[Folgendes wurde als Gastbeitrag von einem Pastor einer Gemeinde mit 800 Mitgliedern aus Bucks County, Pennsylvania geschrieben. Es “trieft” fast schon vor Logik und Liebe.]

In seinem Buch: Gespräche mit Mormonen: Eine Einladung an Evangelikale erzählt Dr. Richard Mouw von einem Kindheitserlebnis. Ein reisender Prediger sprach in seiner Kirche über einen Gelehrten aus unserer Zeit, der sich mit der Präsidentschaft Lincolns auseinandergesetzt hatte. Er kannte alle möglichen Fakten über den verstorbenen Präsidenten. Dann erzählte der Wanderprediger von einem kleinen Mädchen, das in dem Haus neben Präsident Lincoln wohnte. Manchmal hielt er inne, sprach mit ihr und umarmte sie kurz. Das Mädchen kannte nur wenige Fakten über den Präsidenten, kannte aber seine liebevolle Umarmung. Der Prediger hielt dann inne und fragte die Anwesenden, wer Lincoln besser kannte: der Gelehrte, der mit sämtlichen Fakten vertraut war, Lincoln aber noch nie persönlich getroffen hatte? Oder das kleine Mädchen, das nicht viel über Lincolns Führungsposition sagen konnte, dafür aber seine liebevolle Umarmung kannte?

Es macht mir zwar Freude, mehr über das Christentum und die christliche Theologie zu erfahren – ich habe meinen Master in Theologie gemacht – aber das Hauptaugenmerk meines Glaubens ist auf die Liebe meines Erlösers gerichtet, der mir seine liebevolle Umarmung anbietet. Der Präsident der Kirche Jesu Christi in den Jahren 1995 bis 2008, Gordon B. Hinckley, sagte, dass Jesus der Fokus unseres Gottesdienstes ist…Er ist unser König und Herr…Er liebt uns und wusch uns in seinem eigenen Blut von unseren Sünden rein und hat uns zu Königen und Priestern Gottes und seines Vaters gemacht. Ihm sei die Ehre und die Herrschaft für immer und ewig. Das ist doch eine Aussage, zu der jeder Evangelist auch ein inniges “Amen” hinzufügen würde!

Mein Freund Greg Trimble hat mich gebeten, eine einfache Frage zu beantworten: Sind Mormonen Christen? Sind sie errettet?

Inmitten einer Zeit der Verwirrung in Bezug auf die Grundlagen von Errettung der frühen Kirche, schrieb der Apostel Paulus: Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden. (Römer 10:9)

Wenn du Jesus Christus als den Herrn liebst und anerkennst, dass er am Kreuz für dich starb, daran glaubst, das sein Körper vom Grab auferstand …dann bist du gemäß Paulus’ Aussage errettet. Ich weiß, dass mein Freund Greg diese Wahrheit angenommen hat und auch viele andere in seiner Kirche. Sind alle Mormonen errettet? Natürlich nicht! Auch nicht alle Baptisten, Presbyterianer oder diejenigen, die in freireligiösen Kirchen Gott verehren. “Errettet” sind nur diejenigen, die den Herrn Jesus Christus wirklich kennen, ihm vertrauen und ihn lieben. In der Bibel werden wir davor gewarnt, dass es in den letzten Tage viele geben wird, die den Schein der Frömmigkeit wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit verleugnen. (2 Timotheus 3:5) Offensichtlich wird man durch bloße Mitgliedschaft in einer Kirche ebenso wenig zu einem Christen wie die Maus in der Keksdose zu einem Keks!

Evangelikale sind eine diverse und komplexe Gruppe. Wir sind gewiss nicht der Monolith, den manche aus uns zu machen versuchen. Unsere Beziehung zu den Heiligen der Letzten Tage war oft schwierig. Viele von uns akzeptieren Mormonen nicht als echte Christen, und die Mormonen sehen uns als “fehlerhaft” und versuchen, uns in die wahre, wiederhergestellte Kirche zu bringen. Man sollte beachten, dass keiner der beiden die Taufe der anderen anerkennt. Es gibt also noch viel zu tun! Natürlich kann ich nicht für alle Evangelikalen sprechen. Ich weiß, dass ich das nicht tue. Aber ich spreche für ein paar, und ganz sicher spreche ich aus dem Herzen heraus. Gott hat mir Liebe für die Mormonen gegeben und den Wunsch, eine gute Beziehung zu ihnen aufzubauen. Es gibt vieles, worin wir nicht übereinstimmen, und es gibt auch vieles, das ich vollständig ablehne. Aber gleichzeitig haben wir auch so vieles gemeinsam. Ich weiß, dass ich Brüder und Schwestern in der Kirche Jesu Christi habe, weil ich welche getroffen habe. Mir persönlich ist es egal, wie die Adresse deiner Kirche lautet. Für mich ist wichtig, wen du kennst.

