– und wie wir sie verspüren können

Dieser Artikel ist die Adaption eines Kapitels aus „The Shift: How Seeing People as People Changes Everything”

Die Heimkehr

Zu sehen ist das Gesicht einer Frau, der eine Träne über die Wange läuft. Das Bild ist schwarz und weiß.

Ich kehrte mit einem ungeheuren Widerwillen von meiner dritten Geschäftsreise nach Hause zurück. Ich wusste, was ich zurückließ und ich wusste, wohin ich zurückkehrte und ich glaubte nicht, dass ich mich dem Alltag wieder stellen könnte. Ich saß im Auto und blickte durch einen düsteren und trostlosen Regen auf unsere winzige Wohnung. Ich wollte nicht hineingehen, nicht zurück zu meinem undankbaren, nichtsnutzigen Ehemann und meinen streitsüchtigen Kindern, die während der Hausaufgaben und Arbeiten im Haushalt, bei denen ich zusehen musste, dass sie erledigt wurden, nörgelten und sich beklagten. Ich wollte nicht hineingehen und so tun als sei ich froh, wieder daheim zu sein, während ich in Wirklichkeit weit weg viel glücklicher gewesen war.

Die traurige Wahrheit ist, dass ich zu Hause unglücklich war.

Unglücklich und enttäuscht und gefangen in einer Art und Weise, die wahrscheinlich viele Menschen nachvollziehen können: Ich fühlte mich unterdrückt und eingeengt, weil ich von Menschen umgeben war, die mich – auf die ein oder andere Weise – enttäuscht hatten.

Das Problem war nicht, dass ich sie nicht liebte – ich liebte einen jeden von ihnen. Ich fühlte mich einfach nicht glücklich in ihrer Nähe. Ich fühlte mich durch sie belastet und überfordert. Wenn ich schlecht drauf war und meinem Mann wütend die Meinung sagte, wehrte dieser sich sofort mit etwas Verletzendem – egal, wie viel Wäsche er mir hinterlassen hatte oder wie spät mein Flieger zurückkam. Wenn ich meinen Sohn lautstark zurechtgewiesen habe, weil dieser nie sein Geschirr wegräumte, dann rollte dieser spöttisch die Augen und sagte „Übertreib nicht!” Und es gab niemanden, der sich für mich einsetzte.

Das Problem

Auf diesem Bild ist eine Frau zu sehen, die mit dem Rücken an einer Hauswand lehnt und betet. Sie scheint verzweifelt zu sein.

Ich habe vor Kurzem angefangen, zur Untersuchung einer Pflegeheimgesellschaft herumzureisen, und das machte mein Elend nur noch schmerzlicher. Zu meiner Überraschung fand ich heraus, dass Pflegeheime freundlich und fürsorglich sind (die guten jedenfalls) und dass die dortigen Angestellten selbstlos, fröhlich und zuvorkommend sind. Die Gesellschaft, die ich untersuchte, bemühte sich besonders um etwas, was sie selbst als „Menschen als Menschen sehen” bezeichnete und beinhaltet, dass man Zeit miteinander verbringt, seine Patienten auf eine persönliche Weise kennenlernt und eine Kultur der Hilfsbereitschaft fördert. In vielerlei Hinsicht war diese geeinte, hilfsbereite und liebevolle Pflegeheimgesellschaft, in der sich Menschen um diejenigen kümmerten, die sich nicht länger selbst um sich kümmern konnten, ein scheinbarer Vorgeschmack dessen, wie das celestiale Reich sein musste.

Eine Gruppe von Menschen, die Hand in Hand arbeiten, um anderen zu dienen – so lernte ich – schafft eine Atmosphäre vitalisierender Zufriedenheit, die man wie eine sanfte Umarmung spüren konnte. Eine Gruppe von Leuten in Zwiespalt hingegen schafft eine Atmosphäre erdrückenden Elends, die man wie Gift in seinen Körper sickern spüren kann. Mein Mann benahm sich, als ob alles, was ich tat, ein Fehler sei, obwohl ich den ganzen Haushalt schmiss und einer Vollzeitarbeit nachging. Meine Kinder freuten sich nie, mich zu sehen, weil ich sie dazu bringen musste, Arbeiten im Haushalt zu übernehmen. Sie widersprachen mir, meckerten und waren für nichts dankbar, was ich für sie tat – und mein Mann korrigierte sie nie.

