Vor kurzem habe ich einen Artikel über Kinder, die Jesus begegnen durften, geschrieben. Sie sahen ihn und fühlten seine allumfassende Liebe, Wärme und Güte. Heute möchte ich über ein paar ganz besondere, tiefgründige Erlebnisse berichten: von Teenagern, die Jesus begegnen.

Teenager befinden sich in einer ganz empfindlichen Phase ihrer Reise auf der Erde. Manchmal wird es ihnen gewährt, auf ganz besondere Weise daran erinnert zu werden, dass der Herr immer in ihrer Nähe ist. In allen vier Erlebnissen erfahren Teenager auf ganz besondere Art und Weise die Liebe des Herrn.

Von „außer Kontrolle” zu „in seinen Armen”

Als Casey Miller gerade zwei Jahre alt war, wurde er Opfer eines Unfalls, bei dem sein Fuß abgetrennt und er schwer am Bein verletzt wurde. Er musste mehrfach operiert werden und humpelt auch heute noch merklich wegen der Verletzungen. Als er älter wurde, wurde er deswegen oft gemobbt. Er wurde gehänselt und sein Selbstwertgefühl war nicht besonders hoch.

In der High School hatte er schließlich die Nase voll. Er entschloss sich, Steroide zu nehmen; er dachte, dass wenn er diese einnahm und kräftiger würde, man ihn in Ruhe lassen und Respekt vor ihm haben würde, statt ihn zu hänseln. Er hatte recht. Durch den Missbrauch der Steroide wurde er kräftiger und bekam schnell den Ruf, gemein zu sein. Sollte jemand wagen ihn zu verhöhnen oder zu verspotten, würde er ihn zusammenschlagen. Er wurde schließlich selbst zum Mobber. 

Casey glaubte, dass groß und stark zu sein seine Probleme lösen würde. Aber er lag falsch. Die Steroide machten ihn schließlich zu jemandem, der er nicht sein wollte. Er verlor allmählich die Kontrolle.

Eines Tages, Casey war 17 Jahre alt, riet ihm seine Mutter, mit den Steroiden aufzuhören und fragte ihn, wie sie ihm helfen könne. Er wurde aggressiv, packte sie am Hals und drückte sie mit der anderen Hand gegen die Wand. In diesem Augenblick sah er etwas im Gesicht seiner Mutter, das er niemals würde vergessen können: ihr Entsetzen und ihre Todesangst.

In diesem Moment erlebte Casey einen Augenblick der Klarheit. Er fragte sich aufrichtig: „Was tue ich hier? Was ist aus mir geworden? Warum drücke ich meine Mutter gegen eine Wand?” Er setzte sie langsam ab, entschuldigte sich von ganzem Herzen und unter Tränen  und rannte völlig verzweifelt aus dem Haus.

In diesem Augenblick der Selbstreflexion entschied sich Casey für Selbstmord als den einzigen Ausweg. Er schwang sich auf sein Motorrad und raste einen Canyon in der Nähe hinauf. Sein Ziel war der steilste Abhang, und den fand er schließlich auch. 

Er stieg vom Motorrad und überlegte sich, wie er vorgehen sollte. Da klingelte plötzlich sein Handy. Einer seiner Freunde rief an, aber er drückte ihn weg. Das Handy klingelte immer und immer wieder – was für Casey sehr frustrierend war, weil es ihn in seiner Konzentration störte. Schließlich ging er voller Wut ans Telefon und sagte: „Was willst du?” „Wo bist du?” fragte der Freund. „Im Ogden-Canyon, und mir geht es gut!” sagte er wütend. „Wo im Ogden-Canyon? Ich bin ganz in deiner Nähe. Mach nichts Dummes. Ich möchte mit dir reden. Ich hab dich lieb, Junge!” Casey murmelte: „Okay” und legte auf. 

Plötzlich schien alles stillzustehen. Casey erlebte etwas, das er noch nie zuvor erlebt hatte. Er hatte das Gefühl, dass der Erretter ihn in seine Arme nahm, während er auf einem großen Steinbrocken saß und über den Canyon blickte. Er fühlte sich, als versinke er in der Liebe Christi und fühlte sich persönlich auf eine Art und Weise wertgeschätzt, die er sich niemals hätte vorstellen können. Er sah sich selbst aus dem Blickwinkel des Herrn. Zum ersten Mal erkannte er den Wert seiner eigenen Seele.

