Hast du jemals einen Marktstand auf dem Land besucht? In New Jersey und Pennsylvania gibt es sie überall. Die Pfirsiche sind so reif, nach einem Bissen läuft der Saft dein Gesicht runter. Oder der Mais ist so süß, du brauchst nicht mal Butter dazu. Die Frühstückstomaten sind so prall, eine Scheibe reicht für ein Sandwich vollkommen aus. Und die frisch gepflückten Äpfel sind so fest und knackig, ihr Aroma übersteigt den Geruch eines Zimmers voller Duftkerzen. Dies sind alles Früchte einer wohl kultivierten Ernte – die Freuden der sommerlichen Erntezeit. Wenn du die Ernte direkt vom Bauern probierst, kommst du immer wieder, um mehr zu kaufen.

Bauern kennen das Geheimnis, wie man gute Früchte produziert, Saison für Saison. Sie bereiten den Boden vor, pflanzen ihre Feldfrüche oder schneiden die Obstbäume; sie nähren sie und bringen eine beträchtliche Ernte ein. Bevor der Boden sich im Winter verhärtet, wird er noch einmal vorbereitet. Ein altbewährtes System, wohl bekannt, oft probiert und wert, dass man jedes Jahr darauf zurückkommt. Lasst uns den Sonntag wie eine Ernte betrachten. Wenn wir uns einzeln jedes Element ansehen, ist es nicht schwer, den Sabbat so zu lieben wie die Früchte der Saison.

Der Sabbat hat Saison – wöchentlich, alle sieben Tage

Als der himmlische Vater die Erde erschuf, arbeitete er sechs Tage lang und am siebten Tag ruhte er sich aus. Er hat uns das Gebot gegeben, genau das auch zu tun – arbeitet sechs Tage und am siebten ruht euch aus. Für diejenigen, die diesem Muster wirklich folgen, wird der Ruhetag zu einem Jungbrunnen. Unser Körper und unser Verstand brauchen diese Zeit, um sich für eine neue Woche harter Arbeit zu wappnen. Es kann schwer sein, seinen Rhythmus zu verlangsamen und runterzuschalten, besonders dann, wenn man lieber weitermachen würde. Mir ist aufgefallen, dass wenn ich meine Arbeit für einen Tag bei Seite tue – sie wirklich zur Seite tue, also mental, körperlich und geistig – ich kreativer bin, mehr Energie habe und am Montag effektiver bin, als wenn ich mir die Ruhezeit nicht nehme.

Die Erde des Sabbats— ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist in den Boden einbringen

Glaube ist erst der Anfang.

Der himmlische Vater hat uns nicht einfach nur aufgetragen, uns von unseren Arbeiten auszuruhen. Er möchte, dass wir uns Zeit nehmen, in Dankbarkeit an unseren Erlöser, Jesus Christus, zu denken und an seine Rolle im Plan der Erlösung. Gottes ewiger Plan beinhaltet die Möglichkeiten geboren zu werden, durch unsere Entscheidungen in diesem Leben zu lernen und zu wachsen und wieder zu ihm zurückzukehren. Unser Geist und unser Körper können permanent durch die Gnade des Sühnopfers durch Christus rein sein. Ohne Christus könnten wir keinen Fortschritt machen oder in einem perfekten Zustand in die Gegenwart Gottes zurückkehren. Dies ist das größte Geschenk an die Menschheit: ewiges Leben. Ist es zu viel verlangt, demjenigen, der sein Leben dafür gegeben hat, um uns zu erretten, zu danken? Ist es zu viel verlangt, dass wir uns regelmäßig an ihn und sein Opfer erinnern?

Es liegt in unserer Natur, diejenigen zu ehren, die ihr Leben gaben, um eine Treuepflicht zu erfüllen. Gedenkstätten werden überall auf der Welt errichtet und beibehalten, um den Soldaten Anerkennung zu zollen, die im Kampf um Freiheit und Schutz für ihr Volk ihr Leben ließen. In Frankreich steht eine feierliche Gedenkstätte für die amerikanischen Piloten, die im Ersten Weltkrieg für die Franzosen kämpften. Es ist das Lafayette-Escadrille-Denkmal in St. Cloud, außerhalb von Paris. Jedes Jahr am Volkstrauertag gehen die lokalen Bürger und Amerikaner dorthin, um diejenigen zu ehren, die für sie starben. Sie tun es bis zum heutigen Tag noch, fast 100 Jahre, nachdem der Krieg vorüber ist.

Diese Gewohnheit der Erinnerung ist nicht untypisch. Es ist also leicht zu verstehen, warum Gott uns geboten hat, den Sabbat heilig zu halten. Es ist eines der originalen Zehn Gebote, welche er Moses gab, damit er die Israeliten darüber belehrte. Wir sollten uns an den einen Menschen erinnern, der das ultimative Opfer für alle brachte, damit wir mit unseren himmlischen Eltern und Jesus Christus wiedervereint werden können.

Halte den Sabbat-Tag heilig!

Um diese Ehre zum Ausdruck zu bringen, lasst uns den Sabbat mit einem offenen Herz begrüßen. Denkt dabei daran, dass wir den Boden für unsere Ernte vorbereiten – wir bringen ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist vor den Altar. In Wirklichkeit ist das alles, was wir anbieten können. Wir können das Geschenk nicht abbezahlen – es ist schließlich ein Geschenk. Aber wir können ihm unseren Dank und die Bereitschaft, uns an ihn zu erinnern, geben. Das verlangt, dass wir einen Blick auf unser Leben werfen, bereit sind, unsere Fehler zu sehen, und den Wunsch danach haben, uns für immer zu bessern. Wir können unsere Sünden aufgeben und ihm auflasten, so können wir heilen. Er kann uns erneuern, Woche für Woche.