Ich war völlig alleingelassen und das Evangelium half mir nicht! Ich widmete Jahre dem Fasten, Beten und dem Besuchen des Tempels und trotzdem änderte sich mein Mann nicht.

Und es war zu spät, etwas daran zu ändern. Ich habe immer versucht, das Richtige zu tun, aber etwas ist schiefgelaufen. Mein Mann hat sich verändert und nun steckte ich mit seinem neuen Selbst fest. Wenn ich keine Scheidung wollte, dann wäre diese dunkle Trostlosigkeit eben die Realität für mich – die endlos langen Jahre, die sich zäh durch einen düsteren Nebel zogen, der es noch nicht einmal vermochte, vernünftig zu regnen. Dieses Pflegeheim-Untersuchungs-Projekt verschlimmerte die Dinge nur noch. Ich gewann einen kurzen Einblick in ein besseres Leben. Ich sehnte mich danach. Doch wegen der Ehe und Familie, mit der ich nun festsaß, konnte ich es nicht erreichen.

Es hatte den Anschein, als ob das Beste, auf das ich hoffen konnte, ein Ausharren bis zum Tod war. Und dann zu hoffen, dass ich es in celestiale Reich schaffe, wo jeder mich nett und wertschätzend behandeln würde. Ich saß so lange in meinem Auto, wie ich es rechtfertigen konnte und scheute mich davor, in die Wohnung zu gehen. Die kondensierende Feuchtigkeit beschlug die Fenster und überzog mich mit der Gewissheit, dass niemand in meinem Leben christusähnliche Liebe für mich empfand.

Die Lösung: Christusähnliche Liebe

Auf diesem Bild ist Jesus zu sehen, der die weinenden Maria und Martha im Arm hält. Ein passendes Bild für chritusähnliche Liebe.

Wenn ich mich jetzt auf diesen Abend zurückbesinne, dann erstaunt es mich am meisten, wie hoffnungslos, blind und unermesslich falsch ich mit allem lag, was ich im Auto an diesem Abend dachte und empfand.

Es stimmt zwar, dass ich mich elend fühlte – das tat ich auf jeden Fall -, aber ich lag falsch mit dem Weshalb und damit, wer dafür verantwortlich war. Und ich lag absolut falsch mit der Einschätzung, es sei unmöglich, jemals wieder ein pulsierendes und glückliches Leben führen zu können. Ich lag beinahe in jeder erdenklichen Hinsicht falsch. Heute halte ich mich für Frau Falschina McFalsch! Die Wahrheit ist, dass ich jetzt ein großartiges Leben habe – Seite an Seite mit genau denselben Menschen, die mich einst so unglücklich gemacht hatten. Mein Mann ist ein wertschätzender und unterstützender Partner und meine Kinder sind lieblich und entzückend.

Die Sache ist die: Ich schuf mein eigenes Elend. Und später habe ich mein eigenes Glück geschaffen.

Es kommt alles auf reine und christusähnliche Liebe an.

Menschen als Menschen sehen

Auf diesem Bild ist im Vordergrund ein Mann mit seinem Hund zu sehen, im Hintergrund ein riesengroßer Gorilla.

Dieses Gerede von „Menschen als Menschen sehen” ist erklärungsbedürftig. Natürlich sehen wir alle Menschen als Menschen – ich wollte damit nicht behaupten, dass wir vergessen, was Menschen sind und sie aus Versehen mit Stühlen verwechseln. Aber es gibt mehr als einen Weg, Menschen zu sehen.

In der psychologischen Forschung gibt es ein berühmtes Phänomen namens „unachtsame Blindheit” (inattentional blindness). In einem Grundlagenexperiment sahen sich Testpersonen ein Video eines Basketballspiels an und wurden gebeten, dabei die Anzahl an Pässen innerhalb eines der Teams zu zählen. Eine verblüffende Anzahl der Testpersonen war so mit der Aufgabe beschäftigt, die Anzahl an Pässen zu zählen, dass sie nicht bemerkte, wie jemand in einem Gorillakostüm das Spielfeld betrat und sich mitten im Spielgeschehen auf die Brust trommelte. Du kannst dir das Video online ansehen und nachvollziehen, dass es praktisch unmöglich ist, den Gorilla nicht zu bemerken – es sei denn, du zählst selbst die Pässe eines der Teams. Wenn du Dich voll darauf konzentrierst, kannst du den Gorilla unter Umständen selbst übersehen oder ihn wenigstens für die ersten paar Sekunden nicht bemerken – obwohl du weißt, dass er kommt.

