… und so können wir das zeigen

Vielleicht liege ich falsch, aber ich habe das Gefühl, dass eines der wichtigsten Dinge, die wir als Mitglieder der Kirche Jesu Christi in diesem Leben tun können, ist, anderen zu helfen, sich willkommen und erwünscht zu fühlen.

Ich weiß schon, dass die Verordnungen, Bündnisse usw. natürlich äußerst wichtig sind, aber wie bereits der großartige Prophet Paulus sagte:

„[hätte ich] aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.” (1. Korinther 13:2)

Auch wenn du der Beste darin bist, dich an Regeln und Vorschriften zu halten, bist du am Ende des Tages nichts, wenn du andere nicht gut behandelst.

Und dabei geht es nicht nur um Besucher der Kirche Jesu Christi, um jene, die zu dir in die Gemeinde kommen. Es geht auch um die Mitglieder der Kirche, die seit Jahren mit dir in den Versammlungen sitzen.

Dieser Beitrag soll keine Aufzählung dessen sein, wie wir als Mitglieder der Kirche Jesu Christi Missionsarbeit machen können. Es geht nicht darum, wie wir Jünger Christi sind. Mir geht es hier um Dinge, die – wie ich glaube – Christus tun würde, wenn er zufällig einmal bei den Versammlungen bei uns vorbeischauen würde. 

Bitteschön: 

Versuche, ein wahrer Freund zu sein

Zu sehen sind drei junge Frauen, die sich im Arm haben und in die Kamera strahlen.

Schon so lange ich mich erinnern kann, haben uns die Führer, die Apostel, Propheten usw. der Kirche Jesu Christi immer wieder nahegelegt, dass wir uns um andere kümmern sollen. Manchmal klingt das gekünstelt, gezwungen, vielleicht unbehaglich. Vielleicht wie ein „Hey, ich bin jetzt dein Freund, weil wir beim Gemeinderat über dich gesprochen haben und ich dazu bestimmt wurde.”

Das bedeutet es aber nicht… Lerne den anderen kennen, schätzen und sei einfach ein ganz normaler Freund. Mach dir keinen Kopf darüber, dass du jemandem unbedingt dienen musst … all das kommt ganz natürlich, wenn ihr wahre Freunde seid.

Rutsche in die Mitte, statt am Ende der Reihe zu sitzen und jemanden mit seiner Familie dazu zu zwingen über dich zu klettern

Jeder von uns kennt doch diese Leute, die ganz am Rande einer Reihe in der Kapelle sitzen. Es gibt zwei Gründe dafür: 1. Sie wollen einen anderen davon abhalten, in der gleichen Reihe zu sitzen. 2. Sie haben Magenprobleme oder sind inkontinent.

Wenn Letzteres nicht auf dich zutrifft, denke doch einmal darüber nach, einfach in die Mitte zu rutschen, damit sich auch andere, die nach einem Sitzplatz suchen, in deiner Reihe willkommen fühlen. So schlimm ist es doch gar nicht, jemanden neben sich sitzen zu haben!

… oder setze dich zu jemandem, der einsam ist

Wenn du die Kapelle oder ein Klassenzimmer betrittst, versuche doch einmal, dir nicht den abgeschottetsten Platz zu suchen. Schau, ob es jemanden gibt, der alleine ist. Geh zu ihm, setze dich dazu, gib der Person die Hand und frage sie, wie es ihr geht. Viele von uns können nicht nachvollziehen, wie einsam sich jemand fühlen kann.

… und lächle andere an

Wenn du an Leuten in der Eingangshalle vorbeigehst, wenn du eine Versammlung leitest, wenn du dirigierst oder unterrichtest: Vergiss nicht zu lächeln. Das Evangelium soll uns glücklich machen. Für manchen, der dir sonntags in einer der Versammlungen der Kirche Jesu Christi begegnet, ist dein Lächeln vielleicht das einzige, das er die ganze Woche über erhält.

