Vielleicht wird dieser Artikel euch überraschen. Er ist kein typischer Artikel eines Ex-Mormonen, und ich hoffe, dass ihr ihn zum Anlass nehmt, wie ich noch einmal über euren Glauben nachzudenken.

Ich wurde in eine Mormonenfamilie geboren und wuchs in der Kirche auf. Über 40 Jahre lang definierte ich mich vor allem als Mormone, aber die neuesten Entwicklungen in der Kirchenführung haben mich dazu gebracht, nicht nur meinen Status „Mormone” zu hinterfragen, sondern mich völlig davon abzuwenden.

Ich weiß, dass ihr euch nun sicher fragt: „Was mag wohl der Grund sein? Kleingläubigkeit? Sünde?” Tatsächlich ist es aber nichts davon, sondern ganz das Gegenteil. Warum habe ich mich also entschieden, mit meinem Mormonen-Sein zu brechen, nachdem ich mich so viele Jahre stolz als Mormone definierte? Es ist ganz einfach: Weil der Prophet es mir gesagt hat! Tatsächlich haben sich auch Millionen andere Mitglieder der Kirche bewusst dazu entschlossen, zu Ex-Mormonen zu werden.

(Ich sagte doch, ich würde euch überraschen.)

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Wie ihr wahrscheinlich bereits gehört habt, hat unser geliebter Prophet Russell M. Nelson weitergegeben, was ihm selbst im Hinblick auf den Namen der Kirche offenbart wurde: „Der Herr hat mir bewusst gemacht, wie wichtig der Name ist, den er für seine Kirche offenbart hat, nämlich Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Wir haben nun daran zu arbeiten, uns mit seinem Willen in Übereinstimmung zu bringen. In den vergangenen Wochen haben verschiedene Führungsverantwortliche und Abteilungen der Kirche die erforderlichen Schritte eingeleitet. Weitere Informationen zu dieser wichtigen Frage werden in den kommenden Monaten folgen.“

Was ist es, das der Herr ihm bewusst gemacht hat? Unter anderem Folgendes: „Wenn von den Mitgliedern der Kirche die Rede ist, bezeichnen Sie sie bitte als ‚Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage’ oder ‚Heilige der Letzten Tage’. Wir bitten darum, den Begriff „Mormonen” nicht zu verwenden.”

Wenn ihr wie ich daran glaubt, dass Russell Nelson ein Prophet des Herrn Jesus Christus ist, müsst ihr auch daran glauben, dass der Herr Jesus Christus selbst möchte, dass wir uns nicht mehr als Mormonen bezeichnen. Von nun an sollen wir uns als „Heilige der Letzten Tage” bzw. „Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage” bezeichnen und uns als solche sehen.

Das erste Mal in der Geschichte mussten wir uns selbst fragen, ob unser Glaube ausreichend groß ist, zu Ex-Mormonen zu werden. Welche Ironie!

Frieden für unsere Welt?

Aber einmal ernsthaft: Tatsächlich gibt es Mitglieder, denen es schwer fällt, diese scheinbar geringe, doch bedeutende Mahnung zu akzeptieren. Man muss Glauben haben, um der Verfolgung der Welt Stand zu halten, dem politischen Druck der Gegenwart und den Versuchungen des Widersachers; und es scheint auch gigantischen Glauben zu brauchen, sein Vokabular anzupassen. Dem Propheten ist das bewusst und er erkennt es an, indem er uns den Ratschlag gibt: „Wir haben nun daran zu arbeiten, uns mit seinem Willen in Übereinstimmung zu bringen.” Manch einer wird daran arbeiten müssen, und dazu brauchen wir Glauben; und Glaube ist auch das, worum es eigentlich geht.

Es wurde viel darüber spekuliert, warum diese Offenbarung gegeben wurde, was sie bedeutet und was die Konsequenzen sein werden. Soll es uns daran erinnern, dass wir im Endstadium der Letzten Tage leben und diese immer näher rücken? Hängt es damit zusammen, dass die Welt den Namen des Propheten Mormon befleckt hat? Oder könnte es einfach nur sein, dass der Herr damit den Glauben seiner Jünger prüft? Zur Zeit wissen wir nicht viel mehr als dass ein Mann, der mit Jehova spricht, der dessen Priestertum innehat, der alle Schlüssel innehat, Offenbarung für die Kirche zu empfangen, und den wir gemeinsam als Propheten, Seher und Offenbarer bestätigt haben, uns gesagt hat, dass es der Wille des Herrn ist.

Der Herr hat uns wieder einmal die Gelegenheit gegeben, unsere Entscheidungsfreiheit zu gebrauchen … uns ihm zu nahen oder einem anderen Herren zu dienen. Selbst ein einfaches Wort, dass wir oft gebrauchen, kann eine ewige Auswirkung haben.

Euch, die ihr mit mir zu Ex-Mormonen wurdet, sage ich:

Danken wir alle Gott für einen Propheten … und für neuzeitliche Offenbarung … und mögen wir freudig ändern, wie wir uns bezeichnen, um uns selbst, einander, der Welt und – am wichtigsten – dem Herrn zu zeigen, dass wir seine standhaften Jünger sind, worum auch immer er uns bittet.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich im August 2018 auf latterdaysoldiers.com unter dem Titel „Why I gladly just became an ex-Mormon.” veröffentlicht. Der Autor nennt sich „Brother Smith. Just your average Latter-day Saint.” Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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