Mitten in der Weihnachtszeit ist es leicht, von Werbung abgelenkt zu werden. Der Prophet der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Thomas S. Monson, sagte:

„Wie wir Weihnachten feiern, sollte die Liebe und die Selbstlosigkeit widerspiegeln, zu der uns der Heiland angehalten hat. Wer gibt, führt den Geist der Weihnacht zu voller Blüte – nicht, wer nur empfängt. Wir hegen freundlichere Gefühle füreinander. Wir wenden uns liebevoll denjenigen zu, denen es weniger gut geht. Unser Herz wird weicher. Wir verzeihen unseren Feinden, denken an unsere Freunde und gehorchen Gott. Der Geist der Weihnacht erhellt das Fenster der Seele. Wir schauen hinaus auf das hektische Treiben der Welt und machen uns mehr Gedanken um Menschen als um irgendwelche Dinge. Wenn wir die wahre Bedeutung des Geistes der Weihnacht begreifen wollen, müssen wir uns den Geist Christi vor Augen führen.“ (Thomas S. Monson, “Die wahre Freude am Weihnachtsfest”, Weihnachtsandacht, 2013)

Eine altdeutsche Tradition, der Adventskranz, kann uns etwas Ruhe im Weihnachtsstress verschaffen.

Auch ich habe mich dabei erwischt, wie ich mich habe ablenken lassen und den wahren Grund dieser Weihnachtszeit vergessen habe. Dieses Jahr möchte ich sie einladen, mit mir einen Umweg zu fahren, bevor wir in den stressigen Weihnachtsverkehr geraten. Ich möchte meine Kindheitserinnerungen über den wahren Grund von Weihnachten wieder wach werden lassen, in der Hoffnung, dass auch ihre Weihnachtserfahrungen wiederbelebt werden. Weihnachten ist die Adventszeit – die Zeit in der das Kommen des Erretters verkündet wird. Der Adventskranz ist seit vielen Jahrhunderten eine christliche Tradition. Für mich ist es der perfekte Vorbote für die Geburt Jesu Christi.

Weihnachtstraditionen gegen den Weihnachtsstress

Meine Kindheit war voll von deutschen Weihnachtstraditionen, die durch die Vorfahren meiner Mutter geprägt waren. Eines der Dinge, die ich am liebsten hatte, war das Anzünden aller vier Kerzen am Sonntag vor Weihnachten. Der Adventskranz ist ein immergrüner Kranz mit vier Kerzen zwischen den Nadeln, der auf dem Tisch liegt. Jede Kerze steht für einen Sonntag vor Weihnachten. Wir zündeten die erste Kerze am ersten Sonntag an. Die Woche darauf zwei, bis hin zum vierten Sonntag, an dem dann alle Kerzen brannten. Durch das zusätzliche Licht, das mit jeder Kerze hinzugefügt wurde, ebneten wir den Weg für Weihnachten auf eine langsame und besinnliche Weise.

Oft saßen wir im Wohnzimmer und lauschten deutschen Weihnachtsliedern. Ich erinnere mich noch an den ersten Sonntag, an dem wir im Dunkeln, mit nur einer angezündeten Kerze, saßen. Es war ein Hinweis auf das Kommen des Lichts der Welt, unseres Erretters. Die Musik war anders, als all die Weihnachtsmusik die wir sonst hörten. Es waren traditionelle deutsche Volkslieder, die mich näher zu meinem Erretter brachten.

In der Zweiten Woche brannten zwei Kerzen und das Licht leuchtete stärker. In der dritten Woche strahlte das Licht noch heller, auch wenn die erste Kerze bereits sehr klein geworden war. In der vierten Woche brannten alle Kerzen und der Raum wurde von einem himmlischen Licht erhellt. Die Lieder hörten sich an, als wären sie von einem himmlischen Chor gesungen worden. Weihnachten war gleich vor der Tür.

