Wenn du denkst, dass Mormonen vielleicht ein bisschen seltsam sind…

Hier sind die Gründe dafür.

Viele Leute finden Mormonen etwas seltsam. Ich stimme ihnen sogar zu. Lasst mich euch erzählen, wieso ich das denke.

Mormonen sind Mitglieder der einzigen Kirche auf diesem Planeten, die versucht, genau die Struktur und die Verordnungen wieder einzuführen, die Christus begründet hat, als er auf der Erde war. Diese Strukturen lassen sich im Neuen Testament finden.

Nun ist es so, dass Menschen auch schon die Mitglieder der neutestamentlichen Kirche für ziemlich seltsam hielten … Nur haben sie nicht das Wort „seltsam” verwendet. Sie haben sie als „besonders” bezeichnet.

Das Wort „besonders” ist interessant. Interessant deswegen, weil selbst Petrus (das Oberhaupt der Apostel)  dieses Wort verwendete, um die Christen des Neuen Testaments zu beschreiben, an die er sich wandte.

Hier habt ihr ein paar Synonyme aus dem Thesaurus für das Wort „besonders”:

  • außergewöhnlich, unüblich, sonderbar, witzig, eigentümlich, bizarr, seltsam (da ist das Wort wieder), abnormal, anormal, ungewöhnlich.

„Besonders” ist also nur die raffinierte Umschreibung von „ seltsam“.

Wenn es je eine Zeit gab, in der ich stolz darauf war, als seltsam bezeichnet zu werden, ist es diese. Wenn die Dinge, die ich bei der Generalkonferenz höre, nach dem Maßstab der Welt seltsam sind, dann haben wir ein großes Problem. Habt ihr in letzter Zeit einmal Fernsehshows gesehen, wart in einem Einkaufszentrum oder seid auf dem Unigelände herumgelaufen? Und da denken die Leute, Mormonen seien seltsam?

Um Petrus zu zitieren: Er bezeichnete diese Sonderlinge im Neuen Testament als „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde”. (1. Petrus 2:9)

Damals sprach man über die außergewöhnlichen christlichen Lehren. Es hieß, dass Christus, „dieser Niemand aus Nazaret”, ein wahnhafter Geschichtenerzähler sei, der umherlaufe und Leute hereinlege. Ein griechischer Philosoph, Celsus, schrieb im 2. Jahrhundert mit voller Überzeugung, dass der Vater Jesu nicht Gott sei, sondern ein römischer Soldat namens Pantera. Er behauptete weiter, dass „Jesus seine Wunder durch Hexerei vollbrachte”.

„Du erzählst mir also, dass einer auf dem Wasser ging, vom Tod aufwachte und dann in den Himmel flog? Bizarr!”

Christus und seine Kirche kamen der Welt immer schon seltsam vor. Petrus stimmt dem zu.

Die heutigen Mormonen werden als seltsam angesehen, weil sie Propheten und Apostel haben, wie es sie auch in der neutestamentlichen Kirche gab. (Epheser 2:20)

Diese Sonderheit zeigt sich auch darin, dass es bei den Mormonen das Amt des „Siebzigers“ gibt (Lukas 10:1) und dass sie Missionare immer paarweise aussenden (Lukas 10:1), um „alle Menschen zu meinen Jüngern [zu machen]; sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes [zu taufen]”. (Matthäus 28:19)

Diese Missionare sind ja so seltsam, dass sie in weißem Hemd und Krawatte herumlaufen, adrett aussehen und sich Jesus verpflichtet haben. Wären sie denn weniger sonderbar, wenn sie ihre Zeit in irgendeinem Club verbrächten oder am Wochenende von Kneipe zu Kneipe ziehen würden?

Ich wette, dass auch über die Missionare vor ein paar Tausend Jahren schon Witze gemacht wurden.

Lendenschurz und Robe, Heuschrecken und wilder Honig … und eine Botschaft über einen Zimmermann, der Zaubertricks vollführt?

Jesus Christus und seine Apostel

Es ist doch auch interessant, dass Petrus sich auf das „Priestertum” bezogen hatte, bevor er jene ursprünglichen Christen als „besonders” bezeichnete. Wen kümmert schon das Priestertum von damals? Die Mormonen.

Und noch etwas … Was hast du, Paulus, dir eigentlich dabei gedacht, als du sagtest, dass es „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe” gebe oder „wir alle zur Einheit im Glauben” kommen sollten? (Epheser 4:5,13) Es gibt heutzutage über 40.000 christliche Konfessionen auf der Welt. Warum gibt es nicht nur eine? War eine „Wiederherstellung” des ursprünglichen Christentums überhaupt notwendig? Petrus dachte es jedenfalls. (Apostelgeschichte 3:19-21)

Und Paulus, wo wir schon dabei sind, uns einmal deine Lehren anzuschauen: Warum sagtest du, dass du jemanden kennen würdest, der “bis in den dritten Himmel entrückt wurde” (2. Korinther 12:2-4) oder dass es „drei Stufen der Herrlichkeit” im Himmel gäbe? (1. Korinther 15:40-42)

Mensch, Paulus! Hast du etwa auch irgendwas über die Taufe von Verstorbenen gelehrt, zur gleichen Zeit, als Petrus darüber sprach, dass das Evangelium denen gepredigt werden würde, die sich schon in der Geisterwelt befänden? (1. Kor. 15:29) (1. Petrus 4:6) Das ist doch verrückt!

