Vor 2 Jahren versuchte meine jüngste Tochter, die für sie beste Universität zu finden. Über ihren Studiengang war sie sich im Klaren, und von den beiden Top-Universitäten, die sie sich ausgewählt hatte, war sie auch zugelassen worden. Da aber beide Hochschulen vergleichbar großartige Möglichkeiten boten, konnte sie sich nicht für eine von ihnen entscheiden.

Ich musste auf eine Geschäftsreise in die Stadt, in der sich eine der „auserwählten“ Universitäten befindet. Also lud ich sie ein, mitzukommen und die Hochschule zu besuchen, während ich an Konferenzen teilnahm. Sie verbrachte diesen Tag im Gespräch mit Professoren und damit, die Infrastruktur der Schule zu erforschen, und als wir uns am Abend wieder trafen, sagte sie zu mir: „Ich fand sie toll!“

Obwohl meine Frau und ich davon überzeugt waren, dass unsere Tochter bei beiden Schulen den gleichen Maßstab angelegt hatte, hielten wir sie dennoch dazu an, auf unsere Kosten auch die zweite Universität zu besuchen. Nachdem sie nun an einem ähnlichen Tag auch die Fakultät und die Einrichtungen dieser Hochschule besucht hatte, rief sie uns an. Beide Erfahrungen noch frisch im Kopf, erzählte sie uns mit einem Hauch von Ehrfurcht in der Stimme, dass dieses zweite Vorlesungsprogramm in der Tat das „Programm ihrer Träume“ sei – in jeder Hinsicht perfekt. Jetzt stellen sie sich mal unsere Überraschung vor, als sie uns mitteilte, dass sie jetzt nicht mehr sicher sei, für welche der beiden Universitäten sie sich entscheiden solle.

Das amerikanische Kirchenoberhaupt Thomas S. Monson äußerte: „Man sagt, die Tür der Geschichte hänge in kleinen Angeln, und so ist es auch mit dem Leben des Menschen. Unsere Entscheidungen bestimmen unser Schicksal.“

Während einige Entscheidungen – Weizenflocken oder Puffreis? Rote oder weiße Schuhe? – nur eine geringe Rolle für unseren Tag oder für unsere Zukunft spielen, können andere den gesamten Kurs unseres Lebens ändern. Solche Entscheidungen sind derartige, bei denen wir wirklich etwas Hilfe gebrauchen könnten, sogar göttliche Hilfe sollte uns dabei zur Verfügung stehen.

Hunderte Millionen Menschen können bezeugen, dass sie mit solcher Hilfe tatsächliche Erfahrungen gesammelt haben – oftmals wurden ihnen Licht, Richtung, Kenntnis und Klarheit vermittelt, jenseits ihres normalen Denk- und Urteilsvermögens.

Aber wenn wir gewisse Mini-Schritte vorangehen, werden wir in der Lage sein, die erforderlichen großen Sprünge bei der Ausübung unseres Glaubens machen zu können:

  1. Atmen Sie tief durch und denken Sie nach: Handelt es sich um eine Angelegenheit, die Sie offensichtlich im Laufe eines Nachmittags lösen können? Haben Sie sich zuvor schon einmal erfolgreich mit etwas Ähnlichem befasst?
  1. Gleichgewicht und Ausrichtung: Wie schneidet es im Verhältnis zu den Dingen, die Sie bereits als richtig bzw. als falsch erkannt haben, ab?
  1. Schwerpunkt: Ab und zu gibt es aber auch keine falsche Antwort – einfach nur eine gute und eine bessere Antwort. Schauen Sie, ob Sie es an den präzisen Einzelheiten einkreisen können, um so Klarheit zu gewinnen.
  1. Ausweiten: Können Sie den Gedanken weiterspinnen und erkennen, wohin eine getroffene Entscheidung führen würde? Das Wenn-dann-Denken und die Vorausschau auf eine Wahrscheinlichkeit ist eine allgemeine Technik in hoch qualifizierter Beschlussfassung.
  1. Annäherung: Sprechen Sie andere weise und erfahrene Leute an, denen Sie bereits bisher vertraut haben, und bitten Sie sie um Anregungen.
  1. Steigen Sie ganz in den Themenbereich ein, dann aber treten Sie hinaus: Nehmen Sie sich Zeit und Gelegenheit für Gebet oder Meditation, ganz wie es Ihrer Glaubensüberzeugung entspricht, und seien Sie dabei nicht halbherzig. Der amerikanische Philosoph und Schriftsteller Henry David Thoreau schrieb, dass „Demut, wie Dunkelheit, das himmlische Licht offenbart.“ Wir müssen uns ernsthaft für die potenziellen Antworten öffnen, die sich uns jenseits unserer begrenzten Erfahrungen zu erkennen geben.
  2.  Abschließend, benutzen Sie ein „Herzfrequenzmessgerät“: „Wenn Du meditierst, versenke Dich tief in Dein Herz“, heißt es im asiatischen Tao Te Ching. Das Vaterunser im Neuen Testament belehrt uns: „Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest“, was nach der letzten, aus dem aramäischen Original übersetzten Fassung, besser mit „geheime Kammer der Seele“ bezeichnet werden sollte.

Zahlreiche glaubensorientierte Autoren haben festgestellt, dass ein sorgender Gott auf der ganzen Welt Offenbarung ausstreut, ganz persönlich und in einer Art Privatunterricht. Was sich als kumulative Weisheit der oben genannten glaubensvollen Übung herauskristallisiert, kann sich als beste Antwort herausstellen.

Was meine Tochter betrifft: Die durch ihre bisherigen Erfahrungen und ihre jetzigen Bemühungen wachsende Kraft führte zu einer Klarheit, die vor den gemachten Schritten einfach nicht erkennbar war. Nachdem sie alles durchdacht, mit vielen gesprochen, tief darüber nachgesonnen und sich mit den voraussichtlichen Folgen ihrer Entscheidung befasst hatte, ging sie tief in ihr Herz und dann auf ihre Knie. Und die Antwort kam.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und auf faithcounts.com veröffentlicht. Der Autor ist Coke Newell. Übersetzt von Klaus Dröge.

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