Du hast dich (wieder einmal) auf Facebook blamiert? Okay, das ist jedem schon einmal passiert. Obwohl Facebook nämlich eigentlich etwas Tolles ist, vor allem dann, wenn man es verwendet, um andere aufzubauen oder ihnen vom Evangelium zu erzählen, gibt es durch Facebook ganz neue soziale Herausforderungen, die man – egal ob man neu auf Facebook ist oder nicht – erst einmal meistern muss. Und das kann schwierig sein.

Ausschlaggebend sind gewisse (unausgesprochene) Benimmregeln für soziale Medien. Wir haben hier eine Liste mit Ge- und Verboten im Umgang mit Facebook zusammengestellt, die euch helfen sollen, zu besseren „Facebook-Missionaren” zu werden – und ein liebenswürdigerer, rücksichtsvollerer Nutzer der sozialen Medien zu sein. Dann mal los.

No-Go: Auf Facebook streiten

Provozierende Kommentare führen immer dazu, dass sich der andere zu verteidigen versucht. Wenn du deine Überzeugungen kundtun möchtest, tue das friedlich und auf deiner eigenen Profilseite.

Vielleicht stößt du beim Scrollen plötzlich auf eine hitzige Debatte im Profil von jemand anderem. Es sieht so aus, als hätte derjenige ein Hühnchen mit der Kirche zu rupfen.

Streit im Netz vermeiden.

Uns wurde beigebracht, tolerant und respektvoll mit den Überzeugungen anderer umzugehen. Andererseits sollen wir aber auch „allzeit und in allem und überall, wo auch immer ihr euch befinden mögt, selbst bis in den Tod, als Zeugen Gottes” auftreten (Mosia 18:9). Ist das der richtige Zeitpunkt?

Die Antwort ist eigentlich immer ein lautes „Nein”. Auch wenn deine Absichten gut sein mögen, werden diese Facebook-Diskussionen fast immer persönlich. Wenn jemand, den du kennst, etwas sagt, dem du nicht zustimmst und du ihn persönlich mit deinem Kommentar angreifst – auch wenn du die Wahrheit sagst – wird ihn das dazu bringen, sich verteidigen zu wollen. Denkt daran, dass wir als „Facebook-Missionare” das Evangelium verteidigen wollen und niemanden durch das Evangelium beleidigen wollen.

Beginne eine Unterhaltung

Formuliere deine Posts als ob du eine Unterhaltung mit einem Freund beginnen möchtest; formuliere sie positiv, freundlich und interessant.

Hab keine Angst, etwas darüber zu sagen, was du glaubst. Ein gut formulierter, friedlicher Kommentar über etwas oder über jemanden, von dem du dich inspiriert fühlst, wird vermutlich auch jemand anders inspirieren.

Du könntest beispielsweise ein Foto deiner Familie veröffentlichen und als Kommentar dazu schreiben, wie dankbar du für ewige Familien bist; oder du postest eine Ansprache der Generalkonferenz und schreibst dazu, weshalb sie für dich erbauend war.

#ldsconf - Die Generalkonferenz im Internet teilen.

Wenn wir das Evangelium mit anderen über das Internet teilen, sollte unser Ziel sein, zu inspirieren und zu erbauen. Wenn du auf eine aktuelle Diskussion stößt und deine Meinung dazu kundtun möchtest, tu das in deinem eigenen Bereich (beispielsweise auf deiner Profilseite) auf eine Art und Weise, die Fragen und freundschaftliche Gespräche ermöglicht.

Keine scharfe Kritik üben

Wenn du die Überzeugungen anderer online kritisierst, führt das nicht dazu, dass sie ihre Meinung ändern. Meistens hat es sogar die gegenteilige Wirkung.

Es gibt nichts Unausstehlicheres als jemanden, der ständig versucht, gegen die Meinung anderer zu gehen – jemanden, der nie genau sagt, was er glaubt, weil er viel zu sehr damit beschäftigt ist zu erklären, was er auf gar keinen Fall glaubt.

Wie sich Streit im Netz vermeiden lässt.

