Liebe Leser,

ich bin jemand, der sich der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angeschlossen hat. Ich wuchs in einer Familie auf, in der ich geliebt wurde und in der mir gute Moralvorstellungen gelehrt wurden und die mich von Anfang an unterstützte. Ich habe sie alle sehr gern! Allerdings waren wir nicht sonderlich religiös, weshalb ich in der Hinsicht keine festen geistigen Grundlagen hatte. Meine Freunde in der Schule sprachen mit mir über Jesus und über die Bibel, aber ich verstand damals nicht, dass das in meinem Leben wichtig sein könnte. Als ich 15 Jahre alt war, litt ich unter Nierenversagen, und bis ich 18 Jahre alt war, musste ich mich der Dialyse unterziehen. In diesen Jahren war ich ein sehr unglücklicher Teenager. An einer chronischen Krankheit zu leiden war eine große Herausforderung, und ich war deswegen deprimiert.

Ich schleppte mich so durch’s Leben und nahm alles mit, was die Welt so zu bieten hatte. Man könnte sagen, dass ich es mir in der Präsidenten-Suite im „großen geräumigen Gebäude“ (das steht dafür, was die Welt zu bieten hat) gemütlich gemacht hatte. Als ich 19 Jahre alt war, spendete mir meine selbstlose Großmutter eine Niere. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Da ich bereits so lange schon krank gewesen war, konnte ich mich nicht mehr daran erinnern, wie es überhaupt war, gesund zu sein. Ich hatte das Leben nun gepachtet (dachte ich zumindest). Ich hatte nicht nur eine neue Niere, ich war nun auch endlich erwachsen und konnte nun in Kneipen und Clubs gehen – und dort dumme Dinge tun. Ich hing mit Leuten rum, die man als moderne Gadianton-Räuber (Motorradfahrer und Bandenmitglieder) bezeichnen könnte. Ich klopfte mir selbst auf die Schulter und dachte, dass die ganze Welt mir Respekt zollen sollte. Dieses trügerische Gefühl der Sicherheit, das mir diese Männer gaben, hatte mich stolz gemacht.

Die Suche nach der Wahrheit

Eines Morgens weckte mich meine Mutter und sagte mir, ich solle den Fernseher einschalten. Das war am 11. September 2001. Mein Herz rutschte mir in die Hose. Ich hatte Angst, war verwirrt und beschämt. Beschämt darüber, wie ich mein Leben bis zu diesem Zeitpunkt gelebt hatte. Beschämt wegen meiner egoistischen Leichtfertigkeit und weil ich die Opfer, die meine Familie und meine Freunde für mich in den vergangenen Jahren gebracht hatten, einfach übersehen hatte. Irgendetwas in mir wurde berührt. Ich hatte ein starkes Verlangen danach, die Wahrheit herauszufinden. Was machte ich aus meinem Leben? Warum hatte ich so viel durchmachen müssen? Was für eine Bedeutung hatte das alles? Mir war zwar eine zweite Chance auf ein gesundes Leben gegeben worden, allerdings war ich nun wortwörtlich dabei, es durch meinen frivolen Lebensstil wieder wegzuwerfen. Es bereitete mir auch Kopfzerbrechen, dass die, die absichtlich die Flugzeuge zum Abstürzen gebracht hatten, sagten, dass sie dies im Namen ihres Gottes und ihrer Religion täten. Irgendwie stimmte da doch für mich etwas nicht. Von dem Wenigen, das ich über Gott wusste, hatte ich den Eindruck bekommen, dass er uns liebte – oder uns zumindest so gerne hatte, dass er wollte, dass wir uns nicht gegenseitig umbrächten. Damals fing mein “geistiger Exzess” an. Ich hörte abrupt mit allen Drogen auf und mied die Orte und Leute, die einen negativen Einfluss auf mein Leben hatten. Ich wollte NICHTS mehr von all dem wissen. Oft ging ich zur Bücherei, um die verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen auf der Welt zu studieren. Islam, Buddhismus, Taoismus, Sikh, Hindus. Ich liebte das!! Ich saugte alles auf. Ich war ein Schwamm. Schlussendlich befasste ich mich auch mit dem Christentum. Ich öffnete eine alte Bibel und fing an, darin zu lesen.

