Joseph Smith ist eine der am meisten polarisierenden Figuren der Religionsgeschichte. Manche behaupten, dass er ein Prophet war, der in seinen glaubensbezogenen Errungenschaften nur Christus selbst nachsteht. Andere wiederum behaupten, dass er ein Betrüger und Scharlatan war. Obwohl viele Führer anderer Religionen oft eher letztere Meinung teilen, gibt es einen Baptistenprediger, der etwas anderes in Joseph Smith zu sehen scheint.

Lynn Ridenhour, der seit 38 Jahren Baptistenprediger der Southern Baptist Gemeinde ist, las das Buch Mormon und erlebte – in seinen eigenen Worten – „eine wundersame Bekehrung zum wiederhergestellten Evangelium, wie Joseph Smith es verkündete.” Dr. Ridenhour, der inzwischen ein Verfechter des Buches Mormon ist, hat unter anderem einen Doktorgrad von der Universität von Iowa. Er arbeitete an verschiedenen Universitäten als Professor.

Bibel Joseph Smith und Baptisten

Der biblische Kanon, wie wir ihn heute kennen, wurde erst um das Jahr 393 n. Chr. von einem Rat katholischer Bischöfe zusammengestellt und akzeptiert.

Dr. Ridenhour weist darauf hin, dass die traditionelle christliche Vorstellung eines Kanons (=die Vorstellung, dass die Heilige Schrift vollständig ist und daher nichts hinzugefügt werden darf) aus der Zeit Konstantins stammt und nicht der Vorstellung der Urkirche entsprach. Er fügt an, dass es in der Bibel 66 Bücher gibt und
Gott „sein Buch nicht abschließen würde, wo doch nur eine 6 zur Zahl des Anti-Christen fehle.”

Was nun hat Dr. Ridenhour über Joseph Smith zu sagen, den Mann, der der Welt zu dem Buch, durch das er bekehrt wurde, Zugang verschafft hat? Nachfolgend finden wir einen Auszug aus einem Aufsatz (Englisches Original hier):

Konzentrieren wir uns einmal kurz auf den Menschen Joseph Smith. Was für ein Mensch war er? Der Mann, mit dessen Hilfe Gott die Wiederherstellung in diesen letzten Tagen einleitete. Was hatte er zum Thema Wahrheit und Glaubenslehre zu sagen?

Nun, zuerst einmal war Joseph Smith Sekten gegenüber, die nicht seinen christlichen Standpunkt teilten, äußerst tolerant …

In einer Rede sagte er einmal: „Wenn ich der Überzeugung bin, die Menschen seien im Irrtum – soll ich ihnen dann zu Leibe rücken? Nein, ich werde sie vielmehr emporheben, und zwar auf ihre eigene Weise, wenn ich sie nicht davon überzeugen kann, dass meine Weise besser ist. Ich werde niemanden zwingen, das zu glauben, was ich glaube, außer durch die Kraft der Beweisführung; denn die Wahrheit bahnt sich ihren Weg selbst…” „Glaubt ihr an Christus und das Evangelium der Erlösung, wie er es offenbart hat? Ich auch. Die Christen sollen aufhören, miteinander zu zanken und zu streiten; sie sollen vielmehr untereinander Einigkeit und Freundschaft pflegen…ich bin gleichermaßen bereit, zur Wahrung der Rechte eines Presbyterianers, eines Baptisten oder sonst eines guten Menschen irgendeiner anderen Glaubensgemeinschaft zu sterben.” (Joseph Smith, 1843)

Vor allem die letzte Aussage ist beeindruckend: „…ich bin gleichermaßen bereit, zur Wahrung der Rechte eines Presbyterianers … zu sterben.”

„Christen sollen aufhören, miteinander zu zanken und zu streiten” ist auch beeindruckend.

Als Bürgermeister von Nauvoo stimmte Joseph Smith dem Erlass zu, „dass Katholiken, Presbyterianer, Methodisten, Heilige der Letzten Tage, Quäker, Episkopale und alle anderen religiösen Sekten und Anhänger anderer Glaubensrichtungen sich gegenseitig tolerieren und die gleichen Privilegien in der Stadt haben sollten.”

