Warum die Mormonen an deine Tür Klopfen

Ein Interview mit dir.

Wir haben uns Zeit für dich genommen. Zeit, um ein nettes Gespräch zu führen, über Gott und die Welt, und über dich und deine Zukunft. Wir haben angenommen, dass auch du dir kurz Zeit nimmst. Zeit, um ehrliche und aufrichtige Fragen zu stellen. Wir haben angenommen, dass wir ein freundliches Gespräch führen, bei dem wir gut zuhören und aufeinander eingehen. Am Ende werden wir einander besser verstehen. Wenn du nach unserem Gespräch und dem Video noch Fragen hast, dann schreibe sie einfach in die Kommentare ganz unten und wir werden sie entweder hier oder an anderer Stelle beantworten.

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Wirsindmormonen.de: „Wusstest du, dass weltweit annähernd 100.000 unbezahlte, freiwillige Mormonen auf einer Mission unterwegs sind?“

Du: „Nee, wusste ich nicht, aber hin und wieder sehe ich mal welche auf der Straße. Was für eine Mission denn?“

Wirsindmormonen.de: „Die Mission dich zu finden.“

Du: „Mich?“

Wirsindmormonen.de: „Ja, genau dich.“

Du: „Warum machen die das?“

Wirsindmormonen.de: „Gute Frage. Das kommt ganz drauf an. Manche machen es, weil sie besser sein wollen als andere Missionare. Andere, weil sie von ihren Eltern ein Auto kriegen, wenn sie lange genug durchhalten. Aber die meisten, weil sie denken, dass du mehr verdienst als eine ziemlich lange Existenz als einsamer Engelschorsänger.“

Du: „Einsamer Engelschorsänger?“

Wirsindmormonen.de: „Unverheirateter dienender Engel.“

Du: „…“

Wirsindmormonen.de: „Mormonen glauben, dass du dir eine ewige Familie auf dieser Erde verdienen kannst. Das heißt, dass du mit deinen Liebsten auch nach diesem Leben zusammen sein kannst, wenn du die dementsprechenden Gebote hältst und geistigen Fortschritt machst. Eine ewige Familie ist das größte Geschenk, das Gott uns geben kann. Es bedeutet ewigen Fortschritt zu machen und einmal genau so zu werden wie Gott selbst…”

Du: „…und wenn ich diese speziellen Gebote nicht halte, dann kann ich nicht meine eigene Familie haben, d.h. keinen Fortschritt mehr machen und nicht so wie Gott werden.“

Wirsindmormonen.de: „Genau. Sehr richtig.“

Du: „Das heißt die Mormonen klopfen eigentlich nur an meine Tür, weil sie mir helfen wollen Fortschritt zu machen?“

Wirsindmormonen.de: „Ja, so kann man das sehen. Um Fortschritt zu machen bist du hier auf der Erde. Wir erinnern dich nur daran und helfen dir dabei. Fortschritt zu machen, bedeutet auch mehr Freude zu haben und glücklicher zu sein. Keinen Fortschritt zu machen, bedeutet auf der Stelle zu treten. Sein Potenzial nie voll auszuschöpfen, ist eine unglaublich enttäuschende Aussicht, besonders unter dem Gesichtspunkt, dass wir alle Kinder Gottes sind. “

Du: „Reicht es denn nicht, wenn ich einfach ein guter Mensch bin?“

Wirsindmormonen.de: „Nein, das erwartet Gott von jedem seiner Kinder. So werden zu können wie Er ist das ultimative Geschenk! Dafür müssen wir uns schon ein bisschen anstrengen.“

Du: „Klar, ergibt schon irgendwie Sinn. Kriegt ja auch keiner einen Schulabschluss bloß fürs Nettsein. Was genau muss man denn, den Mormonen nach, machen, um das ultimative Geschenk zu bekommen?“

Wirsindmormonen.de: „Das musst du dir so vorstellen: Gott gibt dir Möglichkeiten dich zu bewähren und wenn er sieht, dass du deinen Teil tust, dann qualifiziert er dich für die nächste Fortschrittsmöglichkeit. Du kannst immer selbst entscheiden, ob du weitermachen willst.“

Du: „Wie kann ich mich denn bewähren?“

Wirsindmormonen.de: „Indem du mit Gott Bündnisse schliesst. Das erste Bündnis z.B. ist die Taufe. Bei der Taufe versprichst du, seine Gebote zu halten, den Namen Christi auf dich zu nehmen und immer an ihn zu denken. Er verspricht dir, dass sein Heiliger Geist immer mit dir ist, wenn du deinen Teil tust. Wenn du es schaffst, diesen Bund zu halten, dann bist du bereit für das nächste Bündnis usw., bis du in den höchsten Bund eingehen und damit so werden kannst wie Gott.“