„Am Anfang war…“ So sehr ich es auch versuchte, konnte ich es doch nicht wirklich verstehen. Und um das Ganze noch komplizierter zu machen, gab es auch noch so viele verschiedene Glaubensrichtungen und Sekten im Christentum selbst. Katholiken, Baptisten, Methodisten, 7-Tage-Adventisten, Presbyterianer, Evangelikale, Episkopale,…ihr versteht, was ich meine. Es war zu viel! Und wer war dieser Jesus? Aber bald fand ich Antworten.

Ein Moment der mein Leben veränderte

Etwa Mitte Oktober war ich bei einem “Freund” zu Besuch und saß auf dem Sofa. Als ich da so saß, hatte ich plötzlich das deutliche Gefühl, dass ich gehen sollte, sofort!!! – dass es nicht sicher wäre, zu bleiben. Ich ging abrupt und lief zu meinem Auto. Ich machte mich auf den Nachhauseweg und fragte mich, ob dieses Gefühl, das ich gerade gehabt hatte, real gewesen war. Und plötzlich hatte ich das Gefühl, von Kopf bis Fuß von einer dicken, warmen Decke eingewickelt zu sein, die aus reiner Liebe und Licht bestand. Diese Erfahrung mit Worten zu beschreiben wird dem Erlebnis nicht gerecht. Es fühlte sich an wie all die schönsten und besten Momente meines Lebens in einem einzigen Moment zusammengefasst. Es war ein Gefühl von Geburtstagsparty, Weihnachten und als ob ein schöner Traum wahr würde – alles gleichzeitig – nur unendlich mal so schön. Mein Herz brannte. Es fühlte sich so bekannt an. Jemand oder irgendetwas auf dieser Welt wusste genau, wer ich war und liebte mich so innig, dass ich es nicht beschreiben kann. Ich begann wie ein Baby zu weinen, vor lauter Freude. Dann fing ich an, voller Traurigkeit zu weinen, weil mir bewusst wurde, dass das Leben, das ich lebte, nicht dem Zweck entsprach, zu dem ich hierher auf die Erde geschickt worden war. Ich fühlte mich dazu ermutigt, weiter zu suchen und hatte das Gefühl, dass ich die Antworten, nach denen ich mich so sehnte, finden würde. Ich fühlte Frieden in meinem Herzen, der mich tröstete und mich dazu brachte, auf das Licht zuzugehen – damit fortzufahren, für etwas Gutes zu kämpfen. Dieser Moment sollte mich für immer verändern. Ich wusste, dass das, was ich gefühlt und erlebt hatte, real war. Ich wusste auch, dass Gott das wusste, und ich konnte es nicht leugnen – wagte es auch nicht! Meine spirituelle Reise ging von da an weiter. Ich lernte Weiteres über die verschiedenen Konfessionen und Lehren, aber alles war eher verwirrend als beruhigend. Ich ging sogar zu einem Bibelkreis. Sie sprachen zwar über Gott und Jesus, was auch gut war, aber irgendetwas fehlte einfach. Wo war dieses Gefühl, das ich doch zuvor gehabt hatte – dieses Brennen im Herzen, das mich mit Hoffnung, Glaube, Liebe und Licht erfüllt hatte? So langsam fing ich an, frustriert zu sein.

Ich suchte die Wahrheit und fand die Mormonen

Am 13. November 2001 hatte mein Vater Geburtstag. Meine Familie entschloss sich, essen zu gehen, um diesen zu feiern. Mir ging es nicht so gut, weshalb ich alleine zu Hause blieb. Ich schaltete eine meiner Lieblingssendungen im Fernsehen ein. Dort erzählte eine Frau einem Mann, dass sie Mormone sei. Was war ein Mormone? War das eine weitere Religion, mit der ich mich befassen konnte? Ich fing an, mich zu freuen. Und während ich über dieses neue Thema nachdachte, klingelte es an der Tür. Oh, wer das wohl sein könnte?! Ich schaute doch gerade diese Sendung und verarbeitete diese neue Information über die Mormonen.

Ich ging zur Tür…

Und es standen zwei Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, mit einem Buch Mormon in den Händen, vor mir. Die beiden jungen Männer stellten sich mir vor – beide hießen seltsamerweise „Elder“. Sie erzählten mir von ihrer Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi, der ersten Vision Joseph Smiths und dem Zweck des Buches Mormon. Was mich jedoch am meisten berührte war, dass sie mich dazu einluden, Abschnitte im Buch Mormon zu lesen und anschließend selbst Gott zu fragen, um herauszufinden, ob alles der Wahrheit entspräche. Wir sprachen etwa 20 Minuten an der Tür miteinander. Sie gaben mir ein Exemplar des Buches und sagten, dass sie mich in ein paar Tagen noch einmal kontaktieren würden. Ich war ekstatisch.

