Nicht allzu viele Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bekommen die Gelegenheit, auf einen neuzeitlichen Apostel zu treffen, geschweige denn, ihm die Hand zu schütteln. Ich hatte das Glück, beides zu dürfen.

Vor kurzem saß ich bei Cheesecake Factory in Salt Lake City nur ein paar Tische entfernt von Präsident Uchtdorf. Bei einem Baseballspiel vor ein paar Monaten saß ich nur ein paar Boxen weit von Elder Bednar entfernt. Ich war fast ein Dutzend Mal bei der Generalkonferenz. Ich habe Elder Christofferson einmal die Hand geschüttelt, als er noch den Siebzigern angehörte und einmal, seitdem er ein Apostel ist. Ich habe Elder Renlunds Hand geschüttelt, als dieser mit ein paar anderen Generalautoritäten Anfang des Jahres Tonga besuchte und ich im Bereich Public Affairs arbeitete. Und jedes Mal, wenn ich den Aposteln so nahe kam und ihre Hand schüttelte, fühlte ich das gleiche:

NICHTS.

Ja, nichts. Es war spannend, die Vorbilder zu sehen und spannend, Zeit in der Gegenwart solch heroischer Männer Gottes zu verbringen. Ich hatte immer schon großen Respekt für sie und das Amt, das sie innehaben, aber als ich ihnen die Hand schüttelte, passierte nichts Außergewöhnliches.

Anmerkung: Solange ich noch eure Aufmerksamkeit habe, möchte ich anmerken, dass nur weil ich nicht viel dabei gefühlt habe, es nicht bedeutet, dass auch andere es nicht haben, nicht können oder nicht werden. Ich bin mir sicher, dass manche Menschen wunderbare, wundersame Erfahrungen machen, wenn sie die Hand eines Apostels schütteln. Eine Frau in der Bibel hatte so viel Glauben, dass sie geheilt wurde, indem sie das Gewand Christi berührte. Ähnliches kann sicherlich auch in der Gegenwart eines seiner Diener geschehen. Aber dieser Artikel handelt nur von meinen persönlichen Erfahrungen und darum, was sie mir bedeuten.

Was ich erwartet hatte

Ich glaube, ich hatte gedacht, dass ich eine tiefgründige spirituelle Erweckung erfahren würde, sobald ich die Hand berührte. Ich rechnete mit einer Schockwelle durch den Geist, die über mich kommen und mich in die Knie zwingen würde. Ich dachte, dass ich ein bewegendes Zeugnis durch den Heiligen Geist bekommen würde, dass diese Männer tatsächlich Apostel des Herrn Jesus Christus seien. Aber nein. Ich sagte einfach nur David und Dale Hallo.

Die Zwölf Apostel

Versteht mich nicht falsch. Sie sind großartige Menschen. Aber es sind nun einmal Menschen. Es scheint so, als ob Gott auf dieser Seite des Schleiers nun einmal nur mit Sterblichen arbeiten könnte. Und wie Elder Jeffrey R. Holland einmal sagte: „Das ist bestimmt furchtbar frustrierend für ihn, aber er kommt damit zurecht, und das sollten wir auch. Wenn sich jemand unvollkommen verhält, bedenken Sie, dass das keine Einschränkung der göttlichen Natur dieses Werks bedeutet.” Ich wiederhole diese Aussage nur. Nicht, dass es einer weiteren Autorität als seiner bedürfe.

Elder D. Todd Christofferson besuchte meinen Pfahl und grüßte die Mitglieder draußen vor der Kirche im Gras. Elder Dale G. Renlund war gerade aus dem Flugzeug nach Tonga gestiegen und bestieg mit den anderen Generalautoritäten das Auto, das ihn zum Hotel bringen sollte. Großartige Männer, inspirierte Männer, Christus ähnlich – aber es sind Männer, und ihre Hände unterscheiden sich nicht von denen anderer.

Was ich gelernt habe

Nur weil ich nicht das Gefühl hatte, vom Geist überwältigt zu werden, als ich die Hände der Apostel schüttelte, entkräftet oder schmälert das nicht die Vollmacht und Autorität, die sie als Apostel Gottes innehaben. Es hat keinen Einfluss auf mein Zeugnis, dass ich nicht erstarrte, wie Laman und Lemuel bei Nephi. Diese Männer sind keine Superhelden und wir täten gut daran, das zu verinnerlichen, bevor wir von der Realität enttäuscht werden.

Als Kinder singen wir in der Kirche dramatische Lieder wie „Folg dem Propheten” und hören die mutigen Geschichten von Samuel dem Lamaniten und dem Arme abschlagenden Ammon. Wir hören diese gewaltigen Geschichten von damals und erwarten, dass die neuzeitlichen Apostel sich die ganze Zeit über ähnlich brillant verhalten.

Und wenn dem nicht so ist, fühlen sich manche Menschen desillusioniert. Natürlich können die Apostel durch das Priestertum Wunder bewirken, aber es ist nun mal nicht immer notwendig, Legionen zum Kampf zu führen oder das Rote Meer zu teilen.

Aber wisst ihr was? Ich wette, dass wenn ich die Gelegenheit hätte, Samuel dem Lamaniten die Hand zu schütteln, oder die Hand Ammons, die Hand Moronis, die Hand Moses oder Joseph Smiths Hand, dass ich das Gleiche fühlen würde wie bei Elder Renlund und Elder Christofferson – nichts.

Generalkonferenz macht auch Aposteln Spaß! Hand schütteln einmal anders.

Mir ging es hier nicht darum zu beschreiben, dass die Apostel und Propheten den Erwartungen der Mitglieder nicht gerecht werden, und auch nicht darum zu sagen, dass sie nicht so gut sind, wie alle das glauben. Mir geht es hier darum, dass wir akzeptieren, dass die Kirchenführer von Gott berufen sind – aber es ihnen dennoch erlauben, Mensch zu sein.

Sie machen eventuell Fehler. Sie fühlen Schmerz wie du und ich. Sie werden nervös oder begeistern sich für etwas, werden krank, sind gelangweilt und manchmal überglücklich wie wir.

Das wunderbare Gefühl kommt, wenn wir tun, was sie sagen – nicht, wenn wir ihnen die Hände schütteln.

Wenn ihr herausfinden möchtet, welche Macht ein Apostel hat, wendet an, was er lehrt. Schaut euch noch einmal die Ansprachen der letzten Generalkonferenz an und lasst sie euch auf der Zunge zergehen. Ihr könnt in jeder Ansprache Segnungen finden, die euch in Aussicht gestellt werden, wenn ihr bestimmte Gebote und Ratschläge befolgt. Versucht es. Stellt sie auf die Probe.

So werdet ihr ein Zeugnis ihrer göttlichen Mission erhalten. So werdet ihr herausfinden, dass diese Männer wichtige Werkzeuge in den Händen Gottes in seiner Kirche sind. Auf diese Art und Weise werdet ihr sie so kennenlernen, wie ich und Millionen andere sie kennen – als Apostel des Herrn Jesus Christus.


David Snell

David Snell ist stolz darauf, Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein. Er hat einen Abschluss von der BYU, ist Gründer von „The Sunday Pews” und hat unter anderem Erfahrungen als Autor für Mormon Newsroom Pacific, KBYU11, Classical 89 Radio und FamilyShare.com gesammelt. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und möchte den Tag für uns ein bisschen schöner machen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 26.8.17 auf mormonhub.com unter dem Titel „The Unexpected Feeling I Had When I Shook An Apostle’s Hand” veröffentlicht. Der Autor ist David Snell. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.