Die Textstelle „Schlaf’ in himmlischer Ruh’” aus dem Lied „Stille Nacht” drang mir schon immer tief ins Herz. Schon als Kind wollte ich gerne diese himmlische Ruh’ fühlen, gerade weil große körperliche Herausforderungen schon immer Teil meines Lebens waren. Schon früh fand ich sie im Herrn. Wenn ich heute zurückschaue, erkenne ich, was für ein großer Segen es war, dass ich körperliche Probleme hatte, die bewirkten, dass ich ein Flüstern im Herzen hören konnte, dass „an dieser Reise mehr dran ist” und ich „einen größeren Frieden finden könnte”, auch wenn andere diesen nicht unbedingt spürten.

Jeder von uns ist mit Dingen konfrontiert, die ihn um diesen Frieden bringen. Überall auf der Welt gibt es Kriminalität, Krieg, Bedrohungen und Naturkatastrophen.

Unsere persönlichen Herausforderungen zerren ständig an uns, greifen nach unserem Frieden und stehlen ihn.

Schmerz, Süchte, Schulden, Krankheit, Streit, Angst, Sorgen wegen Sünde – unserer eigenen oder der anderer – saugen den Frieden aus unserem Leben wie ein kräftiger Staubsauger. Zum Glück können wir Frieden trotz all dieser Probleme verspüren.

Kriege, Armut, Gewalt und Naturkatastrophen plagen die Welt seit Anbeginn. Hier sitzt ein kleiner Junge an einem Abwasserkanal in Ostafrika.

Kriege, Armut, Gewalt und Naturkatastrophen plagen die Welt seit Anbeginn. Hier sitzt ein kleiner Junge an einem Abwasserkanal in Ostafrika. Vieles spielt sich vermutlich weit weg von unserem Wohnzimmer ab. Doch auch in unserer Welt können Stress, Depressionen und Ängste unser Leben beherrschen.

Himmlischen Frieden gibt es wirklich

Er stammt von der Quelle aller Rechtschaffenheit. Der Friedensfürst brachte ihn mit sich, als er in diese sterbliche Welt geboren wurde. Wenn wir uns an ihn erinnern und unsere Hand nach ihm und unserem Vater im Himmel ausstrecken, kommen wir diesem inneren Frieden und der inneren Ruhe immer näher.

Wie unsere Seele mehr Frieden verspüren kann:

Erstens: Durch das Gebet

Elder Rex D. Pinegar sagte einmal: „Unser Vater im Himmel hat uns Frieden in Prüfungen versprochen, und er hat einen Weg bereitet, wie wir uns in unserer Not an ihn wenden können. Er hat uns die Macht des Betens gegeben. Er hat uns gesagt: „Bete immer!” Und er hat versprochen, seinen Geist über uns auszugießen.” Zu manchen Zeiten hatte ich das Gefühl zu ersticken und als ob Schmerz oder Sorgen mich umbringen würden. Aber wenn ich mich dann an meinen Vater wandte und ihn um Hilfe bat, habe ich sie immer bekommen. Vielleicht nicht immer auf die Art und Weise, wie ich sie erwartet hatte. Nicht immer so schnell, wie ich mir gewünscht hatte. Aber ich habe immer Hilfe bekommen. Meine innere Leere wurde mit Frieden erfüllt.

Zweitens: Gespräche mit gleichgesinnten Freunden und Familienmitgliedern

Es ist ein großer Segen, unseren Kummer und unsere Sorgen mit jemandem teilen zu können, der einfühlsam und vertrauenswürdig ist. Zwei Köpfe sind in diesem Falle besser als einer. Ich habe mit meiner ältesten Tochter über große Probleme gesprochen. Manchmal sind es ihre Probleme, manchmal meine. Wenn wir uns über unsere Gefühle und Ideen austauschen, kommen uns bessere Ideen und höhere Gedanken als alleine. Das kann manchmal anstrengend sein, aber es ist es wert.

Freunde bringen Ruhe ins Leben.

Freud und Leid mit unseren Freunden zu teilen, ist ein Bedürfnis, das tief in unseren Genen verankert ist. Ein Freund zu sein ist dabei genauso wichtig, wie einen Freund zu haben.

Drittens: Durch das Lesen der Heiligen Schrift

Je älter ich werde, desto bewusster wird mir, wie wichtig doch die kleinen Dinge sind, die uns immer gelehrt werden. Wir lernen zyklisch. Aus jedem einzelnen Vers können wir in vielen Schichten lernen. Die gebeterfüllte Suche nach Antworten in den heiligen Schriften liefert uns tatsächlich Antworten und bringt uns tatsächlich ein beträchtliches Maß an Frieden!

Vielleicht kommen wir immer wieder auf dieselbe Schriftstelle zurück und erkennen – weil wir uns verändert und mehr gelernt haben und weil wir spiritueller geworden sind –dass sie immer noch viel tiefgründiger ist.

