In den frühen 1990er Jahren gab es einen Werbeslogan, der einen großen Einfluss auf unsere Familie hatte: „Sie knistern, knuspern, knallen! Was sagen dir deine Rice Krispies?” (Anm.: englisch: „Snap, crackle, pop! What do your Rice Krispies say to you?”. Rice Krispies sind „Frühstückscerealien”.)

An einem Sonntagmorgen aß eines unserer kleinen Kinder am Tisch eine Schale Rice Krispies, während ich noch einmal meinen Unterricht, den ich später in der FHV halten sollte, durchging. Plötzlich hörte ich unsere 4-Jährige mit leiser Stimme sagen: „Mama, ich muss heute nicht in die Kirche.”

Ich sagte: „Was?”

Die kleine Jami wiederholte: „Ich muss heute nicht in die Kirche.”

„Wer hat das gesagt?” fragte ich.

Sie verkündete mit Begeisterung: „Mein Frühstück hat das gesagt!”

Ich glaube, wir alle sind uns einig, dass wir von etwas, das Präsident Dallin H. Oaks als „alternative Stimmen” bezeichnet, bombardiert werden – Stimmen, die versuchen, uns von einer Identität zu überzeugen, die das Gegenteil von dem sind, was Heilige der Letzten Tage sein sollten. Diese Stimmen versuchen, uns von einer falschen Realität zu überzeugen, davon, dass wir nicht gut genug sind, nicht schön genug, nicht schlau genug, nicht geistig genug oder einfach nur gewöhnlich. Manche dieser Stimmen versuchen uns zu überzeugen, uns dem Rest der Welt anzupassen, wo wir doch dazu geboren wurden, uns „abzuheben und anders als die Welt zu sein“.

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Wenn wir unser göttliches Wesen besser verstehen, das Licht in uns, und das damit verbinden, dass wir gewissenhaft nach unseren Bündnissen leben – Bündnissen, wie nach den Geboten Gottes zu leben, anderen zu dienen, wie unser Erlöser Jesus Christus es tat – können wir mit wunderbaren Segnungen rechnen.

Wenn wir unser göttliches Wesen besser verstehen, bedeutet das nicht automatisch, dass wir mehr Selbstvertrauen haben, aber wir entwickeln das Vertrauen, dass der Herr uns helfen wird, mehr zu tun und uns weiter zu entwickeln als wir allein schaffen würden.

Als junges Mädchen war ich schüchtern – wirklich schüchtern! Meine Mutter beschreibt, dass ich mich regelmäßig hinter ihrem Rock versteckte. Es fiel mir in der ersten Klasse schwer, einen ganzen Tag in der Schule zu verbringen. Es kam häufig vor, dass ich weinend an meinem Tisch saß, bis mein Lehrer mich in das Klassenzimmer meines älteren Bruders brachte, wo ich den Rest des Tages an seiner Seite verbringen konnte. Ich lernte nicht mit meiner Klasse zusammen lesen, weil ich Angst davor hatte, laut zu sprechen. Ich ging während des Sommers zusätzlich zum Unterricht, bis ich endlich ein einfaches Anfängerbuch lesen und meinen Vornamen schreiben konnte. Weil ich so schüchtern war, war es mir unmöglich, Freundschaften zu schließen.

Aber alles änderte sich, als sich meine Eltern noch als ich jung war der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anschlossen.

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Man brachte mir bei, dass ich ein Kind Gottes bin, und ich glaubte es. Ich lernte, alleine und gemeinsam mit meiner Familie zu beten. Ich schloss in der PV Freundschaften und lernte, eine einfache Schriftstelle vor allen aufzusagen. Das Buch Mormon zu lesen und darüber zu beten, festigte mein Zeugnis von Jesus Christus und seinem wiederhergestellten Evangelium, als ich eine junge Dame war. Zu wissen, dass das Buch Mormon wahr ist, stärkt mein Zeugnis von Joseph Smith und gibt mir die Zuversicht, dass ich mich auf die Weisheit und Führung von neuzeitlichen Propheten verlassen kann. Es hilft mir, zwischen der Wahrheit und den Stimmen der Welt zu unterscheiden. Ich finde es großartig, dass die Kirche uns nicht nur die Gelegenheit gibt, in allen Bereichen unseres Lebens Fortschritt zu machen, sondern uns auch hilft, das Vertrauen zu entwickeln, dass wir Schwieriges tun können.

