Egal wo man dieser Tage hinschaut: überall wird die Familie angegriffen. Seht euch einfach einmal die Überschriften in den Medien an und ihr findet schnell alarmierende Hinweise auf die Strategien, mit denen der Satan die schönste und grundlegendste menschliche Beziehung zu zerstören sucht.

Wie kommen wir gegen diese Versuche, die traditionelle Familie durch neue Definitionen zum Verschwinden zu bringen, an? In Die Familie – Eine Proklamation an die Welt wird uns gesagt: „Wir rufen die verantwortungsbewussten Bürger und Regierungsvertreter in aller Welt auf, solche Maßnahmen zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu bewahren und zu stärken.”

Wir beginnen dort, wo wir sind: in unserem Zuhause, an unseren Schulen, in unserer Nachbarschaft. Wir können  die Wahrheiten, die uns in der Proklamation gelehrt werden, lehren und leben. Unser Beispiel wird lauter sprechen als es Worte können. Manchmal ist es dennoch notwendig, dass wir die Wahrheit mit Worten verteidigen. Wenn unser Beispiel unsere Worte unterstützt, ist es wahrscheinlicher, dass andere zuhören.

Sind wir dann immer noch unserem Glauben treu?

Elder Holland sagte einmal:

„Man lässt nie seine Religion „draußen vor der Tür“. Niemals[!] Nein, irgendjemand muss im Alltag … nach seiner Religion leben, sonst bleibt nichts anderes übrig als ein Haufen Idioten, die eine zwergenhafte Moral zur Schau tragen. Es ist einfach, rechtschaffen zu sein, wenn alles ruhig ist, das Leben gut ist und alles glatt läuft. Die Bewährung kommt erst in echten Prüfungen und Versuchungen, wenn man unter Druck steht oder erschöpft ist, Wut oder Furcht empfindet oder wirklich kurz vor einer Übertretung steht. Sind wir dann immer noch unserem Glauben treu? Das ist die Frage, denn: Israel, der Herr ruft alle. Solcher Redlichkeit entspringen die hehren Worte „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“– und zwar genau dann, wenn Vergebung und Verständnis und Großmut gegenüber den Peinigern das Letzte ist, was einer, der weniger vollkommen ist als der Erretter der Welt, aufbringen wollte. Aber wir müssen es versuchen; wir müssen uns wünschen, stark zu sein. Wie die Situation, die Provokation oder das Problem auch aussehen mag – kein wahrer Jünger Christi kann seine Religion „draußen vor der Tür“ lassen.”

Bei den vielen Angriffen auf die Familie ist jetzt nicht die Zeit, unsere Religion „draußen vor der Tür“ zu lassen. Ist es beängstigend, auf Widerstand zu treffen – vor allem, wenn dieser möglicherweise von der eigenen Familie oder Freunden kommt? Natürlich!

Elder Holland sagte auch: „Auch wenn wir niemanden beleidigen wollen, der anderer Ansicht ist als wir, liegt uns doch noch mehr daran, Gott nicht zu beleidigen, wie es in einer Schriftstelle heißt – „den nicht zu beleidigen, der euer Gesetzgeber ist“; und ich spreche hier von schwerwiegenden sittlichen Gesetzen.”

Dies entspricht unserem Familienmotto, das Präsident James E. Faust ein paar Monate vor dem Erscheinen der Familienproklamation formulierte: „Widmen wir unser Leben dem Dienst des Herrn und nicht der Angst, den Teufel vor den Kopf zu stoßen.”

Hören wir dem Erlöser zu?

In der Generalkonferenz vom April 2015 sagte Sister Bonnie L. Oscarson: „Kaum einer von uns wird jemals einem wütenden Mob entgegentreten müssen, doch tobt auf dieser Welt ein Krieg, in dem unsere kostbaren, grundlegenden Lehren angegriffen werden. Damit meine ich insbesondere die Lehre von der Familie. Die Heiligkeit und der wesentliche Zweck der Familie werden in Frage gestellt, kritisiert und von allen Seiten angegriffen.” Sie forderte uns dann dazu auf, zu Verfechtern der Familienproklamation zu werden. Wir müssen „die vom Herrn offenbarten Lehren zur Ehe, zur Familie, zu den von Gott bestimmten Aufgaben von Mann und Frau und zur Bedeutung des Zuhauses als heiliger Ort unerschrocken verteidigen – selbst wenn uns die Welt entgegen schreit, diese Grundsätze seien überholt, schränken uns ein oder seien nicht mehr von Belang.”

