Präsident Dallin H. Oaks hat kürzlich angekündigt, dass junge Frauen nun künftig bereits mit 18 Jahren auf Mission gehen können – statt wie bisher mit 19. In einem Interview Anfang Januar erklärte er, warum diese Änderung aus seiner Sicht wichtig ist und wie sie das Leben junger Frauen in der Kirche positiv beeinflussen kann.
Mehr Zeit für Entscheidungen – nicht mehr Druck
Präsident Oaks macht deutlich, dass es bei der Senkung des Missionsalters für junge Frauen nicht darum geht, Erwartungen zu erhöhen oder Druck aufzubauen. Im Gegenteil: Er spricht von mehr Zeit und mehr Freiheit.
„Ich denke, dass dies jungen Frauen mehr Zeit gibt, ihr Leben zu planen – ganz gleich, ob sie die Möglichkeit nutzen, eine Mission zu dienen, oder ob sie ihr Leben in andere Richtungen planen. Es erweitert schlicht die Möglichkeiten.“
Das Missionsalter für junge Frauen wird dadurch flexibler. Die Entscheidung für oder gegen eine Mission bleibt persönlich. Gleichzeitig entsteht mehr Raum, um Ausbildung, Beruf, Ehe und geistliche Entwicklung bewusst zu planen.
Eine Änderung mit Blick auf das ganze Leben
Präsident Oaks spricht auch offen darüber, dass diese Entscheidung langfristige Auswirkungen haben kann. Dabei geht es nicht nur um die Missionszeit selbst, sondern um Lebenswege insgesamt.
„Ich hoffe außerdem, dass sich dadurch das Heiratsalter senkt.”
Er verweist auf frühere Anpassungen beim Missionsalter und auf Beobachtungen aus dieser Zeit.
„In der Zeit, in der wir in der Vergangenheit das Missionsalter für junge Männer und junge Frauen gesenkt haben, haben wir gesehen, dass mehr Menschen jemanden im Missionsfeld kennenlernen und später heiraten – was völlig angemessen ist, solange es nicht zu früh während ihres Missionsdienstes beginnt.“
Aus seiner Sicht gehört diese Entwicklung zu einem größeren Zusammenhang.
„Ich glaube, dass dies Teil des Plans des Herrn ist, der Tendenz entgegenzuwirken, erst bis in die späten Zwanzigerjahre auf die erste Ehe zu warten. Ich denke, wir werden bei den Heiligen der Letzten Tage ein niedrigeres Heiratsalter sehen.“
Diese Worte zeigen, dass Präsident Oaks das Missionsalter für junge Frauen nicht isoliert betrachtet. Er sieht es eingebettet in Gottes Plan für Familie, Verantwortung und persönliches Wachstum.
Was das Missionsalter für junge Frauen für dich bedeuten kann
Die Herabsetzung des Missionsalters schafft keine Pflicht. Sie schafft Möglichkeiten. Junge Frauen erhalten mehr Zeit, ihren Weg zu prüfen, zu beten und Entscheidungen zu treffen, die zu ihrer persönlichen Situation passen.
Vielleicht hilft diese Änderung, Gespräche neu zu führen – in Familien, in Gemeinden oder ganz persönlich. Sie lädt dazu ein, Vertrauen zu haben: in Gottes Führung, in individuelle Lebenswege und in persönliche Offenbarung.
Das Missionsalter für junge Frauen ist damit weniger eine organisatorische Änderung als eine Einladung. Eine Einladung, den eigenen Lebensweg bewusst mit dem Herrn zu planen.