Achte darauf, anderen kein Label aufzudrücken

Sollte jemand einen Bart tragen, frage nicht, warum. Wahrscheinlich ist der Grund dafür schlicht, dass er Bärte mag. 

Starre jemanden nicht an, der ein Tattoo hat. Du hast keine Ahnung, wann jemand sich tätowieren lassen hat, weshalb und was es demjenigen bedeutet. Wenn du starrst, fühlt sich der andere aber sicherlich unwohl.

Mit Labels liegen wir meistens falsch. Labels sind oft negativ konnotiert und nichts, was der andere sich wünscht. Auch nicht „inaktiv, weniger aktiv, Nicht-Mitglied, ohne Endowment, Untersucher, …”.

Versuch es doch einmal mit „Bruder”, „Schwester” oder „Freund”.

… und frage 19-Jährige nicht, warum sie nicht auf Mission sind

Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. In der Kirche Jesu Christi und außerhalb. Vor allem 19-Jährige. Vielleicht denkst du, du willst nur helfen oder bist einfach nur neugierig. Tatsächlich geht es dich aber höchstwahrscheinlich nichts an. Und für den anderen ist es wahrscheinlich ein heikles Thema. So eine Frage kann für den anderen auch schnell peinlich sein … es führt dazu, dass 19-Jährige vor dir „davonlaufen” … und vielleicht dadurch von der Kirche wegbleiben.

… auch nicht ihre Eltern

Vielleicht noch unangenehmer als einen 19-Jährigen danach zu fragen ist es, die Eltern danach zu fragen. Auch wenn wir in der Kirche Jesu Christi die Mission als etwas Wichtiges ansehen. Mische dich einfach nicht in persönliche bzw. Familienentscheidungen ein. Die Chance ist groß, dass jemand solche Themen nicht mit dir diskutieren möchte – und vor allem nicht in aller Öffentlichkeit.

… und schiebe Menschen, die sich nicht an das Wort der Weisheit halten, nicht in eine Schublade

Meine Frau und ich haben jahrelang daran gearbeitet, jemanden in die Kirche einzuladen. Sie wollten sich taufen lassen, hatten aber noch Schwierigkeiten mit dem Wort der Weisheit. Es war ihnen bewusst – und sie hassten ihre Angewohnheit.  

Eines Sonntags fingen der Lehrer der Sonntagsschulklasse und ein paar Schüler der Klasse an, schlecht über Menschen zu sprechen, die das Wort der Weisheit brachen. Es wurde ziemlich persönlich, nicht nur ein Gespräch über die Grundsätze. 

Unsere Bekannten hörten zu … und kamen nie wieder.

Mach dir während Ansprachen Notizen und bedanke dich (schriftlich) beim Sprecher

Zu sehen ist ein aufgeschlagenes, noch unbeschriebenes Notizbuch, auf welchem ein Stift liegt.

Das kennen wir doch alle: Vor unserer Ansprache sind wir so nervös! Wir geben die Ansprache und fragen uns dann, ob wir gute Arbeit geleistet haben. Stell dir vor, wie schön es wäre, von jemandem zu lesen, dass er deine Ansprache genossen hat und der sogar auf etwas eingeht, was er daraus gelernt hat.

Sei derjenige.

Sprich nicht über Politik

Niemals! Normalerweise führt das immer nur zu Streit. Politik hat in der Kirche Jesu Christi nichts zu suchen. Dort geht es um Christus und das Wohl unserer Seele. Es sollte völlig egal sein, welcher Partei du angehörst. Christus steht wahrscheinlich hinter keiner Partei, sondern in der Mitte – dort, wo es vor allem Liebe und Rechtschaffenheit gibt.

… und mach keine rassistischen Bemerkungen

Eigentlich sollte das in der Kirche doch selbstverständlich sein. Aber es gibt immer Leute, die ungefilterte Kommentare machen. Gordon B. Hinckley, der damalige Präsident der Kirche Jesu Christi, machte uns darauf aufmerksam, „dass jemand, der sich abfällig über Menschen anderer Hautfarbe äußert, sich nicht als wahren Jünger Christi bezeichnen kann.”

