William E. McLellin war einer der Zwölf Apostel im Jahre 1935. Er wurde zwar 1838 nach seiner öffentlichen Kritik an der Ersten Präsidentschaft aus der Kirche  ausgeschlossen, aber er hat seinen Glauben an das Buch Mormon nie geleugnet. Bis zu seinem Lebensende gehörte er unterschiedlichen mormonischen Splittergruppen an. Einer der Gründe, warum er so an das Buch Mormon glaubte, waren seine Interviews mit den Zeugen des Buches. Er war ein hochintelligenter Mann, der sehr vorsichtig, rational und eifrig nach der Wahrheit des Buches Mormon suchte. Er tätigte mehrere Aussagen im Anschluss an seine Untersuchungen. Die Nachfolgende stammt von einem Manuskript, welches er zwischen Januar 1871 und 1872 niederschrieb. Die faszinierende Begebenheit gehört zu den weniger Bekannten:

1833 fliehten [Oliver] Cowdery und ich aus unseren Heimen, aus Angst vor persönlicher Gewalt. Es war am Samstag, den 20. Juli. Der Mob zerstreute sich und einigte sich darauf, sich erneut am darauffolgenden Dienstag zu treffen. Sie boten achtzig Dollar Belohnung für denjenigen, der Cowdery oder McLellan am Dienstag in Independence ausliefert. Am Montag schlüpfte ich unter, in der Siedlung der Whitmers. Im einsamen Wald traf ich mich mit David Whitmer und Oliver Cowdery. Ich sagte zu ihnen: “Brüder, ich habe in meinem Leben noch nie eine offene Vision gesehen, aber ihr sagt, dass ihr das habt, und dass ihr deswegen wisst. Ihr wisst, dass unsere Leben in Gefahr sind zu jeder Stunde, sobald der Mob uns einfängt. Sagt mir gottesfürchtig, ist das Buch Mormon wahr?” Cowdery sah mich mit Feierlichkeit im Gesicht an und sagte, “Bruder William, Gott hat seinen heiligen Engel gesandt um uns die Wahrheit der Übersetzung zu verkünden. Darum wissen wir. Und wenn wir auch vom Mob getötet werden, so müssen wir dennoch diese Wahrheit verkünden.” David sagte; “Oliver hat die feierliche Wahrheit gesagt, denn wir können uns nicht täuschen. Ich verkünde dir, in der Tat, es ist wahr!!” Ich sagte, ich glaube euch. Ich sehe kein Motiv von euch mir etwas Falsches zu erzählen, jetzt, wo unsere Leben in Gefahr sind. Acht Männer geben Zeugnis von der Wahrheit der Platten, von denen Joseph Smith dieses himmlische Buch übersetzte.

Eine Begebenheit, von einem dieser Acht Zeugen werde ich berichten. Während der Mob in Jackson County, Missouri, in 1833 tobte, rannten ein paar junge Männer zu Hiram Page, einem der Acht Zeugen und fingen an mit Peitschen und Knüppeln auf ihn einzuschlagen. Er flehte, aber es gab keine Gnade. Sie sagten er sei ein verdammter Mormone, und wollten ihn zu Tode schlagen! Einer sagte zu ihm, wenn du dieses verdammte Buch verleugnest, lassen wir dich gehen. Er sagte, “wie kann ich es verleugnen wenn ich weiss, dass es wahr ist?” Sie schlugen weiter auf ihn ein. Als sie glaubten er wäre seinem letzten Atemzug nahe, sagten sie “Was denkst du jetzt über deinen Gott, wenn er dich nicht rettet?” Er antwortete “Ich glaube an Gott”. Einer der intelligenteren unter ihnen sagte, “Ich glaube der verdammte Narr wird dabei bleiben, selbst wenn wir ihn töten. Lassen wir ihn gehen.” Doch sein Leben war beinahe abgelaufen. Er war lange Zeit an sein Bett gefesselt. Wissen ist mehr als Glaube oder Zweifel. Es ist eine tiefe, innere Sicherheit.

Gemeinsam mit einem Freund besuchte ich einen der Acht Zeugen in 1862 – der Einzige der Acht, der noch lebt. Er gab ein sehr klares und rationales Zeugnis und gab uns viele interessante Einzelheiten. Er war ein junger Mann als er dieses Zeugnis hatte. Er ist nun 68 Jahre alt und immer noch standhaft in seinem Glauben. Ich frage mich was ich mit solch einer Sammlung von glaubenstreuen Zeugen tun soll, die solch ein rationales und feierliches Zeugnis geben? Diese Männer haben in der Blüte ihrer Jahre die Vision des Engels gesehen und haben ihr Zeugnis allen verkündet.  Und acht Männer sahen die Platten und hielten sie. Also wussten diese Männer, dass das was sie verkündeten wahr ist, mit positiver Sicherheit. Als sie jung waren und auch jetzt noch, in schon fortgeschrittenem Alter, verkünden sie die gleichen Dinge.

Anmerkung: Der Zeuge, den McLellin 1869 besuchte muss John Whitmer gewesen sein, der im Jahre 1878 verstarb.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 08. November 2016 auf www.ldsmag.com veröffentlicht. Der Autor ist Daniel C. Petersen. Übersetzt von Maren Leit.

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