Generalkonferenz: die Zeit im Jahr, an der Heilige der Letzten Tage auf der ganzen Welt ihre Gebete und ihre Stimmen vereinen, um den von Gott erwählten Propheten und Führern zu lauschen und sie zu unterstützen. Zweifelsohne ist dies eine heilige, wunderbare Zeit für Mormonen überall auf der Welt, mit vielen geistigen und emotionalen Höhepunkten.

Über die Jahre hinweg haben wir gelacht, geweint und unvergessliche Erinnerungen geschaffen. Nun, da wir uns für ein weiteres Generalkonferenz-Wochenende rüsten, nehmt euch einen Moment Zeit, um in den berührendsten Erinnerungen vergangener Konferenzen zu schwelgen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Momente. Falls ihr euch an etwas erinnert, das euch besonders gut gefallen hat, lasst es uns in der Kommentarspalte wissen.

Elder Hales erzählt, weshalb er immer die gleiche Krawatte zur Generalkonferenz trägt

Als Präsident Hales während der Generalkonferenz im Oktober 2017 stirbt, erzählt Neil L. Andersen eine berührende Geschichte über Elder Hales’ „Krawatten-Kumpel”. Als er sich die Versammlungen der Generalkonferenz 2010 anschaut, bemerkt der 5-jährige Jason in Baltimore, dass er die gleiche Krawatte wie Elder Hales im Schrank hat. Seine Mutter hilft ihm schnell beim Anziehen und macht von den beiden ein Foto. Sechs Monate später, zur nächsten Konferenz, trägt Jason voller Vorfreude die Krawatte und auch Elder Hales trägt seine. Weil Elder Hales während der April-Konferenz 2011 nicht spricht, schreibt Jason diesem und schickt ihm die Fotos. Elder Hales antwortet und die beiden schreiben sich immer wieder. Elder Hales unterschreibt jeden seiner Brief mit „Dein Krawatten-Kumpel”. Elder Hales und Jason treffen 2013 persönlich aufeinander. Elder Hales hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entschlossen, zu jeder Generalkonferenz seine schwarze Krawatte mit Punkten zu tragen. Der vielleicht herzigste Teil der Geschichte: Elder Hales bat seine Frau Mary darum, nach seinem Tod Jason die Krawatte zu übergeben. Elder Andersen half ihr dabei. Jason und Elder Hales hatten vereinbart, dass Jason die Krawatte 2023 tragen würde, wenn er in der Abendmahlsversammlung spreche, bevor er seine Mission antrete. Diese berührende Geschichte ist eine gute Erinnerung an das wunderbare Beispiel für Liebe und persönliche Fürsorge unserer Apostel.

Präsident gibt seine Ansprache mit drei gebrochenen Rippen

Als Kollegiumspräsident der Zwölf Apostel gab Präsident Howard W. Hunter im April 1989 während der Generalkonferenz eine Ansprache, die kaum jemand vergessen wird. Zwei Jahre zuvor hatte sich Präsident Hunter einer Operation wegen eines blutenden Geschwürs unterzogen, das ihn fast sein Leben gekostet hätte. Im selben Jahr musste sich Präsident Hunter außerdem einer Operation am Rücken unterziehen, die die Bewegungsfreiheit seiner Beine einschränkte.

Präsident Hunter stand während der Konferenz 1989 mit Hilfe einer Gehhilfe an der Kanzel und gab Zeugnis. Während seiner Ansprache verlor Präsident Hunter das Gleichgewicht und fiel rückwärts auf das Podest des Chordirigenten.

Ihm wurde wieder auf die Beine geholfen und der treue Apostel (und spätere Prophet) fuhr mit seiner Botschaft fort, als ob nicht geschehen wäre. Später ergaben medizinische Untersuchungen, dass Präsident Hunter sich beim Sturz 3 Rippen gebrochen hatte.

Präsident Monson bückt sich, um einem Jungen die Hand zu schütteln.

Wer hätte gedacht, dass das Winken eines kleinen Jungen sein Leben verändern und ihn für einen Tag in den Mittelpunkt des Interesses der HLT-Welt stellen würde.

Präsident Monson JungeAls der damals achtjährige Stockton Cram mit seinem Vater die Herbst-Konferenz 2013 besuchte, gingen die beiden näher zum Propheten, um diesem zuzuwinken. Präsident Monson drehte sich um, winkte dem Jungen zu und bat ihn dann, herüberzukommen. Er lehnte sich über das Geländer und schüttelte Stocktons Hand.

„Er fragte, ob ich auf Mission gehen würde, und ich sagte ,Ja’” erinnert sich Stockton Deseret News gegenüber. „Und dann sagte er: ,Schau dir meine Ohren an’. Dann wackelte er so lange mit den Ohren, bis er aus dem Konferenzzentrum draußen war.”

Die kurze Geschichte zeigt deutlich den Sinn für Humor, den dieser geliebte frühere Prophet hatte. Sie zeigt, wie wichtig und wie groß seine Liebe für jeden einzelnen war.

Bruce R. McConkies letztes Zeugnis vom Erlöser

Elder Bruce R. McConkie, der zu diesem Zeitpunkt an einer schweren Form von Darmkrebs litt, sprach bei der April-Konferenz 1985 über die Unsterblichkeit der Menschen durch Jesus Christus. Er starb nur zwei Wochen später. Bruce R. McConkie hatte fast 40 Jahre lang als Siebziger und Mitglied der Zwölf Apostel gedient.