Du: „Wow, jetzt habe ich erstmal eine Menge Fragezeichen. Was genau bringt mir denn der Heilige Geist? Und was soll ich mir darunter vorstellen, seinen Namen auf mich zu nehmen und immer an ihn zu denken? Man muss ja auch mal an andere Sachen denken…“

Wirsindmormonen.de: „Das sind sehr gute Fragen. Die Aufgabe des Heiligen Geistes ist es den Menschen Wahrheit zu bezeugen. Wenn du lernst ihn zu erkennen, dann kannst du z.B. immer wissen, welche Entscheidung die Richtige ist. Nicht nur auf sich selbst gestellt zu sein, macht das Leben unglaublich viel einfacher. Den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen, bedeutet Teil seiner Familie zu werden, ihn als deinen Herrn zu akzeptieren und dein Leben von nun an bewusst in seinem Dienst zu führen. Immer an ihn zu denken, bedeutet nicht, dass du jetzt an Jesus denken musst, während du deine Cornflakes isst, sondern einfach, dass du dir immer deiner Rolle als Anhänger Jesu bewusst bist und, egal in welcher Situation, gemäß den moralischen Standards lebst, die zum Taufbündnis gehören.“

Du: „Was gehört denn so dazu…?“

Wirsindmormonen.de: „Gott hat seinen Kindern z.B. geboten, zu ihm zu beten, in den Heiligen Schriften zu forschen, den Sonntag heilig zu halten, dem Propheten zu folgen, nach dem Wort der Weisheit zu leben und all die Gebote zu halten, die uns helfen Zion aufzubauen.“

Du: „Wort der Weisheit?! Zion?! Wozu genau soll beten eigentlich gut sein?“

Wirsindmormonen.de: „Haha okay. Fangen wir mal mit dem Wort der Weisheit an. Im Prinzip verbirgt sich dahinter die Aufforderung dich gesund zu ernähren und deinen Körper gut zu behandeln. Mormonen trinken z.B. keinen Alkohol und keinen Kaffee, rauchen nicht und nehmen keine Drogen.

Du: „Auch nicht mal ausnahmsweise?“

Wirsindmormonen.de: „Nein.“

Du: „Das klingt aber ein bisschen sehr streng, was hat denn wie ich meinen Körper behandle mit Gott zu tun?“

Wirsindmormonen.de: „Eine ganze Menge. Wenn du dir ein teures Auto ausleihst, das du nicht bezahlen kannst, wie gehst du dann damit um?“

Du: „Ja klar, lieber vorsichtig. Aber mein Körper gehört mir ja.“

Wirsindmormonen.de: „Denkst du! Hast du ihn denn selbst geschaffen? Hast du ihn gekauft?“

Du: „Nee, so hab ich das noch nie gesehen.“

Wirsindmormonen.de: „Jesus Christus hat deinen Körper durch sein Sühnopfer gekauft. In einem gewissen Sinne hast du bloß einen Mietvertrag bis zu dem Tag an dem du stirbst. Nach der Auferstehung gibt es zwar neue Vertragsregeln, aber die Art und Weise, wie du deinen Körper hier auf der Erde behandelst, entscheidet mit darüber über was für Konditionen dein nächstes Angebot läuft.“

Du: „Hm, naja, ist ohnehin keine schlechte Idee, seinen Körper gut zu behandeln.“

Wirsindmormonen.de: Jetzt zu deiner Frage zum Beten. Zum Ersten ist Gott wirklich der Vater deines Geistes und er interessiert sich für dich. Er will an deinem Leben teilhaben.“

Du: „Nicht im Ernst! 7 Milliarden Menschen…“

Wirsindmormonen.de: „Doch, klar, das größte Geschenk, dass Gott Abraham in der Bibel machte, war, dass er seine Nachkommen so zahlreich, wie die Sterne am Himmel machen würde. Ist es schwierig, sich vorzustellen, dass Gottes Familie noch größer ist, als Abrahams? Stell dir das Leben wie eine Schule vor! Wenn du etwas tust, das deinen Fortschritt behindert, fühlt er mit dir und wenn du Erfolg hast genauso. Er sieht dich immer und deine Gefühle sind ihm wichtig. Darüber hinaus ist das Gebet deine beste Chance ihm näher zu kommen. Erst einmal ist er Gott. Allmächtig und allwissend. Wenn du dem mächtigsten Mann der Welt begegnen würdest, was hättest du ihm zu sagen?“

