Sieben Mal fallen, acht Mal aufstehen

Prüfungen - sieben Mal fallen, acht Mal aufstehenAuch wenn gerade die Sommerspiele aktueller sind, ist meine Leidenschaft das Eiskunstlaufen. Immer wenn ich Eiskunstläufern bei ihren Wettbewerben zuschaue, nehme ich eine typische Haltung ein – ich sitze ganz vorne auf der Couch, meinen Blick auf den Läufer fixiert, und mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich liebe die Schönheit und Anmut, mit denen die Athleten ihre Übungen absolvieren. Und jedes Mal, vor einem Sprung, setzt mein Herz kurz aus. Ich halte den Atem an und frage mich: „Schaffen sie es oder werden sie stürzen? Und falls sie wirklich hinfallen, wie werden sie damit umgehen?”

Ein altes japanisches Sprichwort besagt: „Wenn du sieben Mal fällst, musst du acht Mal wieder aufstehen.” Dabei geht es darum, während der Prüfungen des Lebens Stärke zu beweisen. Es soll uns dazu ermutigen, egal wie oft wir vielleicht bei etwas versagen, die Stärke zu haben, wieder aufzustehen und es noch einmal zu versuchen. Wir haben hier ein ähnliches Sprichwort: „Setz dich sofort wieder auf das Pferd, das dich abgeworfen hat.” Es spielt nun keine Rolle, wie man es ausdrückt. Es geht immer darum, jemanden dazu zu inspirieren, niemals aufzugeben, vor allem,  wenn das Ziel, auf das man hinarbeitet, ein erstrebenswertes ist.

Aber selbst professionelle Eiskunstläufer fühlen sich vermutlich nach einem schmerzhaften und verlustreichen Fall entmutigt. Trotzdem bringen sie ihr Programm mit Würde zu Ende, gehen am nächsten Tag aufs Eis zurück und trainieren weiter.

Stellt euch vor, wie es wäre, wenn sie, nachdem sie im Training sieben Mal hingefallen sind, einfach aufgeben würden. Es wäre ihnen nie möglich, ihr wahres Potential als Eiskunstläufer kennen zu lernen. Wir würden so jemanden nie als den professionellen Sportler kennen lernen, der er ist.

Präsident Dieter F. Uchtdorf, der 2. Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hat gesagt:

Image result for Dieter F. Uchtdorf„Niemand scheitert gern…Wir alle möchten respektiert und geschätzt werden. Wir möchten gerne ein Meister sein. Aber wir Sterblichen werden niemals ohne Mühe und Disziplin zum Meister oder ohne dass wir Fehler begehen…Unser Schicksal hängt nicht davon ab, wie oft wir hinfallen, sondern wie oft wir uns wieder aufrichten, den Staub abschütteln und vorwärtsgehen.”

Dieter F. Uchtdorf (“Sie können sich wieder aufrichten”, Oktober 2013)

Wir mögen zwar keine professionellen Athleten sein, aber auch wir haben meisterhafte Ziele in geistiger Hinsicht. Vielleicht möchten wir mehr Glücklichsein in unseren Familien – nur einfach einen Tag, an dem einmal alles gut geht; kein Streit, keine Beleidigungen, keine Missverständnisse – Harmonie. Wir tun vielleicht was wir können, um in unserem Zuhause eine liebevolle Atmosphäre zu schaffen, und trotzdem gibt es immer wieder Konflikte und Spannungen, die dazu führen, dass unsere Träume zerplatzen.

Vielleicht versuchen wir, dem Erretter in unserem persönlichen Leben näher zu kommen. Vielleicht setzen wir uns erneut das Ziel, unsere Schriften so zu studieren, wie wir es schon früher einmal geschafft haben, als unser Zeugnis durch den Heiligen Geist so stark war. Vielleicht beschließen wir, wieder so zu beten, wie wir es bereits getan haben – mit zerknirschtem Geist und reuigem Herzen, und sehnen uns danach, dass der Herr uns mit einer liebevollen Umarmung umschließt. Vielleicht treffen wir die Entscheidung, dass heute der Tag ist, an dem wir wieder zur Kirche gehen und vom Abendmahl nehmen. Und dann stehen uns unsere eigenen Selbstzweifel im Weg und stellen sich der geistigen Hand in den Weg, die sich uns entgegenstreckt, um uns zu helfen.

