Wir wissen längst, dass an etwas zu glauben eine Entscheidung ist, die wir alle treffen müssen. Wie alles andere, was wir tun, haben die Wahl, an was wir glauben, und unser Handeln spezifische Konsequenzen. Der Herr belehrt Alma in Mosia 26 über die Konsequenzen, die folgen, wenn man sich dafür entscheidet, an ihn zu glauben und wenn man sich dafür entscheidet, nicht an ihn zu glauben.

Am Anfang des Buchs Mosia belehrt König Benjamin sein Volk und sie bekehren sich zum Glauben. Viel ist geschehen seit den Tagen König Benjamins. Sein Sohn Mosia ist nun König, und es nähert sich der Zeitpunkt, da er seine Krone weitergeben muss. Aber es gibt Aufruhr in Zarahemla durch Ungläubige. Hier ist Mosia 26:1–5 :

  1. Nun begab es sich: Es gab viele unter der heranwachsenden Generation, die die Worte König Benjamins nicht verstehen konnten, denn damals, als er zu seinem Volk sprach, waren sie noch kleine Kinder gewesen; und sie glaubten der Überlieferung ihrer Väter nicht.
  2. Sie glaubten nicht, was in bezug auf die Auferstehung der Toten gesagt worden war, auch glaubten sie nicht in bezug auf das Kommen Christi.
  3. Und nun konnten sie wegen ihres Unglaubens das Wort Gottes nicht verstehen; und ihr Herz war verhärtet.
  4. Und sie wollten sich nicht taufen lassen; sie wollten sich auch nicht der Kirche anschließen. Und sie waren, was ihren Glauben betraf, ein abgesondertes Volk und blieben es danach immer, ja, in ihrem fleischlichen und sündigen Zustand; denn sie wollten den Herrn, ihren Gott, nicht anrufen.
  5. Und nun waren sie zur Zeit der Regierung Mosias nicht halb so zahlreich wie das Volk Gottes; aber wegen der Auseinandersetzungen unter den Brüdern wurden sie zahlreicher.

Das Volk Zarahemla verlor seinen Glauben.

In der Kirche konzentrieren wir als Eltern uns darauf, wie wir unsere Kinder beeinflussen können das Richtige zu tun. Wir werden gelehrt, dass es unsere Verantwortung ist, ihnen beizubringen gläubig zu sein. Aber einem Kind etwas beizubringen, kann nicht mit der eigentlichen Erkenntnis des Kindes gleichgesetzt werden. Diese Mitglieder der Kirche des Herrn waren ein gläubiges, bekehrtes Volk. Dennoch steht in Vers eins, dass ihre Kinder der Überlieferung der Eltern nicht glaubten.

Wir kennen nicht alle Gegebenheiten ihrer Generation, aber wir wissen, dass ihre Eltern dem Herrn zugewandt waren. Ihre Kinder schenkten keinem ihrer Worte Glauben. Sie glaubten weder an Christus, sein Kommen, noch glaubten sie jemals an die Lehre der Auferstehung.

Vers drei ist aussagekräftig. In Vers drei erfahren wir was passiert, wenn jemand sich weigert an Christus zu glauben. Ihr Mangel an Glauben hatte zur Folge, dass sie geistige Dinge nicht verstehen konnten und darum waren ihre Herzen verhärtet. Dieses Verhärten ihrer Herzen führte dazu, dass sie sich von der Religion ihrer Eltern abwandten.

Der Grund für diesen reuelosen Zustand wurde ihrem Widerwillen Gott anzubeten zugeschrieben. Das ergibt Sinn, denn sie glaubten nicht an ihn. In diesem Zustand konnten sie weder zur Kirche kommen noch sich taufen lassen, was die Grundvoraussetzung dafür ist, Sündenvergebung und die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen.

