Nenne mich verrückt, aber ich glaube, wir können mit unserem physischen Körper zufrieden sein. Dass wir uns in unserer eigenen Haut wirklich wohlfühlen können. Ich weiß, dass das nicht leicht zu verdauen ist. Schließlich zeigen die Statistiken zu unseren Körperbildern, dass die meisten von uns nicht sehr begeistert von ihrem Aussehen sind. Es scheint fast so, als ob der Hass auf den Körper (oder zumindest verschiedene Teile davon) Hand in Hand mit dem Menschsein geht.

Wer kann uns das verübeln, vor allem angesichts der vielen Botschaften, die heute in der Welt verbreitet werden? Ich musste über Elder Jeffrey R. Hollands Kommentar lächeln: „Um der Schönheit zu entsprechen, die überall in den Medien dargestellt wird, bräuchte man fürwahr einen großen und geräumigen Schminkkoffer.” Aber am Ende ist das wirklich nicht zum Lachen. Er fährt fort:

Die Welt geht in dieser Hinsicht nun nicht gerade zimperlich mit euch um. Filme, Fernsehen, Modezeitschriften und die Werbung – all das gibt uns zu verstehen, dass nichts über gutes Aussehen geht. Überall tönt es uns entgegen: „Wer gut genug aussieht, führt ein herrliches Leben und ist glücklich und beliebt.“ So werden schon die Mädchen unter immensen Druck gesetzt und die Frauen dann noch viel mehr. In allzu vielen Fällen wird dem Körper allzu viel zugemutet, damit er einem eingebildeten (um nicht zu sagen oberflächlichen) Maßstab entspricht.

Ich denke, die meisten von uns würden zustimmen, dass der heutige Standard fiktiv und oberflächlich ist, aber das zu wissen ist nicht genug. Irgendwie müssen wir erkennen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Wissen, dass wir uns in unserem Körper gut fühlen sollten, und dem tatsächlichen Gefühl tief in unserem Herzen. Wie können wir also „erwachen, …. uns den  Staub abschütteln” und „uns selbst von den Fesseln” eines negativen Körperbildes lösen (2 Nephi 8:24-25)?

Eines der wichtigsten Dinge, die wir tun können, ist es, die Mythen zu untersuchen, die wir über unseren physischen Körper glauben. Ein Mythos ist „ein Konzept, eine erfundene Geschichte oder Idee”, die uns davon abhält, „Dinge (so zu sehen und zu erleben), wie sie wirklich sind” (Jakob 4:13). Die Beseitigung dieser Unwahrheiten ist ein wesentlicher Schritt, um die Art und Weise, wie wir uns in Bezug auf unseren Körper fühlen, zu verändern. Schauen wir uns dazu fünf verschiedene Mythen an, die wir oft glauben.

Meinen Körper akzeptieren lernen

Mythos #1: Die Probleme mit meinem Körperbild sind einfach zu schwer zu überwinden.

Vielleicht hast du, wie ich, mit deinem Körperbild gekämpft, solange du dich erinnern kannst. Vielleicht hast du, wie ich, die neuesten Diäten ausprobiert, Selbsthilfebücher gelesen und all deine Willenskraft aufgebracht, aber ohne Erfolg. Anstatt einfach aufzugeben, hast du jemals darüber nachgedacht, dich mit den Zweifeln an deinem Körperbild an den Herrn zu wenden? Er hat wirklich die Macht, diese hartnäckigen Ketten zu brechen, wenn du ihm nur eine Chance gibst.

