Ich liebe diese aufschlussreiche Aussage von Elder Boyd K. Packer: „Wenn wahre Lehre verstanden wird, ändern sich die Einstellung und das Verhalten. Wenn man sich mit den Lehren des Evangeliums auseinandersetzt, ändert sich das Verhalten schneller, als wenn man sich mit dem Verhalten auseinandersetzt. Sich mit unwürdigem Verhalten zu beschäftigen, kann zu unwürdigem Verhalten führen. Deshalb betonen wir so nachdrücklich das Studium der Lehren des Evangeliums“ („Little Children“ by Boyd K. Packer, Ensign, November 1986, p.17 – Englisch).

Lehre muss verstanden werden

Zu sehen ist eine Glühbirne in einer Hand, welche leuchtet, ohne dass sie angeschlossen wäre.

Wir alle kennen die Lehren, die für ein erfolgreiches Familienleben unerlässlich sind. Dennoch sind wir nicht sehr gut darin, diese Lehren in unseren Familien anzuwenden. Forschungen im Bereich Familienleben zeigen, dass wir Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage andere Ansichten über die Familie haben, aber unsere Praktiken spiegeln die der uns umgebenden Kultur wider.

  • Wir wurden beispielsweise gelehrt, Friedensstifter zu sein, aber wie viele von uns finden häufig Fehler an unseren Ehepartnern?
  • Jesus war ein perfektes Beispiel für Mitgefühl, aber wie oft versagt unser Mitgefühl bei unseren Kindern?
  • Die Schriften machen deutlich, dass wir vergeben sollen, aber wie oft hegen wir Groll gegenüber Familienmitgliedern und machen ihnen Vorwürfe?

Was ist denn da los? Warum verändert die Lehre uns nicht?

Elder Packer sagte, dass die Lehre verstanden werden muss, um uns zu verändern. Und Verständnis erlangt man nicht auf einmal. Es braucht Ausdauer.

„Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und euch am Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt, werdet [ihr] ewiges Leben haben“ (2. Nephi 31:20).

Veränderung ist kein unmittelbarer, einstufiger Prozess.

Lehre muss angewendet werden

Zu sehen ist ein geöffnetes Ringbuch auf welchem ein Stift liegt. In Bezug auf die Lehre entscheiden wir, ob wir sie anwenden und dadurch Seiten unseres Buches füllen, oder ob die Seiten unberührt und weiß bleiben.

Stelle dir vor, du besuchst eine Sonntagsschulklasse, die dich durch den Unterricht reiner Lehre inspiriert. Als du die Klasse verlässt, willst du ein besserer Heiliger sein. Was passiert als nächstes?

  1. Unsere erste Reaktion beim Erlernen neuer Lehren ist die Zustimmung. Wir nicken in Anerkennung und Übereinstimmung. Aber dann denken wir nicht unbedingt darüber nach, wie wir diese Lehre auf unsere Nachfolge anwenden oder auf der Grundlage des Gelernten handeln können. So schaffen es die meisten Lehren nie in unser tatsächliches Familienleben. Sie stehen im Bücherregal unseres Geistes, wie so viele schöne Buchgeschenke, die nie gelesen werden.
  2. Das Leben irritiert uns. Vielleicht verletzen wir eines unserer Kinder mit unserer Ungeduld. Wenn wir uns beruhigen, schmerzt uns unsere Heuchelei. Wir wissen es besser. Wir wissen, dass wir besser sein sollten, aber wir handhaben die Dinge weiterhin auf die alte Weise. Also fühlen wir uns schuldig. Wir wissen nicht, wie wir die Lehre anwenden sollen – oder wir wissen nicht, wie wir unser Fehlverhalten als gefallene Menschen mithilfe seiner Heiligkeit unterbrechen können. Wir sind festgefahren und traurig in unseren Denk- und Handlungsgewohnheiten.
  3. Wir sind entschlossen, es besser zu machen. Wir experimentieren. Oft fühlen wir uns dabei unbeholfen und unfähig. Vielleicht versuchen wir aufrichtig, das Beste in unserem Ehepartner zu sehen. Vielleicht bemühen wir uns, unserem Ehepartner Komplimente zu machen. Aber am nächsten Tag tut unser Ehepartner etwas, das uns irritiert, und anstatt weiterhin Anerkennung zu zeigen, sind wir wieder dabei Fehler zu finden. Wir stoßen auf eine Hürde und unser fester Entschluss, die Lehren zu leben, schwindet dahin. An diesem Punkt werden wir wahrscheinlich aufgeben und zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren.

