Das Neue Testament berichtet von einem Mann namens Jaïrus, dessen zwölf Jahre alte Tochter sehr krank war. Nichts, was er und andere auch versuchten, schien ihr zu helfen. Ihr Vater fand Jesus und warf sich flehend vor die Füße des Erlösers. Er bat Jesus, seine Tochter, die im Sterben lag, zu retten.

Jesus und einige seiner Jünger auf dem Weg zu Jaïrus, wo sich ein Wunder begeben wird.

Jesus und einige seiner Jünger auf dem Weg zu Jaïrus.

Obwohl sich Jesus bereit machte, zu Jaïrus nach Hause zu gehen, versammelten sich viele Leute um ihn und versuchten, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Er ging dabei auf mindestens eine der Personen ein und heilte eine Frau, die an Blutungen litt und sein Gewand berührt hatte. Während Jesus mit dieser Frau sprach, kam einer von Jaïrus Boten und berichtete, dass die Tochter verstorben war. Der Bote riet Jaïrus, Jesus nicht mehr zu stören, da es nun zu spät sei.

Sei ohne Furcht

Jesus hörte den Mann und sagte zu Jaïrus: „Sei ohne Furcht; glaube nur, dann wird sie gerettet.“ Die meisten Menschen um sie herum waren jedoch misstrauisch. Einige lachten und verspotteten sie. Sie glaubten nicht, dass es möglich sei, das verstorbene Kind zu heilen. Als Jesus in das Zuhause von Jaïrus kam, weinten die Menschen dort und waren sich sicher, dass es zu spät sei.

Jesus nahm die Situation in die Hand. Er sandte alle diejenigen, die Zweifel hatten, aus dem Haus. Egal, ob sie ihre Zweifel durch weinen oder durch Spott zum Ausdruck brachten; schlussendlich blieben nur noch Jesus, die Eltern des Kindes und drei der Apostel Jesu, die mit ihm gekommen waren, übrig.

In einem Raum, nur mit denjenigen, die an Gott und Jesus Christus glaubten, nahm Jesus die Hand des Kindes und gebot ihm, sich zu erheben. Und so geschah es. Sie erwachte zum Leben. Jesus wies die Zeugen darauf hin, mit niemandem das zu teilen was er gerade getan hatte. Außerdem empfahl er, dem Mädchen etwas zu essen zu geben, da sie nun wieder geheilt war.

Die Rolle des Glaubens

Im Laufe der Jahre, in denen ich diese Geschichte Kinder lehrte, konzentrierte ich mich dabei immer auf die Rolle Jesu, in der er ein Wunder vollbrachte. Gemäß dem Lehrplan, welchen Lehrer erhalten, ist das der Grund, weshalb diese Lehre unterrichtet wird. Wir lernen, dass Jesus die Kranken durch das Priestertum heilen konnte. Anfang des Jahres, als ich mich darauf vorbereitete, den Unterricht für die Vorschüler zu geben, zog jedoch ein weiterer Aspekt meine Aufmerksamkeit an sich.

Mir fiel auf, dass, bevor Jesus das Wunder vollbrachte, er all diejenigen hinausschickte, die an seinem Können, das Wunder zu vollbringen, zweifelten. Diejenigen, die blieben, hatten vollkommenes Vertrauen in ihn. Der Lehrplan schlägt vor, die Kinder zu fragen, wie es Jesus denn möglich war, das Kind vom Tod zu erretten. Dem Lehrer wird erklärt, dass Jesus aufgrund des Priestertums und dem Glauben der Eltern das Kind heilen konnte. Ich habe nie groß einen Gedanken an diesen Satz verschwendet.

Glaube bewirkt auch heute noch Wunder

Mormonen glauben, dass auch heute noch würdige Männer das gleiche Priestertum, das Jesus trug, tragen können. Männer, die das entsprechende Priestertum tragen, können auch heute noch Heilungen vollbringen. Dieses Priestertum können die meisten aktiven Männer in der Kirche nutzen, um anderen, die krank sind, zu helfen.

Ein Wunder: Jesus holt die Tochter des Jaïrus zurück ins Leben.

Durch die Macht des Glaubens holt Jesus Christus die Tochter des Jaïrus von den Toten zurück.

Dafür tröpfeln sie ein wenig von geweihtem, reinen Olivenöl auf den Kopf der Person, die krank ist, oder einen Segen benötigt. Anschließend legen sie ihre Hände auf das Haupt der Person und einer der beiden Priestertumsträger spricht einen Segen aus. Die gesprochenen Worte werden vom Heiligen Geist durch Inspiration eingegeben und entsprechen dem Willen Gottes.

Dennoch ist der Glaube derjenigen, die den Segen geben, sowie derjenigen, die ihn erbitten, von Bedeutung und entscheidet, inwiefern sich der Segen erfüllen wird. Dieser Satz im Leitfaden zeigte mir auch, dass diejenigen, die das Priestertum nicht tragen, aber im Raum sind, auch von Bedeutung sind. Wenn ein Kind krank ist und beispielsweise einen Priestertumssegen durch seinen Vater und einen weiteren Priesterstumsträger erhält, ist die Mutter normalerweise auch dabei und betet während des Segens mit. Die Geschichte lehrt uns, dass ihre Teilnahme wichtig ist.

Wenn Jesus den Wunsch verspürte, während seiner Priestertumshandlung auf den Glauben der Anwesenden zurückzugreifen, wie wichtig ist dieser Glaube für all die anderen? Als ich diese Lektion lehrte, bat ich die Kinder, ihre Hände nach oben zu strecken. Sie hoben eine Hand höher als die andere und sagten: „Jesus hatte das Priestertum.“ Dann hoben sie ihre beiden Hände auf die gleiche Höhe und sagten: „Und die Eltern hatten Glauben“. Anschließend schlugen sie ihre Hände zusammen. „Das Priestertum und der Glaube arbeiteten zusammen.“ Nun standen sie auf und sagten glücklich: „Und das Mädchen stand auf!“

Wenn Wunder geschehen können, dann sind wir verantwortlich, unseren Glauben dazu beizutragen. Gott greift auf den Glauben all der Beteiligten zurück, wenn er ein Wunder im Leben einer Person plant. Entscheide dich ein Teil des Wunders zu sein. Lass deinen Glauben wachsen.


Aus dem Englischen übersetzt von Jannetje Ludwig. Im Original von Terrie Lynn Bittner, zu finden auf ldsblogs.com.

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