Sofort ging ich nach oben und begann, darin zu lesen. Ich verstand zwar nicht alles sofort, aber mir war klar, dass ich Gott bitten musste mir zu sagen, ob es das war, wonach ich gesucht hatte.

Mein erstes Gebet

Mal davon abgesehen, konnte es ja kein Zufall sein, dass die Missionare genau in dem Moment an meiner Tür klingelten, als es einen Mormonen im Fernsehen zu sehen gab, oder? Ich kniete mich hin, ohne zu wissen, wie man eigentlich betet, aber betete trotzdem. Ich legte Gott mit aufrichtigem Herzen meine Wünsche vor und bat ihn mir zu zeigen, was wahr sei. Ich fragte ihn, ob es gut sei, mich mit den Missionaren zu treffen. Ich betete, um herauszufinden, ob das Buch Mormon wahr sei. Ich stand auf, richtete mir eine Schale Müsli und schlug einen Artikel am Ende einer Zeitschrift auf. Ich fing an zu lesen. In dem Artikel ging es um die Football-Mannschaft der BYU. Es wurde darin erklärt, dass es vorkam, dass manche der Spieler zwei Jahre nicht aktiv Football spielten, um irgendwo auf der Welt als Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu dienen. Das war nun kein Zufall mehr. Das war ein göttliches Einmischen. Dies war die Antwort auf das soeben gesprochene Gebet.

Der Heilige Geist offenbart Wahrheit

Ich traf mich am nächsten Tag mit den Elders. Sie lehrten mich viele Wahrheiten – schlichte und wertvolle Wahrheiten, die wegen des Abfalls vom Glauben verlorengegangen waren – und die nun auf der Erde durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden waren. Mutig gaben sie von lebenden Propheten und Aposteln Zeugnis, die heute auf der Erde lebten, und lehrten mich, wie ich für mich persönlich herausfinden könne, ob das, was sie mir sagten, wirklich wahr sei.

Wie das geht? Durch ernsthaftes Beschäftigen, Nachdenken und anschließendes Gebet zu meinem Himmlischen Vater. Ich erfuhr vom Heiligen Geist. Wer ist der Heilige Geist, und wie fühlt er sich an? Er ist eine Person aus Geist- das dritte Mitglied der Gottheit. Er gibt Zeugnis und berichtet von Gott Vater und Jesus Christus. Er offenbart Wahrheit. Er kann ein warmes Brennen in der Brust und im Herzen bewirken – wie ein läuterndes Feuer. Er kann plötzliche Geistesblitze hervorrufen und unser Verständnis von Schrift und Lehre erweitern. Er kann uns mit Hoffnung erfüllen, Glaube, Liebe, Frieden und Licht – mit all dem, das ich damals bei meiner Heimfahrt gespürt hatte!! Der Heilige Geist ist eine leise, sanfte Stimme. Wenn wir zu beschäftigt sind oder abgelenkt werden, können wir diese Stimme übertönen. Nach ein paar Treffen baten mich die Elders, zum ersten Mal laut zu beten. Das hatte ich noch nie getan! Nervös neigte ich meinen Kopf und verschränkte meine Arme. Ich fing an, zu meinem Himmlischen Vater zu beten. Und wisst ihr was? Mein Herz brannte in meiner Brust! Ich fühlte Wärme und Frieden. Ich hatte ein Zeugnis durch den Heiligen Geist erhalten! Ich hatte gefunden, wonach ich gesucht hatte! In den beiden darauffolgenden Wochen nahm ich an den abschließenden Lektionen teil und bereitete mich darauf vor, mich taufen zu lassen. Am 29. November 2001 wurde ich getauft und empfing durch Händeauflegen eine Woche später die Gabe des Heiligen Geistes. Der Geist des Herrn ist seither mein ständiger Begleiter – mein führendes Licht (solange ich würdig bin, in seiner Gesellschaft zu sein). Es war die großartigste und beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe, dieses heilige Bündnis mit Gott zu schließen.

Ein Foto von Dustin Burnham, nachdem er für sich die Wahrheit gefunden hat.

Ein Foto von Dustin Burnham


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag, welcher im Original auf der Seite middleagedmormonman.com veröffentlicht wurde. Übersetzerin: Kristina Vogt

Wenn Sie weitere Informationen über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wünschen, dann besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.