Danke an  LDS Women of God und LDS.org , dass ihr über diese Frauen recherchiert habt!

Am 21. April 1898 kamen Lucy Jane „Jennie” Brimhall und Amanda Inez Knight in Liverpool, England, an, um ihre Mission für die Kirche Jesu Christi zu erfüllen. Das mag zur heutigen Zeit nicht spektakulär klingen, aber damals war es das. Inez und Jennie waren die ersten alleinstehenden Frauen, die offiziell als Vollzeit-Missionarinnen eingesetzt wurden. Sie waren schon in ihrer Kindheit Freunde und dienten gemeinsam als Mitarbeiterinnen in England. Obwohl ihre Geschichte schon ein Jahrhundert alt ist, hallt sie für die modernen Schwestern nach und kann zukünftige Generationen inspirieren.

Als Freundinnen gemeinsam aufwachsen

Jennie und Inez wuchsen beide in der Gegend um Utah auf und wurden durch die Liebe, die ihre Familien für Bildung hatten, zusammengeführt. Jennie wurde in Spanish Fork geboren, als Tochter von George Brimhall, der später, von 1904-1921, Präsident der Brigham-Young-Universität war. Inez’ Vater, Jesse Knights großer Wunsch war es, die Kinder an der kirchlichen Schule unterrichten zu lassen. Er zog von Payson, wo Inez geboren wurde, näher an die Universität, damit er seine Kinder dort einschreiben konnte.

Brigham Young Academy 1900

Fotographie der Brigham Young Academy aus dem Jahr 1900.

Im Frühling 1898, im Alter von 23 und 22 Jahren, planten die Freundinnen eine Exkursion nach Europa. Sie konnten nicht ahnen, was ihnen bevorstand.

Auserwählt zu dienen

Präsident George Q. Cannon war von den vielen Frauen inspiriert, die ihre Ehemänner auf Missionen in Übersee begleiteten und mit ihnen gemeinsam das Evangelium verkündeten. Er entschied, dass die Zeit nun gekommen war, auch Frauen allein ins Missionsfeld zu schicken. Jennie schrieb ihre Gedanken über den Abend, als sie erfuhren, dass man sie bitten würde eine Mission zu erfüllen, wie folgt nieder:

„Ich hatte die Einladung angenommen, Inez auf einer dreimonatigen Reise nach Europa zu begleiten; Als wir Vorbereitungen für die Reise trafen, rief Bischof Keeler mich zu sich und fragte, ob ich bereit wäre, eine Missionsberufung anzunehmen. Ich gab mein Einverständnis. Später erhielt ich die Nachricht, dass ich in Bruder Jesse Knights Heim erscheinen sollte, um als Vollzeit-Missionarin für Großbritannien eingesetzt zu werden. Wir trafen uns an dem vereinbarten Termin und der Bischof unserer Gemeinde, die Pfahlpräsidentschaft, Präsident Partridge, John und Smoot waren auch anwesend. Es wurde ein Brief der Ersten Präsidentschaft der Kirche verlesen, der den Brüdern die Autorität gab, uns als Vollzeit- Missionarinnen einzusetzen. Dann wurden wir eingesetzt; Präsident David John setzte mich ein. Mir wurde ein Zertifikat gegeben und ich zähle nun zu den vollwertigen Missionaren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.”

Das Leben als Missionarin in England

Die Herausforderungen, mit denen Inez und Jennie konfrontiert waren, sind sehr ähnlich wie die Herausforderungen, die Missionare heutzutage haben. Inez stellte es sich leichter vor, von Tür zu Tür zu gehen als öffentliche Ansprachen zu geben. Aber sie wurde von einer Frau angepöbelt, die sich von einem Mormonen gekränkt fühlte. Diese folgte Jennie und Inez von Tür zu Tür und riet allen, die beiden nicht hereinzulassen.

„Ich ging nach Hause und weinte”, schrieb Inez in ihr Tagebuch. Sie wurden von Leuten mit Steinen und Müll beworfen, die ihre Kleidung beschmutzten und sie seelisch tief verletzten.

Missionarinnen mächtig wie damals Dan Jones.

Gemälde des frühen Missionars Dan Jones auf den Britischen Inseln.

Die Schwestern sprachen regelmäßig bei Versammlungen, weil sie als Frauen-Prediger der Kirche sowas wie eine Neuheit waren. Inez schrieb: „Wir gingen zur Priestertumsversammlung, wo ich das einzige Mädchen war. Ich fühlte mich noch unübersehbarer, als die Brüder ihre Ansprachen begannen mit: ‚Meine lieben Brüder und Schwester.’”

Nach einem halben Jahr musste Jennie aus gesundheitlichen Gründen in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Inez wurde für die nächsten sechs Monate eine neue Mitarbeiterin zugeteilt, Liza Chipman. Inez diente zwei volle Jahre und einen Monat als Missionarin, einen Großteil davon allein.

Das Leben nach der Mission

Nach ihrer Heimkehr heiratete Jennie Inez’ Bruder, William Knight. Sie hatten zwei Kinder. Sie zogen als Familie nach Kanada, um dort eine HLT-Gemeinde zu gründen. Nach ihrer Rückkehr nach Utah in den 1920ern wurde sie als erste Ratgeberin in die Erste Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung berufen, in der sie 7 Jahre lang diente. Sie lebte ein langes Leben und verstarb 1957 mit 81 Jahren.

Inez war nach ihrer Mission aktiv in der Frauenhilfsvereinigung und in der Politik. Sie diente im Gremium der Frauenhilfsvereinigung von 1927 bis zu ihrem Tod im Jahre 1937. Sie war Dekan der Frauen an der Brigham Young Academy und Beauftragte in Utah für die Democratic Nation Convention in Ohio. Sie kandidierte sogar für den Senat des Staates Utah. Sie heiratete Robert Eugene Allen und hatte fünf Söhne.

Nach beiden Frauen wurden Gebäude am Campus der Brigham-Young-Universität benannt.

Diese beiden Schestern waren glaubenstreu und bereit, eine Berufung zu erfüllen, die vorher in diesem Ausmaß nie erfüllt worden war. Sie bereiteten den Weg für die Schwestern, die heutzutage dienen. Ihre Mühen waren nicht umsonst. Eine Zeitschrift schrieb viele Jahre später über Jennie als Missionarin:

„So effektiv war ihr Zeugnis, dass sogar zwanzig Jahre später ein Ungläubiger, der ihr zugehört hatte, schrieb, dass er niemals ihren aufrichtigen, arglosen Ausdruck vergessen konnte, darum weiter die Kirche untersuchte und schließlich die Segnungen der Mitgliedschaft erhielt.”

Sister Brimhall und Sister Knight waren wahre Pioniere der Missionsarbeit. Durch ihren aufopfernden Einsatz haben sie das Leben von unzähligen Menschen zum Guten beeinflussen können. Ihr Missionsdienst bereitete sie darauf vor, ihr ganzes Leben lang im Dienste ihrer Mitmenschen zu stehen.


Über Aleah Ingram

Aleah hat einen Abschluss von der Southern Virginia University. Sie hat Englisch, Kreatives Schreiben und Tanz studiert. Sie arbeitet jetzt in Vollzeit als Social Media Manager, Autor und Editor. Sie hat eine Mission in Kalifornien erfüllt uns ist süchtig nach Biomilch, Lang-Leav-Poesie, Gaynor-Minden-Spitzenschuhen und Bollywood- Filmen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 21. April 2016 auf www.ldsdaily.com veröffentlicht. Die Autorin ist Aleah Ingram. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.