Langjährige Freunde von mir aus Texas machten Urlaub auf Hawaii. Nachdem ich mich eine Weile mit ihnen unterhalten hatte, stellte sich heraus, dass die beiden Ältesten großes Interesse an Klippenspringen hatten. Ich erzählte ihnen von einer Wanderung zu den Maunawili-Wasserfällen – einer schönen Wanderung durch einen Regenwald, entlang eines Flusses und durch einen Fluss, bis hin zu einem Wasserfall, der sich in einen tiefen See ergießt. Viele Wanderer springen dort von einem 3 Meter hohen Felsvorsprung. Aber es gibt noch zwei weitere Felsvorsprünge, von denen aus man beim Maunawili-Wasserfall springen kann. Wenn man an den Wasserfällen vorbeigeht, kommt man zu einer 10 bis 12 Meter hohen Stelle. Wenn man sich vom See aus links hält, kommt man zu einem Vorsprung, von dem es 22 Meter weit hinuntergeht. Ich wusste nicht, dass es diesen höheren Vorsprung gab, bis ich selbst jemanden von dort hinunterspringen sah.

Ich erzählte der Familie Gray von dieser Wanderung und von ein paar anderen. Nachdem sie eines Morgens den Diamond Head erklommen hatten, entschlossen sie sich, zu den Maunawili-Wasserfällen aufzubrechen.

Auf ihrem Weg zu den Wasserfällen kamen ihnen Wanderer entgegen, die über und über mit Matsch bedeckt waren. Bald wussten sie warum. Der ganze Weg war aufgeweicht und voller Schlamm. Doch die Wanderer, die diese Wanderung schon hinter sich hatten, ermutigten sie zum Weitergehen. Sie sagten ihnen, es habe sich wirklich gelohnt. Also gingen sie weiter.

Die drei Ältesten machten sich alleine mitten durch den Dschungel auf den Weg, während die Eltern mit der jüngsten Tochter (die fast 12 war und diesen schlammigen Ausflug nicht sehr zu schätzen wusste) zurückfielen.

Als ich mich nach dem Ausflug erkundigte, sprach ich zuerst mit ihr.

Sie erklärte mir, dass der ganze Weg matschig gewesen sei, ihre Mutter ihr aber gesagt habe, dass auch wenn sie den Matsch jetzt nicht sonderlich mochte und er den Pfad beschwerlich machte, sie eines Tages lachend an diese Erfahrung zurückdenken würden, dass sie sogar zu einer ihrer Lieblings-Erinnerungen werden würde.

Ich fragte sie, ob sie bereits darüber lachen konnte. Sie antwortete: „Nein.” Aber sie war überzeugt, dass es wirklich eines Tages zu einem unvergesslichen Erlebnis würde.

Meine anstrengendsten körperlichen Herausforderungen fielen mir dabei ein – ich schätze sie definitiv.

Den schwierigen Weg schätzen lernen

Auf diesem Bild sieht man die Beine eines Mannes, der durch tiefen Schlamm läuft. Er befindet sich auf einem schwierigen Weg.

So viel Weisheit trotz des Matsches beeindruckte mich. (Ich sehe meist eher mit einem Tunnelblick auf die matschigen Pfade meines Lebens.) Was für eine großartige Perspektive.

Ich liebe folgendes Versprechen von M. Russell Ballard:

„Unser Glaube kann uns helfen, im Lauf unserer jeweiligen Reise … kühn und furchtlos zu sein… So schwer der Weg auch sein mag, so schwer unsere Last auch ist, wir finden Trost in der Erkenntnis, daß andere vor uns die schmerzlichsten Prüfungen und Schicksalsschläge des Lebens ertragen haben, indem sie zum Himmel aufgeblickt haben, um Frieden, Trost und hoffnungsvolle Zuversicht zu erlangen. Wir können wissen, wie sie wußten, daß Gott unser ewiger Vater ist, daß er an uns allen und an jedem einzelnen interessiert ist und daß wir uns „vor der Reise nicht zu fürchten” brauchen, solange wir an ihn glauben und auf ihn vertrauen.” (M. Russell Ballard, „Sie brauchen sich vor der Reise nicht zu fürchten,” April 1997).

Wir müssen niemals Angst haben.

In den Schriften taucht der Satz „dann wird alles zu eurem Guten zusammenwirken” insgesamt fünfmal auf – einmal in Römer und viermal in Lehre und Bündnisse, als Mitglieder der Kirche Verfolgung ausgesetzt waren.

Lehre und Bündnisse 90:24: „Forscht eifrig, betet immer und seid gläubig, dann wird alles zu eurem Guten zusammenwirken, wenn ihr untadelig wandelt und des Bundes eingedenk seid, mit dem ihr euch miteinander verbunden habt.”

LuB 98:3: „Darum gibt er euch diese Verheißung mit dem unwandelbaren Bündnis, daß sie erfüllt werden sollen; und alles, womit ihr bedrängt worden seid, wird zu eurem Guten zusammenwirken und zur Verherrlichung meines Namens, spricht der Herr.

LuB 100:15: „Darum sei euer Herz getrost; denn alles wird für diejenigen, die untadelig wandeln, zu ihrem Guten zusammenwirken und zur Heiligung der Kirche.”

LuB 105:40: „und macht denen, die euch geschlagen haben, Friedensvorschläge gemäß der Stimme des Geistes, die in euch ist, dann wird alles zu eurem Guten zusammenwirken.”

Auch wenn unsere Prüfungen „schlammig” und schwierig sind, können wir glaubensvoll und mutig unseren Pfad gehen, in dem Wissen, dass „alles zu unserem Guten zusammenwirken” wird. Mit solchem Glauben werden wir eines Tages auf die schwierigsten Prüfungen zurückblicken und die Segnungen davon sehen können.


Delisa Hargrove

„Ich bin ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Ich entdecke gerne die Welt, bin gerne in der Natur, freue mich, wenn ich Wahrheiten verstehen kann und freue mich über Zeit, die ich mit meinem Mann und unserer Bulldogge verbringen kann. Eines der Ziele in meinem Leben ist es, jeden Tempel der Kirche überall auf der Welt zu besuchen. Bisher sind es 91.”

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 17.3.19  auf ldsblogs.com mit dem Titel „Treasuring the Difficult Trails”  veröffentlicht. Die Autorin ist Delisa Hargrove. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: churchofjesuschrist.org und Kirche-jesu-christi.org.

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