Dies ist keine weitere Weihnachtsgeschichte – versprochen. Mehr so ein Gedanke, der mich überkommt, wenn ich von manchen Familien höre, die Weihnachten alles andere als Frieden auf Erden haben. Weihnachten ist neben dem eigentlichen Zweck auch ein Fest der Familien. Meistens sind diese Treffen mit großer Vorfreude verbunden, mit Erwartungen und Erinnerungen an frühere Festtage. Eigentlich wollte ich hier darüber schreiben, was wir tun können, um besonders in der Weihnachtszeit Streit und Kommunikationsfehler zu vermeiden und um mehr Harmonie bei unseren Familientreffen zu verspüren. Doch das hat sich irgendwie auch nicht richtig angefühlt. Vielmehr wünschen sich viele, dass der Geist der Weihnacht auch das ganze Jahr über zu spüren sein könnte. Deshalb schreibe ich darüber, was wir tun können, um uns das ganze Jahr über noch besser miteinander zu verstehen, Familienbande zu stärken und Freundschaften zu vertiefen. Wenn weite räumliche Distanzen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern liegen, führt das häufig dazu, dass man sich nur selten trifft. Gelegenheiten wie Weihnachten, Geburtstage und Trauerfälle sind oft die einzigen Anlässe, sich als Großfamilie zusammenzusetzen. Oftmals ist das eine große Freude, man nimmt sich vor, sich häufiger zu treffen und enger in Kontakt zu bleiben.

Ich habe einige Vorschläge gesammelt, was wir konkret tun können, um diese so wichtigen Beziehungen zu pflegen und zu stärken.

  1. Planen wir doch unsere Treffen im Voraus. Das machen wir mit geschäftlichen Terminen, unseren Berufungen in der Kirche oder unseren Aufgaben im Verein. Sollten wir nicht zumindest unseren nächsten Besuch bei unseren Eltern, Großeltern, Kindern, Geschwistern etc. terminlich planen? Bei den Menschen, welche uns am nächsten stehen?
  2. Richten wir uns eine Zeit ein, um miteinander zu sprechen. Beispielsweise ein Sonntagabend, als wiederkehrender Termin, an welchem man sich über die Erlebnisse der Woche austauscht oder über ein geistiges Erlebnis vom Sonntag, wo man etwa darüber berichtet, wen man wieder getroffen hat oder wie es dem Sowieso geht usw. FaceTime, Skype und Co. machen es so viel schöner, miteinander zu sprechen und sich dabei zu sehen. Mit dieser optischen Version eines Anrufs kann so viel geteilt werden und die Kosten sind wirklich verschwindend gering.
  3. Nutzen wir die sozialen Medien, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Meine Familie hat beispielsweise eine WhatsApp-Gruppe, die sich „Meine Herde“ nennt. Mitglieder der Gruppe sind die erweiterte Familie; es werden Bilder und Berichte geschickt, Links zu Ansprachen verschickt, um Gebete für kranke Freunde gebeten, Dank und Wertschätzung zum Ausdruck gebracht. Der Name „Meine Herde“ entwickelte sich aus dem Film Ice Age 1, in welchem der einsame Sid Teil einer Familie wird, die er dann als seine Herde bezeichnet. Übrigens ein toller Film zur Weihnachtszeit für die ganze Großfamilie.

Im Schriftenführer wird der Begriff „Familie“ wie folgt erklärt: „In den heiligen Schriften umfasst der Begriff Familie Ehemann und Ehefrau, Kinder und manchmal auch andere Verwandte, die im gleichen Haus oder unter dem gleichen Familienoberhaupt leben. Eine Familie kann auch aus einem alleinstehenden Elternteil mit Kindern bestehen, aus Ehemann und Ehefrau ohne Kinder oder auch aus einer allein lebenden Einzelperson.”

Überlegen wir mal, wer alles zu unserer Familie gehört. Das ist gar nicht so einfach zu definieren, je nachdem wie weit man den Begriff fassen möchte. Für uns alle gilt jedoch die Schriftstelle in Mose 3:18 „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“. Sorgen wir doch dafür, dass sich unsere Familienmitglieder nicht alleine fühlen, weder zu Weihnachten noch zu einer anderen Zeit im Jahr. Wenn wir dann unseren Familienbegriff noch weiter fassen und unsere Gemeindemitglieder oder Nachbarn mit einschließen, stellen wir fest, dass wir da noch eine Menge zu tun haben. Denken Sie jetzt gerade an jemanden Bestimmten? Dann folgen sie dieser Eingebung und melden Sie sich doch bei dieser Person, schreiben sie einen altmodischen Brief oder eine Nachricht über die Social-Media-Kanäle. Dann ist ein bisschen Weihnachten für den Betreffenden und für sie. Derjenige, für den es nie um das Bekommen, sondern immer nur um das Geben ging, ist unser Herr Jesus Christus. Seine Geburt feiert die Christenheit in diesen Tagen. Er, dem es darum ging, die Familie der Menschenkinder zu segnen und der sich unser Bruder nennt. Der Bruder von uns allen und unser Fürsprecher beim Vater. Sein Licht, das Licht Christi, erleuchtet alle Menschen der Erde, vielleicht besonders in dieser Adventszeit. Tun wir auch unseren Teil in diesen Tagen und lassen wir neben der Weihnachtsbeleuchtung aus Lichterketten, Sternen und Weihnachtsbäumen auch unser inneres Licht leuchten, um anderen eine Freude zu bereiten und ein christusähnliches Vorbild zu sein – zu Weihnachten und immer.


Dieser Artikel wurde auf Deutsch von Sönke Windhausen verfasst und am 27.12.2018 auf kommzuchristus.de veröffentlicht.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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