Man kann sich dafür entscheiden, glücklich zu sein.

Was für ein kurzer und doch brisanter Satz. Im besten Falle führt die Aussage zu positiven Handlungen und Gedanken; im schlimmsten Falle hat sie eine lähmende Wirkung. Jemandem, der große Prüfungen und Herausforderungen durchmacht, zu sagen, dass er sich einfach dafür entscheiden könne, glücklich zu sein, erweckt oft den Anschein, dass man die Probleme herunterspielt und ein tatsächliches emotionales oder mentales Trauma ignoriert.

Den meisten Mitgliedern der Kirche ist oft nicht bewusst, dass wenn sie darüber sprechen, dass man sich entscheiden kann, glücklich zu sein, sie in Wirklichkeit darüber sprechen, dass man sich entscheiden kann, Christus zu wählen. Auf den ersten Blick mag das vielleicht wie das Gleiche aussehen. Durch Christus können wir glücklich sein! Es gibt jedoch einen Unterschied dabei, wie die „weltliche” Entscheidung, glücklich zu sein, und die Evangeliumswahrheit, die hinter dem „Sich für Christus Entscheiden” steht, aussehen. Indem wir diese Unterschiede kennen lernen, lernen wir, wie wir uns selbst und andere stärken können.

Uns einfach nur dafür zu entschieden, glücklich zu sein, schränkt uns darin ein, wie wir auf etwas reagieren. Uns für Christus zu entscheiden gibt uns mehr Möglichkeiten.

Wie gut gemeint der Rat auch sein mag – die meisten Leute, die anderen sagen, dass sie sich dafür entscheiden können, glücklich zu sein, haben eher egoistische Motive.  Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir uns von fröhlichen und positiven Menschen angezogen fühlen. Wir haben ein Bündnis geschlossen, dass wir denen helfen, denen es nicht so gut geht – und das kann unter Umständen ziemlich unbequem sein.

Indem wir jemandem also sagen, dass er glücklich sein soll, sagen wir jemandem manchmal vielleicht, dass wir uns wünschen würden, dass er einfach ein Lächeln aufsetzen würde und sich anders verhalten würde, weil das auch unser Leben einfacher machen würde.

Wenn wir uns für Christus entscheiden, entscheiden wir uns für Sicherheit. Christus bittet uns, so zu ihm zu kommen, wie wir sind; ihn können wir wissen lassen, wie wir uns fühlen und was wir denken. Wir können unsere negativen Gefühle schildern und von unserer negativen Einstellung erzählen.  Im Gegenzug hilft er uns, aus diesen Emotionen etwas Gutes zu machen. Wir haben mehr Kraft, zu reagieren und Kontrolle zu bekommen.

In Jesus Christus Sicherheit finden

Uns nur dafür zu entscheiden, glücklich zu sein, tut unsere Kämpfe als geringer ab. Uns für Christus zu entschieden, erkennt diese an.

Die meisten Leute wollen, wenn sie mit etwas zu kämpfen haben, darüber sprechen, ohne dass es verharmlost oder als nebensächlich abgetan wird. Und selbst wenn wir nur das Beste für so jemanden wollen, wird es kaum helfen, wenn wir nur sagen, dass man die Lage durch eine veränderte Einstellung verbessert. Es gibt Momente, in denen wir die Schultern straffen müssen. Wenn man gerade am Boden zerstört ist, ist das nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt; vielmehr ist dies eine Zeit, mit den Trauernden zu trauern und die zu trösten, die Trost brauchen.

Christus erkennt unseren Schmerz an. Er hat uns nicht gesagt, dass wir uns zusammenreißen sollen oder einfach so über etwas hinwegkommen müssen. Er verwendet den Schmerz, den wir fühlen, zu unserer Heiligung. Und was am Wichtigsten ist: Durch das Sühnopfer macht er ihn nützlich. Wenn wir uns für Christus entscheiden, können wir wissen, dass wir für unsere Sorgen entschädigt werden und durch sie herrlich gemacht werden. Er sieht, dass wir voller Schmerz sind und wartet ab, bis wir ihm davon einen Teil übergeben. Er kann uns dann Hoffnung und Kraft geben.

Uns nur dafür zu entscheiden, glücklich zu sein, führt zu Stolz, uns für Christus zu entscheiden zu Demut.

Wir menschlichen Wesen gehen von Natur aus in die Defensive und wir behalten gerne die Kontrolle. In Kombination mit Widrigkeiten fühlen wir uns dann oft unsicher. Viele Menschen werden sich eher ärgern, wenn ihnen gesagt wird, dass sie sich dazu entschließen sollen, glücklich zu sein, weil es für sie bedeutet, dass ihr Kummer eine Entscheidung ist. Dann wird sich unser Stolz melden und wir würden am liebsten der Person zurufen: „Ich habe das nicht verdient. Ich habe versucht, alles richtig zu machen.” Wenn wir uns also nicht für Glücklichsein entscheiden, entscheiden wir uns für etwas Minderwertigeres. Zumindest kann die Welt uns dieses Gefühl geben.

Anstatt uns zu sagen, dass wir härter und stärker werden sollen, lädt Christus uns ein, sanfter und kindlicher zu werden. In schweren Zeiten ist es wahrscheinlich, dass man etwas findet, was verbessert werden kann und in dem man positiver sein kann. Christus hilft uns jedoch, Demut zu entwickeln. Er erweist uns reine Liebe und besänftigt unsere Herzen, so dass wir Veränderungen vornehmen können.

Wahres Glücklichsein finden wir nur im Herrn Jesus Christus

Uns nur dafür zu entscheiden, glücklich zu sein, hält nicht an. Der Friede, der durch Christus kommt, schon.

Vielleicht haben wir das Gefühl, wir wüssten, was Glück ist. Tatsächlich ist es aber so, dass uns von allen Seiten Definitionen von Glück aufgezwungen werden – kulturelle und weltliche. Indem wir uns entscheiden, glücklich zu sein, beschränken wir unseren Blick auf das, was wir für Glück halten.

Durch Christus lernen wir wahre Freude kennen. Es ist vielmehr ein anhaltender Friede und eine Überzeugung als Euphorie und Vergnügen. Es ist mehr als einfach ein guter Tag, und es sieht oft nicht so aus, wie wir es erwarten. Vielleicht sieht es sogar für jeden anders aus. Anstatt uns darauf zu konzentrieren, was uns vielleicht einen Augenblick lang lächeln lassen wird, eignen wir uns lieber rechtschaffene Gewohnheiten an und gehen sicher, dass wir festen Glauben und Kraft entwickeln. Wenn wir uns für Christus entscheiden, entscheiden wir uns dafür, Vertrauen in seine Versprechen zu haben und das vor alles andere zu stellen. Wir entscheiden uns dafür, unser Bestes dabei zu geben, uns zu entwickeln – auch wenn das manchmal unangenehm und unschön erscheint.

Schlussendlich ist die Entscheidung für Christus die allerbeste Entscheidung, die wir jemals treffen und zu der wir  jemand anderen ermutigen können.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 1.8.2016 auf ldsdaily.com veröffentlicht. Die Autorin ist Aleah Ingram. Übersetzt von Kristina Vogt.

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