In 3 Nephi 11:29 heißt es: „Denn wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer den Geist des Streites hat, ist nicht von mir, sondern ist vom Teufel, der der Vater des Streites ist, und er stachelt den Menschen das Herz auf, im Zorn miteinander zu streiten.” Behaltet die Schriftstelle im Gedächtnis, wenn ihr darüber nachdenkt, was ihr teilt und was nicht. Lest dazu auch folgenden Artikel – und teilt ihn mit anderen im Internet 😉 (Intoleranz in einer „toleranten” Welt)

Sei aufrichtig

In Mosia 18:9 hieß es, dass wir bereit sein sollen „allzeit und in allem und überall, wo auch immer [wir uns] befinden mög[en], selbst bis in den Tod, als Zeugen Gottes aufzutreten”. Auch Facebook ist da keine Ausnahme. Spiegelt dein Umgang mit den sozialen Medien deine Glaubensvorstellungen wider?

Im Internet wimmelt es vor Social-Media-Persönlichkeiten: Der Profil-Stalker, die stolze Oma, der Weltenbummler, der Debattierer. Dann gibt es ihn, der nie online ist; das Mädchen, das viel zu oft online ist…

Hast du eine bestimmte Persönlichkeit für deinen Umgang mit den sozialen Medien? Welche? Und schadet sie deiner Glaubwürdigkeit als Quelle von Wahrheit und Licht?

Achte darauf, dass du Dinge aus dem richtigen Grund postest – vor allem bei Dingen, die etwas mit dem Evangelium zu tun haben. Wenn du etwas Tolles erlebt hast, von dem du erzählen möchtest, ist das großartig. Poste Dinge, die andere erbauen. Niemand vertraut beispielsweise einem Angeber, der nur postet, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Übertreibe nicht!

Denke eher an Qualität als an Quantität. Setze den Schwerpunkt auf Dinge, die wirklich etwas bedeuten. Wie manche vielleicht am eigenen Leib erfahren konnten, ist es auch möglich, zu viel zu posten. Die Vermutung liegt nahe, dass mehr Posts zu mehr Freunden führen, aber den Newsfeed anderer zu überfluten, ist eher abschreckend. Und das will man als „Facebook-Missionar” natürlich nicht.

Internet overload?

Versuche, nur von Dingen zu erzählen, die es wirklich wert sind! Klar war dein Mittagessen vielleicht wirklich lecker, aber ist das wirklich das Wichtigste, was dir heute passiert ist? In dieser Woche? Je strenger du mit der Qualität (und Quantität) deiner Posts bist, desto größer ist deine Chance, Leute zu erreichen.

Bete für Inspiration

Facebook kann viel Einfluss in der Missionsarbeit haben. Wenn du dich um die Führung des Herrn bemühst, kannst du zu denjenigen geführt werden, die nach Antworten suchen.

Ich soll darüber beten, was ich auf Facebook veröffentliche? Ernsthaft?

Wir meinen es ernst. Nicht ohne Grund ermuntern uns die Kirchenführer immer wieder, das Evangelium über soziale Netzwerke zu verbreiten; viele haben Fragen – unabhängig davon, ob du über deinen Glauben sprichst oder nicht; und in den sozialen Medien können sich leicht Antworten finden lassen.

Wenn du um Inspiration bittest, greifst du auf eine einflussreiche Quelle zurück – die Führung deines himmlischen Vaters. Sie kann dir dabei helfen zu wissen, was jemand vielleicht gerade hören muss. Nehmen wir an, dass du vor Kurzem erst etwas neues Geistiges gelernt hast. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch noch jemand anders gibt, der genau danach sucht, ist groß – und der Herr wird dir dabei helfen herauszufinden, wer diese Leute sind, wenn du ihn um Hilfe bittest.

Mein Ehemann findet mich nicht attraktiv


Marian Spencer

Marian ist reiseerfahren, multi-kulturell und lebte den größten Teil ihres Lebens in Australien und Südostasien. Sie hat vor Kurzem ihren Abschluss in Anglistik an der Brigham Young Universität gemacht. Sie hat eine Leidenschaft für alles Schöne, Bedeutsame und Essbare.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 7.3.16  auf mormonhub.com unter dem Titel „These Facebook Dos and Don’ts Will Make You an Online Missionary” veröffentlicht. Die Autorin ist Marian Spencer. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.