Am 10. Januar sprach Dallin H. Oaks in einem Interview offen über seinen Übergang ins Amt des Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vor nur wenigen Wochen. Das Gespräch fand am Vortag der Weihung des Burley-Idaho-Tempels statt, die am 11. Januar gefeiert wurde. In ruhigen und persönlichen Worten gab Präsident Oaks Einblick in das, was es bedeutet, heute Präsident Oaks als Prophet der Kirche zu sein.
Was fühlt ein Mensch, wenn er plötzlich dieses Amt übernimmt? Nur wenige können aus eigener Erfahrung darauf antworten. Präsident Oaks tut es ohne Pathos, aber mit großer Ehrlichkeit.
Präsident Oaks als Prophet: Ein Amt, das er nicht angestrebt hat
Gleich zu Beginn macht Präsident Oaks deutlich, dass der Übergang ins Prophetenamt kein Ziel war, das er bewusst verfolgt hätte. Er spricht offen darüber, wie unerwartet dieser Schritt für ihn kam.
„Es fühlt sich neu an, Präsident der Kirche zu sein. Ich habe dieses Amt nie angestrebt. Ich hatte auch nie den Eindruck, dass ich einmal diese Position einnehmen würde. Nach 34 Jahren gemeinsamer Arbeit im Kollegium der Zwölf habe ich es sehr geschätzt, ein Ratgeber von Präsident Nelson zu sein.“
Und man merkt es ihm im Interview an: Es geht nicht um persönliche Ambitionen, sondern um Vertrauen. Nach Jahrzehnten des gemeinsamen Dienstes empfand er seine bisherige Aufgabe als erfüllend. Umso deutlicher wird, dass dieser neue Weg nicht aus eigenem Wunsch entstanden ist.
„Der Mantel des Propheten ist schwer und heilig“
Besonders eindrücklich beschreibt Präsident Oaks als Prophet die Verantwortung, die mit diesem Amt einhergeht. Er greift das Bild des „Mantels des Propheten“ auf.
„Oft spricht man vom Mantel des Propheten. Bisher war ich es gewohnt, diesen Mantel bei anderen zu sehen. Jetzt erlebe ich selbst, wie es sich anfühlt, ihn zu tragen – und er ist schwer, jeden Tag. Es ist eine sehr heilige Verantwortung, in die ich erst hineinwachse.“
Präsident Oaks als Prophet sieht diese Verantwortung nicht als etwas, das man einfach übernimmt, sondern als etwas, in das man hineinwächst – Schritt für Schritt, mit Demut.
Auch seine Frau beschreibt diese Veränderung sehr persönlich.
„Er ist sehr gewissenhaft in allem, was er tut. Er ist fokussiert und trägt eine große Sorge für das Reich Gottes. Ich habe gemerkt, dass er sich verändert hat.“
Was Präsident Oaks als Prophet stärkt
Auf die Frage, was ihm Kraft gibt, diese Aufgabe anzunehmen, verweist Präsident Oaks nicht auf besondere Fähigkeiten, sondern auf eine lebenslange Haltung.
„Mein ganzes Leben lang wollte ich das tun, was mein himmlischer Vater von mir möchte. Ich habe keine weiteren Ämter angestrebt, sondern versucht, sensibel für den Geist des Herrn zu sein und für das, wozu er mich vorbereitet hat.“
Präsident Oaks als Prophet beschreibt keinen Karriereweg, sondern eine Ausrichtung auf den Willen Gottes. Diese Haltung trägt ihn auch jetzt.
„Ich werde getragen von dem Wissen, dass der Herr mich vorbereitet hat und mich nun zu dieser Aufgabe berufen hat. Vor dieser Verantwortung schrecke ich nicht zurück.“
Diese Worte machen Mut. Sie zeigen, dass Gott Menschen vorbereitet, bevor er sie ruft, und dass niemand diese Verantwortung allein tragen muss.
Lernen von früheren Propheten
Präsident Oaks als Prophet sieht sich nicht isoliert, sondern eingebettet in eine lange Linie geistlicher Führung. Er blickt auf viele Jahre gemeinsamer Erfahrungen zurück.
„Ich habe eng mit acht Präsidenten der Kirche zusammengearbeitet, beginnend mit meiner Zeit an der BYU. Ich habe sie alle geschätzt, bewundert und viel von ihnen gelernt – ganz besonders von Präsident Nelson, da meine Verbindung zu ihm über mehr als 50 Jahre zurückreicht.“
Vielleicht hilft dir dieser Einblick, unseren neuen Propheten ein bisschen besser kennen zu lernen. Die Kirche Jesu Christi wird nicht von einzelnen Persönlichkeiten geführt, sondern vom Herrn selbst.
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