„Gute Erziehung”, sagt James E. Faust, „ist die größte Herausforderung auf der Welt.” Weil wir wissen, dass Familien ewig bestehen und der Mittelpunkt im Plan Gottes sind, verstehen wir, wie wichtig es ist, gute Eltern zu sein. Es kann entmutigend sein, wenn man versucht seine Kinder rechtschaffen zu erziehen, in einer Welt, die voller Schlechtigkeit ist. Mit all den Aufgaben und Verantwortungen, die wir heutzutage im Leben haben, ist man leicht abgelenkt und verliert den Überblick über die höchste Priorität: die Familie. Hier sind vier Fehler, die wir vermeiden sollten in unserem Bestreben, unsere Familie zu beschützen und zu stärken.

1.Der Ehe nicht den Vorrang geben

Die Ehe gilt nicht „bis der Tod uns scheidet”, sondern kann „für Zeit und alle Ewigkeit” bestehen. Sie sollte deswegen unter dieser ewigen Perspektive gehandhabt werden. Wir wissen sowohl durch Propheten und Apostel als auch durch statistische Erhebungen, dass eine Ehe – mit beiden Eltern – der beste Ort ist, Kinder großzuziehen. Eltern, die ihrer Ehe den Vorrang geben, sind ein machtvolles Beispiel für ihre Kinder. Durch ihr Vorbild können Eltern den falschen Botschaften, die ihre Kinder in der heutigen Kultur und in den Medien über Ehe und Familie sehen, entgegenwirken.

„Manche Junge Damen, die sich fast immer Kinder wünschen, sagen jetzt, die Vorstellung von Ehe mache ihnen Angst. Sie haben die Botschaft aus ihrem Umfeld aufgenommen, dass eine Ehe einsperrt oder fesselt. Der Zusammenhang zwischen reifer Ehe und dem Aufwachsen seelisch gesunder Kinder ist nicht so offensichtlich für unsere jungen Leute wie er für die ältere Generation war. Diese Tendenz hat vielen der heranwachsenden Generation das einst instinktive Verständnis von Einflüssen des Familienlebens und Scheidungsmustern auf den Charakter und das Verhalten der Kinder und damit auf die Gesellschaft geraubt.” -Bruce C. Hafen

Die Ehe kommt noch vor den Kindern.

Du kannst deine Ehe zur obersten Priorität machen, indem du dir Zeit nimmst mit deinem Partner auszugehen und Zeit mit ihm/ihr verbringst. Besucht gemeinsam den Tempel, sucht nach Wegen, einander zu dienen, betet füreinander und bemüht euch durch Kommunikation, gemeinsam an Herausforderungen zu arbeiten. Nehmt euch Zeit, gemeinsam über das Evangelium zu sprechen, und beendet euren Tag gemeinsam im Gebet.

2.Kinder selbst entscheiden lassen, was sie glauben wollen, ohne ihnen volle Unterweisung im Evangelium zu geben

Elder D. Todd Christofferson sagte:  „Ich habe einige Eltern sagen hören, dass sie ihren Kindern das Evangelium nicht aufzwingen wollen, sondern diese selbst entscheiden lassen wollen, was sie glauben und wonach sie sich richten wollen. Diese Eltern meinen, dass sie es ihren Kindern auf diese Weise ermöglichen, Entscheidungsfreiheit auszuüben. Sie vergessen dabei, dass man die Wahrheit kennen muss, um die Entscheidungsfreiheit intelligent gebrauchen zu können; man muss wissen, wie etwas ist. Wenn junge Menschen diese Kenntnis nicht haben, kann man wohl kaum erwarten, dass sie die Alternativen, die sich ihnen bieten, verstehen und beurteilen können.”

Eltern können sicherstellen, dass ihre Kinder regelmäßig Möglichkeiten haben,  zu Hause Evangeliumsprinzipien zu lernen, indem sie täglich als Familie beten, gemeinsam in der Heiligen Schrift studieren, wöchentlich den Familienheimabend abhalten, ihr Zeugnis mit ihren Kindern teilen und indem sie aufmerksam die natürlichen Lehrmöglichkeiten wahrnehmen, die der Alltag bietet. Euer Beispiel ist einer der stärksten Einflüsse auf eure Kinder.

