Wer Jesus Christus und seine Wege kennt, weiß, dass seine Güte alles überragt. Besonders Kinder erleben bei dieser Begegnung mit Jesus eine Liebe, wie nur er sie geben kann. Für sie ist sie etwas so Natürliches wie ein Sonnenaufgang. Ich habe hier vier sehr tiefgründige Beispiele von Begegnungen mit Jesus gesammelt, bei der Kinder seine unglaubliche Liebe am eigenen Leib erfahren konnten.

Erste Begegnung mit Jesus: 2-Jähriger spricht mit dem Herrn

Eines der geistigsten Erlebnisse meiner eigenen Familie handelt davon, wie mein fast 2-jähriger Sohn Jesus sah.

Ich war krank und lag im Bett. Danny spielte mit seinen Legos an meinem Bett und baute ein einfaches, kleines „Boot”. 

Plötzlich und ohne Vorwarnung rief er aufgeregt: „Jesus tommt! Jesus tommt!”

Er rannte durch das Zimmer zum Fenster, öffnete die Jalousien und rief erneut voller Freude: „Jesus tommt!”

Nur wenige Sekunden später war er wieder bei mir und hatte seine Augen auf das Fußende meines Bettes gerichtet. Sein Blick wanderte dann langsam nach oben. 

Ich war sprachlos und wusste nicht, was ich sagen sollte – weil ich nichts Außergewöhnliches entdecken bzw. fühlen konnte. „Danny, siehst du Jesus?”

Er nickte ehrfürchtig! Für ein paar Sekunden herrschte absolute Stille, in der Danny ihn andächtig anschaute. Während dieser Sekunden folgten Dannys Augen etwas, das sich ein paar Zentimeter von ihm weg durch die Tür in eines der Nebenzimmer bewegte. 

Ich schaffte es gerade noch zu ihm zu sagen: „Danny, dann geh – sprich mit Jesus. Zeig Jesus dein Boot.”

Er nahm sein Werk, ging in das andere Zimmer und präsentierte diesem unsichtbaren Wesen voller Stolz sein Boot. Schüchtern und freudig zugleich, rannte er zu mir zurück und sagte kichernd: „Jesus mag Boot!”

Ein paar Sekunden später ging er wieder zurück und unterhielt sich noch ein bisschen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was er als Nächstes sagte, nur daran, dass er mit dem Wortschatz eines 2-Jährigen noch etwas weiter plapperte. Ich hörte natürlich nur seine Seite der Geschichte, aber weil er kaum sprechen konnte, war mir klar, dass er sich das Ganze nicht ausdachte – außerdem war mir nicht bekannt gewesen, dass er wusste, wer Jesus überhaupt war. Er war schließlich erst zwei.

Nach ein paar Minuten war das Gespräch beendet und Danny spielte wie gewohnt weiter – und ich lag voller Verwunderung über die Begegnung mit Jesus, deren Zeuge ich gerade geworden war, in meinem Bett.

In den folgenden beiden Tagen löcherte ich Danny mit Fragen zu seiner Begegnung mit Jesus. Ich konnte verstehen, wie wichtig ihm das Erlebnis gewesen war. Aber mit 2 Jahren konnte er sich nicht besonders gut ausdrücken. Ich bekam nicht mehr aus ihm heraus, weil er schlicht nicht über die Worte verfügte, um seine Erfahrung zu beschreiben.

Am 3. Tag sagte er plötzlich: „Mama, Jesus tommte! Aber Jesus tommt wieder!”

Ich habe mich oft gefragt, warum Jesus meinem kleinen Danny erschien. Und ich bin immer wieder beeindruckt, dass der Herr sich die Zeit nahm, sich ein Lego-Boot anzuschauen und mit einem 2-Jährigen zu sprechen.

Zweite Begegnung mit Christus: Eine 3-Jährige sieht Jesus und verändert das Leben ihrer Mutter

Nancy Farrer, eine langjährige Freundin der Familie, berichtete mir von einer großartigen Erfahrung, die ihre kleine Tochter vor 27 Jahren mit Jesus machte: 

„Clarke und ich wollten fünf Kinder. Ich erinnere mich, wie ich ihm, als ich mit dem fünften Kind schwanger war, sagte: ,Das war’s. Unsere Familie ist nun vollständig.’ Die Schwangerschaft verlief bis etwa zur 12. Schwangerschaftswoche, in der ich wieder zum Arzt ging, ereignislos. Dann entdeckte der Arzt, dass ich Zwillinge erwartete. Wir freuten uns riesig!

Etwa um die 20. Woche herum sah ich bereits aus, als wäre ich in den letzten Wochen einer Schwangerschaft mit nur einem Kind. Ich erinnere mich daran, wie ich das deutliche Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte ein leichtes Flattern gefühlt, wenn sie sich bewegten, aber ich hatte ein mulmiges Gefühl.

Bei meinem nächsten Arzttermin versuchte er Herztöne zu hören, aber er fand nichts. Wir hatten die Wahl: eine Fehlgeburt oder die Einleitung der Geburt, um die Kinder auf die Welt zu holen. Ich entschied mich für Letzteres.

Am 25. September 1992 brachte ich zwei Mädchen zur Welt. Eines mit etwa 225 g, das andere mit 215 g. Ich erinnere mich nur noch daran, dass obwohl sie so klein waren, sie alle Finger und Zehen hatten. Ich war am Boden zerstört!

