nach dem Evangelium ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Nicht nur, dass es anstrengender wird als das Leben „ohne“, weil man mehr Verpflichtungen hat; es wird auch unangenehmer, weil man nicht mehr so sorglos ist. Man weiß, dass das Erdenleben kein „Spaziergang“ ist, sondern eine Prüfungszeit. Man muss praktisch immerzu auf der Hut sein, dass man nichts schleifen lässt. Im Buch Mormon heißt es: „Denn der natürliche Mensch ist ein Feind Gottes und ist es seit dem Fall Adams gewesen und wird es für immer und immer sein, wenn er nicht den Einflüsterungen des Heiligen Geistes nachgibt und den natürlichen Menschen ablegt und durch das Sühnopfer Christi, des Herrn, ein Heiliger wird und so wird wie ein Kind, fügsam, sanftmütig, demütig, geduldig, voll von Liebe und willig, sich allem zu fügen, was der Herr für richtig hält, ihm aufzuerlegen, so wie ein Kind sich seinem Vater fügt.“ (Mosia 3:19) Einen ähnlichen Gedanken äußert Paulus in seinem Brief an die

Durch das Buch Mormon können wir den Heiligen Geist einladen.

Das Buch Mormon beantwortet viele der tiefsten Fragen der Seele.

Korinther: „Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann.“ (1. Kor. 2:14) Wenn man dies liest, bekommt man zumindest eine Ahnung davon, dass ein guter Mormone ein vielbeschäftigter Mensch ist. Aber WARUM bin ich nun Mormone, wo ich es doch anders möglicherweise leichter haben könnte im Leben? Nun, ich bin davon überzeugt, dass der Mensch, der doch ein sehr komplexes Wesen ist, und der, wie ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt, von Natur aus den Drang besitzt, ein höheres Wesen zu verehren, einen bestimmten Daseinszweck hat. Meine Religion, die Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, beantwortet viele Fragen zu diesem Daseinszweck. Bei all der Anstrengung, mit der das Bemühen um ein gottgefälliges Leben verbunden ist, macht es auch große Freude, sein Leben an den vorgegebenen Richtlinien auszurichten und sich immer wieder mit Glaubensfragen zu befassen. Ich behaupte, dass ich nie größere Freude, Begeisterung und Zufriedenheit empfunden habe als zu einer Zeit, in der ich mich ausführlich mit meiner Religion auseinandersetzte und Antworten auf meine Fragen fand. Und doch – zwischendurch habe ich auch Ausflüge „in die Welt“ unternommen, also Spaziergänge, die mich vom Evangelium weg führten. Ich habe nach meinen eigenen Grundsätzen gelebt und empfand eine gewisse Zufriedenheit dabei. Mein Leben plätscherte dahin, verfolgte kein bestimmtes Ziel. Ich konnte hinter jeden Tag einen Haken machen: „Gelebt!“ Mehr war es aber nicht. Irgendwann erinnerte mich ein Missionar unserer Kirche daran, dass es doch wichtig sei, am Sonntag das Abendmahl zu nehmen und dadurch sein Taufbündnis zu erneuern. Vielleicht lag es an der Überzeugungskraft des Missionars, vielleicht war auch der richtige Zeitpunkt für mich gekommen – jedenfalls kehrte ich von da an allmählich wieder zurück. Ich habe inzwischen Aufgaben in unserer Gemeinschaft übernommen, besuche gerne und regelmäßig die Versammlungen, richte mein Leben entsprechend meinen Überzeugungen ein und empfinde Freude. Mein Leben hat nun buchstäblich wieder einen „Sinn“. Die Zeit des Nichtstuns ist vorbei – und ich bin froh darüber. Damit habe ich die Frage beantwortet, „Warum ich WIEDER AKTIVE Mormonin bin“. Natürlich hält mich in meiner Kirche nicht einfach, dass ich Pflichten und Aufgaben habe und dass meine Antworten nach dem Daseinszweck beantwortet werden.

Eine Gruppe von Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

In der Gemeinschaft der Heiligen der Letzten Tage wird jeder gebraucht. Schwere Zeiten treffen auf uns alle. Für solche Fälle sind wir füreinander da. Es gibt immer etwas zu tun.

Ich habe mehr davon als nur das! Ich habe für mein Leben Führung durch den Heiligen Geist. Meine Gebete werden beantwortet. Wenn ich die richtigen Entscheidungen treffe, fühle ich mich gesegnet. Ich hatte sehr berührende, besondere Erfahrungen, die mir gezeigt haben, dass es tatsächlich einen „himmlischen Vater“ gibt und dass er sichwirklich für mich interessiert. Mein Wohl liegt ihm am Herzen. Wenn mein Glaube einmal schwächer wird, dann rufe ich mir diese erstaunlichen Erlebnisse wieder in Erinnerung und WEISS, dass dieser Weg gut und richtig ist. Das Evangelium ist für mich stimmig und funktioniert. „Und wenn ihr keine Hoffnung habt, dann müsst ihr euch notwendigerweise in Hoffnungslosigkeit befinden, und Hoffnungslosigkeit kommt vom Übeltun.“ (Moroni 10:22) Wenn ich mich nach den Lehren des Evangeliums ausrichte, empfinde ich Hoffnung und Daseinsfreude. Ich bin froh, dass Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage damals meine Familie aufgesucht und im Evangelium unterwiesen haben. Ich bin froh und dankbar, dass ich „Mormone“ bin.


Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.