Und so leisten wir Widerstand – ich leiste Widerstand – und verteidigen die Familie.

Kurz nachdem ich mein 10. Kind hatte, war ich einmal einkaufen und bemerkte, dass er die Windel gewechselt bekommen musste. Beim Windelwechseln in der Toilette kam eine Frau mittleren Alters herein und beugte sich zu ihm hinunter: „Er ist bezaubernd! Wie alt ist er?”

Ich erwiderte, dass er zwei Wochen alt sei.

„Oh!”, sagte sie, „So winzig! Ist er ihr erstes?”

Kinder sind ein Geschenk Gottes

Ich nahm einen tiefen Atemzug, schaute ihr fest in die Augen, setzte mein breitestes Lächeln auf und sagte: „Nein. Er ist mein Zehntes!” Ich machte mich auf die Reaktion gefasst, von der ich wusste, dass sie kommen würde. Seit meinem vierten Kind habe ich von fast jedem Fremden die gleiche Reaktion bekommen.

„Das Zehnte? Wissen Sie nicht, wie das passiert?” Also ob dieses süße kleine Baby plötzlich eine Krankheit wäre.

„Natürlich. Durch viel Gebet und eine Antwort von Gott, dass ein weiterer Segen auf unsere Familie wartet.”

„Mein Gott”, fluchte sie.

Ich lächelte wieder. „Nicht wahr, Gott ist das!” Durch meinen Kommentar entwaffnet, drehte sie sich um und ging weg.

Ich hatte nicht damit gerechnet, an diesem Tag für meine Familie einstehen zu müssen. Ich bin so froh, dass ich es getan habe! Es war nicht das erste Mal und es war definitiv nicht das letzte Mal, ganz besonders nicht, da inzwischen ein elftes Kind zu unserer Familie hinzugekommen ist.

In unserer Gesellschaft werden Kindern weniger geschätzt, gewünscht und sind mehr eine Last als ein Segen. Das erste und vielleicht noch das zweite Kind, das in eine Familie kommt, wird gefeiert, aber mit dreien, vieren, fünfen oder gar mehr bewegt sich ein Ehepaar auf gefährlichem Grund.

Und die Leute scheuen sich nicht davor, es einen wissen zu lassen. Die Welt konzentriert sich auf das Falsche. Satan hat es geschafft, die Lüge „Überbevölkerung” gut zu verkaufen.

In einer Andacht, die Elder Quentin L. Cook im Februar an der BYU gab, sprach er genau darüber.

„In der Welt ist es heutzutage weit verbreitet, dass nach einem Paradigmenwechsel alternative Möglichkeiten in einem positiven Licht verkündet werden, die in direktem Konflikt mit diesem Plan stehen und nachteilig für Ehe und Familie sind.

Um ein paar zu erwähnen:

  • dass sowohl Männer als auch Frauen Ausbildung und Karriere vor Ehe und Familie stellen
  • die bewusste Entscheidung, keine oder nur wenige Kinder zu haben oder sich für den Abbruch der Schwangerschaft zu entscheiden, wenn diese nicht gelegen kommt
  • sich für unmoralisches Verhalten als Ersatz für die heilige Institution der Ehe zu entscheiden.

Der Widersacher sucht sich Frauen als Ziel und stellt Mutterschaft als Sackgasse zur Drecksarbeit dar. Er greift Männer an und hat von der Vaterschaft ein Bild gezeichnet, das diese als unwichtig und Treue als altmodisch zeigt.” (Quentin L. Cook, A Banquet of Consequences)

Elder Cook sprach dann über weltweit zurückgehende Geburtenraten und über Länder, in denen es nicht genug Geburten gibt, um die, die sterben, zu „ersetzen”, was als „demografischer Winter” bezeichnet wird. Er veranschaulichte das Problem anhand der Anwesenden im Marriott-Center.

Er betonte später wiederholt die Wichtigkeit von Familie und Kindern. „Bei der Anzahl und dem Abstand der Kinder sollte die Gesundheit der Mutter berücksichtigt werden; die Entscheidung sollte gebeterfüllt von Ehefrau und Ehemann getroffen werden. Über diese Entscheidungen sollte von Außenstehenden nicht geurteilt werden. Manche treuen Heiligen können keine Kinder bekommen oder bekommen nicht die Gelegenheit zu heiraten. Sie werden jedwede Segnung eines Tages bekommen.”  