Am nächsten Morgen verließ ich mit leeren Armen das Krankenhaus und fühlte später den Milcheinschuss. Ich hörte schreiende Babys. Es war fast nicht auszuhalten. Ich wurde depressiv.

Eines Morgens, nur kurze Zeit später, kam meine kleine 3-jährige Amanda in unser Zimmer und erzählte mir von ihrer „Begegnung mit Jesus” – einem Traum, den sie gehabt hatte. Sie träumte, dass sie eine hohe Leiter hinauf kletterte. Als sie oben ankam, sah sie, dass Jesus dort auf sie wartete – unsere zwei Babys auf seinem Schoß!

Ihr Traum war so tiefgründig für mich. Ich wusste, dass der Erlöser von unserem Verlust wusste.

Ein paar Monate später kniete ich mich im Gebet nieder und fragte meinen himmlischen Vater, ob ich jemals noch ein Baby haben würde. Ich war alleine und betete laut. Ich konnte das warme Gefühl, das in den Schriften beschrieben wird, verspüren. Es fühlte sich an, als ob meine Seele in eine Macht oder Wärme eingehüllt würde, wie ich sie noch nie erfahren hatte. Die Dunkelheit, die ich bisher gefühlt hatte, wich von mir. Ich WUSSTE, dass wir wieder gesegnet werden würden. Es dauerte insgesamt neun Monate, aber wir wurden mit einem weiteren kleinen Mädchen gesegnet.”

Dritte Begegnung mit dem Erlöser: Was sagt Jesus?

Emily Belle Freeman verfasste einen wunderschönen Bericht vom Erlebnis eines Freundes. Sie schreibt: 

„Manchmal hat man das Gefühl, als ob der Himmel über einem zusammenbricht. Das passierte vor kurzem einem Freund von mir, der völlig unerwartet erfahren musste, dass seine 2-jährige Tochter Hope Krebs hatte. 

Inmitten von Chemotherapie, Krankenhausaufenthalten und Schläuchen führte mein Freund mit seiner Tochter eines von diesen Gesprächen, die jeder, der einmal kleine Kinder hatte, kennt. In seiner albernsten Stimme fragte er: ,Wie macht die Eule?’ Hope antwortete: ,Huhuuuuu!’ Sie kicherte … Mein Freund blätterte im Buch um und fragte: ,Wie macht die Kuh?’ ,Muuuh’, antwortete Hope voller Stolz und grinste über das ganze Gesicht….

Mein Freund schaute sich die nächste Zeile an, aber das Gespräch nahm unvermittelt eine überraschende Wendung. Ein Bild von Jesus, das an der Wand in Hopes Zimmer hing, zog plötzlich seine Aufmerksamkeit auf sich. ,Hopie’, stammelte er, während er dagegen ankämpfte, seine Gefühle zu verraten, ,Und wie macht Jesus?’ – eine Frage, die er noch nie zuvor gestellt hatte.

Während er gespannt abwartete, kuschelte sich Hope an ihn, öffnete weit ihre blauen Augen und flüsterte: ,Halte dich fest.’ Jesus sagt: ,Halte dich fest.’ “ (Quelle englisch)

Was für eine besondere Begegnung mit Jesus!

Vierte Begegnung mit Jesus: „Ich kann ihn immer spüren”

Vor kurzem fragte ich meinen 6-jährigen Enkel Helaman, ob er jemals Jesus gespürt habe. Ganz lässig antwortete er:

„Natürlich. Ich kann ihn immer spüren!”

Irgendwie nimmt sich Jesus Zeit – Zeit für Helaman, Zeit, ein Lego-Boot anzuschauen, Zeit, eine 3-Jährige und ihre Mutter für immer zu verändern und Zeit, ein 2-jähriges, an Krebs erkranktes Kind zu „halten”. Wir wissen nicht, wie er das tut – aber er tut es. Und er segnet unzählige Leben von Kindern, die eine ganz persönliche Begegnung mit Jesus haben dürfen.

Der Umgang mit Jesus ist für viele von den Kleinen so natürlich wie die Luft, die sie atmen. Wir müssen auch mehr von dieser vertrauensvollen, von Liebe erfüllten Luft atmen. Es ist nicht verwunderlich, dass wir in den Schriften ermahnt werden, mehr wie Kinder zu werden … „Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.” (Markus 10:14)


Anne Hinton Pratt

Anne Hinton Pratt ist Komponistin und Schriftstellerin. Nach ihrem Studium an der BYU heiratete sie nach ihrer eigenen Aussage „den perfekten Mann”, bekam fünf Kinder in drei verschiedenen Ländern (Saudi Arabien, USA, Mexiko) und lebt nun „glücklich und zufrieden” in El Paso, Texas, und auf ihrer Farm in Chihuahua, Mexiko. Sie schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und hat einige Hundert Musikstücke komponiert, darunter auch Musicals. Anne liebt Reisen und die Beschäftigung mit verschiedenen Sprachen. Sie behauptet, dass sie ihr Leben liebt: „Das Leben ist großartig!!!”. Ihre Homepage findet sich unter www.annehintonpratt.com.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 19.6.19  auf latterdaysaintmag.com unter dem Titel „Witnessing Christ: Personal Accounts of Children Beholding the Savior” veröffentlicht. Die Autorin ist Anne Hinton Pratt. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: churchofjesuschrist.org und kirche-jesu-christi.org.

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