Die Macht der Jugend

Wie so viele, die mit der Wahrheit des Evangeliums in Berührung kommen und sie ablehnen, ließen diese Jugendlichen die Kirche nicht in Ruhe. Sie trachteten danach sie zu zerstören. Die Streitigkeiten, die sie als Gruppe in der Kirche verursachten, führten dazu, dass viele der glaubenstreuen Mitglieder sich darauf einließen und sich den reuelosen Ungläubigen anschlossen. Hier ist Mosia 26:6 – 7:

  1. Denn es begab sich: Mit ihren Schmeichelreden täuschten sie viele, die der Kirche angehörten, und veranlaßten sie, viele Sünden zu begehen; darum wurde es ratsam, diejenigen, die Sünde begingen und der Kirche angehörten, durch die Kirche zu ermahnen.
  2. Und es begab sich: Sie wurden vor die Priester gebracht und von den Lehrern den Priestern übergeben; und die Priester brachten sie vor Alma, der der Hohepriester war.

Alma selbst verfolgte die Mitglieder der Kirche

Ich selbst habe ein oder zwei Kinder, die in diese Kategorie fallen. Sie können verheerenden Schaden in einer Familie, einer Gemeinde und in der Gesellschaft anrichten. Als Eltern können wir nur belehren. Wir können nicht ihr Leben für sie leben. Manchmal unterschätzen wir den mächtigen Einfluss, den unsere Jugendlichen auf uns – und auf die, die jünger sind als sie – haben können.

Das Gericht suchen

Mosia war ein großartiger Prophet und Seher; er machte Alma zum Führer der Kirche Gottes. Alma war sich des Grads dieser Meinungsverschiedenheiten nicht bewusst, bis viele Zeugen hervorkamen und von dem Unheil berichteten, das durch diese Mitglieder der Kirche, die abgefallen waren, verursacht wurde.

In seiner Sorge um das Wohlergehen der Mitglieder ging Alma mit der Angelegenheit zu dem Propheten. Er erinnerte Alma daran, dass es seine (Almas) Verantwortung war, die Kirche des Herrn zu leiten, also musste er der Richter sein. Mosia 26:8 – 12:

  1. Nun hatte König Mosia die Vollmacht über die Kirche an Alma gegeben.
  2. Und es begab sich: Alma wußte nichts in bezug auf sie; aber es gab viele Zeugen gegen sie; ja, das Volk stand auf und legte reichlich Zeugnis ab von ihrem Übeltun.
  3. Nun war so etwas in der Kirche zuvor noch nicht geschehen; darum war Alma in seinem Geist beunruhigt, und er veranlaßte, daß sie vor den König gebracht würden.
  4. Und er sprach zum König: Siehe, hier sind viele, die wir vor dich gebracht haben, die von ihren Brüdern angeklagt werden; ja, und sie sind bei mancherlei Übeltaten ergriffen worden. Und sie kehren von ihren Übeltaten nicht um; darum haben wir sie vor dich gebracht, damit du sie gemäß ihren Verbrechen richten mögest.
  5. Aber König Mosia sprach zu Alma: Siehe, ich richte sie nicht; darum gebe ich sie in deine Hände, daß sie gerichtet werden.

Der Herr belehrt Alma in den folgenden Versen über die Grundsätze und Konsequenzen, wenn man sich entscheidet an Christus zu glauben. Die erste Lektion hierbei ist, dass eine Macht durch den Glauben, ohne zuerst einen Beweis zu sehen, entsteht. Jesus lehrte Thomas, seinem Apostel im Neuen Testament, genau diese Lektion, aber das lag über 100 Jahre in der Zukunft für Alma. Lies Mosia 26:13 – 20, anschließend sprechen wir kurz über die Lehren in diesen Versen.