Der Herr hielt ihn in dieser Umarmung fest, bis sein Freund ein paar Minuten darauf eintraf.

Als er da war, unterhielten sie sich über Jesus, das Sühnopfer und die Fähigkeit, sich zu verändern. In diesem Moment entschloss sich Casey, mit den Steroiden aufzuhören und entschied sich, auf Mission zu gehen.

Er fing sofort an, vom Sühnopfer in seinem Leben Gebrauch zu machen. Er hatte den Herrn gespürt und seinen eigenen Wert erkannt, Er bat die Familie und Kirchenführer um Hilfe und erlebte einen wahren Herzenswandel. Casey ging später auf Mission, heiratete und ließ sich im Tempel siegeln. Er adoptierte zwei Kinder. Er weiß, dass er, egal was auch passiert, geliebt und geschätzt wird.

Eine unglaubliche Erscheinung

Im folgenden Bericht erhält ein Teenager ein machtvolles persönliches Zeugnis von der Göttlichkeit des Erlösers. Gary E. spricht über eine Erfahrung, von der sein Sohn ihm eines Abends erzählte, die diesen von Grund auf veränderte. Er schreibt: „Mein Sohn wurde eines Nachts durch ein helles Licht in seinem Zimmer geweckt. Er sah eine wunderschöne Person neben seinem Bett, die nichts zu ihm sagte, ihm aber die Nägelmale in seinen Händen zeigte. Unser Sohn nahm seine Hand und konnte die Wärme spüren, die von ihr ausging, bevor die Gestalt wieder wegging.”

Diese Erfahrung hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der Seele des jungen Mannes.

Alles, was mit unserem Herrn zu tun hat, ist warm und voller Licht. Egal, auf welche Art und Weise wir Jesus begegnen, eine solche Begegnung gibt uns Hoffnung und Mut.

Jesus verändert die selbstzerstörerischen Gedanken einer 15-Jährigen

Nachdem Jesus auferstanden war, erschien er als gewöhnlicher Mann in gewöhnlicher Kleidung auf dem Weg nach Emmaus. Er hielt seine Herrlichkeit zurück (vgl. Lukas 25: 15-32). Meine nächste Geschichte ist das Erlebnis einer 15-Jährigen. Sie konnte Jesus begegnen. Das tat er auf eine Art und Weise, die in ihrer Kultur genau richtig war, um sie vor sich selbst zu schützen.

Sharon Milliman hatte im Alter von etwa 13 Jahren bei einem Schwimmunfall eine Nahtoderfahrung. Während dieser sah und hörte sie Wunderbares. Sie versuchte, verschiedenen Erwachsenen von ihrer Erfahrung zu erzählen, aber alle sagten ihr, dass etwas nicht mit ihr stimmte und sie sich ihre Gefühle und die Erfahrung nur einbildete.

Als sie 15 war, war sie an einen Punkt gelangt, an dem sie die Unklarheit nicht mehr ertragen konnte. Sie entschied sich, sich das Leben zu nehmen. Sie machte einen Plan und wollte diesen bald durchführen. Dann erlebte sie es!

Es war Karfreitag und sie übte mit ihrem Chor ein Lied, das bei einer Osterveranstaltung gesungen werden sollte. Sie sagt: „Ich saß in der letzten Reihe. Plötzlich bemerkte ich einen Mann, der gerade hereingekommen war und auf mich zuging. Als er näher kam, fühlte ich sofort, dass etwas Heiliges im Raum war und ich erkannte gleich, dass das Jesus war. Er war wunderschön! Er war ganz normal mit weißem Hemd, Jeans und Stiefeln bekleidet. Er sah mich an und lächelte. Er hatte das wunderschönste Lächeln, das ich je gesehen habe. Ich war so überrascht, dass ich nicht wusste, was ich tun sollte. Jesus ging auf mich zu und sagte: ,Die Dinge, die sich in deinem Leben ereignen, geschehen wirklich. Du bist nicht verrückt! Ich liebe dich und bin bei dir. Hab keine Angst!’”

