Täuschung ist sehr hinterlistig. Sie betrügt uns, selbst wenn wir das Gefühl haben, vor ihr sicher zu sein. Der Grund, warum sie so irreführend ist, liegt darin, dass wir zum Zeitpunkt der Täuschung nicht einmal erkennen, dass wir getäuscht werden.

Aber wir können uns selbst retten, bevor es zu spät ist.

Ich möchte euch dazu ein persönliches Beispiel geben.

Wie viele Menschen trage ich eine Brille. Brillen machen mein Leben einfacher, als es sonst der Fall wäre. Als ich jung war, half mir die Brille ein wenig, schätze ich, aber sie war nicht unbedingt notwendig. Also kam ich oft gut damit aus, sie nicht zu tragen. Meine Brillen waren mir oft ein Ärgernis und wurden häufig beschädigt oder gingen verloren, wenn ich Fußball spielte oder klettern ging. Um sie nicht zu zerbrechen, legte ich sie oft beiseite und vergaß, wohin ich sie gelegt hatte. Ich nahm sie als selbstverständlich hin.

Meine Mutter bewahrte in einem Schuhkarton im Küchenschrank, außerhalb meiner Reichweite, alle Überreste meiner Brillen auf: Paare, aus denen ich herausgewachsen war, zerbrochene und alte Paare, die ich nicht mehr trug. Es war erstaunlich, sich diese Überreste anzusehen – die Anzahl an Brillen war schockierend. Es müssen Dutzende gewesen sein.

Brillen Bevor es zu spät ist
Als die Jahre vergingen und ich älter wurde, entschied ich mich aus verschiedenen Gründen, überhaupt keine Brille mehr zu tragen. Vielleicht waren sie unangenehm, oder uncool, oder teuer – ehrlich gesagt, erinnere ich mich nicht wirklich an den genauen Grund dafür; ich habe einfach aufgehört, sie zu tragen. Ich weiß, dass andere ohne ihre Brille nicht lesen oder funktionieren können, aber damals ging es auch gut ohne. Diese Abhängigkeit beginnt bei mir jedoch mittlerweile auch. Wenn wir zum Abendessen gehen und wir bestellen wollen, kann ich die Speisekarte oft nicht ohne meine Brille lesen.

Sehen ist wichtig, aber es ist wichtiger eine Vision zu haben. Eine Vision ist absolut notwendig, praktisch und mächtig – mit oder ohne Augenlicht.

Die Geschichte, wie ich wieder anfing eine Brille zu tragen, ist lehrreich. Ich ging damals zur Uni und meine Frau ermutigte mich, meine Augen untersuchen zu lassen. Oft haben Studenten ein begrenztes Einkommen und ein striktes Budget, und das war auch bei uns so – aber nach einiger Zeit habe ich einer Augenuntersuchung zugestimmt. Ich erinnere mich an das Einkaufszentrum, in dem ich meinen Termin hatte. Ich erinnere mich nicht mehr an den Namen des Augenoptikers oder etwas Wichtiges vor oder nach der Untersuchung, aber ich werde nie den Moment vergessen, in dem er das Instrument, einen Phoropter genannt, vor mich stellte und ich hinein sah.

Nicht nur die Buchstabenreihen an der von der Lampe beleuchteten Wand wurden klar, fokussiert und unterscheidbar, sondern auch die Farben wurden lebendiger, und die schwarzen Linien waren besonders deutlich und kräftig. Ich dachte: „Wow! Ich kann nicht glauben, dass ich das alles verpasst habe!” Klarheit, von der ich nicht einmal wusste, dass sie existiert, war plötzlich in Reichweite. Die Linien, die ich gewohnt war zu sehen, waren dunkelgrau und verschwommen, aber mit meiner Brille waren die Linien deutlich, schwarz und scharf. Plötzlich konnte ich nicht mehr ins Kino gehen ohne meine Brille zu tragen, weil mir klar wurde, dass ich so viel verpasst hatte. Es war eine ganz andere Erfahrung für mich, als ich wirklich sehen konnte.

Farben sehen bevor es zu spät ist

Eine Vision zu haben ist notwendig, aber sie impliziert weitaus mehr als das Sehen. Augenlicht bezieht sich darauf, Dinge mit den Augen wahrzunehmen, aber eine Vision beinhaltet mehr – sie ist viel wichtiger, weil sie auch Wissen und Erkenntnis miteinbezieht. Sie beinhaltet Verständnis, Einsicht und Weisheit. Wenn wir Dinge sehen, aber das Verständnis nicht mit einbeziehen, erkennen wir nicht was beabsichtigt oder sogar notwendig ist. Das Sehvermögen unterscheidet sich also wesentlich von der Vision.

Ich möchte dich also auffordern zu Jesus Christus zu kommen. Komm zu ihm und lass dich von ihm führen, damit du nicht getäuscht wirst.

