Letzte Woche habe ich meinen Zahnarzttermin, mein Passwort für Netflix (zweimal), den Geburtstag eines Freundes und meine eigene Telefonnummer vergessen. Schiebt es einfach auf mein fortgeschrittenes Alter (Anfang 30).

Schon als kleines Kind war ich Mr. Vergesslich. Trotz meiner jahrelangen Bemühungen, gedanklich weniger abwesend zu sein, und trotz genug gelber Post-it-Zettel mit der Aufschrift: „WICHTIG! VERGISS DAS NICHT!”, um ein kleines Land damit zu pflastern, vergesse ich immer noch so viele Dinge. Schließfach-Nummern, der Weg zum Haus eines Freundes, den Text von „Happy Birthday” – nenne was du willst, ich vergesse es.

Wo war ich gerade?

Ich bin vielleicht das Extrembeispiel, aber jeder kämpft mit Vergesslichkeit. Manchmal sind die Konsequenzen unbedeutend – man vergisst sein Telefon im Restaurant oder verpasst einen Termin. Aber manchmal, wenn wir Dinge vergessen, zum Beispiel wer wir sind, warum wir hier sind, die Segnungen, die wir bekommen haben, unser Potenzial – dann wird es ernst.

Unsere Geistigkeit leidet darunter. Unser persönlicher Fortschritt verlangsamt sich. Ein Großteil unserer Unzufriedenheit und nicht verwirklichten Potenziale rührt von unserer Vergesslichkeit her.

Ich bin überzeugt davon, dass das Evangelium deswegen so viel Wert darauf legt, dass wir uns erinnern. Die Erinnerung ist der Höhepunkt des Sabbats und der wichtigste Moment: beim Abendmahl, wenn wir versprechen „immer an ihn zu denken.”

Gott möchte, dass wir uns wöchentlich erinnern

Nicht, weil ein selbstsüchtiger Gott gierig all unsere Gedanken und Aufmerksamkeit für sich will, sondern weil er möchte, dass wir glücklich sind und uns an wichtige Wahrheiten erinnern. Danach zu leben ist der Schlüssel zu ewigem Glücklichsein.

Aber wie können wir darauf hoffen, immer daran zu denken, wenn es so leicht ist zu vergessen? Ich versuche immer noch das herauszufinden – und wie ich verhindern kann, mein Portemonnnaie zweimal im Monat zu verlieren. Mir wird mehr und mehr klar, durch meinen persönlichen Kampf mit der Vergesslichkeit, dass die Geheimnisse darum, sich erinnern zu können, gar nicht so geheim sind. Es sind kleine und einfache Dinge, die wir alle schon kennen, aber es schadet ja nicht, sie uns nochmal in Erinnerung zu rufen.

Koste seinen Tag aus #HisDay

Jede Woche haben wir einen Tag, an dem wir uns neu sammeln, verpflichten, aufladen und unsere Erinnerung auffrischen können. Am Sonntag haben wir die Gelegenheit, uns auf die wichtigen Dinge, die wir Montag bis Samstag aus den Augen verlieren, zu fokussieren und uns an den Erretter zu erinnern.

Es ist der Tag, an dem wir geistig wieder zu Atem kommen und unsere Reserven für die kommende Woche auffüllen können. Aber es liegt an uns, das Beste daraus zu machen. Wenn wir das tun, können wir uns besser erinnern, nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag.

Studiere in den Schriften

Diese Mahnung hast du unzählige Male gehört. Und das zu Recht. Wie Elder Christofferson sagt: „Die heiligen Schriften erweitern unsere Erinnerung, indem sie uns helfen, immer an den Herrn und unsere Beziehung zu ihm und zum Vater zu denken.”

Verbringe jeden Tag mindestens ein paar Minuten damit, in den heiligen Schriften zu studieren. Lade die Gospel Library App herunter, dann hast du sie immer dabei. Gibt es einen besseren Zeitvertreib im Zug als ein bisschen Matthäus 5 oder Moroni 7? Du kannst einfach Schriftstellen markieren und Notizen machen, um dich später daran zu erinnern, und du brauchst keine Buntstifte dafür mitzunehmen.

Aufschreiben, um sich zu erinnern

Ich lebe ein ziemlich langweiliges Leben. Würde ich ein Tagebuch führen, würde ein typischer Eintrag ungefähr so aussehen:

Ich habe mich angezogen. Bin arbeiten gegangen. Habe ein Sandwich gegessen. Habe mehr gearbeitet. Habe 100-mal mein Handy gecheckt. Habe nachgedacht, ob ich Sport machen soll. Habe stattdessen den Tag ferngesehen. Habe 200-mal mein Handy gecheckt. Bett.

Tagebuch schreiben

Und das Ganze wieder von vorn. Dein Leben mag zehnmal so aufregend sein wie meins, aber egal, ob das der Fall ist oder nicht: Ein Tagebuch hat mehr Potenzial als das einer bloßen Auflistung von Ereignissen. Du kannst es nutzen, um geistige Eingebungen, ein Zeichen der Hand Gottes in deinem Leben oder ein Gefühl, das du erlebt hast, niederzuschreiben. Du musst deine Einträge nicht mit „Liebes Tagebuch” beginnen oder sie „Tagebuch” nennen. Du kannst einfach die gelegentlichen Eindrücke in der Notizen-App auf deinem Handy eintippen.

Denke ans Gebet

Genau wie du einen geliebten Menschen anrufst, um ihn wissen zu lassen, dass du an ihn denkst, so kannst du auch in engem Kontakt mit Gott bleiben und ihn im Vordergrund deiner Gedanken halten, wenn du immer betest. Du kannst auch um die Kraft bitten dich zu erinnern und dem Erretter täglich nachzufolgen.

Folge dem Propheten

Wir verbringen im Durchschnitt 2 bis 5 Stunden täglich mit den sozialen Medien, abhängig davon, welche Studie man liest. Das sind viele Selfies, Katzen-Videos und Fotos von der perfekt aufgetischten Quiche. Wo du auch tweetest, pinnst, anstupst oder snappst – folge doch einfach mal der Kirche für deine tägliche Dosis Erinnerung. Das inspirierende Video oder Zitat von der Konferenz in deinem „Newsfeed” ist möglicherweise genau die Erinnerung, die du heute brauchst.

Teile Gutes

Folge der Kirche auf  Instagram, Facebook, Snapchat, Pinterest, oder Twitter. Hier ist eine Liste der offiziellen Profile der Ersten Präsidentschaft und der Zwölf Apostel.

Teile mit anderen, wie du dich erinnerst

Hast du deine eigene Methode, Vergesslichkeit zu bekämpfen und dich immer zu erinnern? Teile deine Geschichte oder Einblicke in den Kommentaren auf Facebook. Ich brauche jede Hilfe, die ich kriegen kann.


Sean Johnson aus Portland, Oregon, dient in der Primarvereinigung und unterrichtet die dreijährigen Sonnenstrahlen gemeinsam mit seiner Ehefrau, Joanna.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 28. Oktober 2016 auf www.lds.org/blog veröffentlicht. Der Autor ist Sean Johnson. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org