Denkt nur an die Zuversicht und den Mut, den wir haben können, wenn wir wissen, dass der Heilige Geist uns leitet. Wenn wir den Heiligen Geist bei uns haben, haben wir mehr Mut, für unsere Überzeugungen einzustehen und, wenn nötig, den Mund aufzumachen, um unseren Glauben zu verteidigen.

Als sie noch zur High School ging, besuchte unsere Tochter Jana mit einem netten jungen Mann einen Ball. Sie sah so schön aus, als sie mit ihrer gutaussehenden Verabredung zum Auto ging. Sie ging zu dem Tanzabend und hatte eine gute Zeit und wenn Folgendes nicht passiert wäre, wäre ihr der Abend vielleicht nie so in Erinnerung geblieben, wie er es tat.

Nicht lange, nachdem Jana wieder zu Hause war, erlebten wir einen „Klingelstreich”. Als wir die Türe öffneten, lag da eine einzelne rote Rose und eine Karte auf dem Türvorleger. Es war kein besonderer Zettel oder eine wunderschöne Karte, sondern einfach ein Stück Papier, das aus einem Notizbuch gerissen worden war.

Darauf stand: „Jana, wir wollten uns bedanken, dass du ein anständiges, schlichtes Kleid zum Ball getragen hast.”

Dieses kleine Kompliment bedeutete uns viel. Die Tatsache, dass es jemand bemerkt hatte, bestärkte Jana in ihrer Entscheidung, nach einem guten Maßstab zu leben und bestätigte sie darin, dass sie sich auf dem richtigen Weg befand.

Jesus hält dich an der Hand

Wir bekommen nicht immer ein Kompliment dafür, dass wir unser Bestes geben. Manchmal macht sich sogar jemand darüber lustig – manchmal im Privaten, aber auch vor allen anderen. Aber wir sind anders und besonders. Und das ist gut so! Je mehr wir verinnerlichen, wer wir sind und uns darum bemühen, nach unseren Maßstäben zu leben, desto größer wird unser Selbstvertrauen als Kinder Gottes.

Müssen wir vollkommen sein? Nein. Wir wissen, dass wir in diesem Leben nicht perfekt sein können. Aber wir können würdig sein.

In der Broschüre „Für eine starke Jugend” werden wir dazu angehalten, demütig zu sein und bereit, auf den Heiligen Geist zu hören und die Weisheit des Herrn über unsere eigene zu stellen.

Dort heißt es: „Wenn ihr das tut, macht der Herr viel mehr aus eurem Leben, als ihr selbst könntet. Er verschafft euch mehr Möglichkeiten, erweitert euren Blickwinkel und gibt euch Kraft. Er gibt euch die Hilfe, die ihr braucht, um euch euren Schwierigkeiten und Herausforderungen zu stellen. Ihr bekommt ein stärkeres Zeugnis und findet wahre Freude in dem Maß, wie ihr euren Vater im Himmel und seinen Sohn, Jesus Christus, kennenlernt und die Liebe verspürt, die sie für euch empfinden.“ (Für eine starke Jugend, Seite 42f.)

Wir zeigen ihnen unsere Liebe, indem wir unseren Bündnissen treu sind – Gott an erste Stelle setzen, seine Gebote befolgen, anderen dienen – und dann geschieht etwas Beeindruckendes mit unserer Zuversicht: „dann wird dein Vertrauen in der Gegenwart Gottes stark werden” (LuB 121:45).

Nach einer Ansprache von Schwester Craven, die sie bei der BYU-Frauenkonferenz im Mai 2018 hielt.


Becky Craven

Becky Craven wurde im März 2018 als zweite Ratgeberin in die Präsidentschaft der Jungen Damen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage berufen. Sie und ihr Mann haben fünf Kinder. Sie spielt gerne mit ihrer Familie Spiele, geht Schneeschuhwandern, liebt Wassersport, Malen, Quilten, Reisen und am Sonntag ein Abendessen mit einem Gespräch über das Evangelium. Auf Facebook findet ihr sie hier.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 21.9.18  auf lds.org unter dem Titel „The Real Source of Confidence” veröffentlicht. Die Autorin ist Becky Craven. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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