Obwohl er einige sehr einflussreiche Bücher, Artikel und Gedichte über Glauben und die Glaubenslehre der Kirche Jesu Christi verfasste, ist dieses letzte Zeugnis eines der rührendsten und denkwürdigsten Zeugnisse über Jesus Christus, für den er ein besonderer Zeuge war. Er bezeichnete das Sühnopfer als „alles überragendes Ereignis seit der Morgendämmerung der Schöpfung bis in die unendlichen Zeitalter der Ewigkeit”.

Natürlich haben wir im Laufe der Jahre auch viele andere erste und letzte Zeugnisse gehört. Dieses Zeugnis dient nur als ein Beispiel. Wenn ihr ein Weiteres lesen möchtet, schaut euch unbedingt Elder Bednars Ansprache vom Oktober 2015 an: Erwählt, von meinem Namen Zeugnis zu geben.

Bruce R. McConkie

Als zwei Brüder „Händchen hielten”, um sich zu stützen

Als die Kamera während der Herbst-Konferenz 2015 den Kinderchor der PV filmt, entdecken viele Mitglieder zwei Jungen, die sich gegenseitig bei der Hand halten. Das Bild an sich ist bereits ein schönes, ein Bild von Liebe und Unterstützung. Aber die Geschichte dahinter berührt sogar noch mehr.

Laut einem Facebook-Post von Kristi Medina verwendet der kleinere Junge normalerweise eine Gehhilfe, um sich in der Schule fortzubewegen. Aber während der Versammlung konnte er aufrecht stehen und stolz für den Propheten singen, weil sein Bruder ihn unterstützte und seine Hand hielt.

Die beiden Jungen sind ein lebendiges Zeugnis und eine liebevolle Erinnerung daran, was es bedeutet, andere Mitglieder im Evangelium zu unterstützen. Die beiden zeigen uns auch, wie ein kleiner Teil von uns – unsere Stimme oder eine Hand – für einen anderen das Leben verändern kann.

Der damalige Elder Nelson stützt den zitternden Elder Wirthlin

Als 90-Jähriger stand Elder Joseph B. Wirthlin bei der Herbst-Konferenz 2007 am Rednerpult – seine 43. Konferenz als Apostel des Herrn.

Während seiner Ansprache begann Elder Wirthlin merklich zu zittern, was seine Familie einer Kniegelenksperre zuschreibt. Als es Elder Wirthlin schwerfällt zu stehen und seine Worte schwerfälliger werden, tritt der damalige Elder Russell M. Nelson besonnen und schlicht hinter Elder Wirthlin und stützt ihn mit seinem Körper, während er ihm beruhigend einen Arm um die Schultern legt.

Elder Wirthlin beendet seine Ansprache und beweist, dass sein Zeugnis bis zum Ende stärker war als jede körperliche Schwäche. Die Konferenz war Elder Wirthlins drittletzte. Er starb im Dezember 2008. Seine letzte Ansprache an der Kanzel verkörpert den Optimismus und die Lebensfreude dieses starken Nachfolgers Christi: Was immer kommen mag – nimm es freudig an.

Etwas Ähnliches ereignete sich bei der Herbst-Konferenz vergangenen Jahres, als unser geliebter Prophet erschöpft während seiner Ansprache zusammensackt. Präsident Uchtdorf stellt sich halb hinter ihn, bereit, wenn nötig zur Hilfe zu eilen. Glücklicherweise endet Präsident Monson seine Ansprache kraftvoll, mit Überzeugung und seiner charakteristischen Aufrichtigkeit. Wir sehen, wie groß die Liebe und Verbundenheit dieser unglaublichen Brüder ist.

Präsident Hinckley spricht von seiner Marjorie

Die Liebesgeschichten der Propheten und Apostel sind Geschichten für die Ewigkeit. Und keine Liebesgeschichte ist süßer und liebevoller als die von Präsident Gordon B. Hinckley und seiner geliebten Marjorie, die nur zwei Tage vor der Frühjahrs-Konferenz 2004 verstarb.

Als Präsident Hinckley im Herbst zu den Mitgliedern spricht, kann er nicht anders als einen Teil seiner Liebe für diese Frau, die so viel in dieser Welt verändert hat, zum Ausdruck zu bringen. „Meine Kinder und ich waren an ihrem Bett, als sie friedlich in die Ewigkeit hinüberging. Ich hielt ihre Hand und sah, wie das Leben aus ihr wich, und ich muss sagen, ich war erschüttert. Vor unserer Heirat war sie das„ Mädchen meiner Träume” gewesen, wie es in einem damals sehr bekannten Lied heißt. Sie war meine geliebte Gefährtin während mehr als zwei Dritteln eines Jahrhunderts gewesen; sie war mir ebenbürtig vor dem Herrn, ja, eigentlich mir überlegen. Und jetzt, auf meine alten Tage, ist sie wieder das Mädchen meiner Träume.”

Präsident Hinckley folgte seiner lieben Gefährtin drei Jahre nach dieser Hommage in die Ewigkeit.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 30.3.18  auf ldsliving.com unter dem Titel „7 Touching Conference Moments We’ll Never Forget” veröffentlicht. Die Autorin ist Danielle B. Wagner. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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