Der Punkt ist folgender: Wenn wir uns intensiv auf eine Sache konzentrieren, dann können wir absolut blind für andere Dinge sein, die sich direkt vor unseren Augen abspielen.

Manchmal, wenn wir in ein Buch oder eine Aufgabe vertieft sind, hören wir nicht, wie Leute unseren Namen rufen. Manchmal, wenn wir ein Lied im Radio mitsingen, verpassen wir unsere Ausfahrt, obwohl mehrere klare Zeichen direkt vor unseren Augen waren. Sowas passiert ständig, weil unser Gehirn sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren kann. Wenn das Gehirn intensiv mit etwas beschäftigt ist, dann verarbeitet es viele andere Sinneseindrücke nicht mehr.

Zwei Arten der Sicht auf unsere Mitmenschen…

Das bedeutet, dass es zwei Wege gibt, wie wir unsere Mitmenschen „sehen”. Falls ich in diesem Moment beispielsweise absolut mit mir selbst beschäftigt bin, über meine eigenen Ziele und Interessen nachdenke und völlig darin vertieft bin, diese zu verfolgen, dann bleibt kein Raum dafür, andere wirklich zu sehen. Wenn meine eigenen Sorgen meine gesamten Gedanken ausfüllen, dann sind meine Mitmenschen für mich nur in der Art von Bedeutung, wie sie meine Sorgen beeinflussen.

Es ist, als ob ich, wenn ich sie ansehe, keine voll entwickelten Geistkinder Gottes sähe, sondern lediglich Objekte, die keinerlei eigenes innerliches Erleben hätten.

Sie sind lediglich so existent für mich wie jedes andere Objekt in der physikalischen Welt, und ich sorge mich nur in dem Maße um sie, wie ich mich auch um andere Objekte sorge – sie mögen vielleicht in ihrer Funktion sehr wichtig für mich sein, aber ihre eigene göttliche Persönlichkeit kommt mir nicht in den Sinn. Ich denke nicht an ihre Perspektiven und ihre Schwierigkeiten. Ich frage mich nicht, wieso sie die Dinge so sehen, wie sie es tun und ich fühle mich nicht dazu angespornt, ihnen zu helfen (außer vielleicht, um meine eigenen Interessen zu verfolgen). Meine Gedanken konzentrieren sich auf meine eigenen Wünsche und lassen keinen Raum mehr für die Wünsche anderer übrig, also werden diese gar nicht erst wahrgenommen.

… als Objekt

Zu sehen ist ein alter, pinker Stuhl, der im Grünen steht.

Ein Stuhl beispielsweise ist ein Objekt. Meine ihn betreffenden Gedanken können viele Formen annehmen: Vielleicht bedeutet er mir viel, weil er meiner Oma gehörte, oder er stört mich, weil er ein Geschenk war, das mir nicht gefällt, das ich aber auch nicht loswerden kann. Vielleicht ist er bequem, vielleicht ist er dekorativ. Vielleicht ist er filigran, vielleicht ist er so stabil, dass ich ihn zum Aufhängen von Gardinen benutze. Aber weil er ein Objekt ist, sorge ich mich nie darum, wie es ihm geht! Ich frage mich nicht, ob er Schmerz empfindet, ob er eine Meinung hat oder so benutzt wird, wie er es sich gerne wünscht. Ich streiche ihn oder polstere ihn neu oder werfe ihn weg – abhängig davon, was ich will oder brauche. Und wenn er kaputt ist, dann muss ich ihn reparieren.

Zu oft sehen wir andere Menschen in ähnlicher Weise: als funktionale oder dekorative Gegenstände, die dazu dienen, benutzt, ignoriert oder genossen zu werden – ohne uns Gedanken über ihre Gefühle, Präferenzen, Leiden oder Wünsche zu machen. Wir sehen sie als statisch: Sie werden sich ohne unsere Hilfe und unseren Einfluss nicht ändern oder verbessern. Und wenn sie uns nicht gefallen, dann sehen wir sie als reparaturbedürftig an. Am wichtigsten jedoch ist, dass es uns zutiefst unglücklich macht, Leute auf diese Weise zu betrachten.