Viertens: Regelmäßig etwas für andere tun

Der beste Zeitpunkt, etwas für andere zu tun, ist jetzt. Um genau zu sein ist jede Zeit immer irgendwie die beste Zeit, jemand anderem etwas Gutes zu tun. Es ist garantiert so: Jemandem voller Liebe eine helfende Hand zu reichen erweicht unser Herz und wir fühlen uns besser. Ein sanfter Friede breitet sich aus und verdrängt die Härte der Welt.

Jahrelang reite ich schon darauf herum, und ich werde es vermutlich so lange wiederholen, wie ich sprechen und schreiben kann: Die Geschichte vom barmherzigen Samariter gilt für uns alle! Wir wissen das. Setzen wir dieses Wissen auch in die Tat um? Das würde bedeuten, dass wir nicht nur in unserer Nachbarschaft bleiben, nicht nur bei den Menschen, die wie wir aussehen und ähnlich wie wir handeln. Es würde bedeuten, dass wir um des Guten willen Gutes tun. In jeder erdenklichen Weise, für jeden. In Lukas 10:37 sagt Jesus mit Blick auf denjenigen, der seinem Nächsten Gnade und Güte erwiesen hatte: „Dann geh und handle genauso!”

Gäbe es nicht, wenn wir alle auch nur ein klitzekleines Bisschen mehr so wie dieser Mann handeln würden, mehr Frieden in uns und um uns herum?

Frieden und Freude finden.

Egal wo und wer wir sind, es gibt immer etwas, das wir für andere tun können. Hier liest ein Freiwilliger einem Waisenmädchen in einem Kinderheim in Mexico City ein Buch vor.

Süßer Friede

Wir wollen natürlich Fleiß und Rechtschaffenheit. Für manche ist das recht einfach, für andere aber ist es verflixt schwer. Wir alle befinden uns an einem eigenen Punkt unseres Lebens. Aber egal wo wir stehen, solange wir auf dem Weg bleiben, werden Fleiß und Rechtschaffenheit uns beschützen und behüten. Sie schützen uns vor vielem, was uns herunterziehen könnte.

Bedeutet das nun, dass wir nie schlechte Erfahrungen machen? Gleiten wir ohne Kummer und Probleme durchs Leben? Natürlich nicht. In unserem Erdenleben müssen wir beständig Probleme lösen, was uns hilft, besser zu werden. Falls ihr jemals den Gedanken hattet: „Ich glaube, ich habe es verstanden. Könnte ich nun bitte eine Pause haben?”, seid ihr damit nicht allein. Nichtsdestotrotz arbeiten wir weiter daran, uns zu verbessern. Dies führt uns – wenn wir es wollen – zu unserem Vater, dem ultimativen Problemlöser. Er kann unseren Becher füllen indem wir seine Liebe spüren. Und so finden wir, trotz des Kummers und der Dinge, die uns zu überwältigen drohen, diesen süßen Frieden.

An alle, die in Umständen leben, die sich in diesem Leben nicht ändern werden, die Behinderungen haben, die dies alles noch viel schwerer zu machen scheinen, die Familienmitglieder mit Behinderungen haben … und an euch, für die es einfach schwierig ist Frieden zu finden: Bleibt dran! Für manche ist es einfacher als für andere, denn uns allen sind unterschiedliche geistige Gaben gegeben. Erinnert euch an die liebevollen Worte von Boyd K. Packer, die euch vielleicht ein bisschen Ruhe verschaffen können: „Wenn die Heilung nicht hier auf der Erde erfolgt, dann nach dem Erdenleben. So wie aus der Larve ein wunderschöner Schmetterling wird, so wird auch der Geist hervorkommen.”

Schaffen wir es, trotz der Herausforderungen im Leben an unserem Glauben festzuhalten und zu wissen, dass alles irgendwann wieder gut gemacht wird? Wenn wir von all den Hilfsmitteln Gebrauch machen, die uns zur Verfügung stehen, und zum Friedensfürsten aufblicken, finden wir auf unserer Reise durch diese finster werdende Welt Frieden, ja “himmlische Ruhe”.

Frieden finden - durch 4 einfach Dinge


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 18.11.15 auf ldsmag.com veröffentlicht. Die Autorin ist Vickey Pahnke Taylor. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

Vickey Pahnke Taylor ist Liedtexterin/ -Musikproduzenten. Sie arbeitet für CES – im Bildungswesen der Kirche Jesu Christi und in diesem Rahmen auch an der BYU Education Week und Especially for Youth mit. Sie hat bereits Preise mit ihren Liedern gewonnen. Sie hat einen Master in Kommunikationswissenschaften. Vickey ist verheiratet und verbringt besonders gerne Zeit mit ihrem Mann, ihren acht Kindern und Enkelkindern.