Eine der Grundwahrheiten des Evangeliums lässt sich in den Worten eines beliebten Liedes der PV-Kinder finden: „Ich bin ein Kind von Gott”.

Als Kinder Gottes lernen wir, dass er uns liebt und dass wir, wenn wir seinem Plan folgen, ewiges Leben haben werden. Präsident Dieter F. Uchtdorf sagte einmal:  „Brüder und Schwestern, das mächtigste Wesen im Universum ist der Vater Ihres Geistes. Er kennt Sie. Er liebt Sie auf vollkommene Weise.”

Verstehen wir wirklich, was dieses göttliche Wesen bedeutet, sollten wir voller Vertrauen im Leben vorwärtsgehen. Oft verlieren wir aber aus den Augen, wer wir wirklich sind, und haben mit diesem ewigen Potenzial zu kämpfen. Viele werden von Selbsthass und einem Gefühl der Wertlosigkeit geplagt. Warum ist das so?

Satan nutzt es aus, dass wir uns schämen

Schamgefühl ist ein sehr schmerzhaftes Werkzeug, das Satan nutzt. Es war eine der ersten Methoden, die er im Garten Eden anwandte, um Adam und Eva anzugreifen. In der Köstlichen Perle wird beschrieben, wie Adam und Eva der Versuchung Satans nachgeben und von der verbotenen Frucht essen. Als Gott später im Garten erscheint, verstecken sie sich vor ihm. Sie schämten sich vor Gott, weil sie erkannten, dass sie nackt waren (Mose 4: 13-16). Wenn wir uns schämen, haben wir oft nicht nur das Gefühl, dass wir etwas Schlechtes getan haben, sondern dass wir selbst innewohnend schlecht sind. Wir zweifeln unseren eigenen Wert an.

Schuldgefühle können uns zerstören.

Jeder von uns macht die Erfahrung, sich wegen Sünden schuldig zu fühlen. Wir alle werden die absolute Notwendigkeit der Gnade Christi im Laufe unseres Lebens erkennen. Lassen wir uns allerdings von diesem Gefühl der Scham überwältigen, verlieren wir leicht unser ewiges Potenzial aus den Augen. Daher müssen wir den Unterschied zwischen Schuld und Scham erkennen, das Vergleichen vermeiden, uns in Liebe zu uns selbst üben und uns darauf konzentrieren, eine Beziehung zu Gott aufzubauen.

Wir kennen unsere eigenen Schwächen am besten

Wenn wir selbst mit uns unzufrieden sind, sind vielleicht auch unsere Mitmenschen frustriert über uns. „Warum erkennst du nicht, wie toll du bist?”, fragen sie vielleicht. Vielleicht sagen dir andere, wie toll du bist, und versuchen, dich zu beschwichtigen, aber es fällt dir schwer, ihnen zu glauben. Es fällt uns oft schwer, etwas aus dem richtigen Blickwinkel zu betrachten, weil wir zu wenig Abstand haben.

Am Ende sind wir doch wir selbst. Wir sind die Stimme in unserem eigenen Kopf. Wir analysieren jeden Gedanken, analysieren unsere Motivation und zerpflücken uns selbst. Wir sind uns unserer Schwächen und Versäumnisse gewahr. Wenn es um uns selbst geht, sind wir völlig unvoreingenommen – in positiver und negativer Hinsicht. Es ist wichtig, einen Schritt zurückzutreten und zu versuchen, von unseren eigenen Emotionen Abstand zu nehmen und unseren Wert nicht an äußere Bedingungen zu knüpfen.

Schmerz ist ein unmittelbares Bedürfnis

Der Erlöser hat unsere Schmerzen auf sich genommen. Wir waren es Wert.

Es ist schwierig, den richtigen Blickwinkel einzunehmen während wir leiden. Man kann das Gefühl haben, völlig von diesem Leid verzehrt zu werden. Wenn es darum geht, überhaupt zu erkennen, wie man die nächsten Momente überstehen soll, ist es schwer, weiter als den nächsten Tag zu sehen. Um sicherzugehen, dass wir wieder zu uns selbst finden, müssen wir uns ehrlich und verletzlich unserem Schmerz stellen und uns um uns selbst kümmern. Indem wir uns um unseren Schmerz kümmern, schaffen wir Platz in unserem Herzen und unserem Verstand, so dass Gott uns anleiten und führen kann.

Andere formen unsere Gedanken

Ob uns das nun bewusst ist oder nicht – wie wir über uns denken, hängt auch von der Umwelt ab. Wir suchen nach Bestätigung von Gleichaltrigen, wir nehmen uns berühmte Persönlichkeiten und Zeitschriften als Vorbild dafür, wie wir unser Leben leben, und vergleichen uns ständig über die sozialen Medien mit anderen. Bei solch einem Wust an Eindrücken und so viel Ablenkung ist es nicht überraschend, dass es manchmal für den Heiligen Geist schwer ist, mit der Wahrheit überhaupt zu uns durchzudringen. Nimm dir Zeit zu meditieren und durch die Gabe des Heiligen Geistes Klarheit zu bekommen. Eine gute Möglichkeit, uns wieder auf unser Potenzial zu konzentrieren, ist es, in den Tempel oder auch schon in die Nähe des Tempels zu gehen.

Wir wenden das Sühnopfer nicht an

Begreifen wir die Macht des Sühnopfers Jesu Christi eigentlich? Wenden wir es in unserem Leben an? Wenn wir einen Fehler begehen oder mit den Konsequenzen von Sünde konfrontiert werden, möchten wir uns oft selbst aufgeben. Wir haben das Gefühl, dass wir ein hoffnungsloser Fall sind. „Das Sühnopfer errettet jeden – nur mich nicht!”, denken wir vielleicht. Nichts liegt weiter von der Wahrheit. Christus vollbrachte das Sühnopfer, damit wir Fortschritt machen können und all das empfangen können, was Gott hat. Christus kennt keine Grenzen für uns. Wir schränken uns selbst ein.

Wenn euch das zu schaffen macht, erinnert euch an folgende Worte von Richard G. Scott: „Der Vater im Himmel hat uns nicht auf die Erde geschickt, damit wir versagen, sondern damit wir glänzenden Erfolg haben.”


Aleah Ingram

Aleah hat an der Southern-Virginia-Universität Englisch, Kreatives Schreiben und Tanz studiert. Sie arbeitet nun als Social-Media-Manager, Schriftstellerin und Editorin. Aleah war als Missionarin in Kalifornien. Sie ist süchtig nach Biomilch, Lang-Leav-Gedichten, Gaynor-Minden-Schuhen und Bollywood-Filmen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 19.12.16  auf ldsdaily.com unter dem Titel „5 Reasons We Struggle With Our Eternal Potential” veröffentlicht. Die Autorin ist Aleah Ingram. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.