Wonach wir im Leben wirklich suchen, sind liebevolle, menschliche Beziehungen und die können wir nicht mit Objekten haben. 

… als Mensch

Zu sehen ist das Auge eines älteren Mannes.

Aber natürlich sind die Menschen, die Dich und mich umgeben, keine Objekte! Es sind Personen mit eigenen Geschichten, Ängsten, Hoffnungen, Vorlieben, Wünschen, Träumen und Enttäuschungen. Sie sind so real, so verblüffend, unbeschreiblich, atemberaubend und menschlich real wie ich auch. Sie haben ihren eigenen Hintergrund, ihre eigenen Probleme und ihren eigenen absolut rechtmäßigen Blick auf die Dinge, der mit Sicherheit unvorhersehbar von meinem eigenen abweicht. Sie sind – auf eine sehr reale Weise – unendlich: die Gedanken und Wahrnehmungen und Erfahrungen des Lebens, die ihre innere Welt konstituieren, gehen in die Milliarden, und niemand anderes kann jemals ihre gesamte Komplexität verstehen. Selbst wenn ich 20 Jahre damit verbrächte, die Geschichte, Erfahrungen, Gedanken, Träume, Wünsche und Enttäuschungen eines anderen Menschen zu studieren, hätten diese in derselben Zeit 20 weitere Jahre gelebt und ich wäre wieder im Rückstand.

Die Fülle des Lebens eines anderen Menschen ist auf wundersame Weise und gänzlich unergründlich.

Menschen als Menschen zu sehen heißt nicht nur, sie physisch in ihrer menschlichen Form zu sehen, sondern bewusst in diese unendliche und unergründliche Tiefe zu blicken, um sich selbst einzugestehen, dass andere genauso menschlich und wertvoll sind wie ich. Wenn ich das tue, dann kann ich gar nicht anders, als sie auch meiner Aufmerksamkeit für würdig zu erachten. Ich behalte ihr inneres Erleben im Auge (oder zumindest so gut ich kann) – was sie brauchen, wie sie die Situation sehen – und mein Verständnis ihrer Menschlichkeit veranlasst mich, ihnen zu helfen, mit ihnen zu trauern oder mich mit ihnen zu freuen, wenn ich kann. Ihre Gedanken und Meinungen bedeuten mir etwas, weil ich verstehe, dass ihre Erfahrungen in jeglicher Weise so authentisch und bedeutend sind wie meine. Ich stimme ihnen nicht unbedingt zu oder erfreue mich an ihnen. Vielleicht mag ich sie noch nicht einmal, aber ich erkenne ihre Perspektive als legitim an und ihre einzigartige Lebenserfahrung als gleichwertig zu der meinen.

Christusähnliche Liebe

Jesus Christus hilft einem älteren Mann hoch, den er soeben geheilt hat.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Weisen, Menschen zu sehen, kann auf vielerlei Weise beschrieben werden. Er stammt aus dem Werk des Philosophen C. Terry Warner, Autor von Bonds that Make Us Free (Fesseln, die uns frei machen) und seines Unternehmens, The Arbinger Institute, Herausgeber von Leadership and Self-Deception (Herrschaft und Selbsttäuschung). (Die Pflegeheimgesellschaft, die ich untersuchte, war ein Kunde von Arbinger). Martin Buber, den Warner als ersten würdigt, der diese Unterscheidung formuliert hat, nennt Menschen als Objekte sehen das I-it (Ich-Es) und umgekehrt, Menschen als Menschen zu sehen, das I-Thou (Ich-Sie). Es sind zwei verschiedene Formen des Seins. Warner selbst beschreibt diese zwei Formen an mancher Stelle als „in der Box” und „außerhalb der Box”, weil andere als Objekte zu sehen, uns von diesen Personen abschneidet. Das Arbinger-Institut benutzt Wörter wie „nach innen” (selbstzentriert) im Gegensatz zu „nach außen gerichtete Denkweise”. In meiner Pflegeheimgesellschaft redeten sie darüber, „Menschen als Menschen zu sehen”. All diese Sprechweisen helfen uns dabei, das Bedeutsamste zu verstehen: wie man christusähnliche Liebe entwickeln kann.

Der zentrale Punkt ist der: Wenn wir in uns selbst vertieft sind, kann unsere Sorge um uns selbst uns für die innere Wirklichkeit anderer blind machen.

