Ein Großstadtjunge, der an einer Baustelle vorbeiging, hielt an, um die Arbeiter auszufragen. Den Ersten fragte er: Hallo Sie, was machen Sie da? Der Mann antwortete: Ich verdiene zehn Dollar die Stunde. Der Junge ging weiter und stellte einem anderen Arbeiter die gleiche Frage: Hallo Sie, was machen Sie da? Der Mann sagte: Ich baue ein großes, fantastisches Gebäude. Der Junge fragte daraufhin einen dritten Arbeiter dasselbe: Was machen Sie da? Woraufhin der dritte Mann demütig sagte: Ich baue dem allerhöchsten Gott einen Tempel.

Eine Frage – drei sich deutlich voneinander unterscheidende Antworten. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Ein Kirchenführer erzählte diese Geschichte letzte Woche während einer Ansprache, und sie berührte mich tief. Er fuhr fort, indem er den Anwesenden eine hypothetische Frage stellte, ähnlich der, die der Junge den Arbeitern stellte: Warum sind Sie heute zur Kirche gekommen?

Auf diesem Bild ist der Tempel in Boston, Massachusetts, mit Blumen im Vordergrund, zu sehen.

Der Tempel in Boston, Massachusetts.

Meine Eltern haben dafür gesorgt, dass ich komme

Wenn wir jung sind, machen wir oft Dinge aus Gehorsam. Das ist ehrenhaft – schließlich haben wir gute Eltern. Wenn wir sie lieben und wenn wir wissen, dass sie uns lieben, werden wir tun, was sie verlangen. Sie mögen einen tieferen Grund haben, weshalb sie in die Kirche gehen, aber wir können diesen Grund vielleicht nicht verstehen, wenn wir noch jung sind. Wir vertrauen auf ihr Urteil, und das ist genug. Es hilft uns, eine Grundlage zu legen, auf der weiter aufgebaut werden kann, während wir heranwachsen und uns zu Erwachsenen entwickeln.

In einer Gemeinde singen die Mitglieder zusammen ein Kirchenlied.

Mitglieder der Kirche Jesu Christi singen während einer Abendmahlsversammlung.

Ich mag die soziale Komponente der Kirche

Auch das kann ein wundervoller Grund sein zur Kirche zu kommen – Sie haben gemeinsame Freunde, Interesse an den Jugendgruppen-Programmen für Ihre Kinder, kulturelle Traditionen, die vertraut und angenehm sind. Vielleicht singen Sie gerne im Chor, und so gibt Ihnen der Besuch der Kirche ein Zugehörigkeitsgefühl. Vielleicht freuen Sie sich über die Gelegenheit, eine Sonntagsschulklasse zu unterrichten. Dies alles sind ehrenvolle Tätigkeiten, die ein tieferes Verständnis davon vermitteln, warum Sie zur Kirche gehen wollen. Anderen zu dienen und aktiv an kulturellen Traditionen teilzunehmen ist eine großartige Art und Weise, seine Zeit und Energie produktiv zu nutzen. Aber die Frage bleibt, ob dieser Grund die Zeiten überdauern wird.

Jesus Christus wäscht die Füße seiner Apostel.

Jesus wäscht die Füße der Apostel, von Del Parson.

Ich habe eine tiefe und unerschütterliche Liebe zu meinem Heiland, Jesus Christus

Die ersten beiden Antworten mögen eine Zeitlang genügen, aber sie haben flache Wurzeln. Sehr ähnlich dem Gleichnis vom Sämann und dem Samen, stellen sie den Samen auf felsigem Boden dar und haben wenig Beständigkeit, wenn uns die Prüfungen des Lebens begegnen. Eine Liebe für den Heiland zu entwickeln verschafft uns eine sichere Grundlage im fruchtbaren Boden des Evangeliums. In seinen Lehren, seinem Leben, seinem Dienst, seinem erlösenden Sühnopfer und dem Wissen um seine Auferstehung liegen die notwendigen Wahrheiten, die einem Menschen helfen, den geistigen Wirbelwinden zu widerstehen und mit zeitweiligen Widrigkeiten fertig zu werden.
Das Gleichnis vom Sämann hat uns gelehrt, im guten Erdboden des Evangeliums unsere Grundlage zu haben, so dass wir den Stürmen des Lebens standhalten können.

Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel hat in dieser letzten April-General-Konferenz gesagt:

Geistige Nahrung ist für das geistige Überleben unerlässlich, vor allem in einer Welt, die sich vom Glauben an Gott und an ein absolutes Richtig und Falsch immer weiter entfernt. In einem Zeitalter, in dem das Internet herrscht, werden Ansichten, die den Glauben bedrohen, aufgebauscht. Wir müssen vermehrt geistige Wahrheit auf uns einwirken lassen, um unseren Glauben zu stärken und im Evangelium verwurzelt zu bleiben.