„Nichtsdestotrotz unterstützt Luzifer Abtreibung und hat so viele Menschen zu einem schrecklichen Paradigmenwechsel überzeugt, dass Kinder für vergebene Möglichkeiten und Elend stehen, statt für Freude und Glücklichsein.

Als Heilige der Letzten Tage müssen wir in erster Reihe stehen, um Herzen und das Denken über die Bedeutung von Kindern zu verändern.”

Wie schaffe ich es, dabei in erster Reihe zu stehen? Indem ich die Bedeutung bezeuge, besonders, wenn negative Kommentare darüber geäußert werden, wie viele Kinder mein Mann und ich haben. Ich habe Jahre gebraucht, um zu erkennen, dass eine positive Antwort viel besser ist, als sich zu streiten oder auch keine Antwort, wenn negative Kommentare gemacht wurden.

Wir müssen die Familie verteidigen!

Ich bin nicht besonders streitlustig, aber ich wollte nicht, dass meine Kinder das Gefühl hätten, dass sie eine Last wären oder dass wir nicht gerne eine große Familie hätten. Da die meisten Kommentare gemacht wurden, während sie dabei waren, wollte ich, dass sie hörten, wie ich für unsere Entscheidungen einstand und meine Liebe ihnen gegenüber auch vor Fremden zeigte. Mein Mann und ich setzten uns zusammen und schrieben für die allgemeinen Kommentare, die wir bekamen, positive Antworten auf und schauten sie wieder und wieder an, bis sie selbstverständlich für uns wurden. Machte das einen Unterschied? Ich weiß nicht, ob es einen für die Fremden, mit denen ich Kontakt hatte, macht, aber ich weiß, dass es einen Unterschied für mich und meine Familie macht. Mir wurden auch die positiven Kommentare und ermutigenden Bemerkungen völlig Fremder bewusst. Auch sie unterstützen und verteidigen die Familie, wenn sie einer müden Mutter vor anderen ein Kompliment machen und helfen, dass ihr Tag schöner wird. Das ist eine kleine, einfache, wirkungsvolle Weise, Familien zu stärken.

Ich bin mir meiner Unzulänglichkeiten bewusst, meiner Fehler, meiner Mängel, und so beeindruckt es mich, dass Gott mir und meinem Mann trotz all meiner Misserfolge zutraut, uns um diese Seelen zu kümmern, die als unsere Kinder zu uns geschickt werden. In der Familienproklamation lesen wir: „Kinder haben ein Recht darauf, im Bund der Ehe geboren zu werden und in der Obhut eines Vaters und einer Mutter aufzuwachsen, die die Ehegelübde in völliger Treue einhalten.” Und ich bin für meinen wundervollen Ehemann, der an meiner Seite steht und mich ermutigt und an weniger perfekten Tagen stützt, so dankbar! Um ehrlich zu sein – jeder Tag ist „weniger perfekt”. Es macht einen riesigen Unterschied, ihn da zu haben. Ich liebe es, Mutter zu sein! Es gibt so Vieles, was ich über mich und den Herrn dadurch gelernt habe, dass ich meiner Familie und meinen Kindern diene. Ebenso habe ich vieles dadurch gelernt, dass ich den Wert von Familie und Kindern verteidige.


Montserrat Wadsworth

Montserrat ist ihrem wunderbaren Ehemann Joseph und ihren elf Kindern treu ergeben. Sie leben auf einer 2000 Hektar großen Alfalfa-Farm in einem kleinen Tal im nördlichen Nevada. Montserrat genießt es, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, liebt die Fotografie, Kochen, Handarbeiten, Schokolade und feuchte Gute-Nacht-Küsse. Sie versucht, jeden Tag so zu leben wie Gott es möchte, und folgt damit Marias Gebet aus der Bibel: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.” (Lukas 1:38) Mehr über die Abenteuer ihrer Familie erfahrt ihr unter CranialHiccups.com.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich im März 2017  auf mormonwomenstand.com unter dem Titel „Answer the Call to Defend the Family!” veröffentlicht. Die Autorin ist Montserrat Wadsworth. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.