Aber es gibt eine Alternative.

Lehre muss gelebt werden

Zu sehen ist eine Familie, die auf dem Boden kniend miteinander betet. Das ist ein tolles Beispiel für gelebte Lehre.

Wenn unsere ersten Versuche nicht ganz erfolgreich sind oder wenn wir in alte Gewohnheiten verfallen, versuchen wir es noch einmal. Wir können uns fragen:

„Habe ich den besten Weg für mich gefunden, die Lehre umzusetzen?“

Wenn wir versuchen, unseren Ehepartner durch die Augen der Liebe – der Liebe Christi – zu sehen, könnten wir unseren Tag mit dem aufrichtigen Gebet um Hilfe beginnen. Wenn wir uns auf einen Fehler konzentrieren, halten wir vielleicht an und beschließen, uns an einige der besten Eigenschaften unseres Liebsten zu erinnern. Oder wir denken über die Lehre nach und entwickeln eine Idee, die besser für uns funktioniert.

Wenn wir Wege finden, die für uns funktionieren, lernen wir, wie wir eine neue Gewohnheit stärken können. Die neue Praxis wird natürlich. Wir können die Gewohnheiten beibehalten. Das ist es, was man unter einem „authentischen Leben“ versteht.

Dann ergibt sich eine neue Herausforderung, da Gott uns eine neue Lehre lehrt und uns vor neue Herausforderungen stellt.

Hier ein weiteres Beispiel für die Umsetzung des Veränderungsprozesses: Wir beschließen, unseren Kindern gegenüber nie Vorträge zu halten, wenn wir gereizt sind. Vielleicht lernen wir zu sagen:

„Ich muss darüber nachdenken.“

Wir beruhigen erst unser Gemüt, damit die Lehre des Mitgefühls ihren Weg in unseren Geist, unser Herz und unseren Mund finden kann.

Wir werden es nicht schaffen, die Lehre in eine Jüngerschaft zu verwandeln, wenn wir nicht hartnäckig sind – es sei denn, wir verstehen die Lehre mit unserem ganzen Wesen. Wir müssen auch Gott um die Barmherzigkeit bitten, nicht nur unseren Geist, sondern auch unsere Herzen und unsere Praktiken zu verändern.

Das Familienleben ist das Labor für die Nachfolge. Es bietet uns mehr als jeder andere Ort die Möglichkeit, die Lehre in Nachfolge zu verwandeln. Wenn wir demütig genug sind, um die Notwendigkeit von Umkehr und himmlischer Hilfe zu erkennen, und wenn wir entschlossen sind, werden wir verändert werden.

Aber Jüngerschaft kommt nicht ohne weiteres.

Lehre verändert uns, wenn…

Zu sehen ist Jesus Christus, der einen Mann auf dem Boden sitzend umarmt. Christus hat seine Lehre, nämlich andere zu lieben, immer in Perfektion vorgelebt.

Die Lehre verändert uns, wenn sie verstanden und angewendet wird. Sie ändert uns nicht, wenn wir halbherzig daran arbeiten sie umzusetzen.

Sobald wir ein Musikstück gemeistert haben, wird Gott mit uns feiern. Dann wird er uns ein anderes zum Lernen anbieten. Das Wachstum geht immer weiter und wird von jemandem geleitet, der perfekt weiß, wie man die einfachen Arbeiter der Erde in himmlische Jünger verwandelt. Er liebt uns und wird nie müde uns zu helfen.

„Durch sie wurden uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr (…) an der göttlichen Natur Anteil erhaltet.

Darum setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, mit der Tugend die Erkenntnis,

mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der Ausdauer die Frömmigkeit,

mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe.

Wenn dies alles bei euch vorhanden ist und wächst, dann nimmt es euch die Trägheit und Unfruchtbarkeit, sodass ihr Jesus Christus, unseren Herrn, immer tiefer erkennt.“ (2. Petrus 1:4)


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf ldsmag.com unter dem Titel „Why Doctrine Doesn’t Change Us” veröffentlicht. Der Autor ist Wallace Goddard. Übersetzt von Janine Windhausen.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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