Ich rede dabei nicht davon, ihn dazu zu bringen, dir bei deinen Plänen zu helfen (du weißt schon…. „Bitte segne mich damit, ein Sixpack zu haben oder eine Größe 38 zu tragen!”). Ich rede davon, ihm das ganze Chaos zu übergeben und ihn zu bitten, dich innerlich und äußerlich zu heilen. Denke daran, darin ist er am besten. Er hat uns immer wieder daran erinnert, dass er „Schwaches für (uns) stark werden lassen” kann (Ether 12:27, siehe auch 2. Korinther 12:9), aber vielleicht haben wir nie daran gedacht, das auf den Kampf mit unserem Körperbild anzuwenden. Ich verspreche dir, dass wenn du deinen Erlöser bittest, dir bei deinen Problemen mit dem Körperbild zu helfen, du – wie ich – herausfinden wirst, dass du „in seiner Kraft alles tun kannst”, einschließlich der Ausrottung deiner negativen Gefühle über deinen physischen Körper (Alma 26:12).

Unseren Körper lieben lernen

Mythos #2: Um mein Körperbild zu verbessern, muss ich mich einfach so akzeptieren wie ich bin.

Das ist ein kniffliger Mythos, weil er manchmal sehr wahr sein kann. Eines meiner größten Hindernisse zum Beispiel war, meinen genetisch bedingten Körper der Größe 44 als die Größe und Form zu akzeptieren, die ich sein sollte. Aber so sehr mir diese Akzeptanz auch half, ich fand heraus, dass es andere Dinge gab, die überhaupt nicht akzeptiert werden mussten – sie mussten geändert werden.

Ein perfektes Beispiel dafür war meine persönliche Sucht nach Zucker. Ich hatte Jahre damit verbracht, meinen riesigen Verzehr von Süßigkeiten zu rechtfertigen, aber ich musste mich endlich der Tatsache stellen, dass ich nicht das Wort der Weisheit lebte. Ja, ich habe Kaffee, Tee und Alkohol gemieden, aber ich habe den Rat zum Verzehr von gesundem Essen völlig ignoriert. Meine Diät, die mit verarbeiteten Kohlenhydraten und Schokolade vollgepackt war, verschlimmerte nur mein Körperbild-Problem, und ich wusste, dass es Zeit für mich war, mich zu ändern. Als ich mich an den Herrn wandte, war ich erstaunt, dass ich die Kraft fand, diese rasende Sucht ein für allemal zu überwinden.

Also ja, manchmal müssen wir lernen, den einzigartigen Körper, der uns gegeben wurde, zu akzeptieren, aber wir müssen auch der Wahrscheinlichkeit gegenüber offen bleiben, dass das, was der Herr am meisten will, ist, uns zu helfen, einige dringend notwendige Veränderungen vorzunehmen.

Ohne Schminke nicht aus dem Haus. Gesund?

Mythos #3: Es zählt nicht, wie ich äußerlich aussehe, sondern wer ich innerlich bin.

Das ist ein weiterer kniffliger Mythos, denn wer wir im Inneren sind, ist sehr wichtig. Aber manchmal benutzen wir das als Vorwand, um uns körperlich gehen zu lassen, vielleicht indem wir essen, was wir wollen oder indem wir unser Äußeres vernachlässigen.

Wenn das der Fall ist, hat Elder David A. Bednar einen Ratschlag, den wir unbedingt hören müssen:

Unser physischer Körper ist in der Tat ein Tempel Gottes. Folglich müssen Sie und ich sorgfältig überlegen, was wir in unseren Tempel aufnehmen, wie wir unseren Tempel gestalten, was wir unserem Tempel zumuten und was wir mit unserem Tempel machen.

Wenn wir denken, dass wir sinnvollere Dinge zu tun haben als uns um unser Aussehen zu kümmern, stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn die Hausmeister des Tempels diese Philosophie übernehmen würden. Könnte dies eine dieser dringend benötigten Veränderungen sein, bei denen der Herr uns helfen will?

Mythos #4: Ich esse gesund und trainiere, also denke ich nicht, dass ich etwas ändern muss.