Wenn ich eine ständige Praxis von Kirchenbesuch und Schriftenstudium beibehalte, und wenn ich der Eingebung meines Herzens Folge leiste, mit dem aufzuhören, was ich gerade tue, und zu beten, werde ich im Geist gestärkt. Ich weiß, wenn ich im Geist stark bin, dann bin ich besser darauf eingestimmt, vom Heiligen Geist persönliche Offenbarungen zu erhalten. Dies wiederum hilft mir, demütiger und eifriger im Halten der Gebote zu sein und so meinem Heiland zu helfen, andere Menschen ihm näher zu bringen. Mein Wissen um seine Liebe für mich wird offenbar und macht mich demütig genug, um zu dienen. Ich erhalte spirituelle Antworten auf meine tiefsten Fragen und Sorgen. Meine Wurzeln werden stärker, so dass ich stark bleibe, wenn geistige Turbulenzen ihren Lauf nehmen.

Ich weiß, dass auch das Gegenteil wahr ist. Ich habe es in meinem eigenen Leben gesehen. Wenn ich es vernachlässige, meinen Geist zu nähren, werde ich schwächer. Viel sicherer ist es, wenn man mit dem Heiland zusammen in den Turbulenzen des Lebens steht, auf festen Grund gebaut.

Elder Oaks fährt weiter fort:

Die Warnung des Erlösers, nicht zuzulassen, dass die Sorgen der Welt in unserem Leben das Wort Gottes ersticken, fordert uns gewiss heraus, unsere Prioritäten – unser Herz – stets auf die Gebote Gottes und die Führer seiner Kirche auszurichten. Die Beispiele, die Christus anführt, könnten den Eindruck erwecken, es handle sich hier um das Gleichnis von den Böden. Ob ein Boden brauchbar ist, hängt vom Herzen eines jeden ab, der mit dem Samen des Evangeliums in Berührung kommt.

Christus ist der Fels, auf den wir bauen

Und nun, meine Söhne, denkt daran, denkt daran, dass es auf dem Fels unseres Erlösers ist, und das ist Christus, der Sohn Gottes, dass ihr eure Grundlage bauen müsst; damit, wenn der Teufel seine mächtigen Winde aussenden wird, ja, seine Pfeile im Wirbelsturm, ja, wenn all sein Hagel und sein mächtiger Sturm an euch rütteln, dies keine Macht über euch haben wird, euch in den Abgrund des Elends und des endlosen Wehs hinabzuziehen, und zwar wegen des Felsens, auf den ihr gebaut seid, der eine sichere Grundlage ist, und wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, können sie nicht fallen. (Helaman 5:12)

Elder Oaks führte weiter aus:

Wir besitzen den Samen der Evangeliumsbotschaft. Es liegt an jedem von uns selbst, die Prioritäten zu setzen und das zu tun, was einen guten Boden schafft und eine reiche Ernte erzeugt. Wir müssen danach streben, uns zu bekehren und im Evangelium Jesu Christi fest verwurzelt zu sein (siehe Kolosser 2:6,7). Diese Bekehrung erreichen wir, indem wir beten, in den heiligen Schriften lesen, anderen dienen und regelmäßig vom Abendmahl nehmen, damit der Geist des Herrn immer bei uns ist. Zudem müssen wir die mächtige Wandlung im Herzen (siehe Alma 5:12-14) anstreben, die die Liebe zu Gott und den Wunsch, ihm und seinen Kindern zu dienen, an die Stelle böser Wünsche und selbstsüchtiger Interessen treten lässt. “

Jesus Christus belehrt sein Volk.

Jesus Christus steht im Mittelpunkt des Glaubens der Mormonen.


Über Nanette O’Neal

Nanette O’Neal liebt das Evangelium und ist sehr glücklich, ihr Zeugnis über LDS Blogs zu geben. Sie ist eine zur Kirche Bekehrte und fühlt immer noch den Geist stark in ihrem Herzen brennen. Sie schloss die Mason Gross School of the Arts mit einem Abschluss in Musik-Erziehung ab und hat über zwanzig Jahre lang Kinder und Erwachsene im privaten und öffentlichen Bereich unterrichtet. Nanette studiert weiterhin das Evangelium und die Kunst des Schreibens. Sie schreibt wöchentlich inspirierende Artikel in ihrem Blog und arbeitet momentan an einer HLT-Fantasy-Bücher-Reihe, A Doorway Back to Forever (Eine Tür zurück zur Ewigkeit). Sie finden sie über NanetteONeal.blogspot.com. Nanette hat einen wunderbaren Ehemann, einen talentierten Sohn und drei wunderschöne Hunde.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt von Tanja Kraft. Im Original von Nanette O’Neal auf ldsblogs.com.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erfahren möchten, besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten: lds.org oder mormon.org.