Wenn unser Boden bereit ist, wenn unsere Herzen reuig sind, werden wir reich an Glauben. Wir haben Glauben, dass der Erretter uns erlösen wird. Wir sind bereit umzukehren und erhalten im Gegenzug ein reines Herz. Wir sind bereit seinen Rat anzunehmen und die Segnungen einer geistigen Ernte zu empfangen.

Die Ernte des Abendmahls— das Brot und Wasser sind der Beginn eines heiligen Musters

Wenn wir den Namen Jesu Christi auf uns nehmen, versprechen wir, seine Gebote zu halten, damit sein Geist immer bei uns ist. Stell dir vor, den ganzen Sommer darauf zu warten, dass die Ernte bereit ist. Endlich fährst du zum Markt und siehst die Menge an Früchten und Gemüse. Du kaufst ein, packst alles ins Auto und machst dich auf den Heimweg. Der Geruch der frischen Ernte füllt dein Auto und erfüllt deine Sinne – du kannst es kaum erwarten, in den Pfirsich zu beißen. Die Segnungen der Vergebung sind genauso. Sie ist ein durststillendes Geschenk – Wasser für eine ausgetrocknete Seele. Wenn du dir vorstellen kannst, die lang ersehnte Ernte zu schlemmen, stell dir den Sabbat als ein Schlemmen für die Seele vor. Der größte Ertrag der Ernte ist Vergebung. Wieder rein zu sein ist ein Gefühl, auf das es sich zu warten lohnt. Zudem bekommen wir das Versprechen, seinen Geist immer bei uns zu haben – immer. Egal was du getan hast um den Heiligen Geist zu verschrecken: Wenn du umkehrst und vom Abendmahl nimmst, wird dir versprochen, dass du seinen Geist immer bei dir hast.

Durch das Sühnopfer können wir unsere Schwächen in Stärken verwandeln.

Die Ernte des Sabbattages—eine Erfahrung, die den ganzen Tag andauert

Wenn wir uns einen Tag Zeit nehmen, um an den Erlöser zu denken, endet dieser Tag dann nach den Kirchenversammlungen? Früher war es so für mich, aber ich habe herausgefunden, je mehr Zeit ich am Sonntag dem Herrn widme und meine Dankbarkeit zeige, desto mehr habe ich seinen Geist unter der Woche bei mir. Es ist ein Geschenk, von unseren täglichen Aufgaben ausruhen zu können, aber es ist ein noch größeres Geschenk, uns geistig wieder aufladen zu können. Warum sollten wir nicht den ganzen Tag nutzen, um den Erlöser zu ehren? Der Tag beginnt damit, in die Kirche zu gehen. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gibt es jeden Sonntag drei wichtige Versammlungen – die Abendmahlsversammlung, in der wir vom Abendmahl nehmen und Ansprachen über den Erlöser hören; die Sonntagsschule, wo wir Grundsätze des Evangeliums aus den heiligen Schriften lernen; die Versammlung der Frauenhilfsvereinigung und des Priestertums, wo Evangeliumsprinzipien deutlich dargelegt werden. Es lohnt sich, an allen drei Versammlungen teilzunehmen. Um den Rest des Sabbats zu genießen, kannst du ihn zu einem Familientag machen, du kannst die Kranken oder Älteren besuchen oder in dein Tagebuch oder Briefe schreiben und nachdenken. Fang an, indem du eine der Aktivitäten auswählst. Wenn du die Vorteile davon bemerkst, kannst du noch mehr tun.

Es muß notwendigerweise so sein, daß dies ein gutes Samenkorn ist oder daß das Wort gut ist, denn es fängt an, meine Seele zu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten; ja, es fängt an, mir köstlich zu sein (Alma 32:28).

Der Sabbat — kann er köstlich sein?  

Den Sabbat zu heiligen ist eine gute Sache für uns, etwas, was wir in unserem Leben brauchen. Es nährt unser hungerndes Herz. Es heilt unsere schmerzende Seele. Es trägt uns eine weitere Woche. Wir können uns dem Herrn neu verpflichten, indem wir unsere Sabbat-Gestaltung und Gewohnheiten verfeinern. Dann ernten wir die Belohnungen einer fruchtbaren, köstlichen Ernte.

Nur er ist vollkommen.


Über Nanette O`Neil

Nanette O’Neal liebt das Evangelium und freut sich, ihr Zeugnis auf LDS-Blogs zu teilen. Sie hat sich zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzte Tage bekehrt und fühlt den Heiligen Geist immer noch in ihrem Herzen brennen. Sie hat einen Abschluss von der Mason Gross School of the Arts in Musik und hat Kinder und Erwachsene privat und öffentlich über 20 Jahre in Musik unterrichtet. Nanette studiert das Evangelium und die Kunst des Schreibens. Sie schreibt wöchentlich inspirierende Artikel auf ihrem Blog und arbeitet derzeit an einem LDS-Fantasy-Roman, „A Doorway Back to Forever”. Du kannst sie unter NanetteONeal.blogspot.com finden. Nanette hat einen tollen Ehemann, einen talentierten Sohn und drei schöne Hunde.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 6. September 2015 auf www.ldsblogs.com veröffentlicht. Die Autorin ist Nanette O’Neal. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.