Und vielleicht tun wir auch all diese Dinge bereits schon und tragen jeden Sturz mit Fassung, so wie die Eiskunstläufer es tun, und stehen sofort wieder auf – aber es fehlt etwas anderes: nämlich dass wir aus unserer Wohlfühlzone treten. Vielleicht sind die Ziele, bessere Missionare zu sein, würdiger für den Tempel zu sein oder mehr zu dienen, auf unseren Schultern eine zu große Last. Vielleicht erfordern sie zu große Schritte im Glauben, als dass wir sie meistern könnten – wie ein Vierfachsprung, der zu schwierig für den Mitstreiter um die Goldmedaille ist. Vielleicht haben wir das Gefühl, dass es nicht wert ist, dafür zu stürzen.

Wie man die Prüfungen des Lebens besser meistern kann

Vertraue und verlasse dich auf die Verheißungen Gottes

Wir sind geliebte Söhne und Töchter unseres Vaters. Er liebt uns unabhängig davon, wie oft wir hinfallen. Er hat uns versprochen, uns nie alleine zu lassen – und dieses Versprechen hat er noch nie gebrochen. Wenn wir jeden Morgen in dieser Gewissheit aufstehen – dem Verständnis, wie wertvoll wir für ihn sind – ist es so, als ob wir nach einem gestrigen Sturz wieder aufstehen, nach all den Zweifeln, Ängsten und Enttäuschungen. Wir beginnen den Tag im Licht, in Wahrheit, Hand in Hand mit dem Erretter.

Christus war ein Vorbild an geistigen Gaben

Erinnert euch an die Geschichte von Christus, der Jairus’ Tochter auferweckt. Sie wurde für tot erklärt, aber er kam an ihre Seite. Mit der Kraft und Vollmacht, die er als Sohn Gottes innehatte, weckte er sie von den Toten auf. Ist das nicht das perfekte Beispiel für die Beziehung, die wir in geistiger Hinsicht zu Christus haben? Streckt er nicht jeden Tag, jede Stunde den Arm nach uns aus und sagt: „Nimm meine Hand, steh auf?” Wenn wir tief in uns hineinblicken und auf die leise, feine Stimme hören, hören wir seine Stimme. Wenn wir mit unseren geistigen Augen sehen, werden wir seine Hand erblicken. Wenn wir mit unserem geistigen Herzen vertrauen, werden auch wir wieder aufstehen und es einen weiteren Tag lang versuchen.

„Es wird Zeiten geben, da werden Sie meinen, Sie könnten nicht weitermachen. Haben Sie Vertrauen in den Erlöser und seine Liebe! Mit Glauben an den Herrn Jesus Christus und an die Macht und die Hoffnung, die das wiederhergestellte Evangelium auszeichnen, werden Sie in der Lage sein, erhobenen Hauptes weiterzumachen.” (Dieter F. Uchtdorf ebd.)

https://www.youtube.com/watch?v=ZRtYpqkFMG8

Es gehört zu unserer menschlichen Erfahrung dazu, ab und zu hinzufallen. Dadurch wachsen wir. Unser Vater im Himmel sieht den geistigen Weltmeister in uns. Erhebe dich! Lass zu, dass das Sühnopfer dich wieder auf den richtigen Pfad bringt. Dann folge den Fußspuren des Erlösers. Er führt dich in eine ruhmreiche Zukunft, eine Zukunft, die die unsere ist und die wir Schritt für Schritt meistern (Video der Ansprache von Präsident Uchtdorf).


Über Nanette ONeal

Nanette liebt das Evangelium und teilt es mit Begeisterung auf LDS-Blogs. Sie hat sich erst später im Leben der Kirche angeschlossen. Sie fühlt immer noch das Brennen im Herzen durch den Geist. Sie hat einen Abschluss von der Mason-Gross-School für Künste in Musikpädagogik und unterrichtet seit mehr als 20 Jahren privat und öffentlich Kinder und Erwachsene. Nanette bildet sich weiterhin im Evangelium fort und schreibt gerne. Auf ihrem Blog schreibt sie wöchentliche Beiträge, die inspirieren sollen, und arbeitet derzeit an einer Reihe Fantasy-Romanen: A Doorway Back to Forever. Ihren Blog findet man unter NanetteONeal.blogspot.com. Nanette hat einen wundervollen Ehemann, einen sehr talentierten Sohn und drei wunderschöne Hunde.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 9.3.14 auf ldsblogs.com veröffentlicht. Der Autor ist Nanette ONeal. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.