Wie wunderbar doch all die Dinge und Erfahrungen von Menschen sind, die in den vergangenen Jahren von Pornografieabhängigen geschildert wurden, die von der Heilung durch Jesus Christus berichten. Ich fühle mich dadurch nicht so alleine. Es ist einfacher, Hilfe zu finden.

Je mehr Informationen zur Verfügung stehen, desto mehr müssen wir unterscheiden, was wir uns davon zu Herzen nehmen. Nicht jede Methode, mit so etwas umzugehen und es zu verarbeiten, ist unbedingt für uns geeignet – nicht einmal solche, die aus erster Hand stammen.

Mein Mann ist bereits seit vielen Jahrzehnten pornografiesüchtig. Die folgenden Tipps sind also bereits persönlich erprobt; was ich dadurch gelernt habe ist, dass das Evangelium Jesu Christi wirklich funktioniert. Es funktioniert. Wirklich. Ich habe kein typisches Happy End zu meiner Geschichte; aber es ist mir gelungen, trotz des Umstandes, Ehefrau eines Pornografieabhängigen zu sein, wahrhaft glücklich zu sein.

Daher hier nun ein paar der Dinge, die mir am meisten geholfen haben – und Verlockungen, denen man widerstehen sollte.

1. Jeder kann glücklich sein

Ob man glücklich ist, hängt nicht vom Verhalten des Ehepartners ab.

Du kannst auch dann glücklich sein, wenn dein Mann süchtig ist.

„Steht an heiligen Stätten und wankt nicht” (LuB 87:8). Zwar gibt uns die Siegelungsvollmacht die Möglichkeit, für immer zusammen zu sein, trotzdem muss aber jeder einzelne seinen Teil dazu beitragen, die Erhöhung zu erlangen. Ich selbst entscheide, ob ich meinen Teil tue oder nicht.

Familien können gegen Pornografie kämpfen.

Wenn einer seiner Lieben süchtig nach Pornografie ist, kann das unangenehm, peinlich oder sogar schädlich für die eigene Gesundheit sein. Nichts davon hat jedoch tatsächlich Einfluss auf die eigene Errettung – außer man lässt es zu.

Unsere Entscheidungsfreiheit bewahrt uns vor all dem Bösen um uns herum und ermöglicht es uns, dazuzulernen. Wenn etwas also keinen Einfluss auf unsere Erhöhung hat, hat es eigentlich auch keinen Einfluss auf unser Glücklichsein.

VERLOCKEND: „Ich darf ihn/ sie dafür bestrafen, dass er/ sie mir so großen Schmerz bereitet hat.”

Die anderen leiden bereits viel mehr, als wir sie jemals leiden lassen könnten. Das ist Teil der Sucht; sie leiden, also machen sie immer weiter, um ihre Gefühle zu betäuben.

Wenn wir uns vor allem darauf konzentrieren, jemanden leiden zu lassen, spielen wir Satan in die Hände; es gelingt ihm, uns von unseren heiligen Stätten zu vertreiben.

Konzentrieren wir uns lieber darauf, den anderen dabei anzufeuern zu heilen und nicht ein weiterer Ankläger zu sein.

2. Entscheidungsfreiheit gilt uneingeschränkt

Zu versuchen, Dinge zu kontrollieren, die wir nicht kontrollieren können, führt zu Frustration und Enttäuschung.

Nutzen wir unsere Entscheidungsfreiheit dazu, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die wir beeinflussen können und nicht die, auf die wir keinen Einfluss haben.

Du kannst die Sucht nicht kontrollieren, du kannst nicht dafür sorgen, dass der andere aufhört; all deine Kraft kann aber dabei verbraucht werden, es zu versuchen.

Keine Kraft mit Pornografie verschwenden.

Ich habe früher Stunden damit verbracht, „Beweise” zu suchen. Wenn ich etwas fand, wurden all meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Wenn ich aber nichts fand, dachte ich nicht: „Dann ist ja alles in Ordnung.” Ich dachte: „Wahrscheinlich habe ich nicht gründlich genug gesucht, er wird immer besser beim Verstecken!”

Meine „Gier” wurde nie befriedigt, egal wie gründlich ich suchte. Gebt der Bestie nichts zu fressen! Keine Einschränkungen, keine Auflagen sind so hieb- und stichfest, dass jemand dadurch davon abgehalten wird, seine Entscheidungsfreiheit zu gebrauchen. Diese versuchte Einschränkung der Entscheidungsfreiheit ist genau das, was der Satan im Rat im Himmel vorschlug – und wir waren dagegen. Seien wir auch jetzt dagegen!

Wir können nicht Satans Plan verwenden, um den Plan des Vaters zu verwirklichen. Jesus Christus hat bereits versprochen, die Lasten, die durch die Entscheidungsfreiheit anderer entstehen, zu tragen. Vertraue darauf, dass er diese Aufgabe viel vollkommener erfüllen kann und erfüllen wird, als du das jemals tun kannst.

VERLOCKEND: „Wenn ich ihn und die Sucht nicht überwache, denkt er, dass es mir gut damit geht.”

Der andere weiß genau, wie es dir geht. Er wird nicht denken, dass du deine Meinung geändert hast.

