Übersetzt aus dem Englischen. Original auf thefaithfriends.com.

Als ich letzte Woche an einem Unterricht in der Kirche teilnahm, meldete sich eine Teilnehmerin. Wir hatten uns darüber unterhalten wie es ist, wenn sich die Dinge im Leben gegen uns wenden oder es schwierig wird. Genau genommen sprachen wir darüber, wie diese Prüfungen notwendiger Bestandteil des Plans unseres Himmlischen Vaters sind. Die Teilnehmerin erwähnte, dass sie gerade eine ziemlich schwere Zeit in ihrem Leben durchmache. Sie sagte, dass sie sich manchmal frage, wann Gott wohl eingreifen und dafür sorgen werde, dass all diese Schwierigkeiten Sinn ergäben; was sie jedoch dazu bringe, immer weiter zu machen, sei die Erinnerung an all die anderen Male, als er ihr auch half, und dass sie deswegen darauf vertraue, dass er ihr wieder helfen werde, wenn der Zeitpunkt gekommen sei.

Ich habe seither viel darüber nachgedacht, wie wir es schaffen können, uns häufiger an die Momente zu erinnern, in denen der Herr uns früher schon einmal geholfen hat. Wir können es z.B. schaffen, indem wir die Erfahrungen in einem Tagebuch festhalten.

Schon vor Hunderten von Jahren gebot Gott seinen Propheten Tagebuch über ihre eigenen Erlebnisse und die ihres Volkes zu schreiben. Dadurch haben wir heute das Buch Mormon und die Bibel [oben im Bild: Präs. Spencer W. Kimball]

Der zwölfte Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, hat oft darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Tagebuch zu führen. Er sagte: “Besorgt  euch ein Notizheft … ein Tagebuch, das durch die Zeit hinweg Bestand haben wird; und vielleicht werden die Engel in der Ewigkeit daraus zitieren.”

Präsident Kimball hat uns nicht nur über das Tagebuchschreiben belehrt, er war auch selbst unheimlich gut darin. Seine Tagebücher hat er in schwarzen Sammelmappen aufbewahrt. Als er als Präsident der Kirche berufen wurde, besaß er schon 33 volle Mappen.

Vor ein paar Wochen ging es mir selbst auch nicht so gut und jemand erinnerte mich daran, dass die Prinzipien des Glücklichseins, die ich auf Mission viele Menschen selbst lehrte, auch nach meiner Mission noch Gültigkeit besitzen. Stur wie ich bin, dachte ich: “Das mache ich doch alles noch.” In der folgenden Woche bekam ich einen Brief von meiner Schwester. Sie schrieb darin, dass sie in den Schriften gelesen und dabei Schlüssel zum Glücklichsein aus einem Kapitel herausgesucht habe. Ich las alles, was sie aufgeschrieben hatte und dachte mir: “Das tue ich doch alles. Warum bin ich also nicht glücklich?” Und dann kam ich zum letzten ihrer Punkte: ein Tagebuch führen.

Während meiner Mission hatte ich jeden Tag in mein Tagebuch geschrieben, doch als ich ihre E-Mail las, fiel mir auf, dass ich seit einigen Monaten nichts mehr hineingeschrieben hatte und ich beschloss dies zu ändern.

Ich schreibe immer noch nicht jeden Tag in mein Tagebuch, wie ich es auf Mission getan hatte, aber ich bemühe mich, wichtige Dinge, die in meinem Leben passieren, und meine Gefühle aufzuschreiben. Seit langem fühlte ich mich erstmals wieder wirklich glücklich.

Warum werden wir durch das Tagebuchschreiben glücklicher, und warum ist es sogar so wichtig, dass Präsident Kimball es einmal als Gebot bezeichnete?

“Für diejenigen, die ein Buch der Erinnerung führen, ist es auch einfacher, sich im Alltag an den Herrn zu erinnern”, sagt Präsident Kimball. “Durch Tagebücher können wir all unsere Segnungen zählen und unseren Nachkommen einen Vorrat an Segnungen hinterlassen.”

