In der Sportwelt ist der Sonntag DER Tag für Wettbewerbe. Das ist auch bei den Olympischen Spielen so. Vorentscheidungen, Spiele, Wettbewerbe und Finalspiele fallen auf Sonntage, was dazu führt, dass viele Mormonen für sich eine vielleicht schwere Entscheidung treffen müssen, vor allem, da es sich um den Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere handeln könnte.

Die beiden neuseeländischen Mormoninnen Charmian Purcel and Nonila Wharemate trafen schon früh in ihrer Karriere als Profi-Sportler die Entscheidung, nicht an Sonntagen zu spielen. Als Wharemate im College das Angebot zu einer professionellen Karriere bekam, machte sie von Anfang an klar, dass sie sonntags weder trainieren noch spielen würde.

Diese Entscheidung brachte sogar die Teilnahme der beiden an den Olympischen Spielen 2008 in Gefahr; eine recht furchteinflößende Aussicht für zwei Basketballerinnen, die aus einem Land kommen, das im weiblichen Basketball bei den Olympischen Spielen kaum eine Rolle spielt.

Als UTEP Athletics Wharemate fragte, ob sie dachte, dass sie jemals bei den Olympischen Spielen dabei sein würde, sagte sie: „Ich dachte wirklich nicht, dass das passieren würde. Australien ist eine Basketball-Supermacht, und normalerweise müssten wir sie schlagen, um an den Olympischen Spielen teilzunehmen.”

Da Australien jedoch 2006 die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, war Australien automatisch gesetzt, wodurch Neuseeland sich nicht gegen sie durchsetzen musste, als es bei der Ozeanien-Meisterschaft mitmachte und gewann.

Aber auch nachdem die Teilnahme Neuseelands an den Spielen gesichert war, bestand noch keine Garantie, dass die beiden Mormoninnen es in die Mannschaft schaffen würden – vor allem deswegen nicht, weil die beiden sich weigerten, sonntags zu spielen, was den damaligen Trainer Mike McHugh in Verlegenheit brachte.

„Aber wir blieben dabei”, sagte Purcell den Deseret News, „und er entschied sich, uns beide trotzdem mitzunehmen.”

„Ich war völlig aus dem Häuschen, dass ich gegen die besten Spieler der Welt antreten durfte. In Neuseeland wird in dieser Sportart für Frauen nicht gerade viel Geld ausgegeben; jede von uns, die es schaffte, hat richtig hart dafür arbeiten müssen”, sagt Purcell. „Und das ist es wert, wenn du im Trikot deines Landes mit einer Mannschaft, die du liebst, gegen die Besten der Welt antreten darfst.”

Das einzige, was diese Erfahrung noch besser machte, war, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester Natalie Purcell im gleichen Team spielen durfte.

Vor den Neuseeländerinnen lag kein einfacher Weg. Und nachdem sie anfangs zwar gegen Mali gewannen, verloren sie daraufhin die nächsten drei Spiele. Purcell und Wharemate wussten, dass das darauffolgende fünfte Spiel nun ihre letzte Chance darauf wäre, an den Olympischen Spielen zu spielen. Das Spiel würde jedoch an einem Sonntag stattfinden; Purcell und Wharemate blieben sich treu.

„Für mich war es von Anfang an Teil des Deals, nicht sonntags zu spielen”, sagte Wharemate den Deseret News. Und weder potentieller Ruhm noch die Möglichkeit, gegen das amerikanische Team zu spielen, konnte die Prinzipien der beiden erschüttern.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 15.8.2016 auf ldsliving.com veröffentlicht. Die Autorin ist Danielle B. Wagner. Übersetzt von Kristina Vogt.

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