Keine Nächstenliebe zu haben und Andersgläubigen gegenüber intolerant zu sein war in Nauvoo City, der Stadt, die Joseph aufbaute, gegen das Gesetz.

Was für ein Mensch war er also?

Nauvoo Joseph Smith

Um das Jahr 1844 war die am Mississippi gelegene Mormonenstadt Nauvoo genauso florierend und bevölkert wie das damalige Chicago.

 

Joseph Smith kandidierte als Präsident der Vereinigten Staaten

Eine letzte Anekdote:

Joseph Smith kandidierte als Präsident der Vereinigten Staaten

Martin Van Buren – Präsident der Vereinigten Staaten von 1837 bis 1841.

Der Prophet kandidierte im Interesse seines Volkes als Präsident der Vereinigten Staaten. In Missouri waren ihnen furchtbare Gräueltaten angetan worden. Er hatte ein Treffen mit Präsident Van Buren erreicht. Und während er in der Hauptstadt war, predigte er den Bürokraten das Evangelium. Einer der Obleute – Matthew S. Davis aus dem Staate New York – berichtet über eines der Treffen, das Joseph in der Hauptstadt abhielt.

Lassen wir einen Vertreter der Vereinigten Staaten, der sich persönlich mit Joseph Smith traf, diese Frage beantworten (da er es besser kann, als ich es jemals tun könnte). Dieser schrieb einen Brief an seine Frau zu Hause. Der Kongressabgeordnete schreibt:

„Gestern Abend ging ich hin, um „Joe Smith” zuzuhören, wie er, der gefeierte Mormone, seine Lehre erklärte. Ich und einige andere hatten das Bedürfnis, einmal Erklärungen von ihm persönlich zu hören.

Er ist kein gebildeter Mann; aber er ist ein einfacher, vernünftiger, willensstarker Mann. Alles, was er sagt, sagt er auf eine Art und Weise, die überzeugt, dass er es aufrichtig meint. Er sagt nichts leichtsinnig, fanatisch, es mangelt seinen Ausführungen nie an Würde. Seine Erscheinung ist nichts Besonderes; er kleidet sich einfach und anspruchslos. Sein Beruf ist der eines Bauern, aber offensichtlich ist er belesen.

Während seiner ganzen Ansprache, die länger als zwei Stunden ging, brachte er nie eine Meinung oder eine Ansicht zum Ausdruck, die berechnend war oder auch nur im Geringsten die Moral beeinträchtigen sollte oder die menschliche Spezies herabwürdigen oder brutalisieren sollte. Viele seiner Regeln würden, wenn man sie befolgte, dazu führen, dass die Menschen weniger schroff miteinander umgehen und zu rationaleren Wesen werden würden, als sie das gemeinhin sind. Es gab keine Gewalt, keine Rage, keine Anprangerung. Seine Religion scheint eine Religion der Sanftmut, der Demut und der sanften Überzeugung zu sein.

Er merkte gegen Ende seiner Rede an, dass er als Erretter dargestellt worden sei. Dies stimme nicht. Er habe das nie behauptet. Er sei nur ein Mensch, sagte er; ein einfacher, ungebildeter Mensch, der auf der Suche danach war zu erfahren, was er tun müsse, um errettet zu werden.

Während der ganzen Rede machte er einen liebevollen, geduldigen Eindruck. Ich habe mich bemüht, den Glauben dieses Mannes so darzustellen, wie er ihn selbst geschildert hat. Meine Meinung über Mormonen hat sich geändert. Sie sind ein verletztes und vielgeschmähtes Volk.”

„Ich habe meine Meinung geändert”, sagte der Abgeordnete.

Ich bete, dass auch ihr das bezüglich des Buches Mormon und des Mannes Joseph Smith getan habt.


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und auf ldsliving.com veröffentlicht. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.