Sei jedermann ein Freund. 

… und lass Witze über Homosexualität

Jahrelang haben sich die Menschen über Homosexualität lustig gemacht. Das ist falsch. Ich habe selbst schon erlebt, wie jemand in Tränen wegen solcher Kommentare ausgebrochen ist.

Wir wissen nicht, was jemand durchmacht. Wir müssen mit unseren Worten vorsichtig sein. 

Biete jemandem deine Hilfe mit seinen Kindern an

Wenn du siehst, dass ein Elternteil mit seinen Kindern viel um die Ohren hat, steh auf und finde heraus, ob du behilflich sein kannst, statt wütend zu werden, weil du den Sprecher nicht verstehst.

… und sorge dafür, dass deine Kinder nicht stören – auch wenn du denkst, dass es ganz süß ist

Jeder denkt, dass seine Kinder die süßesten sind. Und in der Kirche Jesu Christi haben viele oft viele Kinder. Aber wenn sie laut sind, anfangen zu weinen, jammern … tatsächlich ist keine Unterbrechung „süß” – zumindest nicht für die anderen Mitglieder. Vielleicht lächeln sie aus Höflichkeit. Die meisten denken sich aber wahrscheinlich: „Warum geht sie/er mit dem Kind nicht raus?”

Natürlich kann man nicht alles kontrollieren und jedes Kind weint oder schreit einmal. Aber dass man es einfach geschehen lässt, während alle anderen sich unwohl fühlen, ist einfach … nicht cool. 

… sage etwas Gutes über die Kinder von anderen, wenn die Eltern es hören können

Nichts macht Eltern stolzer als etwas Gutes über ihr Kind zu hören. Achte auf die guten Eigenschaften und mache den Kindern vor den Eltern ein Kompliment.

Lehne dich zurück und schau zu, wie die Eltern zu strahlen beginnen.

… und halte anderen die Türe auf

Ein Erlebnis werde ich nie vergessen. Ich trug meine jüngste Tochter durch den Hintereingang des Gemeindehauses. Jemand beeilte sich, an mir vorbei zu kommen, ergriff die Türklinke, hielt mir die Türe auf. Er hatte ein breites Lächeln im Gesicht und wünschte mir voller Begeisterung einen guten Morgen.

Der Mann war Elder Jeffrey R. Holland …

Lade jemanden zum Abendessen ein

Zu sehen sind zwei Frauen. Eine von ihnen hält strahlend ihren mit Essen gefüllten Teller in den Händen.

Seine Freunde zu sich einzuladen, ist meist kein Problem. Aber wie sieht es mit Leuten aus, die kaum eingeladen werden? Überlege dir, wem eine solchen Essenseinladung guttun könnte. Vielleicht einem  neuen Mitglied der Gemeinde, dem es schwerfällt sich einzuleben?

… oder jemanden, der einsam ist, gemeinsam mit dir zur Kirche zu fahren

Nimm jemanden mit, der sonst mit dem Bus fährt oder zu Fuß kommt. 

… und sorge dafür, dass denjenigen ein Mikrofon zur Verfügung steht, die vielleicht nicht nach vorne kommen können

Manche Mitglieder können vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Pult nach vorne kommen, haben aber ein großes Herz und ein großes Zeugnis. Denke auch an diese Menschen.

Bemühe dich um diejenigen, die es schwer haben und hilf ihnen, dass sie sich wohl fühlen statt ignoriert oder ausgestoßen.

Bezieh dich auf Kommentare, die im Unterricht gemacht werden

Wenn jemand im Unterricht etwas sagt, wiederhole es, indem du etwas Positives dazu bzw. zu dem Schüler sagst. Vielleicht hat es ihn große Überwindung gekostet, sich überhaupt zu melden. 