Alma tauft bei den Wassern Mormon

  1. Und nun war Almas Geist wiederum beunruhigt; und er ging hin und befragte den Herrn, was er in dieser Sache tun sollte, denn er fürchtete, er würde in den Augen Gottes etwas Unrechtes tun.
  2. Und es begab sich: Nachdem er seine ganze Seele vor Gott ausgeschüttet hatte, erging die Stimme des Herrn an ihn, nämlich:
  3. Gesegnet bist du, Alma, und gesegnet sind die, die in den Wassern Mormon getauft worden sind. Du bist gesegnet wegen deines überaus großen Glaubens allein an die Worte meines Knechtes Abinadi.
  4. Und gesegnet sind sie wegen ihres überaus großen Glaubens allein an die Worte, die du zu ihnen gesprochen hast.
  5. Und gesegnet bist du, weil du eine Kirche unter diesem Volk aufgerichtet hast; und sie werden aufgerichtet bleiben, und sie werden mein Volk sein.
  6. Ja, gesegnet ist dieses Volk, das willens ist, meinen Namen zu tragen; denn mit meinem Namen wird man sie rufen; und sie sind mein.
  7. Und weil du mich wegen des Übertreters befragt hast, bist du gesegnet.
  8. Du bist mein Knecht, und ich mache den Bund mit dir, daß du ewiges Leben haben sollst; und du sollst mir dienen und in meinem Namen hingehen und sollst meine Schafe sammeln.

Der Herr bezeichnet die, die glauben ohne einen Beweis, als diejenigen, die überaus großen Glauben haben. Er sagt immer wieder, dass sie für ihren Glauben und ihre Entscheidung zu glauben gesegnet werden. Er sagt, dass die, die sich entscheiden zu glauben und sich taufen lassen, die Seinen sind. Sie sind sein Volk. Er wird für die Sicherheit seines Volkes sorgen.

In Vers 22 verspricht der Herr, dass er denen, die sich dafür entscheiden zu glauben, ohne weiteres vergeben wird. Weiter erklärt er in Vers 23, dass es sein Recht und seine Entscheidung ist zu vergeben. Er bezahlte den Preis dafür, der Richter von uns allen zu sein, und er hat sich dazu entschieden, diejenigen mit einem Platz zu seiner rechten Hand zu ehren, die sich dafür entscheiden, an ihn zu glauben und ihm nachzufolgen.Mosia 26:21 – 24:

  1. Und wer meine Stimme hören will, der wird mein Schaf sein; und ihn sollt ihr in die Kirche aufnehmen, und ihn werde ich auch aufnehmen.
  2. Denn siehe, dies ist meine Kirche; wer auch immer getauft wird, der soll zur Umkehr getauft werden. Und wen auch immer ihr aufnehmt, der soll an meinen Namen glauben, und ihm will ich ohne weiteres vergeben.
  3. Denn ich bin es, der die Sünden der Welt auf sich nimmt; denn ich bin es, der sie erschaffen hat; und ich bin es, der demjenigen, der bis ans Ende Glauben hat, einen Platz zu meiner rechten Hand gewährt.
  4. Denn siehe, mit meinem Namen werden sie gerufen; und wenn sie mich kennen, werden sie hervorkommen und auf ewig einen Platz zu meiner rechten Hand haben.

Als Nächstes lehrt der Herr Alma, was mit denen passiert, die sich dagegen entscheiden, Glauben an Christus auszuüben. Sie werden vor sein Gericht geführt, so wie jeder, aber sie werden nicht wissen, dass Jesus ihr Gott und Erretter ist. Und das ist der wichtige Punkt – aber sie weigern sich von ihm errettet zu werden. Indem sie sich weigern zu glauben, lehnen sie seine erlösenden Handlungen ab, was sie bloß und nackt vor das Gesetz der Gerechtigkeit stellt. Mosia 26:25 – 27:

  1. Und es wird sich begeben: Wenn die zweite Posaune ertönt, dann werden diejenigen, die mich nie gekannt haben, hervorkommen und vor mir stehen.
  2. Und dann werden sie wissen, daß ich der Herr, ihr Gott, bin, daß ich ihr Erlöser bin; aber sie wollten sich nicht erlösen lassen.
  3. Und dann werde ich ihnen bekennen, daß ich sie nie gekannt habe; und sie werden hinausgehen in das immerwährende Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist.