Sharon war völlig überrascht. Sie sagte: „Niemand wusste, was in meinem Kopf vor sich ging und was ich vorhatte. Was er zu mir sagte, war verblüffend.”

Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, ging er wieder, aber sie fühlte sich eingehüllt in seine Liebe. Der Gedanke der Selbstzerstörung war wie weggeblasen. Diese Erfahrung veränderte ihr Leben und gab ihr Vertrauen, zu sich selbst zu stehen.

Du kannst es!

Ein Erlebnis, das Karen Draudt mir erzählte, bewegte mich besonders. Sie berichtet darüber, wie sie als 17-Jährige den Erretter fühlen konnte. Sie schreibt:  

„Als ich 17 Jahre alt war, hatte ich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich hatte einen Traum über den Erretter. Darin ging es um das Zweite Kommen Christi und er war sehr detailreich. Ich erinnere mich, wie er am dunklen Himmel erschien. Ich drehte mich zu meiner Mutter und fragte sie, was ich tun solle. Sie sagte: „Geh zu ihm!” Ich erinnere mich daran, wie ich so schnell ich konnte auf ihn zu rannte. Ich war die erste, die ihn erreichte. Wir lagen einander in den Armen und ich konnte ihn auf meinem Gesicht fühlen. Er nannte mich bei meinem Namen und sagte: „Karen, ich wusste, du schaffst es. Ich wusste, du schaffst es!”

Ich erinnere mich an dieses Gefühl, das ich hatte, als er mich hielt und meinen Namen nannte. Kurz darauf wachte ich voller Ehrfurcht und Verwunderung auf. Es war großartig! Ich weiß, dass der Erretter jeden persönlich kennt. [Carol durfte Jesus begegnen und] er kannte meinen Namen! Ich habe oft über diese innige Erfahrung nachgedacht und ich bin dafür so dankbar.” 

Alle diese Berichte geben uns einen kleinen Einblick in den Sinn und das Herz des Erretters. Es gelang ihm, genau so zu sein, wie jeder dieser Teenager ihn brauchte  – nach ihrem eigenen Verständnis und auf der Ebene, auf der sie getröstet werden mussten. Seine Anwesenheit ließ jeden von ihnen wissen, dass er sie liebte und an sie glaubte. Und er half ihnen sanft, ihr Leben zu verbessern.

Er kommt zu uns und hebt uns auf eine höhere Ebene

Egal wer und egal wo wir sind – auch wir können Jesus begegnen – auf ganz persönliche Art und Weise. Egal wie alt wir sind: Er ist unser Erretter. Er hat uns verheißen, dass wenn wir immer an ihn denken, sein Geist mit uns sein wird (vgl. LuB 20:77).

Wir müssen Jesus natürlich nicht persönlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Wir können Jesus begegnen – jeder auf seine eigene Art und Weise. 


Anne Hinton Pratt ist Komponistin und Schriftstellerin. Nach ihrem Studium an der BYU heiratete sie nach ihrer eigenen Aussage „den perfekten Mann”, bekam fünf Kinder in drei verschiedenen Ländern (Saudi Arabien, USA, Mexiko) und lebt nun „glücklich und zufrieden” in El Paso, Texas, und auf ihrer Farm in Chihuahua, Mexiko. Sie schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und hat einige Hundert Musikstücke komponiert, darunter auch Musicals. Anne liebt Reisen und die Beschäftigung mit verschiedenen Sprachen. Sie behauptet, dass sie ihr Leben liebt: „Das Leben ist großartig!!!”. Ihre Homepage findet sich unter www.annehintonpratt.com.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und aus SEO-Gründen teilweise angepasst. Er wurde ursprünglich am 22.7.19  auf latterdaysaintmag.com unter dem Titel „Witnessing Christ: Personal Accounts of Teenagers Beholding the Savior” veröffentlicht. Die Autorin ist Anne Hinton Pratt. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: churchofjesuschrist.org und kirche-jesu-christi.org.

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