Ich kann Tage, Wochen, selbst Jahre zubringen, ohne jemals wirklich und aufrichtig darüber nachzudenken, was in einer anderen Person vor sich geht – was ihre Perspektive ist und wie sie die Dinge sieht -, weil meine ganze Aufmerksamkeit auf die Frage gerichtet ist, wie diese Menschen mich beeinflussen. Ich kann dutzende von Stunden damit verbringen, mich darüber aufzuregen, wie nervig eine Person ist oder wie schrecklich falsch diese liegt. Und das alles, ohne auch nur einmal, in all den Stunden des Kritisierens, darüber nachzudenken, wie ihre Sicht auf die Dinge ist und wie sie sich fühlen, wenn ich sie so herablassend behandle.

Im Gegensatz dazu kann ich die Augen für alle Dinge öffnen, die diesen Menschen etwas bedeuten, wenn ich mich dafür öffne, sie so zu sehen, wie sie wirklich sind. Ich bin nicht länger zu beschäftigt, um mich um ihre Erfahrungen zu sorgen. Ich kann sie ungestört mit den Augen des Erretters sehen. Und das kann bedeuten, dass ich mit Liebe für ihre Großartigkeit und Großmütigkeit erfüllt bin. Aber es kann auch bedeuten, dass ich mit Mitgefühl für die Schwierigkeiten erfüllt bin, die es für sie schwer machen, sympathisch zu sein. Es kann womöglich bedeuten, dass ich mich aus einem schädlichen Teufelskreis des Konflikts befreien kann, weil ich sehe, dass sie sich nicht ändern werden. Vielleicht bedeutet es, dass ich mich scheiden lassen muss, um meine Kinder zu beschützen. Aber es bedeutet mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit, dass ich sehen kann, wie mein Ehepartner durch meine eigene egoistische Einstellung verletzt wurde.

Christusähnliche Liebe macht uns frei

Es bedeutet mit Sicherheit, dass ich mich in ihrer Nähe nicht länger unterdrückt, gefangen und elend fühlen werde. Weil ich nicht durch das Fehlverhalten anderer gefangen bin. Ich bin durch meine eigene Sicht auf diese Menschen gefangen, die mich davon abhält, das Gute in ihnen zu sehen.

Wir können unseren Fokus von uns selbst zu anderen verschieben. Wir können anfangen zu erkennen, was sie gut machen. Wir können anfangen, ihre Hoffnungen, Träume und Probleme kennenzulernen. Wir können damit anfangen, sie so zu sehen, wie der Erlöser sie sieht – oder es zumindest versuchen. Christusähnliche Liebe heißt, dass das Leben anderer für uns von Bedeutung ist. Wir können nicht für jeden das gleiche Level an Zuneigung empfinden. Natürlich werden wir unsere Familie immer am meisten lieben – und empfinden weniger Liebe für den Fremden, der uns bestiehlt. Aber wir können uns aller gleichermaßen bewusst sein. In dem Ausmaß, wie ich die Lebenserfahrung eines anderen als gleichwertig zu meiner eigenen anerkenne, entwickle ich auch vermehrt christusähnliche Liebe.

Ich musste gar nicht auf das celestiale Reich warten, um ein liebevolles, unterstützendes und hilfsbereites Familienleben zu erfahren. Ich musste nur die Art und Weise ändern, wie ich die Familie, die ich bereits hatte, sehe.

Sich mit Objekten zu umgeben macht unglücklich, sich jedoch mit Kindern Gottes zu umgeben, ist der Himmel auf Erden und ich bin die einzige, die bestimmen kann, was mich umgibt.


Kimberly White ist freiberufliche Schriftstellerin, öffentliche Rednerin und Autorin von The Shift: How Seeing People as People Changes Everything. Des Weiteren schreibt sie einen Blog auf SoftLikeABrick.com, in dem sie auf wissenschaftlicher Forschung basierende Argumente für die Entwicklung von Nächstenliebe und Mitgefühl entwickelt. Kimberly und ihr Mann leben im Mittleren Westen der USA, wo sie eine Fülle an Kindern, Haustieren, Problemen und Segnungen genießen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 10.03.20 auf latterdaysaintmag.com unter dem Titel „The Surprising Truth About Christlike Love and How to Feel It” veröffentlicht. Autorin ist Kimberly White. Übersetzt von Urs Wrenger.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: kommzuchristus.org und kirche-jesu-christi.org.

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