ANMERKUNG: Das Thema des Beitrags könnte für manche Leser evtl. beunruhigend sein.

In den heiligen Schriften lesen wir an verschiedenen Stellen, wie der Satan auf Sterbliche Einfluss nimmt. Er versuchte Adam und Eva, Mose und selbst Christus. Er täuscht und gibt sein Bestes, seinen Einfluss während bedeutender Momente der Geschichte geltend zu machen. Viele dieser Momente wurden festgehalten, viele auch nicht. Hier sind die drei aufgezeichneten Fälle von Auseinandersetzungen zwischen Joseph Smith und Satan.

1 Ein Angriff auf Joseph Smith in seinem Zuhause in Far West

Folgender Auszug stammt aus der Biografie von Heber C. Kimball. Der Bericht ist aus dessen Perspektive geschrieben.

„Er berichtete mir dann von vielen Kämpfen, die er mit Satan hatte, und von dessen Macht, die sich gelegentlich seit Beginn des Prozesses des Hervorbringens des Buches Mormon offenbarte. Ich möchte über eine Begegnung in Far West berichten, die in einem Haus stattfand, das Joseph gekauft hatte und das früher von schlechten Menschen als Wirtshaus genutzt worden war. Er war erst kurze Zeit dort, als eines seiner Kinder krank wurde; er legte ihm die Hände auf, worauf es ihm besser ging; sobald er aber zur Türe hinausging, wurde das Kind wieder krank; er legte ihm erneut die Hände auf und es genas. Dies geschah mehrere Male, bis Joseph schließlich den Herrn fragte, was dies zu bedeuten hätte; er hatte dann eine Offenbarung, bei der er den Teufel persönlich sah, der mit ihm von Angesicht zu Angesicht eine Zeitlang stritt und sagte, es sei sein Haus, es gehöre ihm und Joseph habe dort keinerlei Rechte. Joseph ermahnte Satan daraufhin im Namen des Herrn, worauf jener wegging und das Kind nicht mehr anrührte.”

2 Als Joseph Smith Harvey Whitlock zum Priestertum ordinierte

Joseph Smith überträgt Parley P. Pratt das Priestertum

In Levi Hancocks Biografie finden wir einen weiteren erschreckenden Bericht über eine Begegnung mit Satan aus dem Jahr 1831:

„Der 4. Juni kam und wir trafen uns unterhalb des Hügels in der Nähe von Isaac Morleys Farm in Kirtland, Geauga County, Ohio. Anschließend gingen wir alle etwa 400 m bergauf zu einem Schulhaus, das am Fuß des Hügels lag. Es war ein Holzhaus. Darin befanden sich Holzbänke. Die Ältesten setzten sich und die Versammlung wurde wie üblich eröffnet… Joseph legte Harvey Whitlock die Hände auf und ordinierte ihn zum Hohen Priestertum. Er wurde so schwarz, wie Lyman weiß war. Seine Finger erschienen wie Klauen. Er ging durch den Raum und zeigte seine Hände und versuchte zu sprechen; seine Augen waren wie ein ovales ‚O’. Hyrum Smith sagte: ‚Joseph, das kommt nicht von Gott.’ Joseph sagte: ‚Sage nichts dagegen.’ ‚Ich werde es nicht glauben’, sagte Hyrum, ‚außer du fragst Gott und er sagt, es kommt von ihm.’ Joseph neigte seinen Kopf und stand nach kurzer Zeit wieder auf und gebot Satan, aus Harvey zu weichen, während er ihm gleichzeitig die Hände auflegte.

In diesem Moment machte ein alter Mann, der 97 kg wog und am Fenster saß, einen Salto und blieb hilflos auf dem Rücken liegen. Joseph sagte Lyman, er solle Satan austreiben. Er tat es. Der Name des Mannes war Leanon [Leman] Coply [Copley], ein ehemaliger Quaker [Shaker].

Der böse Geist verließ ihn wie ein Blitz und Harvey Green fiel und schrie wie ein Panther. Satan war ausgetrieben, fuhr aber sofort in jemand anderen. Dies ging so den ganzen Tag und einen Großteil der Nacht … ich wusste, dass bei dem, was ich gesehen hatte, nicht nur so getan wurde…

Danach gingen wir zum Haus hinunter. Harvey Whitlock sagte, dass er Hyrum in dem Moment, als er sagte, es sei nicht von Gott, von Herzen verachtet hatte und dass er, als der Teufel ausgetrieben war, davon überzeugt war, dass der Satan in ihm gewesen sei und er es dann wusste. Ich hörte Harvey Green auch sagen, dass er das furchtbare Gefühl, das er hatte, als er in den Händen Satans war, nicht beschreiben kann.”

3 Vier Schilderungen der Ersten Vision

Das wiederhergestellte Evangelium kann unsere Fehler vergessen machen.