Dieser Mythos führt uns in die entgegengesetzte Richtung, denn so gut es auch ist, sich auf die Gesundheit zu konzentrieren, es ist durchaus möglich, dass wir es zu weit treiben. Wie die ehemalige Präsidentin der Jungen Damen, Susan W. Tanner, betont,

(Satan) hat auf der Welt allerlei Lügen und Täuschungen in Bezug auf den Körper verbreitet. … Einige verleitet er dazu, ihren Körper zu verachten, und andere bringt er dazu, ihn zu vergöttern. (Betonung hinzugefügt)

Bevor wir die Idee ablehnen, dass wir unseren Körper verehren, sollten wir uns daran erinnern, dass eine Definition des Wortes „Verehrung” „gewidmet sein” ist. Vielleicht ist es an der Zeit, uns zu fragen: „Ist meine Aufmerksamkeit für die Gesundheit zu einer echten Besessenheit geworden? Basierend darauf, wie ich meine Zeit verbringe, bin ich mehr auf mein Äußeres bedacht als auf den Herrn?” Beachten wir die Warnung von Elder Holland:

Solche Selbstbesessenheit und Fixierung auf das rein Körperliche ist mehr als gesellschaftlicher Irrsinn; es ist in geistiger Hinsicht zerstörerisch und trägt eine Menge dazu bei, dass viele … in der Welt von heute unglücklich sind.

Meinen Körper lieben

MYTH #5: Ich weiß, dass ich mit meinem Körperbild kämpfe, aber ich bin sicher, dass meine Kinder nicht die gleichen Unsicherheiten erben werden.

Ein negatives Körperbild kann unglaublich schmerzhaft sein, also ist es das Letzte, was wir uns für unsere verletzlichen Kinder wünschen würden. Wir können hoffen, dass wir unsere persönlichen Ängste vor ihnen verbergen können, aber die Wahrheit ist, dass sie uns sehr genau studieren. Elder Holland sagte: „Wenn Sie von der fixen Idee besessen sind, Sie müssten Kleidergröße 36 haben, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Tochter oder die Rosenmädchen in Ihrer Klasse es Ihnen gleichtun und sich körperlich zugrunde richten, um möglichst schlank zu sein.”

Ob es Ihnen gefällt oder nicht, unsere Kinder lernen ihren Körper und ihre Schönheit kennen, indem sie uns zuschauen. Nur wir können die wahre und bleibende Schönheit vorleben. So erklärt es Elder M. Russell Ballard:

Heute wird unsere Gesellschaft bombardiert mit Botschaften über die Frau und die Mutterschaft, die gefährlich und geradezu frevelhaft falsch sind. Wenn Ihre (Kinder) diesen Botschaften folgen, kann sie das auf den Pfad zu Sünde und Selbstzerstörung führen. Ihre (Kinder) verstehen das vielleicht nicht, außer Sie sagen es ihnen oder, was noch besser ist, zeigen ihnen, wie man gute Entscheidungen trifft. (Betonung hinzugefügt)

Ich weiß, dass das Körperbild ein extrem schwierig zu navigierender Weg ist. Deshalb glaube ich, dass wir ihn nur dann sicher bereisen können, wenn wir uns „ganz auf die Verdienste dessen verlassen, der mächtig ist zu erretten” (2 Nephi 31:19). Wenn Christus uns unsere Schönheit in ihm lehrt, können wir das gleiche Verständnis an unsere kostbaren Kinder weitergeben. So sage ich mit dem Psalmisten: „Es komme über uns die Güte des Herrn, unseres Gottes” (Psalm 90:17), denn nur dann werden wir zu dem tugendhaften und schönen Menschen, der wir immer werden sollten.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf ldsliving.com unter dem Titel „5 Harmful Body Image Myths to Stop Believing” veröffentlicht. Die Autorin ist Jaci Wightman. Übersetzt von Janine Windhausen.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

German ©2017 LDS Living, A Division of Deseret Book Company | English ©2017 LDS Living, A Division of Deseret Book Company  

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