Jemanden immer und immer wieder an die Fehler zu erinnern, macht es nur schwieriger für denjenigen, mit dir darüber zu sprechen; außerdem kann es einer künftig gesunden Beziehung schaden.

Wie du dein Leben lebst, genügt, um deiner Meinung zu dem Thema Ausdruck zu verleihen.

3. Konzentriere dich auf deine eigene Geistigkeit

Wenn uns Widrigkeiten widerfahren, sollten wir uns dem Herrn zuwenden.

Der beste Weg zu helfen ist, uns selbst geistig zu stärken!

Je mehr geistige Kraft wir haben, desto besser sind wir auf Dinge, die evtl. noch kommen werden, vorbereitet.

Gedanken, die uns sagen, dass wir weniger eigenen geistigen Fortschritt machen müssen, weil ein anderer zu kämpfen hat, kommen von einer schlechten Quelle!

Sich gemeinsam mit so jemandem im Dreck zu wälzen, zeigt nicht unsere Liebe.

Pornografie-Sucht in der Ehe

Wenn wir in den heiligen Schriften lesen, tun wir das nicht für einen anderen, sondern für uns selbst. Wenn wir zur Kirche gehen, hören wir nicht für ihn zu, sondern für uns selbst. Beten wir für ihn, lieben wir ihn, seien wir bereit zu helfen, lernen wir aber für uns selbst.

VERLOCKEND: „Er ist ein verlorenes Schaf und wir müssen die 99 zurücklassen, um das eine zu finden.”

Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen einem Schaf, das sich verlaufen hat, und einem, das weiß, wo die Herde ist, aber nicht zurückkommen möchte.

Wenn das Schaf wirklich verloren gegangen ist, kann es sein, dass du jemanden das Evangelium lehren musst. Wenn dein Schaf weiß, wo die Herde ist und aus welchem Grund auch immer nicht mehr bei ihr sein möchte, müssen wir das akzeptieren, trotzdem lieben und wenn/ falls es zurückkommt, es wieder aufnehmen.

4. Vertrauen

Es ist in Ordnung, einem Ehepartner, der unseres Vertrauens nicht würdig ist, nicht zu vertrauen.

Machen wir uns nicht zu viele Gedanken darüber, eine vertrauensvolle Beziehung zu jemandem, der uns betrogen hat, wieder aufzubauen – arbeiten wir daran, Gott zu vertrauen.

Es kann großen Schaden verursachen, wenn wir uns zwingen, jemandem zu früh wieder zu vertrauen. Lassen wir nicht zu, dass uns so etwas auf dem Weg zu Heilung im Weg steht. Lassen wir den Gedanken ruhen und arbeiten vielmehr an einer Beziehung voller Glauben zu Gott.

Vertrauen auf Gott

Wenn wir auf die Eingebungen, die er uns geben wird, vertrauen, werden wir die Kraft haben, voller Selbstvertrauen zu tun, was er von uns möchte; wir werden überzeugt davon sein, dass es das Beste für alle Involvierten ist.

VERLOCKEND: „Wir sollen eins sein; sind wir das noch, wenn wir unterschiedliche Dinge tun?”

Betrachten wir dies in ewiger Hinsicht, sehen wir, dass es nur dann funktioniert, wenn wir beide eine Zeit lang in unterschiedliche Richtungen gehen – und letzten Endes ist die Erhöhung einer geliebten Person nicht unsere Verantwortung. Wenn wir die Ewigkeit im Sinn haben, kann uns das Möglichkeiten eröffnen, näher zusammenzuwachsen.

Auch Ehen, in denen alles zu funktionieren scheint, sollen Gott an erste Stelle setzen.

5. Du schaffst das!

Gott hat uns versprochen, dass wir Erfolg haben können.

Kein einziger Mensch hier auf der Erde ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Jeder kann erfolgreich sein, auch wenn man sich einem riesigen Durcheinander gegenübergestellt sieht. Wir sind nicht alleine. Wir werden geliebt. Wir können Unglaubliches lernen, Beeindruckendes erreichen.

Du kannst es wirklich schaffen! Halte den Kopf hoch und wisse, dass du das Kind eines göttlichen Wesens bist, das bereit ist, dir die Kräfte des Himmels zu schicken, damit du Erfolg hast.

Gelangen Sie hier zum Suchtbekämpfungsprogramm der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage


Amy Nelson

Amy ist verheiratet, Hausfrau und Mutter zweier Söhne. Sie isst sehr gerne – und joggt sehr gerne. Sie ist bereits mehrere Marathons gelaufen und etliche Halbmarathons; ihre Lieblingsstrecke sind 5 km. Hausarbeit schiebt sie immer auf. pinterest mag sie gar nicht. Sie liest gerne Romane mit gutem Ausgang; sie verschlingt aber auch Bücher über das Evangelium. Zur Zeit unterrichtet sie morgens Seminar; sie spielt hervorragend Klavier und begleitet gerne.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 6.7.16  auf mormonhub.com unter dem Titel „Advice from the Wife of a Porn Addict” veröffentlicht. Die Autorin ist Amy Nelson. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.