Zu dieser Zeit gab es Bischöfe, Diakone, Evangelisten, Älteste usw., die damit beauftragt wurden, sich um die „Zweigstellen” der Kirche zu kümmern. Von denen hatte keiner einen theologischen Abschluss oder wurde für das bezahlt, was er tat: Paulus musste Zelte machen, Petrus musste Fische fangen. Nach heutigen Maßstäben ist das ungewöhnlich.

Dann kommt noch dieses seltsame Taufen durch Untertauchen hinzu. Christus sagte zum Beispiel zu Nikodemus, dass „wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, [er] nicht in das Reich Gottes kommen” könne. (Joh. 3:5)

Sowohl für Johannes den Täufer als auch für Jesus selbst war klar, dass das Wort „taufen” eintauchen oder untertauchen bedeutet. Die Mormonen glauben daran, dass das, was damals im Jordan stattfand, ein wichtiger Teil der Errettung war!

Aber Johannes der Täufer hatte jetzt nicht irgendwie eine besondere Priestertumsvollmacht, oder? Moment mal … Doch, schon. Er war der Sohn des Zacharias, eines Priesters im Tempel, und war durch Vererbung mit der Priestertumsvollmacht ausgestattet.

Mormonen glauben sogar daran, dass Christus auch heute noch seinen Körper hat und dass er wortwörtlich auferstand. Sie glauben daran, dass er, als er zu seinem Vater ging, wirklich seinen Körper behalten und nicht im Äther als undefinierbare Substanz herumschweben wollte. (Lukas 24:36-39) (Apostelgeschichte 1:11) (Johannes 20:17) Irrsinn!

Ja, diese Mormonen glauben sogar, dass Christus, als er seinen Vater nach der Auferstehung zum ersten Mal wiedersah, ihn einfach hätte umarmen können und dass er nicht dabei sich selbst oder eine andere Erscheinungsform seiner selbst umarmt hätte. Dass die Begrüßung von Vater und Sohn im Himmel irgendwie so wie eine Begrüßung von Vater und Sohn hier auf der Erde ausgesehen hätte.

Und am unglaublichsten ist es vielleicht, dass die Mormonen allen Ernstes glauben, dass sowohl Gott als auch die Natur selbst davon zeugen, dass ein Mann eine Frau heiraten sollte und sich mit ihr fortpflanzen sollte und nicht mit einem anderen Mann. (1. Kor. 11:11) (Römer 1:26-27)

Eigenartigerweise glauben sie, dass die Tatsache, dass sie Kinder Gottes seien, es ihnen möglich mache, „Götter” oder wie Gott zu werden. Aber nun ja, C.S. Lewis war derselben Meinung:

„Es ist eine ernste Angelegenheit, in einer Welt von möglichen Göttern und Göttinnen zu leben und sich ständig vor Augen zu halten, dass auch der langweiligste und uninteressanteste Mensch, mit dem wir hier zu tun haben, eines Tages ein Geschöpf sein könnte, das wir, wenn wir es jetzt schon sehen könnten, ernsthaft versucht wären zu verehren.”

                                                                                        C.S. Lewis – The Weight of Glory

C.S. Lewis umschrieb wahrscheinlich nur Paulus’ Aussage, dass, wie er zu den Römern sagte, „wir Kinder Gottes” sind, „Erben Gottes” und „Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden“. (Römer 8:16,17)

Dienst in der Hierarchie der Mormonen ist freiwillig. Niemand wird für seinen Zeitaufwand bezahlt.

Es ist so abnormal und geradezu abstoßend, dass Mormonen ihre Körper als „Tempel” betrachten und nach strengen Gesundheitsvorschriften leben wollen, wie Paulus die Korinther anwies zu tun. (1. Korinther 3:16 & 1. Kor. 6:19)

Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie verpasst habe, aber gab es vielleicht irgendwann einmal eine Offenbarung an die ganze Welt, in der uns gesagt wurde, dass wir uns von der ursprünglichen Struktur und den Lehren Christi aus dem Neuen Testament lösen sollten? Vielleicht hatten die Leute es einfach satt, 2000 Jahre lang eigenartig zu sein – soweit ich es überschauen kann, hat bisher nämlich niemand versucht, diese Strukturen, die wir im Neuen Testament haben, auch zu leben.

Sehr seltsam.

Für mich ist es aber okay, seltsam zu sein.

Das Wort „besonders” beinhaltet viel mehr, als die meisten Leute sich zunächst darunter vorstellen. Während nun die Dinge, die die frühen Christen taten, der übrigen Welt seltsam erschienen, nannte Petrus sie nicht seltsam oder komisch oder etwas Ähnliches.

Das hebräische Wort für „besonders” lautet „segullah”, was so viel wie „unvergleichlich“, „außergewöhnlich” bedeutet. Petrus wertete die Menschen nicht ab. Petrus sagte seinen Zuhörern, dass die Kirche und die Organisation, die Christus eingeführt hatte, unvergleichlich war!

Wenn ich mir anschaue, inwiefern die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die neutestamentliche Kirche widerspiegelt, kann ich es gar nicht anders sagen: Es ist unvergleichlich!


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und auf gregtrimble.com veröffentlicht. Der Autor ist Greg Trimble. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie weitere Informationen über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wünschen, dann besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.