Ich bin so dankbar für eine Mutter, die mich diese Bedeutung des Tagebuchschreibens lehrte. Meine Mutter führte nicht nur ihr eigenes Tagebuch, als ich klein war, sondern auch unseres, bis wir schließlich alt genug waren, selbst ein Tagebuch zu führen. Durch ihr Beispiel lernte ich, wie wichtig es ist, ein Tagebuch zu haben.

Präsident Kimball schlägt verschiedene Dinge für das Tagebuchschreiben vor, die ich für eine gute Erinnerung für uns alle halte:

7 Vorschläge von einem Propheten Gottes

  1. Beginne heute. “Beginne heute damit, und schreibe dein Kommen und Gehen auf, deine tiefgründigen Gedanken, was du erreicht hast und wo du versagt hast, deine Assoziationen und deine Triumphe, deine Eindrücke und Zeugnisse.” Er sagte weiter: “Deine Geschichte sollte aufgeschrieben werden, solange die Erinnerungen daran noch frisch sind und die echten Details noch vorhanden.”
  2. Sei du selbst. “In deinem Tagebuch solltest du immer schildern, wie du wirklich bist, und nicht dich so darstellen, wie du bist, wenn du in der Öffentlichkeit auftreten möchtest.”
  3. Vermeide Negatives, sei aber realistisch. “ Man wird versucht sein, seine Tugenden deutlicher hervorzuheben und seine Laster zu verdecken, aber auch das Gegenteil geschieht manchmal, dass das Negative zu sehr hervorgehoben wird. Ich persönlich habe kaum Respekt für jemanden, der sich in seiner Darstellung auf das Unschöne im Leben konzentriert – ob es sich nun um sein eigenes Leben oder das eines anderen handelt. Die Wahrheit sollte gesagt werden, aber wir sollten uns nicht auf das Negative konzentrieren.”
  4. Halte deine Herausforderungen fest und wie sie dir helfen, dich zu entwickeln. “Betrachten wir die Lebensgeschichten großer
    Engel

    Schon als Jugendliche werden Mormonen dazu animiert über ihr Leben Tagebuch zu führen. “Schreib hier, schreib jetzt” – aus einer Kirchenzeitschrift.

    Persönlichkeiten, stellen wir fest, dass sie nicht plötzlich über Nacht berühmt wurden oder als Spezialisten oder begabte Handwerker auf die Welt kamen. Wie sie zu dem wurden, was sie wurden, kann uns allen helfen. Sowohl in deinem Tagebuch wie auch in den meisten anderen Tagebüchern werden Probleme geschildert, die es seit Anbeginn der Welt gibt und wie du damit fertig geworden bist.”

  5. Denke auch an deine Nachkommen. “Was könntest du Großartigeres für deine Kinder und die Kinder deiner Kinder tun, als deine Lebensgeschichte aufzuschreiben, wie du über Unglück triumphiert hast, wie du dich nach einem Fall wieder erholt hast, dein Fortschritt, wenn alles um dich herum nur dunkel schien, deine Freude, wenn du schließlich erfolgreich warst? Manches von dem, was du aufschreibst, mögen vielleicht langweilige Daten und Orte sein, aber es wird auch Stellen geben, die so reichhaltig sind, dass deine Nachkommen sie zitieren werden.”
  6. Sei dein eigener Redakteur. Wähle die besten Stellen aus. “Ein guter Biograf ist nicht auf Leidenschaft angewiesen, sondern auf gesunden Menschenverstand. Er wird Irrelevantes heraussieben und das Starke, Neuartige und Interessante hervorheben.”
  7. Mach dir keinen Stress, dass dein Tagebuch interessant sein muss. “Viele Menschen schieben als Entschuldigung vor, dass ihr Leben eintönig sei und sich niemand für das interessieren würde, was sie getan haben. Ich verspreche euch aber, dass wenn ihr Tagebücher führt und Berichte schreibt, sie für eure Familien, Kinder, Enkelkinder und auch andere über Generationen hinweg inspirierend sein werden.”

Wenn Du mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausfinden möchtest, dann besuche einfach die offizielle Webseite mormon.org oder lds.org.

Hier zwei weitere Artikel zum Thema Tagebuchschreiben: Der dauerhafte, machtvolle Wert eines Tagebuchs und Wilford Woodruff: Das Tagebuch, weitaus kostbarer als Gold.