Vom 13. bis 28. September 2019 fanden die Tage der offenen Tür am Frankfurt-Tempel statt. Fast 29.000 Besucher haben an einer Führung durch den Tempel teilgenommen. Ich war einer von ihnen und möchte ein paar Eindrücke und Erkenntnisse schildern, die ich gewinnen durfte.

Erkenntnis 1: Ein Kronleuchter kann uns belehren

Während der Tage der offenen Tür des Frankfurt-Tempels hatte jeder die Möglichkeit, die Räumlichkeiten des Tempels zu besichtigen. Das ist sonst nicht möglich. Hier ist ein Brautzimmer zu sehen.

Kurz nach Beginn der Führung im Frankfurt-Tempel betraten wir das Brautzimmer, in dem sich eine Braut vor ihrer Tempelsiegelung frisch machen kann. Mehrere Mitglieder unserer Gruppe beschrieben den Raum mit den Worten „prinzessinnenhaft, wie für eine Prinzessin gemacht“. Meine achtjährige Tochter konnte den Blick nicht abwenden von einem glitzernd-leuchtenden Kronleuchter an der Wand. Sie sagte, dass sie sich genau diesen zu Weihnachten wünschte.

Später wurden wir in den celestialen Saal geführt, wo wir erstaunt und bewundernd einige stille Minuten verbrachten. In der Mitte des Saales hängt ein riesiger Kronleuchter aus prachtvollem Preciosa-Kristallglas, der den Blick auf sich zieht und die Blickrichtung nach oben lenkt. Nach einer ganzen Weile andächtigen Bewunderns stellte ich fest, dass an den Wänden die gleichen Kronleuchter wie im Brautzimmer hingen. Sie wirkten nun aber im Vergleich zu dem Kronleuchter an der Decke fast lächerlich winzig und unscheinbar.

Auch der celestiale Saal war während der Tage der offenen Tür am Tempel in Friedrichsdorf allen offen. Hier ist ein Foto dieses Raumes zu sehen.

Die unterschiedliche Wirkung des Kronleuchters ließ mich über unser Leben als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nachdenken. Nach der Taufe hatten wir das Gefühl, durch die Führung des Heiligen Geistes ein erleuchtetes Leben zu führen – und das stimmt auch. Dieses Bündnis bereichert und erhellt unser Leben wie der Brautzimmer-Kronleuchter. Aber erst wenn wir die Fülle der Bündnisse im Tempel kennenlernen, erhalten wir einen wahren Eindruck von dem, was der Vater im Himmel für uns bereithält und schenken möchte. Wenn wir an unseren Tempelbündnissen festhalten, wird unser Leben umso strahlender und hoffnungsvoller wie der Deckenkronleuchter im celestialen Saal.

Erkenntnis 2:  Der Tempel ist ein Haus der Ordnung

Zu sehen ist hier ein richtungsweisender Pfeil aus Holz, der in einen Stamm genagelt wurde. Das soll symbolisch für die Ordnung stehen, welche im Haus des Herrn herrscht.

In Lehre und Bündnisse fordert der Herr die Mitglieder auf, ein Haus zu errichten, „nämlich ein Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus des Lernens, ein Haus der Herrlichkeit, ein Haus der Ordnung, ein Haus Gottes.“ (Hervorhebung durch die Verfasserin)

Die Ordnung und Organisation der Tage der offenen Tür des Frankfurt-Tempels haben mich sehr beeindruckt. Die Beschilderung zum Zentralparkplatz und zum Tempel selbst machten die Anreise zum Kinderspiel. Vor Ort standen buchstäblich an jeder Ecke freundliche und hilfsbereite Schwestern und Brüder, die den Weg wiesen und bei Fragen weiterhalfen.

Das Organisationskomitee hat dafür gesorgt, dass schon der ungeweihte Frankfurt-Tempel ein „Haus der Ordnung“ war, wo sich jeder wohlfühlen konnte.

Ich bin allen Mitgliedern sehr dankbar, die vor und hinter den Kulissen am Frankfurt-Tempel eine tragende Rolle gespielt haben. Ob es nun bei der Ausgabe der Schuh-Überzieher, bei der Parkplatzeinweisung oder bei der Führung durch den Tempel war: Alles war wunderbar aufeinander eingespielt und lief schnell und reibungslos ab.

Erkenntnis 3: Die Kirche ist eine Familie

Bei Veranstaltungen wie den Tagen der offenen Tür am Tempel in Friedrichsdorf kommt es oft dazu, dass Mitglieder der Kirche Jesu Christi aus verschiedenen Regionen und Ländern sich wieder treffen. Daher fühlt man sich oft darin bestätigt, dass wir alle einer großen Familie angehören.

Ich bin nun wahrlich kein Mensch, der überall viele Bekanntschaften hat. Meine Facebook-Freunde beschränken sich auf wohltuend-überschaubare 173 Personen, von denen die meisten auf irgendeine Weise mit mir verwandt sind.

Und dennoch vergingen nie mehr als ein paar Minuten während der Tage der offenen Tür, bis ich ein bekanntes Gesicht sah. Mitglieder der Kirche aus nah und fern, Tempelarbeiter aus dem Schweizer Tempel, ehemalige Missionare – es war eine große Freude immer wieder auf alte Bekannte zu stoßen und ein paar Worte zu wechseln. Als Teil der Kirche sind wir nie allein!

Erkenntnis 4: Ich freue mich auf die Weihung des Frankfurt-Tempels

Zu sehen ist das Meer und im Hintergrund wunderschöne Farben im Himmel, durch einen Sonnenuntergang.

Während die Tage der offenen Tür im Frankfurt-Tempel eine schöne Gelegenheit waren, Freunden, Bekannten und Kindern die Räumlichkeiten eines Tempels nahezubringen, freue ich mich nun sehr auf den 20. Oktober, wenn der Tempel geweiht werden wird.

Es war wunderbar, dass so viele Menschen den Frankfurt-Tempel besichtigen wollten. Aber es wird auch wunderbar sein, ohne diese Menschenmassen mit mehr Ruhe und Andacht den geweihten Tempel zu betreten und dem Herrn nahe zu sein.

Präsident George Q. Cannon lehrte:

„Jeder Grundstein, der für einen Tempel gelegt wird, und jeder Tempel, der gemäß der Ordnung errichtet wird, die der Herr für sein heiliges Priestertum offenbart hat, verringert die Macht des Satans auf der Erde und vermehrt die Macht Gottes und der Frömmigkeit, bewegt die Himmel dazu, machtvoll für uns einzutreten, und ruft die Segnungen der ewigen Götter und derer, die in ihrer Gegenwart wohnen, auf uns herab.“

Ich bin dankbar für diese Segnungen, die uns durch die Tempel in Deutschland und weltweit bei unserem Fortschritt und im Kampf gegen die Mächte des Satans verheißen sind.


Dieser Artikel über Erkenntnisse bei den Tagen der offenen Tür im Frankfurt-Tempel wurde auf Deutsch von Tabea Seeborg verfasst und am 03.10.2019 auf treuimglauben.de veröffentlicht.

Wenn du mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wissen möchtest, dann besuche einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: kommzuchristus.org und kirche-jesu-christi.org.

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