Im vergangenen Jahr habe ich nach besten Kräften versucht, eine Definition für Ehe zu finden. Da jede Ehe aber unterschiedlich ist, ist das keine einfache Aufgabe. Ab einem gewissen Punkt wird es notwendig, die Ehe so zu betrachten, wie sie von unserem Himmlischen Vater gesehen wird, weil die Ehe von Gott verordnet ist. In “Die Familie – Eine Proklamation an die Welt” erklären uns die Propheten und Apostel – Gottes Repräsentanten – was ihm und uns Ehe und Familie bedeuten.

“Die Ehe zwischen Mann und Frau [ist] von Gott verordnet und […] im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder [steht] die Familie im Mittelpunkt. […] Das Geschlecht ist ein wesentliches Merkmal der individuellen vorirdischen, irdischen und ewigen Identität und Lebensbestimmung. […]Durch den göttlichen Plan des Glücklichseins können die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Heilige Handlungen und Bündnisse, die in einem heiligen Tempel zugänglich sind, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und mit der Familie, auf ewig vereint zu sein. […] Gott [hat] geboten,dass die heilige Fortpflanzungskraft nur zwischen einem Mann und einer Frau angewandt werden darf, die rechtmäßig miteinander verheiratet sind …Mann und Frau tragen die feierliche Verantwortung, einander und ihre Kinder zu lieben und zu umsorgen …Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind. Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung …Wir weisen warnend darauf hin, dass jemand, der die Bündnisse der Keuschheit verletzt, der seinen Ehepartner oder seine Nachkommen misshandelt oder missbraucht oder seinen familiären Verpflichtungen nicht nachkommt, eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen muss. Weiter warnen wir davor, dass der Zerfall der Familie über die Menschen, Länder und Völker das Unheil bringen wird, das in alter und neuer Zeit von den Propheten vorhergesagt worden ist.” (aus der Familienproklamation). Diese Proklamation wurde von Präsident Gordon B. Hinckley im Rahmen seiner Ansprache bei der Allgemeinen Versammlung der Frauenhilfsvereinigung verlesen, die am 23. September 1995 in Salt Lake City stattfand.)

Die Ehe: Eine Familie in der Küche, mit Spaß.Die Proklamation wurde am 23. September 1995 veröffentlicht und ist wahrlich ein prophetisches Dokument. So manch einer von uns war damals erstaunt darüber, dass so ein deutliches historisches Dokument notwendig sei. Nun, 20 Jahre später, überrascht es uns nicht mehr. Wo wir auch hinschauen, sehen wir nicht nur den Zerfall der Familie, sondern wir sehen, dass die Idee von Ehe und Familie selbst verhöhnt wird. Mit dieser Neubestimmung von Ehe und Familie stehen Kinder auf der Prioritätenliste nicht mehr ganz oben.

Eine ewige Familie

Es gibt kein größeres Ziel als das, eine ewige Familie zu sein. Was ist der Himmel ohne den Familienverbund? Denkst du, wenn du dir den Himmel vorstellst, dass du dort alleine sein wirst? Ich nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen.

Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater. Es ist für ihre ewige Identität ausschlaggebend. Weshalb sehen wir nicht über unsere eigene fleischliche Natur hinweg und achten darauf, dass die Bedürfnisse der Kinder an erster Stelle stehen? Wir beharren darauf, dass unsere eigenen Wünschen und Leidenschaften keine Konsequenzen haben. Wir werben dafür, dass wir eigene Entscheidungen treffen können, aber wir treffen keine guten Entscheidungen. Die Freiheit, die wir haben, Entscheidungen zu treffen, ist nur so viel wert, wie die Entscheidungen, die wir damit treffen. Wir mögen uns selbst einreden, dass es sicher keine Konsequenzen für uns gibt, aber unsere Handlungen haben ganz gewiss gravierende Folgen.

Die Ehe und die Familie mögen vielleicht von der Welt neu definiert werden, aber zu welchem Preis? Werden Kinder in 50 Jahren noch die liebevolle Berührung einer Mutter und die weisende Hand eines Vaters kennen? Werden sie die Familie als die Einheit sehen, als die Gott sie geschaffen hat? Erinnert euch an die Aussage in der Familien Proklamation: “Der Zerfall der Familie [wird] über die Menschen, Länder und Völker das Unheil bringen wird, das in alter und neuer Zeit von den Propheten vorhergesagt worden ist.”

Kindheitserinnerungen

Die Ehe: Vater und Mutter spielen mit ihren beiden Kindern.Teil meiner Kindheitserinnerungen ist es, wie ich auf den Füßen meines Vaters tanzte und wie ich Bilder aus Zeitschriften mit meiner Mutter mit einem Mehl-Wasser-Kleber in ein Heft geklebt habe. Ich erinnere mich daran, wie ich im Garten mit meinem Vater Unkraut gejätet habe und wie meine Mutter mir beibrachte, wie man Tapioka-Pudding zubereitet und mir dabei half, Schritt für Schritt einen Kuchen zu backen. Ich erinnere mich daran, wie die ganze Familie am Tisch saß und wir uns unterhielten und lachten. In unserer Hütte in den Bergen haben wir lange Kartenspiele gespielt. Ich erinnere mich daran, wie Mutter und Vater uns beibrachten, wie man Hearts spielt und wie viel Quatsch mein Vater immer gemacht hat. Wir haben Holunderbeeren gepflückt und meine Mutter brachte uns bei, wie man Holunderbeersirup für Pfannkuchen macht und wie man selber Vanilleeis herstellt. Ich sehe mich selbst vor mir, wie ich mit meinem Vater am Schreibtisch sitze und ihm die Zunge rausstrecke, damit er damit Briefumschläge zukleben kann. Er hat dabei immer gekichert. Mutter und Vater haben zusammen darauf hingearbeitet, uns zu zeigen, wie Ehe und Familie funktionieren. Sie haben es uns durch ihr Beispiel beigebracht.

Ist es egoistisch, dass ich möchte, dass meine Enkel, Ur-Enkel und Ur-Ur-Enkel all diese Gefühle erfahren und solche Erinnerungen für sich schaffen können? Ist es unangebracht, dass ich erwarte, dass meine Vorfahren im ewigen Familienverbund leben?

Da die Ehe von Gott verordnet ist, müssen wir vielleicht Gott auch wieder in die Ehe mit hineinnehmen. Vielleicht müssen wir uns einfach wieder daran erinnern, dass der ganze Sinn, Familien hier auf der Erde zu haben, darin besteht, dass wir sie auch im Leben danach wieder haben. Der Himmel ist kein Himmel ohne unsere Familien.

Dieses etwas ältere Video erklärt die Rollen in einer Familie auf leicht verständliche und einleuchtende Weise.


Aus dem Englischen übersetzt von Kristina Vogt. Im Original von Tudie Rose auf ldsblogs.com nachzulesen.

Wenn Sie mehr über Mormonen lernen möchten, besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten lds.org und mormon.org.

Weitere Artikel zu diesen Themen: Sucht, Erfindungen von Mormonen, Tempel der Mormonen, Jesus Christus