Präsident Heber J. Grant war emotional und körperlich erschöpft und besorgt um seinen Jungen  – sein letzter Sohn war ernsthaft krank und litt qualvolle Schmerzen. Er hatte all seine Hoffnungen und Träume in diesen Sohn gesetzt und hatte Angst, ihn gehen zu lassen. Ein Traum aus einer anderen Welt brachte Trost für sein gebrochenes Herz und bereitete ihn auf den noch bevorstehenden Schmerz vor.

Lies den Bericht dieses Traumes in Präsident Grants eigenen Worten (LDS.org – auf englisch):

„Ich wurde mit zwei Söhnen gesegnet. Einer von ihnen starb im Alter von fünf Jahren, der andere, mit sieben, an einem Hüftleiden. Ich hatte große Hoffnungen für ihn – dass er das Evangelium daheim und in der Ferne verbreiten und mir Ehre machen würde. Etwa eine Stunde, bevor er starb, hatte ich einen Traum. Seine Mutter, die gestorben war, kam seinetwegen und brachte einen Botschafter mit. Zu ihm sagte sie, er solle den Jungen holen, während ich schliefe. Im Traum dachte ich, ich sei aufgewacht, hätte meinen Sohn ergriffen und um ihn gekämpft, bis ich es schließlich schaffte, ihn dem Botschafter wegzunehmen, der ihn mitnehmen wollte. Ich träumte, dass ich dabei stolperte und auf meinen Sohn fiel.

Bündnisse zum Fortschritt

Ich träumte, dass ich auf seine schmerzende Hüfte fiel. Das fürchterliche Weinen und die Qual des Kindes machten mich fast wahnsinnig. Ich konnte es nicht ertragen, stand auf und rannte aus dem Haus, damit ich sein Elend nicht hören musste. Ich träumte, dass ich, nachdem ich das Haus verlassen hatte, Bruder Joseph E. Taylor traf und ihm diese Dinge erzählte.

Er sagte: ‚Nun, Heber, weißt du, was ich tun würde, wenn meine Ehefrau wegen eines ihrer Kinder käme? Ich würde nicht um dieses Kind kämpfen; ich würde keinen Widerstand leisten, wenn sie das Kind mitnähme. Eine Mutter, die glaubenstreu war und hinter den Schleier getreten ist, weiß um die Leiden und die Qualen ihres Kindes. Sie weiß, ob das Kind als Krüppel durch das Leben gehen müsste und ob es besser oder weiser wäre, wenn es von seinem qualvollen Leben befreit würde. Wenn du innehältst und darüber nachdenkst, Bruder Grant, dass die Mutter dieses Jungen durch die Schatten des Todes ging, um ihm das Leben zu schenken, dann ist sie diejenige, die das Recht haben sollte, ihn mitzunehmen oder nicht.’

Ich sagte, ‚Ich glaube, du hast Recht, Bruder Taylor, und wenn sie wiederkommt, soll sie den Jungen haben, ohne jeglichen Protest meinerseits.’

Nachdem ich zu diesem Entschluss gekommen war, weckte mein Bruder B.F. Grant mich auf. Er war die Nacht über bei uns geblieben, um mir zu helfen, nach dem kranken Jungen zu sehen. Er rief mich in den Raum und sagte mir, dass mein Kind sterbe. Ich ging in das Zimmer und setzte mich hin. Zwischen meiner jetzigen Frau und mir stand ein leerer Stuhl, und ich fühlte die Anwesenheit der verstorbenen Mutter meines Jungen, dass sie dort saß. Ich sagte niemandem, was ich fühlte, aber ich wandte mich meiner lebenden Frau zu und sagte: ‚Fühlst du irgendetwas Merkwürdiges?’ Sie sagte: ‚Ja, ich fühle mit Gewissheit, dass Hebers Mutter zwischen uns sitzt und darauf wartet, ihn mitzunehmen.’

Nun, ich glaube, dass ich von Natur aus ein mitfühlender Mann bin. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und mit mütterlicher Zuneigung überschüttet worden. Ich glaube, ich bin von Natur aus liebevoll und einfühlsam und vergieße Tränen für meine Freunde – Freudentränen für ihre Erfolge und Tränen der Trauer für ihr Unglück. Aber als ich am Sterbebett meines kleinen Jungen saß und zusah, wie er starb, vergoss ich nicht eine Träne. Meine lebende Frau, mein Bruder und ich fühlten bei diesem Ereignis einen so süßen, friedvollen, himmlischen Einfluss in meinem Zuhause wie nie zuvor in meinem Leben.”(Improvement Era, June 1940, pp. 330, 383.)


Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und auf www.ldsliving.com veröffentlicht. Übersetzt von Maren Leit.

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