„Vor kurzem war ich mit meinem zwölfjährigen Enkel Ski fahren. Gerade als wir die gemeinsame Zeit so schön genossen, geriet ich auf eine vereiste Stelle und landete schließlich nach einem fulminanten Sturz auf einem steilen Abhang. Ich probierte alles aus, um wieder aufzustehen, aber es ging nicht – ich war hingefallen und konnte mich nicht wieder aufrichten. Körperlich ging es mir gut, aber mein Ego war ein wenig angeknackst… Ich fragte mich schon, was wohl zu meiner Rettung erforderlich wäre, da tauchte mein Enkel neben mir auf…  Er sah mir in die Augen, reichte mir die Hand und sagte mit fester Stimme: „Opa, steh jetzt wieder auf!“ Im Nu stand ich…Was mir kaum einen Augenblick zuvor unmöglich erschienen war, war auf einmal Tatsache geworden – und das nur, weil ein zwölfjähriger Junge mir die Hand gereicht und gesagt hatte: „Steh jetzt wieder auf!“ Das hatte mir einen richtigen Schub an Zuversicht, Begeisterung und Kraft gegeben…Ich habe an diesem Tag an dem schneebedeckten Abhang etwas gelernt: Selbst wenn man glaubt, man könne sich nicht mehr aufrichten, besteht immer noch Hoffnung. Wir Sterblichen werden niemals ohne Mühe und Disziplin zum Meister oder ohne dass wir Fehler begehen…Unser Schicksal hängt nicht davon ab, wie oft wir hinfallen, sondern wie oft wir uns wieder aufrichten, den Staub abschütteln und vorwärtsgehen.” (Dieter F. Uchtdorf, GK 10/13)

Es liegt ganz an uns, ob wir uns damit zufrieden geben, wo und was wir sind, oder ob wir darauf hinstreben, an uns zu arbeiten und uns zu verbessern. Gute Ziele können maßgeblich beeinflussen, was mit unserem Leben geschieht.

Eines der besten Ziele, das ich mir für mein ganzes Leben gesetzt habe, ist, niemals davor zurückzuschrecken, an mir zu arbeiten und aus mir ständig eine bessere Person zu machen. Oft lassen wir uns entmutigen und denken, dass wir ein Problem nicht überwinden können und eine Charakterschwäche nicht ablegen können.

Ziele ohne Arbeit erreichen? – Nie und Nimmer!

Seit wann aber ist das Leben einfach? Viele unserer guten Ziele erfordern harte Arbeit.

Kein Musiker, der jemals in der Carnegie Hall aufgetreten ist, hat das geschafft, ohne zu üben und hart dafür zu arbeiten. Die Kunstwerke, die wir im Louvre sehen können, entstanden nicht zufällig, weil ein Amateur sich daran versuchte. Großartigkeit erfordert hunderte Stunden Ausbildung und Übung.

Jeder Mensch auf dieser Erde hat eine Gabe. Es ist eine große Verantwortung, die eigene Gabe zu erkennen und sie weiterzuentwickeln. Wir sind nicht alle Künstler und Musiker. So manch einer hat ein Talent ganz anderer Natur. Mancher hat vielleicht die Gabe, mitfühlend zu sein, ein anderer die Gabe, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Wir können unsere Gaben verstecken oder zu Großartigem entwickeln. Arbeit macht den Unterschied.

Wenn wir nicht sähen, können wir nicht ernten.

Nur wenn wir sähen, können wir auch ernten.

Unser Leben auf dieser Erde dauert nur einen kurzen Augenblick. Es liegt in unserer Hand, ob wir diese Zeit dazu nutzen, Gutes zu tun oder sie mit belanglosen, irdischen Dingen anfüllen. Wenn wir eifrig versuchen, die Gaben und Talente, die uns gegeben wurden, zu entwickeln und jeden Tag anzuwenden, können wir dazu beitragen, dass die Menschheit davon Nutzen hat; wir können helfen, Christi Werk auf der Erde voranzutreiben und unseren Vater im Himmel zu verherrlichen.

„…[so] sollt ihr ernstlich nach den besten Gaben trachten und immer bedenken, wozu sie gegeben sind;denn wahrlich, ich sage euch: Sie sind zum Nutzen derer gegeben, die mich lieben und alle meine Gebote halten, und dessen, der dies zu tun trachtet; damit allen genutzt sei, die suchen oder die mich bitten.” (LuB 46:8,9)

Rechenschaft über uns selbst ablegen

Vor kurzem feierte ich meinen 60. Geburtstag. Das hat dazu geführt, dass ich mein Leben reflektiert und ausgewertet habe. Ich habe keine Angst davor, älter zu werden. Jedes graue Haar und jede Falte habe ich mir verdient. Ich frage mich allerdings, ob ich meine 60 Jahre weise genutzt habe. Wie viele Gelegenheiten, Gutes zu tun, habe ich nicht genutzt? Habe ich alle meine Gaben entdeckt? Habe ich die Gaben, von denen ich weiß, weiter ausgebaut? Gute Ziele helfen uns dabei, unser Potential zu erreichen.

Ich hoffe, dass ich, wenn ich eines Tages beim Jüngsten Gericht vor dem Richterstuhl stehe, nicht gefragt werde, weshalb ich eine Gabe nicht eingesetzt habe oder, was noch schlimmer wäre, mir gezeigt wird, wem ich hätte helfen können, wenn ich das Talent weiterentwickelt hätte.

„Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten.” (1. Timotheus 4:14)

Ich habe mir vorgenommen, dass ich, wenn ich auf meine Ziele hinarbeite, auch Zeit damit verbringen werde, darüber nachzudenken, welches meine geistigen Gaben sind und wie ich sie nutzen kann, um Gutes zu tun. Ich möchte, dass der Erlöser mich dafür einsetzt, sein Werk auf Erden voranzubringen. Ich werde niemals ein Konzertpianist oder berühmter Künstler werden. Ich werde nicht der nächste Jonas Salk sein, der mit einem Impfmittel Millionen Leben rettete.  Meine Gaben sind anders als diese Gaben – aber jede meiner Gaben habe ich von einem liebenden himmlischen Vater erhalten, um meinen Mitmenschen zu dienen. Nun liegt es an mir, ob ich mich den Herausforderungen stelle, davor zurückschrecke oder mein Bestes gebe. Ich muss mich entscheiden, ob ich nach einem weit entfernten Ziel strebe, das schwierig zu erreichen, aber ohne Zweifel nützlich ist, oder mich träge damit zufrieden gebe, wo ich bin. Ich hoffe, ich entscheide mich nie für Stillstand. Ich möchte so gut leben wie möglich – bis zu meinem letzten Atemzug.

Wenn wir gefallen sind, stehen wir wieder auf! Machen wir weiter und geben niemals auf! Auf dass wir immer danach streben unser bestes Ich zu sein und unser Leben nach allen Kräften auf die bestmögliche Art und Weise leben.


Tudie Rose

Tudie Rose hat vier Kinder und zehn Enkelkinder in Sacramento, Kalifornien. Ihr könnt ihr auf Twitter unter @TudieRose folgen. Sie schreibt einen Blog, der unter http://potrackrose.wordpress.com zu finden ist.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 9.1.2015  auf ldsblogs.com unter dem Titel Goals: You Must Decide” veröffentlicht. Der Text wurde gekürzt und teilweise angepasst. Die Autorin ist Tudie Rose. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.