Vor kurzem habe ich etwas erlebt, das mich zum Nachdenken gebracht hat. Ich stellte mir die Frage, ob ich wirklich bekehrt bin. Den ganzen Tag hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, wie mein Herz aussähe. Wir alle erleben Tage, an denen es uns gut geht, und Tage, an denen es uns schlecht geht. Letzten Endes geht es aber darum, ob wir zu dem stehen, was wir tun oder ob wir nur leere Worte machen. Wo stehe ich also?

Dies beschäftigte mich so sehr, dass ich anfing, mich ernsthafter mit dem Thema „Bekehrung” auseinanderzusetzen. Es war eine sehr aufschlussreiche Zeit, in der ich versuchte, das Wort zu analysieren – und wie es um mein Herz bestellt ist.

„Bekehrung ist ein Vorgang, kein Ereignis. Bekehrung ist die Folge rechtschaffener Bemühungen, dem Erretter zu folgen. Dazu gehört, dass wir Glauben an Jesus Christus üben, von Sünde umkehren, uns taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und im Glauben bis ans Ende ausharren.” (Quelle)

Nachdem ich diese schlichte Definition von Bekehrung gelesen hatte, entschied ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich glaubte an Christus, ich bin in meinem Leben immer und immer wieder umgekehrt, ich war getauft worden und hatte die Gabe des Heiligen Geistes übertragen bekommen. Ich versuche, im Glauben bis ans Ende auszuharren. Also musste ich noch tiefer gehen.

Anti-Mormonismus Lehi's Traum

„Ob Sie jetzt und für immer glücklich sind, hängt davon ab, wie sehr Sie sich bekehren und wie sehr Sie sich dadurch ändern…Einfach ausgedrückt ist wahre Bekehrung die Frucht des Glaubens, der Umkehr und des beständigen Gehorsams. Der Glaube kommt durch das Hören des Wortes Gottes und indem man danach handelt. Sie werden vom Heiligen Geist das bestätigende Zeugnis für das erhalten, was Sie im Glauben tun, wenn Sie es bereitwillig tun. Sie fühlen sich dazu bewegt, von Fehlern umzukehren, die daher rühren, dass Sie das Falsche getan beziehungsweise das Richtige nicht getan haben. In der Folge wächst Ihre Fähigkeit zu konsequentem Gehorsam. Dieser Kreis aus Glauben, Umkehr und Gehorsam führt zu noch intensiverer Bekehrung und zu den Segnungen, die damit einhergehen. Wenn Sie sich wahrhaftig bekehrt haben, können Sie noch besser das tun, wovon Sie wissen, dass Sie es tun sollten, wenn Sie es tun sollten, ungeachtet der Umstände… Wahre Bekehrung macht auf Dauer glücklich, sogar dann, wenn die Welt in Aufruhr ist und die meisten Menschen alles andere als glücklich sind.” (Richard G. Scott, Vollständige Bekehrung macht uns glücklich, April 2002)

Ich habe oft das Gefühl, dass ich sozusagen geistig aufholen muss, nachdem ich 20 Jahre lang nicht aktiv in der Kirche war. Inzwischen habe ich wegen dieser Jahre keine Schuldgefühle mehr und betrachte sie als meine „Flegeljahre”. Ich weiß, dass ich in dieser Zeit auf andere Art und Weise Fortschritt gemacht habe. Wegen dieser „inaktiven” Jahre strenge ich mich heute mehr an. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nie ganz aufholen kann und nie an dem Punkt ankomme, an dem ich meiner Meinung nach geistig gesehen sein sollte. Aus diesem Grund ist eine geistige Bekehrung für mich besonders wichtig.

Bekehrung ist ein Prozess – was mir Hoffnung macht. Egal wie oft ich versage, besteht für morgen wieder Hoffnung. Tatsächlich hilft mir jedes Versagen sogar, weil ich aus der Erfahrung etwas lernen kann und meinem Ziel so ein Stück näher komme. Man erkennt daran, dass ich noch Hoffnung habe, dass ich noch nicht aufgegeben habe und mich redlich bemühe, bis ans Ende auszuharren.

Nachdem ich mir ein paar Tage lang darüber Gedanken gemacht hatte, erkannte ich, dass niemand von uns wirklich vollständig bekehrt ist bis wir aus diesem Leben scheiden. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, der sich durch unser ganzes Erdenleben zieht. Es geht um Versuch und Irrtum, Scheitern, Teilerfolge und darum, es weiter zu versuchen. Je mehr wir bekehrt sind, desto mehr möchten wir bekehrt sein.

Das Buch Mormon Katholisch

Es geht nicht darum, dass ich heute noch viele schlechte Entscheidungen treffe. Ich hatte viele Jahre lang Zeit zu lernen, bessere Entscheidungen zu treffen als in meiner Jugend. Es geht darum, den Willen des Vaters im Himmel zu erkennen und sofort bereit zu sein, diesem zu entsprechen – auch wenn es schwer ist. Manchmal ist es schwierig, Dinge aus einer ewigen Perspektive zu sehen. Ich möchte eines Herzens und eines Sinnes mit dem himmlischen Vater und Jesus Christus sein, aber manchmal verstehe ich nicht genug, um das auch möglich zu machen. Ich muss es weiterhin versuchen, und je öfter ich es versuche, desto einfacher wird es – und desto größer wird meine Hoffnung, letzten Endes Erfolg zu haben.

Um mit dem Vater im Himmel auf einer Wellenlänge zu sein, müssen wir üben und Glauben haben. Ich bin jemand, der sehr selbstständig ist – was gut ist – aber ich muss mich auch auf meinen himmlischen Vater verlassen, damit er mir den Weg zeigen kann. Darin besteht mein Problem. Damit habe ich schon sehr lange zu kämpfen – aber ich bemühe mich. Ich bin mir sicher, dass wenn es mir gelingt, das Bedürfnis zu überwinden, es „selbst zu schaffen”, dass ich mich im Einklang mit Gott befinden werde.

Bin ich demnach wirklich bekehrt? Einfach zusammengefasst: Nein – aber ich arbeite voller Glauben daran und werde es schaffen. Mein restliches Leben lang werde ich versuchen, Elder Scotts Weg (Glaube, Umkehr, beständiger Gehorsam) zu folgen.


Tudie Rose hat vier Kinder und zehn Enkelkinder in Sacramento, Kalifornien. Ihr könnt ihr auf Twitter unter @TudieRose folgen. Sie schreibt einen Blog, der unter http://potrackrose.wordpress.com zu finden ist. Sie hat mehrere Artikel für Familius geschrieben. Einen ihrer Aufsätze findet ihr auf Englisch hier.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 8.1.2019  auf ldsblogs.com unter dem Titel „Am I Truly Converted?” veröffentlicht. Die Autorin ist Tudie Rose. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

Bislang unbekannter Brief über Zweifel von Präsident Hugh B. Brown

Die alarmierende Wahrheit hinter dem Anti-Mormonismus

Was, wenn ich nichts mehr fühle?