Starke Familien bauen auf das Evangelium.

3. Nicht gemeinsam als Familie essen

Es passiert schnell, dass der Familienzeitplan terminüberfrachtet ist. Die Eltern arbeiten und kümmern sich um die Kinder, die am Nachmittag – zusätzlich zu ihren Hausaufgaben – zum Sport, Klavierunterricht oder Ähnlichem gehen. Wenn die Zeit knapp ist, wird das gemeinsame Mittagessen oft durch Fastfood oder etwas Einfaches ersetzt, das jeder sich warm machen kann, wenn er gerade Zeit hat. Was man dadurch versäumt, ist kostbare Zeit für ein gemeinsames Gespräch, für das erneute Zueinanderfinden und für die Familie, die gemeinsam um den Abendbrottisch sitzt.

Elder Dallin H. Oaks nahm Bezug auf eine neue Studie über gemeinsame Mahlzeiten als Familie: „Die Zahl derjenigen, die berichten, dass ihre „ganze Familie gewöhnlich abends gemeinsam isst“, ist um 33 Prozent zurückgegangen. Das ist höchst beunruhigend, weil die Zeit, die eine Familie beim gemeinsamen Essen zu Hause verbringt, sich am stärksten auf den schulischen Erfolg und die mentale Anpassungsfähigkeit eines Kindes auswirkt.3 Gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie haben sich auch als starkes Bollwerk gegen Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum der Kinder erwiesen. Es liegt inspirierte Weisheit in dem Hinweis an die Eltern: Was Ihre Kinder wirklich zum Abendessen wollen, sind Sie.”

Um dies zu vermeiden, sei dir bewusst, wie sich deine Verpflichtungen auf deine Familie auswirken und wie viel Zeit sie in Anspruch nehmen. Plane im Voraus einfache Mahlzeiten an stressigen Tagen. Es mag Zeiten geben, an denen du zu bestimmten Aktivitäten und anderen Dingen Nein” sagen musst.

Zusammen als Familie essen

4. Wenn Eltern ihre Kinder überbehüten

Wir kennen den Ausdruck: In der Welt, aber nicht von der Welt sein”. Leider kann das missverstanden werden, sodass wir unsere Kinder unbeabsichtigt nicht darauf vorbereiten, mit den komplexen Herausforderungen dieser Welt klarzukommen. Elder Neal A. Maxwell erklärte, dass ein wahrer Jünger Christi zwar unschuldig ist, was Sünde betrifft, aber nicht naiv gegenüber weltlichen Dingen.

David O. McKay sagte: Der erste Beitrag, den ein Zuhause für das Glück des Kindes leistet, ist, es mit der Tatsache vertraut zu machen, dass es bestimmte Grenzen gibt, die man nicht gefahrlos überschreiten kann; zweitens lehrt es das Kind, Rücksicht auf die Rechte anderer zu nehmen; drittens lässt es es spüren, dass sein Zuhause ein Ort gegenseitigen Vertrauens und Tröstens ist, und als Viertes lässt es das Kind an dem Gedanken festhalten, dass ein Heim ein Ort der Abgeschiedenheit und Ruhe von den Sorgen und Wirrungen des Lebens ist.”

Wenn wir unsere Kinder belehren ist es wichtig, dass wir den Kontrast zwischen dem, was die Welt sagt und dem, was der Herr sagt, aufzeigen. Ein paar Beispiele für Themen, bei denen der Herr und die Welt große Unterschiede machen, sind Ehe, Sex und Sexualität, Beziehungen, Geschlecht und Geschlechterrollen, Medien, Dating, Körperpflege, Arbeit, Technologie und Bildung. Sie vor den Dingen zu behüten, von denen wir wünschen, dass unsere Kinder sie meiden, ist nicht genug. Sie müssen Erkenntnis über Satans Täuschungen gewinnen und darüber, wie man am besten damit umgeht, so dass sie sich selbstständig in dieser Welt bewegen können.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 14. Oktober 2014 auf www.aggielandmormons.org veröffentlicht. Die Autorin ist Jefra. Übersetzt von Maren Leit.

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