 

Jedes Jahr sponsert Macintosh eine Computermesse, die sich Mac World nennt. Tausende Händler, Vertreiber und Softwareentwickler nehmen an dieser Veranstaltung teil. Einmal sollte auch der inzwischen verstorbene Steve Jobs (einer der Gründer) sprechen. Um an der Konferenz teilzunehmen, musste man einen Ausweis haben. Steve vergaß seinen Ausweis im Hotel und bemerkte dies erst, als er am Konferenzzentrum ankam. Kein Problem, dachte er sich, schließlich bin ich Steve Jobs.

Leider erkannte ihn der Sicherheitsbedienstete an der Tür nicht und weigerte sich, ihn ohne Ausweis hineinzulassen. Einer der Assistenten von Jobs bot ihm an, seinen Ausweis zu verwenden. Als der Bedienstete das hörte, drohte er den beiden, sie verhaften zu lassen. Nach einigen aufgeregten Anrufen mit dem Handy konnten die Leute von Mac endlich den Chef des Wachmannes finden, der zum Haupteingang kam. Steve Jobs kannte den Mann und wurde so schließlich hineingelassen, um bei seiner eigenen Konferenz zu sprechen.

Es machte keinen Unterschied, dass er der Firmengründer war. Wenn Steve Jobs den Chef des Sicherheitsbediensteten nicht gekannt hätte, wäre er nicht eingelassen worden. Es ist egal, wer du bist, es ist nur wichtig, wen du kennst. Wenn wir Christus kennen, haben wir Zugang zu Gottes ewigem Angebot von Akzeptanz, Gnade und Vergebung. Das sind doch großartige Nachrichten für uns alle!

 

Das ist Pastor Doug Dwyer. Er beschäftigte sich mit der Frage: "Sind Mormonen Christen?"Pastor Doug Dwyer kommt aus Long Island, New York, und lebt seit ca. 18 Jahren in Pennsylvania. Er machte seinen Bachelor in Betriebsführung und Informationsverarbeitung an der State University of New York und seinen Master der Theologie am New Brunswick Theological Seminary. Er ist ordinierter Priester in der Reformierten Kirche in Amerika (RCA). Bevor er sein Amt in Vollzeit ausübte, arbeitete er bei Doubleday & Company und Barnes & Noble, wo er in den Bereichen Operationen und technischer Support sowie in Supervisor-Stellungen tätig war. Gegenwärtig ist er Hauptpastor einer Gemeinde mit 800 Mitgliedern, die in der Hügellandschaft des schönen Bucks County zu Hause ist. Er setzt sich  für zivilisierten und höflichen Umgang als Basis für einen fruchtbaren Dialog zwischen Mormonen und Evangelikalen ein. Er hat die Liebe seines Lebens geheiratet – Jane – und hat zwei Söhne. In seiner Freizeit geht er gerne mit seiner Familie wandern, schwimmen und auf Reisen.


Aus dem Englischen übersetzt von Kristina Vogt. Im Original von Greg Trimble zu finden auf gregtrimble.com.

Greg Trimble ist immer auf der Suche nach neuen, witzigen und verrückten Methoden, wie man etwas tun kann. Er liebt seine Familie und das Leben allgemein. Er möchte anderen dienen und will, dass man sich wegen eines Lächelns an ihn erinnert und nicht wegen eines finsteren Blicks. Er gründete ein Tech-Unternehmen, verkaufte es wieder und ist jetzt dabei, GamePlan aufzubauen, Belief Wear, Free Custom Website und Lemonade Stand. Er surft, fährt Ski, trainiert das Baseballteam seiner Kinder und gibt in einem Long Drive Contest niemals auf.