Ich habe erlebt, wie Lehrer auf die Uhr schauen, in ihre Unterlagen sehen oder die anderen Schüler anschauen – oder ganz einfach nichts zu einem von Herzen kommenden Kommentar sagen. So schafft man es auf jeden Fall, jemandem das Gefühl zu geben unwichtig zu sein.

… und versuche nicht, mit deinen Kommentaren den Unterricht zu dominieren

Wahrscheinlich gibt es so jemanden in jeder Gemeinde (und du weißt schon, wer das ist). Derjenige versucht, die Klasse mit seinen Kommentaren an sich zu reißen (vielleicht um zu zeigen, wie schlau er ist). Versuche einfach, nicht so jemand zu sein. Natürlich, wenn sonst niemand eine Antwort hat – eile zu Hilfe. Aber nimm Rücksicht auf die anderen, die sich am Unterricht beteiligen möchten.

… und versuche, nicht mit jeder deiner Aussagen so zu tun, als ob du alles wüsstest

Es ist wichtig, wie du etwas sagst. 

… bringe andere nicht in Verlegenheit

Nicht jeder gibt gerne Antworten oder sein Zeugnis. Sei dir immer bewusst, wen du aufrufst und bittest mitzumachen.

Gib bei der Zeugnisversammlung ein kurzes, schlichtes Zeugnis von Christus 

Eine Zeugnisversammlung könnte so etwas Großartiges sein, wenn die Leute sie nicht zu so etwas Seltsamem machen würden.

Wenn du Zeugnis über ein Evangeliumsthema gibst, tue das auf natürliche Art und Weise. Sei du selbst. Authentisch. Und achte darauf, dass dabei der Erretter im Mittelpunkt steht.

Wenn du eine ansteckende Krankheit hast – bleib zu Hause

Ein Körper ist in eine Decke eingehüllt und zwei Hände halten die Decke.

Zu Hause zu bleiben, wenn du krank bist, ist vielleicht das Christlichste, was du für andere Mitglieder tun kannst. Andere wollen nicht im Raum sein, wenn du hustest, dir die Nase läuft oder du Fieber hast.

… und denke daran, dir die Hand vor den Mund zu halten, wenn du hustest oder niest

Auch wenn du nicht krank bist, halte dir die Hand vor den Mund! Das gehört zum guten Ton.

Hast du selbst noch Ideen?

Natürlich geht es in der Kirche Jesu Christi um Gemeinschaft. Aber oft können die Leute diese Gemeinschaft aus oben genannten Gründen nicht genießen. 

Manchmal ist uns gar nicht bewusst, was wir tun. 

Wir sind füreinander da. So zeigen wir Gott buchstäblich, dass wir ihn lieben: indem wir anderen Liebe erweisen und keine Mühen scheuen, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie besonders sind und in der Kirche willkommen.


Greg Trimble ist immer auf der Suche nach neuen, witzigen und verrückten Methoden, wie man etwas tun kann. Er liebt seine Familie und das Leben allgemein. Er möchte anderen dienen und will, dass man sich wegen eines Lächelns an ihn erinnert und nicht wegen eines finsteren Blickes. Er gründete ein Tech-Unternehmen, verkaufte es wieder und ist jetzt dabei, GamePlan aufzubauen, Belief Wear, Free Custom Website und Lemonade Stand. Er surft, fährt Ski, trainiert das Baseball-Team seiner Kinder und gibt in einem Long Drive Contest niemals auf.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und teilweise gekürzt. Die Reihenfolge der einzelnen Punkte wurde teilweise geändert. Er wurde ursprünglich Mitte 2019 auf gregtrimble.com unter dem Titel „31 Easy Ways To Make Others Feel Welcome At Church” veröffentlicht. Der Autor ist Greg Trimble. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: churchofjesuschrist.org und kirche-jesu-christi.org.

Wir sind Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Warum es nicht reicht in die Kirche zu gehen, um glücklich zu sein

Warum so viele Mitglieder ungern zur Kirche gehen (und was man dagegen tun kann)