Die Vorteile des Glaubens

In den letzten paar Versen dieses Kapitels lehrt der Herr Alma, warum die Kirche sich daran beteiligt Mitglieder zu disziplinieren. Er lehrt auch die wichtige Lektion über die Barmherzigkeit, die uns durch das Sühnopfer und die Liebe Christi geboten wird. Mosia 26:28 – 31:

Der Herr diszipliniert seine Schafe um sie nicht zu verlieren.

  1. Darum sage ich dir: Ihn, der meine Stimme nicht hören will, den sollt ihr nicht in meine Kirche aufnehmen, denn ihn werde ich am letzten Tag nicht aufnehmen.
  2. Darum sage ich dir: Geh hin, und wer auch immer gegen mich übertritt, den sollt ihr richten gemäß den Sünden, die er begangen hat; und wenn er seine Sünden bekennt vor dir und mir und in der Aufrichtigkeit seines Herzens umkehrt, sollt ihr ihm vergeben, und ich werde ihm auch vergeben.
  3. Ja, und sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben.
  4. Und ihr sollt einander eure Verfehlungen auch vergeben; denn wahrlich, ich sage dir: Wer die Verfehlungen seines Nächsten nicht vergibt, wenn dieser sagt, er kehre um, der hat sich selbst der Schuldigsprechung ausgesetzt.

Wenn die Sünden sehr schwer sind, sodass die Kirche eingreift, müssen unsere Sünden sowohl von der Kirche als auch durch den Herrn vergeben werden. Aber die gute Nachricht ist, dass diejenigen, die mit aufrichtigem Herzen umkehren, sowohl von der Kirche als auch vom Herrn Vergebung empfangen. Ich liebe Vers 30: „…..sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben….”

Die letzte Lektion ist für die Mitglieder der Kirche. Man bemerke, dass der Herr nicht sagt, dass wir jemandem vergeben müssen, wenn er vollständig umgekehrt ist. Er sagt, dass wir vergeben müssen „wenn dieser sagt, er kehre um”. Großer Unterschied. Wenn wir nicht bereit sind zu vergeben, so wie er uns ohne weiteres vergibt, werden wir vom Herrn schuldig gesprochen.

Schlussfolgerung

Dieses Kapitel in Mosia ist voller Lektionen über das Leben und die Führung der Kirche. Es handelt von dem Sühnopfer und davon, wie sehr der Herr sein Volk liebt. Wir lernen etwas über Entscheidungsfreiheit, am Beispiel der Jugendlichen, die sich dazu entschlossen haben, den Lehren ihrer rechtschaffenen Eltern nicht zu glauben. Und wir lernen über den Schaden, der durch diejenigen verursacht werden kann, die sich weigern, an Christus und sein Sühnopfer zu glauben.

Sind wir willig zu glauben?

Macht der Glauben an Christus einen Unterschied in unserem Leben und im Leben anderer? Ja, das macht er eindeutig. Glauben ist eine Entscheidung, aber es ist eine Entscheidung mit ewigen Konsequenzen. Wir müssen die Glaubensentscheidung unserer Lieben und unserer Nachbarn anerkennen, sogar wenn wir wissen, dass schlechte Entscheidungen von ewiger Konsequenz sein können. Wir haben die Wahl, christusähnliche Liebe auszuüben und daran zu arbeiten, die Seelen für Christus zurückzugewinnen oder zu gewinnen, damit sie nicht das Schicksal derjenigen erleiden müssen, die sich weigern an Christus zu glauben.


Über Kelly P. Merrill

Kelly Merrill ist Vorruheständler und schreibt für mormonbasics.com. Er lebt mit seiner Frau auf Hawaii, und ja, er macht sich seit zwei Jahrzehnten keine Sorgen zum Thema Winter. Er findet Freude daran über das Evangelium Christi zu schreiben. Über das Evangelium zu schreiben ist sein persönlicher Weg Missionsarbeit zu tun. Damit erreicht er sowohl Mitglieder der Kirche als auch Menschen anderen Glaubens, die gerne mehr über Christus und seine Kirche erfahren möchten.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 25. Mai 2015 auf www.ldsblogs.com veröffentlicht. Der Autor ist Kelly P. Merrill. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.