In einer stürmischen Nacht am See von Galiläa erschien Jesus Christus seinen Jüngern, indem er auf dem Wasser ging, um zum Boot zu gelangen. Der Wind begann zu wehen, die Wellen waren hoch und bedrohlich. Als unerschütterlicher Jünger Christi suchte Petrus den Erlöser und ging für einen Moment auf dem Wasser. Dann drehte sich sein Fokus auf die Brandung um ihn herum, und Petrus fürchtete sich und begann unterzugehen. Jesus rettete ihn jedoch und richtete ihn auf. Durch diese und andere Erfahrungen bereitete Christus Petrus darauf vor, ein Führer zu werden.

„Aber war es nicht Petrus, der Christus dreimal verleugnete?” Ja, das ist wahr, und das ist vielleicht der schönste Teil der Geschichte von Petrus. Trotz seiner Fehler, trotz seiner Schwäche, erkannte Petrus seinen Fehler und trat von da an für Christus ein und legte Zeugnis von ihm ab. Er erhob sich zu größerer Kraft und Macht und wurde zu einem einflussreichen Führer. Gnade um Gnade lernte er vom Meister und wurde schließlich gekreuzigt, weil er sein Zeugnis von Jesus Christus nicht verleugnen wollte.

Glaube bedeutet Vertrauen

Petrus lernte bildlich und wörtlich, dass er, wenn er sein Netz, wie der Erlöser es dirigierte, auswarf, eine große Menge Fische sammeln würde. Terry B. Ball, ein Professor für antike Schriften an der Brigham Young University, lehrte:

„Er erfuhr, dass wenn er mit Glauben voranging, wenn der Erlöser ihn bat zu kommen, auch er auf dem Wasser gehen konnte. Und er erfuhr, dass wenn er die wenigen Brote und Fische an die große Menge weitergab, so sinnlos und absurd das auch schien, und dabei den Anweisungen des Erlösers folgte, das Wunder der Vermehrung direkt unter seinen Händen geschehen würde.”

– Terry B. Ball („What We Can Learn from Peter’s Witness of Christ”)

Petrus änderte sein Leben, bevor es zu spät war.

Wenn unser Glaube schwankt und Angst die Kontrolle übernimmt, können wir dazu gebracht werden zu denken, dass wir es nicht schaffen, dass wir bereits versagt haben und es die Mühe nicht wert ist. Hast du diese Emotionen jemals gespürt? Vielleicht fühlst du dich entmutigt, ängstlich oder machtlos, deine momentanen Umstände zu ändern.

Ich glaube, das ist der Grund, warum Jesus Christus das Prinzip lehrte: „Nimm mein Joch auf dich und lerne von mir.” Er sagt, dass er und ich (und du und er) es gemeinsam schaffen können. Wir sind nicht allein. Mit ihm sind alle Dinge in diesem und im nächsten Leben möglich, und die Vision, die er uns geben kann, übersteigt unsere gegenwärtigen Umstände und eröffnet eine Welt der Möglichkeiten, die wir kurz zuvor nicht in unserer Reichweite gesehen haben. Die Vision, die er uns geben kann, beinhaltet Hoffnung, Glück und Freude jenseits unseres tiefsten Verständnisses.

Wenn wir sehen, welchen Unterschied der Weg Christi in unserem Leben und dem unserer Lieben, die für uns am wichtigsten sind, machen kann, dann ist der Vergleich erschreckend. Man mag geneigt sein zu sagen: „Wow. Ich kann nicht glauben, dass ich das alles verpasst habe oder dass meine Möglichkeiten so weit über das hinausgehen, was ich mir jemals vorgestellt habe.” So wie bei mir, als ich meine Brille erhielt, wird die Klarheit, von der wir nicht einmal wussten, dass sie verfügbar ist, plötzlich mehr als greifbar. Sie wird Teil unseres heutigen Lebens und unserer Zukunft.

Das ist die Schönheit des Sühnopfers Jesu Christi – er trägt diese Lasten bereitwillig für mich und dich.

Wann ist es also zu spät?

Meiner Meinung nach ist es nur zu spät, wenn wir aufhören es zu versuchen. Wenn wir die Hoffnung verlieren und versuchen, uns den Herausforderungen des Lebens allein zu stellen, wird es für uns wahrscheinlich schwieriger sein als wir erwartet haben. Aber es ist nicht zu spät, und die Hilfe steht unmittelbar bereit. Erleichterung und Hoffnung sind auf dem Weg für diejenigen, die bis ans Ende ausharren.

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.”

– Matthäus 11:28-30

Wenn wir auf Jesus Christus vertrauen, ist es nie zu spät.

Mit Jesus Ziele erreichen


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf ldsblogs.com unter dem Titel „Before It’s Too Late” veröffentlicht. Der Autor ist Walter Penning. Übersetzt von Janine Windhausen.

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