Ihr erinnert euch sicherlich an die Erfahrung, die Joseph Smith mit Satan machte, bevor er die weltverändernde Erste Vision hatte. Die Geschichte ist aber noch tiefgehender als in Joseph Smith Lebensgeschichte geschildert wird. Es gibt verschiedene Berichte davon, was geschehen ist. Manche stammen von Joseph Smith selbst, andere von seinen Zeitgenossen.

Joseph Smiths Bericht von 1838 (vgl. Joseph Smith Lebensgeschichte)

„Nachdem ich mich an den Ort zurückgezogen hatte, den ich vorher dazu ausersehen hatte, mich umblickte und sah, daß ich allein war, kniete ich nieder und fing an, Gott die Wünsche meines Herzens vorzutragen. Kaum hatte ich das getan, wurde ich sogleich von einer Macht gepackt, die mich gänzlich überwältigte und eine so erstaunliche Wirkung auf mich hatte, daß sie mir die Zunge lähmte und ich nicht sprechen konnte. Dichte Finsternis zog sich um mich zusammen, und ich hatte eine Zeitlang das Gefühl, als sei ich plötzlicher Vernichtung anheimgegeben.

Ich nahm aber alle Kraft zusammen und rief Gott an, er möge mich aus der Macht dieses Feindes befreien, der mich gepackt hatte; und gerade in dem Augenblick, wo ich in Verzweiflung versinken und mich der Vernichtung preisgeben wollte—und nicht etwa einem eingebildeten Verderben, sondern der Macht eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren, das eine so unglaubliche Macht hatte, wie ich sie nie zuvor bei irgendeinem Wesen verspürt hatte—eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel.” (JSLG 1:15-16)

Joseph Smiths Bericht von 1835

„Ich rief den Herrn zum ersten Mal an jenem oben erwähnten Ort an, oder in anderen Worten, ich wagte einen vergeblichen Versuch zu beten; meine Zunge schien in meinem Mund geschwollen zu sein, so dass ich nicht sprechen konnte. Ich hörte hinter mir ein Geräusch, als ob jemand auf mich zuging. Ich bemühte mich erneut zu beten, aber konnte es nicht. Die Schritte schienen näher zu kommen. Ich sprang auf die Füße und sah mich um, sah aber niemanden und nichts, das das Geräusch hätte verursachen können. Ich kniete erneut nieder. Mein Mund wurde mir geöffnet und meine Zunge befreit und ich rief den Herrn in mächtigem Gebet an …”

Orson Pratts Bericht

„Er ging daher an einen geheimen Ort in einem Hain, nicht weit vom Haus seines Vaters entfernt, kniete sich nieder und begann, den Herrn anzurufen. Zuerst wurde er von den Mächten der Dunkelheit stark versucht, die sich bemühten, ihn zu überwältigen; aber er strebte weiterhin nach Befreiung, bis die Dunkelheit in seinem Verstand sich auflöste; und es war ihm möglich zu beten, mit der Inbrunst des Geistes und voller Glauben. Und während er sein Herz ausschüttete und beklommen eine Antwort von Gott wünschte, sah er schließlich ein sehr helles und herrliches Licht am Himmel…”

Orson Hydes Bericht

„Er ging bei einer Gelegenheit zu einem kleinen Hain in der Nähe des Hauses seines Vaters und kniete vor Gott zu feierlichem Gebet nieder. Der Widersacher unternahm sodann mehrere hartnäckige Anstrengungen, seine leidenschaftliche Seele abzukühlen. Er füllte seinen Verstand mit Zweifeln und ließ ihn an alle möglichen unangemessenen Dinge denken, um ihn davon abzuhalten, an das Ziel seiner Bemühungen zu gelangen; aber die ihn überströmende Gnade Gottes stützte ihn und gab ihm in seiner nachlassenden Kraft neuen Auftrieb.

Die dunkle Wolke teilte sich jedoch bald und Licht und Frieden erfüllten sein verängstigtes Herz. Er ersuchte den Herrn voller Glaube und Inbrunst des Geistes erneut [um Hilfe].”

Licht am Ende des Tunnels

Es muss schwer gewesen sein, Joseph Smith zu sein. Er machte einige unglaublich machtvolle Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und Christus selbst; er machte auch mehrere erschütternde Erfahrungen mit dem Widersacher. Joseph selbst sagte nicht viel zu diesen zermürbenden Erfahrungen, aber er hinterließ uns folgende Weisheit:

„Je näher man dem Herrn kommt, desto mehr tut sich die Macht des Widersachers kund, um einen davon abzuhalten, die Absichten Gottes zu verwirklichen.“


David Snell

David Snell ist stolz darauf, Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein. Er hat einen Abschluss von der BYU, ist Gründer von „The Sunday Pews” und hat unter anderem Erfahrungen als Autor für Mormon Newsroom Pacific, KBYU11, Classical 89 Radio und FamilyShare.com gesammelt. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und möchte den Tag für uns ein bisschen schöner machen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 2.9.17 auf mormonhub.com unter dem Titel „3 Times Joseph Smith and Satan Went Head to Head” veröffentlicht. Der Autor ist David Snell. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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