Du: „Äh, wahrscheinlich eher nicht so viel. Ich denke ich wäre mit einem Selfie zufrieden…“

Wirsindmormonen.de: „Wahrscheinlich. Jetzt stell dir mal vor, du könntest jeden Abend so lange mit ihm sprechen, wie du wolltest und er würde dir zuhören. Ein Praktikum bei dem mächtigsten Mann der Welt.“

Du: „Das wäre relativ genial.“

Wirsindmormonen.de: „Relativ! Deine Beförderungschancen würden ziemlich rapide ansteigen.“

Du: „Wie wird man denn von Gott befördert?“

Wirsindmormonen.de: „Durch geistigen Fortschritt. Normalerweise spricht Gott nicht viel. Er kommuniziert meistens über Gefühle. Doch Gefühle können oft machtvoller sein als Worte. Durch das Gebet können wir Gott wirklich kennenlernen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Das hilft uns schneller und größeren Fortschritt zu machen.“

Du: „Logisch. Je besser ich Gott kenne, umso eher kann ich verstehen, wie er funktioniert und dann selbst werden wie er. Das ist ja das Endziel, wenn ich das richtig erinnere.“

Wirsindmormonen.de: „Richtig. Das Endziel für jeden Einzelnen. Unser gemeinschaftliches Endziel ist Zion aufzubauen. Zion ist das Symbol für eine Gesellschaft von Menschen, die im Herzen rein sind. Ultimativ steckt Zion hinter den Geboten Gottes. Stell dir eine Gesellschaft vor, die nur aus Menschen besteht, die auf einander achten, keinen Neid empfinden, weder lügen noch stehlen, eine Gesellschaft in der die Menschen in vollkommener Harmonie miteinander leben, wo kein Egoismus herrscht und jeder freiwillig und vollmotiviert für das Wohl seiner Mitmenschen und der Allgemeinheit arbeitet. So musst du dir das Leben mit Gott vorstellen. Deshalb werden wir hier auf der Erde getestet, ob wir in solch eine Gesellschaft überhaupt passen.“

Du: „Sich die Erde als Auswahlverfahren für das vollkommene Zion vorzustellen, ist schon irgendwo gewaltig. Das heißt, wenn ich hier auf der Erde einen guten Eindruck hinterlasse, dann werde ich anschließend eingeladen in solch einer Gesellschaft zu leben?“

Wirsindmormonen.de: „Genau. Einer der wichtigsten Indikatoren für jemanden, der dorthin eingeladen wird, ist die Fähigkeit Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Deshalb gibt Gott uns die Möglichkeit Bündnisse einzugehen. Auch wenn wir hier auf der Erde nicht vollkommen werden, so versuchen wir trotzdem unseren Teil so gut wie möglich zu tun. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, dann kann er am Ende den Teil dazugeben, den wir nicht geschafft haben, weil er der einzige war, der ein gänzlich vollkommenes Leben gelebt hat und für unsere Sünden bezahlen  konnte.“

Du: „Ich kann mir das mit dem vollkommenen Leben schwer vorstellen. Jesus muss schon ein wirklich besonderer Mensch gewesen sein, dass Menschen so etwas über ihn sagen.“

Wirsindmormonen.de: „Er war ja nicht nur irgendein Mensch, sondern Gottes Sohn. Und bevor er seine Jünger verließ, sagte er zu ihnen, dass sie in die ganze Welt hinausgehen sollten, um alle Nationen zu taufen und sie zu lehren, seine Gebote zu halten. Das ist der Grund dafür, dass alle Jahre wieder zwei Mormonen mit Namensschildern vor deiner Tür stehen.“

Du: „Eigentlich ist ja einiges davon ganz interessant und beantwortet eine Menge Fragen, die ich schon immer über das Leben hatte. Wenn man die Mormonen ein bisschen versteht, dann sind sie ja gar nicht mehr ganz so seltsam. Auf jeden Fall muss ich mich jetzt nicht mehr hinter der Gardine verstecken, wenn sie kommen.“

Wirsindmormonen.de: „Hey, danke dir für das Gespräch! Hat Spaß gemacht! Bis zum nächsten Mal.“

 

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Dieser Artikel wurde von Johannes Zimmermann geschrieben und am 06. September 2016 auf wirsindmormonen.de veröffentlicht. 

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.