Anfang Februar veröffentlichte die BBC eine Sendung zum Thema „Sehen Sie, wie LiDAR Archäologie revolutioniert und Geschichte neu schreibt” (englischer Originaltitel: See how LiDAR is revolutionizing archaeology and rewriting history). National Geographic veröffentlichte einen Artikel mit dem Thema: „Laser-Scans entdecken eine Maya-Megalopole unter Guatemalas Dschungel” (englischer Originaltitel: Exclusive: Laser Scans Reveal Maya ‘Megalopolis’ Below Guatemalan Jungle). Auch europäische Medien berichteten über diese bedeutende Entdeckung:

– heute.at: Versunkene Millionenstadt der Maya entdeckt

– welt.de: Mysteriöse Stadt Tikal: Warum der Fund einer Maya-Stätte eine Sensation ist

– focus.de: Entdeckung in Guatemala: Forscher finden Überreste riesiger Maya-Stätten

Beeindruckend dabei ist, dass die Ergebnisse dieser Untersuchung Dutzende Verse des Buches Mormon bestätigen, die auf eine hohe Bevölkerungsdichte, komplexe Wirtschaftsformen, Straßennetze, Großlandwirtschaft, starke Landnutzung, Katastrophen ausgesetzte Landschaften und weitverbreitetes Kriegswesen hindeuten.

Selbst Wissenschaftler, die der Kirche Jesu Christi angehören, tendierten dazu, Sätze wie „das ganze Antlitz des Landes war mit Bauwerken bedeckt” (vgl. Mormon 1:7) als Übertreibung abzutun. Sollten die von den Maya besiedelten Gebiete zur Welt des Buches Mormon gehören, scheinen diese pompösen Beschreibungen nun doch nicht weit hergeholt. Angesehene Archäologen vergleichen inzwischen die Entwicklung der Maya mit der der Hochkulturen der alten Griechen und Chinesen.

Was ist LiDAR?

Buch Mormon Archäologie LiDAR

Bei LiDAR handelt es sich laut Wikipedia um „eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung sowie zur Fernmessung atmosphärischer Parameter. Statt der Radiowellen wie beim Radar werden Laserstrahlen verwendet” (Lidar= light detection and ranging). Für die Untersuchungen wird teure Ausrüstung in einem Gittermuster über das Zielgebiet geflogen. Milliarden pulsierender Laserstrahlen durchdringen das Blätterdach, werden von darunterliegenden Strukturen zurückgeworfen und sammeln dabei eine Vielzahl an Daten. Mit Hilfe von Hochleistungsrechnern werden dreidimensionale Karten der gescannten Oberfläche erstellt. Diese Technik zur digitalen Bildverarbeitung ist dabei, die Archäologie Mesoamerikas, wo wichtige Ruinen in Dschungel und Wald verborgen liegen, zu revolutionieren.

Richard Hansens und Fernando Paiz’ Stiftung PACUNAM (=Fundación Patrimonio Cultural y Natural Maya) veröffentlichten die Ergebnisse der bisher größten Lidar-Untersuchung. Bei der Untersuchung wurden 2.100 km2 des Mirador-Becken (Cuenca del Mirador, Guatemala) und Gebiete Nord-Guatemalas (im Verwaltungsbezirk Petén) kartiert.

Die Ergebnisse

Was fanden die Archäologen in Petén?

– 60.000 vorher unbekannte Strukturen

– weit vernetzte Straßen, die dadurch, dass sie erhöht gebaut wurden, selbst während der Regenzeit nutzbar waren

– vielfältige Festungen, Wälle und Schutzmauern

– Wasserwerke, darunter Deiche, Dämme, Kanäle und Reservoirs

– landwirtschaftliche Terrassierungen mit Bewässerungssystemen

– Tiergehege

– Steinbrüche

Die Untersuchung der vielen Forschungsergebnisse und der neu entdeckten Orte wird voraussichtlich Jahrzehnte dauern, aber Siedlungsstrukturen und ein grober Überblick lassen sich bereits erkennen.

– Die Bevölkerungszahl der Maya im Tiefland könnte bis zu 15 Millionen betragen haben (vgl. Mormon 1:7)

– Die Maya-Kultur war viel komplexer als bisher angenommen (vgl. Jarom 1:8, Helaman 3:13-15)

– Die Städte der Maya waren deutlich stärker vernetzt als bisher bekannt (vgl. 3 Nephi 6:8)

– Die Lebensmittelproduktion nahm industrielle Ausmaße an (vgl. Helaman 6:12)

– Das Land wurde intensiv genutzt – in manchen Gebieten bis zu fast 100% (vgl. Mormon 1:7)

– Viele Menschen lebten in Grenzbereichen/ sumpfigen Gebieten (vgl. 4 Nephi 1:9)

– Kriege, die auf ein enges Gebiet begrenzt waren, entsprachen der Norm (vgl. Mormon 8:8)

– Vor allem in den Jahren 250 – 500 n. Chr. gab es viele Kriege (vgl. Moroni 1:2)

Das Lidar-Projekt im Norden Guatemalas ist noch nicht beendet. Ziel ist es, schließlich 5000 km2 zu kartieren. Dies entspräche etwa 1,4% des von den Maya besiedelten Gebietes (etwa 350.000 km2).

Hansen, der wahrscheinlich führende Feldarchäologe in Mesoamerika (Spitzname „König des Dschungels”), diente als Missionar in Bolivien, hat seinen Abschluss an der BYU gemacht und lebt als Mitglied der Kirche Jesu Christi in Rupert, Idaho.

Buch Mormon Guatemala Archäologie


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 4.2.18 auf ldsmag.com unter dem Titel „How an Incredible New Archeological Discovery Corroborates the Book of Mormon” veröffentlicht. Der Autor ist Kirk Magleby. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

Komplexität: Ein Argument für die Echtheit des Buches Mormon

Sind die Lehren der 116 Manuskriptseiten für immer verloren?

Katholischer Professor: Das Buch Mormon ist ein Wunder