Ich freue mich immer über die Ankunft eines neuen Jahres. Es heißt, hinaus mit dem Alten, herein mit dem Neuen! Ich war schon immer besessen von allem „Organisierten“. Für mich bedeutet einen frischgebackenen Planer für das neue Jahr zu kaufen dasselbe wie für ein Kind, in einem Süßigkeiten-Laden einzukaufen! Ich bin auch davon begeistert, Vorsätze für das neue Jahr zu fassen! Sie klingen etwa wie „Sei eine bessere Ehefrau“ (erzählt das nicht weiter), „Brüll nicht herum“ oder andere „Ja-klar; -wen-will-ich-veräppeln?“ – Ziele.

Unglücklicherweise bin ich besser darin, sie auf schönem Papier aufzuschreiben und sie an einem besonderen Platz in meinem Haus aufzuhängen, als sie tatsächlich zu verfolgen. Als nun dieses Jahr anbrach, fragte ich mich, was ich wohl tun würde. Normalerweise blicke ich auf die vorigen Jahre zurück und schaue, was ich erreicht habe. Dieses Jahr traute ich mich nicht einmal das. Ich denke, das ist der Grund, aus dem so viele Leute behaupten, gute Vorsätze nicht zu mögen. Meist fassen wir sie, setzen sie dann aber nicht um. Das ist wahr. Es passiert. Das Leben wird arbeitsreicher, und man denkt nicht mehr an sie. Ich bin nicht super diszipliniert, also bin ich definitiv daran schuld, dass das so ist. Ich denke aber immer noch, dass es wichtig ist, sich Ziele zu setzen. Ich setze mir gerne persönliche und familiäre Ziele. Anstatt dieses Jahr eine Liste von Dingen zu machen, die ich tun will (und wahrscheinlich nicht tun werde), habe ich mich entschlossen, das Leben unbeschwerter zu leben. Ich habe mich entschieden, anstatt mich dem Unmöglichen zu verpflichten, mein Leben realisierbar zu machen. Ich entschied mich in  diesem Jahr für folgendes: „Geh’ Risiken ein, mach’ Fehler, lass’ es chaotisch werden!“ Wahre Worte, gesprochen von Mrs. Frizzle in “The Magic School Bus” (“Der magische Schulbus” – amerikanisch-kanadische TV-Serie für Kinder. Anm. d. Übers.). Ich habe eine Lebensliste von Dingen, die ich noch sehen und tun will, die immer wieder ergänzt wird. Die Hälfte der Liste besteht aus Dingen, die ich wahrscheinlich nie tun werde, über die man sich aber lustige Gedanken machen kann, wie zum Beispiel den Fuß auf alle 7 Kontinente zu setzen. Ich habe auch welche, die sehr gut erreichbar sind, wie zum Beispiel Eislaufen auf einem Teich oder einen Nähkurs besuchen. Dieses Jahr werde ich versuchen, jeden Monat eines der Dinge auf meiner Liste zu tun.

Ich habe das Gefühl, dass es für mich leicht ist, in der Monotonie des Alltäglichen hängen zu bleiben, und dass ich so „beschäftigt“ mit den alltäglichen Dingen bin, dass ich darüber vergesse, auch ein wenig zu leben. So hoffe ich, dass ich mir in diesem Jahr Zeit für die Sachen nehme, für die ich „keine Zeit“ habe, und sie tue! Als meine Tochter auf der Welt war, dachte ich daran, wie es damals, bevor ich Kinder hatte, doch so vieles gab, wofür ich einfach „keine Gelegenheit hatte“. Ich hatte in gewisser Weise das Gefühl, dass die Spontanität des Single-Lebens vorbei sei, habe aber begriffen, dass das nicht so sein muss.

Ich kann meine Familie mit einbeziehen, und wir können dadurch wunderbare Erinnerungen schaffen. Ich muss mich nicht „gebunden“ fühlen oder so, als ob ich meine Spontanität verloren hätte, denn jetzt habe ich eine ganze Cheerleader-Mannschaft hinter mir, die mit mir zusammen meine Ziele erreicht!

Jesus im Garten Gethsemane: Das Sühnofer Jesu Christi bietet uns die Möglichkeit, nicht nur in ein neues Jahr, sondern jederzeit neu starten zu können.

Jesus Christus hat im Garten Gethsemane für uns gelitten, damit wir die Möglichkeit haben aus unseren Fehlern zu lernen.

Die Idee, sich dieses Jahr gegenüber dem letzten zu verbessern, ist gut. Aber ich werde versuchen, nicht zu hart gegen mich zu sein, wenn ich versage. Es wird passieren. Es ist unvermeidlich. Es macht mich nicht zu einem schlechten Menschen oder zu einer schlechten Mutter oder Ehefrau. Es macht mich menschlich. Etwas, worüber wir Mormonen schon in sehr frühem Alter belehrt werden, ist das Sühnopfer. Christus ist für uns gestorben, sodass wir, wenn wir Fehler machen, umkehren und neu anfangen können. Wir brauchen nicht ein ganzes Jahr damit zu warten, uns Ziele zu setzen und neu zu beginnen. Durch das Sühnopfer können wir, egal wie groß unsere Fehler sind, jeden Tag neu anfangen.

Statt mir das Ziel „Meine Kinder nicht anschreien“ zu setzen, werde ich mich nur darauf konzentrieren, jeden Tag zu versuchen, ein bisschen besser zu sein. Falls ich gestern einen schlechten Tag hatte, ist das in Ordnung. Am Ende des Tages kann ich zu meinem himmlischen Vater beten, meine Augen schließen und neu anfangen. Ich kann morgen ein bisschen besser sein als heute, weil morgen ein neuer Tag ist.

Ich habe neulich ein Zitat von Elder David A. Bednar, einem Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, gelesen. Er sagte:

„Wenn Sie heute ein bisschen besser als gestern waren, dann ist das genug.“

David A. Bednar ( Act in Doctrine, 2012)

Seid nur genug. Heute ein bisschen besser als gestern. Das ist alles, um was uns unser himmlischer Vater bittet. Er liebt mich für das, was ich bin, und ich sollte das auch!


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt von Tanja Kraft. Das Original von Krystal Wilkerson ist zu finden auf ldsblogs.com.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausfinden möchten, besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: lds.org oder mormon.org.