In meinen Gedanken schwelgte ich in der ersten Weihnachtsnacht, in der Christus in die Welt kam. Manchmal dachte ich an die drei Weisen aus dem Osten und wie sie in der Nacht dem Stern folgten, um den Ort zu finden, wo Jesus lag. Ich stellte mir vor, wie der Stern immer heller leuchtete, je näher sie an Betlehem herankamen. Ähnlich, wie der Adventskranz immer heller leuchtete, je näher wir Heilig Abend kamen. Andere Male nahm meine Mutter einen kleinen Nadelzweig vom Weihnachtsbaum und verbrannte ihn in einem Aschenbecher, während wir alle zusammen saßen. Der Geruch der verbrannten Nadeln brachte mich dazu, an die süßen Gewürze und Düfte zu denken, die dem neugeborenen Erretter als Geschenke überreicht wurden.

Jeden Sonntag die Kerzen des Adventskranzes anzuzünden, war der perfekte Weg, um als Familie Zeit miteinander zu verbringen. Wir ließen den Rest der Welt zurück. Wir saßen zusammen und hörten meiner Mutter beim Singen zu. Das war wie Nahrung für unsere Sinne. Nur zwei Dinge hätten das Ganze noch bedeutsamer gemacht – aus den Schriften zu lesen und als Familie zusammen zu beten. Aber wir wuchsen nicht in einem Haushalt auf, in der solche Dinge praktiziert wurden. Jedoch bin ich mir sicher, dass es die Erfahrung um einiges bereichert hätte. Dennoch war der Geist des Herrn bei uns – der Heilige Geist bezeugte mir, dass Jesus der Christus ist. Jetzt weiß ich es, wenn ich zurück an die zarten Gefühle denke, die einen bleibenden Eindruck in meinem Herzen hinterlassen haben – Gefühle, die ich nicht leugnen kann. Gefühle, die ich bis heute wie einen Schatz bewahre.

Sie können auf die Tradition des Adventkranzes aufbauen. Es könnte für sie und ihre Familie eine wundervolle Möglichkeit sein, den Sabbattag heilig zu halten. Sie könnten beispielsweise an den Sonntagen vor Weihnachten jeweils eine Stunde frei halten, um die Kerzen anzuzünden, in den Schriften über die Geburt Christi zu lesen und Lieder über Christus anzuhören. Für vier Sonntage hintereinander, können sie sein Licht in ihre eigene Welt bringen. Lassen sie es größer werden und einen bleibenden Eindruck bei ihrer Familie hinterlassen.

Wie werden wir ihn ehren?

Die Hirten näherten sich ehrfürchtig dem Stall, um dem König der Könige zu huldigen. Wie huldigen wir ihm in dieser Jahreszeit? Indem wir endlos einkaufen gehen? Indem wir umhereilen und unsere Wohnung schmücken? Erweisen wir so unserem Erlöser die Ehre? Oder besänftigen wir die gramgebeugte Seele, begegnen wir denjenigen wohlwollend, deren Leben ein höherer Sinn fehlt, verherrlichen wir Gott, indem wir seine Wünsche bereitwillig erfüllen? Jesus sagte ganz einfach: „Komm und folge mir nach!“
(Elder Ronald A. Rasband, „Ehre sei Gott“, Weihnachtsandacht, 2013)

Wenn wir uns vor Weihnachten auch nur pro Woche eine Stunde Zeit nehmen, um über die schlichte Geburt des Erretters, sein Leben und seine Mission, sowie sein errettendes Opfer für uns alle nachzudenken, können wir Schlaglöcher und Verkehrsunfälle des Lebens vermeiden, die unserer Freude in der  schönsten Zeit des Jahres im Weg stehen. Wir können wahre Jünger Christi werden.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt von Jannetje Ludwig. Im Original wurde er verfasst von Nanette O’Neal und ist hier zu finden: ldsblogs.com.

Wenn Sie mehr über Jesus Christus, Weihnachten und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage lernen möchten, dann besuchen Sie doch einfach eine der offiziellen Websites der Kirche, lds.org und mormon.org.